Erster richtiger ganzer Tag auf meiner Reise

… und ich saß gefühlte hundert Stunden im Auto. Immerhin war es klimatisiert.

Bild

Übrigens werden in Thailand Steinschläge so repariert:

Bild

Anscheinend gibt es entweder kein Carglas oder die Thailänder sind nicht teilkaskoversichert ;-). Was mich bei der Fahrerei auch nicht wundert. Erst dachte ich, dieser Bus wäre besser ausgestattet, als mein Taxi gestern, aber dann merkte ich, dass nur ich mich vorne anschnallen konnte, alle anderen nicht und später saß ich auch hinten – unangeschnallt. Gerade in einem Land, in dem sie Autos fahren, wie es ihnen gerade einfällt, gibt es keine Sicherheitsgurte?! Achja und heizen kann man auch nicht, man hat nur die Wahl zwischen kühl, kalt, kälter und am kältesten.

Bild

Heute hatte ich meinen ersten Daytrip der die spannende Überschrift „Tigertempel“ trägt. Also rechnete ich damit, dass wir uns den oder die Tigertempel ansehen, aber es kam etwas anders.

Ich wurde am Hostel abgeholt, sieben Uhr hieß es, ganz schön anstrengend, wenn man bis kurz nach Mitternacht wach war, um zu skypen und weil man eh nicht schlafen konnte. Dann die erste Nacht in einem unbekannten Hostel in einem unbekannten Land (irgendwie musste ich grad an Biene Maja denken :)) und auf einem unbekannten Kontinent mit Jetlag und Frust und Hoffnung. Die Nacht war also nicht so der Burner. Natürlich war ich, typisch deutsch, um fünf Minuten vor sieben fertig an der Rezeption gestanden. Natürlich keiner da, kein Wunder. Die Thailänder oder allgemeiner Asiaten sind ja generell nicht für ihre (Über-) Pünktlichkeit bekannt. Um halb acht kam sie, der Guide, um mich wirklich direkt am Hostel abzuholen. Nachdem ich gestern mein Hostel suchen musste, war ich wirklich froh, mich nicht schon wieder alleine auf die Socken machen zu müssen, um zu IRGENDeinem Treffpunkt IRGENDwo in Bangkok zu kommen. Ich war die letzte, die sie (Guide und Busfahrer) einsammeln mussten und somit ging es dann gleich los – mit zwei Stunden Autofahrt. Ich dachte schon irgendwie, dass der Daytrip in und in naher Umgebung zu Bangkok ist, aber dem war nicht so. Wir kamen dann zum Floating Market. Hier ein kleiner Eindruck:

Bild

Der war wirklich interessant und ich habe mich unheimlich geärgert, dass ich so wenig Geld dabei hatte, aber vielleicht war das letztendlich auch gut so. Alles ist dort wirklich sehr günstig und da ist es schwer nein zu sagen. Die Verkäufer bedrängen dich regelrecht, wenn du nur mal zu lange guckst. Dann kommen sie mit ihren Taschenrechnern auf dich zu und tippen den Preis ein. Ich schüttel den Kopf und sie sagen: Discount, discount. Only for you! Und gehen nochmal runter. Dann schüttel ich wieder mit dem Kopf und sie geben mir den Taschenrechner, dass ich mein Angebot eingebe. Hab ich dann getan, dann wieder sie und dann wieder ich und schon habe ich Umhängetasche für 180 statt 350Baht erstanden. Kurze Zeit später noch ein Kleid für 200 statt 550Baht, wie der erste Preis von der Verkäuferin war. Anscheinend fallen da wirklich manche drauf rein und bezahlen den hohen Preis. Ich weiß jetzt auch nicht, ob mein bezahlter Preis gerechtfertigt war, aber 11€ für Tasche und Kleid sind für mich voll okay.

Bild

Nach dem Markt ging es zu einer Art Elefantenhaus. Sie konnte das nicht so gut übersetzen, auf jeden Fall konnte man da mit einem Elefanten reiten, eine kleine Tour auch durch Wasser etc. Hätte 600Baht gekostet, die ich nicht dabei hatte, also konnte ich das nicht machen, aber ich reite in Indien noch auf einem Elefanten, das lasse ich mir nicht entgehen :). Sah auf den zweiten Blick auch etwas seltsam aus, den ersten Teil der Tour konnte man sehen. Ist wie eine dieser Zugfahrten für Kinder auf der Kirchweih/Kerwa/Kirmes/Kirwa (extra für dich Kerstin ;-)) nur eben für Erwachsene auf lebendigen Tieren. Die armen Elefanten latschen den ganzen Tag im Kreis. Naja, da waren wir dann vielleicht 20 Minuten, weil keiner von unserer Gruppe reiten wollte, sei es auch Geldgründen, Angst oder Interessenslosigkeit.

