Insektenmuseum und Co.

Ich warte seit zwei Stunden darauf, dass das Internet funktioniert und weil das noch nicht absehbar ist, wann das wieder geht, fange ich schon einmal am internetlosen Computer an, meine heutigen Erlebnisse zu beschreiben:

Ich konnte mich um 8h aus dem Bett quälen, nachdem meine Zimmergenossinnen heute Nacht um 1h nach Hause gekommen sind und über eine halbe Stunde in normaler Lautstärke gequatscht haben. Ich hoffe mal, sie hatten gut getrunken, sonst wäre das echt unverschämt. Die eine hatte heute Geburtstag (nicht zu übersehen, weil auf ihrem Bett lauter geöffnete Geburtstagskarten lagen und über ihr Bett eine Girlande mit „Happy Birthday“ gespannt war), als ich sie dann das nächste mal sah, hab ich ihr auch gratuliert. Unterwegs habe ich sogar überlegt, ob ich ihr eine Kleinigkeit mitbringe, einen Geburtstagskuchen zum Beispiel, aber da die die Tage davor nicht besonders nett waren und heute Nacht mords Radau gemacht haben, entschied ich mich dagegen.

Ich habe mich so gefreut, wieder normal frühstücken zu können, also Toast und Eier und Salat und Melone… okay, eigentlich sind nur die Eier dazugekommen, aber mir ging es auch so gut, dass ich alles auf einmal essen konnte und nicht über den ganzen Tag verteilen musste. Danach lief ich die Straße ganz vor, weil die Rezeptionistin meinte, dass dort eine Bank wäre, an der ich mit meiner Visa Card Geld abheben könnte. Aber hier sieht man den Wald manchmal vor lauter Bäumen nicht. Hier sind so viele Schilder überall, dass ich das große Bankgebäude nicht sehen konnte :-). Geld abheben hat super geklappt, habe 9000Baht noch in Deutschland wechseln lassen (aber 690 daheim gelassen, also einen 500er, einen 100er, einen 50er und zwei unterschiedliche 20er; als Erinnerung sozusagen) und hier jetzt 3000Baht abgehoben. Leider wurden mir drei 1000er herausgegeben, was schon etwas unpraktisch ist, gerade, wenn man auf einen Markt geht und ein paar Früchte für 10Baht kaufen will, aber ich habe ja einen Tagesausflug geplant gehabt und die Touristenattraktionen können immer wechseln.

Taxi gesucht und auf gings: Eigentlich wollte ich zum Insektenmuseum, aber der Taxifahrer hat mir nach langem Hin und Her klar gemacht, dass er mich hinfährt, wartet während ich eine Attraktion besuche und mich dann zum nächsten fährt. Auf dem Flyer, den ich hatte, sah das so aus, wie wenn alles direkt nebeneinander wäre, war es aber dann doch nicht. Ich handelte also von 600 auf 400Baht und wir fuhren als erstes zum Tiger Kingdom, also dem Tiger Königreich. Dort gibt es Tiger jeden Alters und in jeder Größe, aber das lassen die sich auch ordentlich bezahlen. Den Tigern dort scheint es zwar besser zu gehen, als denen, die ich von Bangkok aus besuchte, aber trotzdem müssen die Tiger ja irgendwie ruhig gestellt werden, dass Menschen ihnen so nah kommen können. Auf jeden Fall wollte ich da nicht hin und habe mich dann zu meinem eigentlichem Ziel, dem Insektenmuseum, fahren lassen.