Bild

Dann ging es weiter zu einer Fabrik, in der die Arbeiter den ganzen Tag künstlerisch tätig sind als Holzschnitzer. Da sah es wirklich toll aus, wahnsinnige Kunstwerke und man durfte den Künstlern bei der Arbeit zusehen und Fotos machen von allem, was man wollte.

Bild

Als wir dann weiter wollten, fingen plötzlich drei Italiener mit dem Guide einen Streit an und saßen dann nicht mehr in „meinem“ Bus. Später kam heraus, dass sie zum Guide sagten, dass sie sie nicht verstehen (das Englisch war wirklich nicht so toll, ich wollte irgendwann nur noch verstehen, wann ich wo sein sollte, dass wir weiterfahren) und wollten eigentlich darauf hinaus, dass sie langsamer oder deutlicher spricht. Stattdessen verfrachtete sie sie in einen anderen Bus zu einem anderen Guide. Der einzige männliche Italiener der Dreiergruppe wollte aber nicht einsehen, dass er „bestraft“ wird und bestand darauf, dass der Guide wechselt und er in dem Bus bleibt, mit dem er gekommen ist. Der totale Schmarrn von ihm, alle Busse sind gleich und sie haben jetzt in den paar Stunden keine Freundschaften mit den anderen Mitfahrern geschlossen. Da konnte sich unser kleiner thailändischer Guide auch tatsächlich durchsetzen und es ging weiter zum Mittagessen in ein örtliches Restaurant, schwimmend natürlich. Wir konnten uns am Buffet bedienen. Das war nicht sehr üppig, aber gut. Kann mir aber vorstellen, dass man das auch leckerer zubereiten kann und es waren nur Gerichte, die man in Deutschland auch vom Thailänder kennt, also nichts besonderes leider. Vor allem waren die Wassermelone und die Ananas lecker, das zeugt nicht gerade von den Kochkünsten des Küchenchefs.

Weiter ging es dann zum Tigertempel, der erstens gar nicht wie ein Tempel aussah, sondern wie ein Wildfreizeitpark und zweitens geht man davon aus, dass die Tiger gut behandelt werden, weil sie in diesem Tempel verehrt werden, aber stattdessen werden sie unter Drogen gesetzt oder bekommen Beruhigungsspritzen oder Sonstiges, dass die Touristen für 1000Baht ein „special picture“ bekommen. Zum Beispiel mit dem Tigerkopf im Schoß oder direkt daneben sitzend. Dadurch, dass der Tiger wegen seiner Schläfrigkeit eh nur die Augen zu hat und ich das schon als eine Art Tierquälerei sehe, entschied ich mich dagegen, hatte ja auch kein Geld mehr, wobei ich am Eingang mit meiner Visacard etwas abheben hätte können. Lagen die Tiger „falsch“ für das angestrebte „special picture“ wurden sie von ihrem Aufpasser richtig hingezogen und geschoben, wo es eben nötig ist, also am Schwanz und an den Ohren. Kein schönes Bild.

Bild

Man sieht auch kaum die Tiger zwischen all den Menschen. Irgendwann ging ich dann weiter und kam zu einem Tigerbaby, das kurz zuvor gewaschen wurde und die Pflegerin fragte mich, ob ich ein Foto mit ihm machen wollte. Der kleine Tiger war ganz geschafft vom Baden und lag friedlich auf dem Boden und so kam ich doch noch zu meinem Tigerbild. Allerdings habe ich nicht gedacht, dass ich nur die erste von vielen bin, die sich hinter den Tiger kniet und für die mal kurz von der Pflegerin auf die Kamera gedrückt wird. Aber immerhin wurde der Tiger nicht rumgeschoben, -gehoben, -getragen, sondern nur von ständig wechselnden Leuten am Rücken gestreichelt. Der Tag war übrigens sehr heiß, wir waren schon viel unterwegs und ich muss mich erst noch an die Luft dort gewöhnen, d.h. schöner ging es nicht :).

Bild

Pünktlich zurück am Ausgang mussten wir auf zwei Mitfahrer warten, die sich verlaufen haben. Eigentlich gab es nur einen Weg und der führte genau vom Eingang zum Ausgang, aber solche Leute muss es eben auch geben. Weiter ging es dann zur River Kwai Bridge. Die Guide-rin sagte dank ihres Akzentes ständig nur „brid“ statt „bridsch“ und bis ich draufgekommen bin, was sie meint, konnte man sie auch schon sehen. Also dort auch wieder eine halbe Stunde Aufenthalt und danach ging es (endlich!) wieder zurück. Mit Jetlag und dem Erster-Tag-ganz-weit-Weg-Gefühl war das wirklich anstrengend, aber es sind ein paar schöne Bilder entstanden:

Bild

Ich wurde ja so schön am Hostel abgeholt, dass ich gedacht habe, ich werde dort auch wieder abgeliefert, aber dem war nicht so. Wir hielten irgendwo an und zwei Mädels und ich stiegen aus und unsere Guide-rin zeigte in eine Richtung und sagte: This way, just go along this street to your hostel.
Okay, hab ich mir gedacht, also kein Drop-off am Hostel, sondern selber suchen. Ich bin da ja nicht schon hundert mal hingelaufen, sondern eben nur am Tag zuvor, als ich vom Airport kam und heute morgen, als ich kurz einkaufen war, um endlich Wasser- und Mückenspray-Besitzerin zu sein. Ich konnte mich dann am Burgerking dort orientieren, aber der war nicht „just […] along this street“ (um hier mal kurz zu beweisen, dass ich zitieren kann), sondern in einer Seitenstraße und am Tag davor kam ich natürlich genau aus der anderen Richtung, aber da ich schreibe wisst ihr ja schon, dass ich es anscheinend geschafft habe. Beim Einkaufen habe ich mir übrigens statt einem Frühstück Kekse gekauft, die wie Tuk schmecken, also ganz gut. Allerdings esse ich die gerade erst, weil ich auf dem Floating Market ein paar Sachen probieren durfte, natürlich mit dem Hintergedanken der Verkäufer, dass sie dann ihrem Ziel, dem Verkaufen, näher kommen, aber es war nichts soooooo umwerfend, dass ich gesagt hätte: Das will ich den restlichen Tag mit durch die Hitze schleppen. Das Mittagessen kam dann auch genau zu dem Zeitpunkt, als ich am verhungern war und schon die Kekse aufmachen wollte und da das ja Buffet war, war ich danach wirklich satt und brauche jetzt einfach nur was zum Knabbern.

Morgen muss ich bis 12Uhr auschecken und mache mich dann auf den Weg zum Bahnhof, denn von dort wollte ich ja nach Chiang Mai fahren. Ich bin mir noch unschlüssig, wann ich fahren soll. Wenn ich tagsüber fahre, sehe ich etwas von der Umgebung und kann ja lesen etc. Brauche aber dann ein Hostel in Chiang Mai für die Nacht, weil meine Bergvölkertour erst einen Tag darauf startet. Fahre ich mit dem Nachtzug muss ich mich bis dahin irgendwie in Bangkok beschäftigen – mit meinem ganzen Gepäck. Es ist nicht besonders schwer (großer Rucksack ca. 14kg, kleiner ca. 9kg), aber damit durch kleine Läden zu gehen und sich Sachen anzuschauen? Oder in einem Cafe zu sitzen und den ganzen Weg zu versperren? Irgendwie gibt es keine perfekte Lösung, also schau ich morgen einfach zum Bahnhof, wann welche Art Zug nach Chiang Mai fährt, vielleicht finde ich unterwegs schon etwas, das ich mir näher ansehen will oder für einen Zug gibt es keine Karten mehr. Irgendwie werde ich schon wissen, was ich mache.

Ihr merkt, ich klinge viel besser, als gestern. Mir gehts auch viel besser. Heute das hat geklappt, ich hab auch allein ins Hostel zurückgefunden und konnte endlich ein paar Fotos knipsen. Von „meiner“ Straße gibt es immer noch keine Bilder, weil es heute auch schon wieder dunkel war, als ich zurückkam und einfach nur schnell duschen wollte: Schweiß, Sonnencreme und Mückenspray sind keine sehr angenehme Kombi, und im Dunkeln soll ich als (in Thailand nicht so) kleines blondes Mädchen herumlaufen, hat mir ja auch meine thailändische Würzburg-Freundin nochmal gesagt, also mache ich das auch nicht. So, endlich die ersten paar Bilder! Bis bald, ich weiß noch nicht, wie ich in Chiang Mai Internet haben werde, also nerve ich euch erstmal nicht weiter ;-).

Advertisements

Ein Gedanke zu “Erster richtiger ganzer Tag auf meiner Reise

  1. Hi Carolina,
    ich freu mich, dass es Dir heute besser geht!
    Ich hoffe, Du vergisst den 1. Tag schnell. Es ist einfach alles Negative (Verabschiedung, Jetlag, Schwüle, wenig Schlaf, alles neu) zusammen gekommen. Genieße die Zeit und Du hast es auf jeden Fall richtig gemacht, diese Reise zu unternehmen! Es kommen bestimmt noch Super-Erlebnisse. Chiang Mai wird sicher sehr schön. Komm gut an und bleib gesund!
    Ich freu mich schon auf Deinen nächsten (positiven) Bericht 😉
    Ich wünsch Dir eine tolle Reise!!!
    Marianne

    Gefällt mir

Lass mir gern ein Kommentar hier:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s