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Das war auch absolut cool! Wenn ich irgendwie die Möglichkeit hätte, würde ich dort mit einer Schulklasse hingehen! Erst gibt es zwei Zimmer mit aufgespießten Schmetterlingen, Käfern, Spinnen etc., das gehört eben zu so einem Museum dazu. Dadurch, dass in Asien die Dimensionen etwas anders sind, war sogar das schon interessant, aber durch das leicht zerkratzte Plexiglas und die Sonne konnte man das eigentlich nicht fotografieren. Dann kam man in den „Kindergarten“. Dort wurden einem nacheinander drei Raupen auf die Hand gesetzt und die Mitarbeiterin fotografierte mit meiner Kamera:

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Bis auf, dass es ein bisschen hektisch gewirkt hat, obwohl sowohl vor als auch nach mir keine Touristen waren, war das schon super! Wie die so rumkriechen fühlt sich seltsam an. Dann durfte ich in den Schmetterling-Garten. Dadurch, dass die Schmetterlinge an die Menschen, die ständig rein- und rauslaufen, gewöhnt sind, fliegen sie nicht (sofort) weg, sondern lassen sich schön fotografieren:

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Dort war ich bestimmt eine halbe Stunde auf Bilder-Jagd, bis ich noch was richtig cooles beobachten konnte: das Schlüpfen eines Schmetterlings:

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Dann betrachtete ich die Kästen außen genauer. Als ich gerade durch war (durch den feinmaschigen Draht hat mein eigentlich nichts gesehen), kam eine andere Mitarbeiterin auf mich zu und fragte, ob ich mir die Insekten ansehen will. Es klang eher nach einer Aufforderung und ich war ja auch deswegen da, also: na klar. Dann wurde jeder feinmaschige Drahtkäfig aufgemacht und das darin befindliche Tierchen auf meine Hand gesetzt. Es handelte sich hierbei um Insekten, die aussehen wie Blätter und Zweige oder Stöckchen.

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Diesen fetten Käfer (6cm lang, 2 cm breit) durfte ich zwischendrin auch kurz ansehen, den brauche ich aber nicht auf meiner Hand ;-).

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Wirklich unglaublich faszinierend. Als ich vorhin die Käfige betrachtete, dachte ich bei den meisten, dass sie leer wären, obwohl ich wusste, nach was ich zu suchen hatte. Die Spinnen

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mussten Gott sei Dank in ihren Käfigen bleiben. Also hätte es die Möglichkeit gegeben, hätte ich mir eine auf die Hand setzen lassen, aber so wars mir auch ganz recht. Dann ging es noch zu den Skorpionen:

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Der war vom Gewicht schon was ganz anderes als die „Stöckchen“ und „Blättchen“. Aber der Stachel war entfernt (für alle, die sich jetzt schon wieder Sorgen gemacht haben ;-)), also da konnte nichts passieren.

Am coolsten war dann noch die Gottesanbeterin:

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Nach dieser super Erfahrung ging es weiter zur Affenschule. Eine Show, in der Affen allerlei verrückte Sachen machen:

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Oben sollte „einkaufen“ darstellen, unten hielt er die Karte mit der Zahl hoch, die ihm sein Wärter gezeigt hatte (eine Frau aus dem Publikum hat sie genannt). Danach wurden die zahlen umgedreht und gemischt und der Affe wusste trotzdem, wo die Zahlen waren.

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Körbe wirft er auch einen nach dem anderen.

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Unten half er einem Freiwilligen aus dem Publikum seine Fessel loszuwerden.

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Und für uns Touris tauchte er sogar nach (natürlich unseren) Münzen.

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Den Affen, die an der Show selbst teilgenommen haben, ging es halbwegs gut. Sie wurden nicht herumgezerrt, wie die Tiger im Tigertempel und hatten schon auch Spaß an den Dingen, die sie vorführen sollten. Affen sind ja schon schlau und brauchen deswegen auch Beschäftigung und wenn sich damit Geld machen lässt, ok. Den anderen Affen ging es weniger gut, die waren an ca. 40cm langen Ketten an Pflöcken festgemacht und sind meistens im Kreis drumherum gelaufen. Aber die Affen werden alle zwei Stunden ca. ausgetauscht und dürfen dann in ihren Käfigen toben. Die sind für Touristen nicht einseh-, aber einhörbar. Ich denke nur, dass die Käfige nicht zuuuuu sauber gehalten werden müssen. Das war auf jeden Fall ein schnelleres Vergnügen, aber auch irgendwie sehenswert. Diese Tiershows gehören einfach zum Touristenprogramm in Thailand dazu. Auf Krokodile und Schlangen hatte ich dann aber keine Lust mehr und deswegen ließ ich mich erst einmal zu einem 7 11 fahren, einem Supermarkt. Wasser, Toast und eine Tafel Rittersport weiße Schoki mit ganzen Haselnüssen waren meine Ausbeute. Dem Taxifahrer fiel dann wohl noch ein, dass mich die Schmetterlinge fasziniert haben und fuhr mich deswegen zur Orchideenfarm. Die habe ich mir wirklich spektakulärer vorgestellt, aber es hingen nur viele Orchideen an langen Drahtseilen herunter.

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Natürlich haben sie schöne Blüten und so,

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aber die sehe ich auch in einem Blumenladen oder einem Baumarkt. Die Farm hat eigentlich auch noch den Beinamen „Schmetterlingsfarm“, aber in meiner kompletten Zeit dort (20Minuten) habe ich nur zwei Stück zu Gesicht bekommen. Schwache Ausbeute, gerade, wenn ich davor im Schmetterling-Garten des Insektenmuseums war.

Zurück im Hostel legte ich alles ab und machte mich nochmal auf die Socken. Ich habe mir alles größer vorgestellt und somit mehr Zeit eingeplant. Es war aber erst 14h und deswegen ging ich zu den Buden am Ende der Straße, in der Hoffnung dort ein paar Früchte kaufen zu können. Dieser Toast und die Cracker gehen mir langsam etwas auf die Nerven. Ich will auch mal was Frisches essen. Leider war das nur eine Art Flohmarkt, ein ziemlich großer (sicher 200 Stände) und man konnte dort alles kaufen. Mich interessierten vor allem die Schmuckstände, aber die einzigen Ketten, die mir gefallen haben, waren aus Steinen, von denen ich nicht sicher wusste, ob man die ausführen darf, also lieber Finger weg. Dann wollte ich in der Pizzeria essen gehen, von der ich bei meinem letzten Streifzug das Schild gesehen hatte. Ich habe sie auch tatsächlich sofort gefunden, nur leider hatte sie nur bis 14h auf und erst wieder ab 16:30h. Bis dahin wäre ich verhungert, also weiter die Straße entlang, auf die andere Seite des Flusses (da bin ich schon einmal mit dem Taxi gefahren und wusste, dass dort bald einige Buden kommen). Hier gibt es alles. Spielzeug, Essen, Haustiere (ich rede mir zumindest ein, dass die Hasen zum Kuscheln waren), kleinere Elektroartikel, … alles. Einfach alles. Also auch meine heißersehnten Früchte! Ich sah mir natürlich immer an, wie der Stand und auch die Verkäufer aussahen und entschied mich dann für drei Karotten mit einem Durchmesser von guten 4cm, einigen Tomaten, Erdbeeren und zwei knallroten Äpfeln, wie die von Schneewittchen. Außerdem fand ich auch meine Lieblingsfrucht in Thailand, von der ich immer noch nicht den Namen kenne, die aber wie grüner Apfel schmeckt, nur ein bisschen weicher ist vom beißen.

Wieder zurück im Hostel war ich schon einigermaßen geschafft. Den ganzen Tag herumlaufen nachdem ich zwei Tage flach lag war anstrengender als gedacht. Also ging es zum Pool: sonnen. Aber mir ist das ja immer zu langweilig, also bin ich nach 15 Minuten ins Wasser gegangen, schwimmend einen halben Kilometer zurückgelegt und bin dann schon wieder ins Zimmer zurück. Das war mein Tag. Viel erlebt und schön wars!

Kochkurs habe ich noch nicht Bescheid bekommen, habe aber nochmals eine Mail geschickt, dass ich bis morgen um 12h Bescheid wissen muss, sonst suche ich mir einen anderen Kochkurs, da gibts hier mehrere. Ich habe also morgen einen Chilltag am Pool und in Skype!

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