Die ersten Stunden in Indien

Am Flughafen in Delhi war ich wirklich die allerallereinzigste, die irgendwie nach Tourist aussieht. Ich verlief den Flughafen und wurde natürlich gleich wieder von mehreren Taxifahrern angesprochen. Einer ließ sich dann die Adresse von meinem Hotel zeigen und meinte, er fährt mich für 200Rupien dorthin. Dann sagte ein anderer Mann, ich solle lieber zu dem Taxistand gehen, er wäre ein privates Taxi. Okay, also dahin. Er sagte auch, dass das 250Rupien wären. Dort angekommen, hieß es ich müsse 400Rupien zahlen, als ich dann die Worte des Mannes wiederholten, waren 250 plötzlich auch ganz ok und ein Mann begleitete mich ein Stück, übergab mich dann an einen anderen, der mich wieder an einen anderen übergab, dessen Auto auch kein Taxischild oberndrauf hat. Also doch ein privates Taxi. Wie auch immer, ich wollte ja auch irgendwann mal am Hotel ankommen und schlafen! Wir fuhren los und er fuhr sowas von lahm, dass ich schon sagen wollte, ob er nicht ein bisschen schneller fahren könnte. Englisch ist in Indien die Amtssprache, also wenn man etwas offizielles erledigen musste, musste man Englisch reden, deswegen können hier auch die Taxifahrer mehr Englisch, als in Thailand. Er stellte mir einige Fragen und erzählte von sich, sonst ist das Taxifahren einfach langweilig meinte er. Soll mir recht sein, dann schlaf ich zumindest nicht ein.

Was sofort auffällt im Straßenverkehr in Indien ist das permanente Hupen. Wirklich permanent.Ich habe es aufgenommen, kann es aber hier nicht hochladen. Also wenn man mal fünf Sekunden kein Hupen hört, ist es ungewöhnlich. Man drückt auch nicht nur mal kurz auf die Hupe, sondern schon so lange und so oft, bis das passiert, was man möchte, also z.B. ein Auto die Spur wechselt oder besser auf seiner Spur bleibt, damit man überholen kann.

Vier frei herumlaufende heilige Kühe habe ich auch schon gesehen, wirklich gewöhnungsbedürftig.

Zwischendrin zeigte mir der Taxifahrer verschiedene Hotels, alle über 1000Dollar pro Nacht (!!!!), obwohl sie von außen nicht besonders spektakulär aussahen. Irgendwann zeigte er dann auf eine Straßensperre und meinte: da ginge es eigentlich zu meinem Hotel. Aha, toll. Also fuhr er außenrum, aber da waren auch Straßensperren. Er fragte Anwohner, die ihm nicht weiterhelfen konnten und er erklärte mir dann: entweder ich laufe hier mal durch das Viertel und suche nach meinem Hotel oder wir fahren zu einer Touristeninfo und die rufen mal bei meinem Hotel an, wie man da am besten hinkommt. Natürlich laufe ich nicht durch diese Gegend, die Häuser waren heruntergekommen und es waren nur Männer auf der Straße zu sehen. Er beteuerte ja auch immer wieder, dass es gefährlich sei und somit fuhren wir dann zur Touristeninfo. Ich sollte mit aussteigen, meinen kleinen Rucksack vorsichtshalber mitnehmen und innen waren dann auch wieder nur Männer. Ich habe mich echt unwohl gefühlt, wusste aber nicht, was ich sonst machen sollte. Einer der Männer führte mich dann in sein Büro und rief in meinem Hotel an. Sie würden schauen, welche Straßen frei sind und sich wieder melden, meinte er. Toll. Ich bin todmüde und muss jetzt warten, weil mein Taxifahrer mein Hotel nicht finden kann, weil die Regierung Straßensperren aufbaut, einfach so. Kein super Start. Ich war echt froh, dass es so spät war, weil dann eindeutig weniger Verkehr war, aber dass es dann so lang dauert, bis ich zu meinem Hotel komme, hätte ich auch nicht gedacht. Der Inder unterhielt sich dann mit mir über meine geplanten Ausflüge hier und wo ich nach Indien noch so hinreisen will. Dann rief er nochmal im Hotel an, sagte dem Taxifahrer wie er zu fahren hatte und wir fuhren wieder los. Trotz der Info, hielt der Taxifahrer mehrere Male an, um nach dem Weg zu fragen. Die Gegend war mal etwas besser und wurde dann wieder schlechter. In einer Nebenstraße fanden wir dann endlich mein Hotel. Die Schrift war nicht beleuchtet, ich habe es ewig nicht gesehen. Er ließ mich dann vor der Tür raus und ich gab ihm 500 statt den vereinbarten 250Rupien, weil er immer wieder meinte „Ich gebe guten Service, du gibst gutes Geld“ und dann dachte ich, doppelt so viel, wie vereinbart, wäre genug. Aber er meinte dann, noch einen solchen Schein haben zu wollen. Ich hab ihm mehrmals gesagt, dass das schon das doppelte vom vereinbarten ist und ich ihm nicht mehr geben will. Irgendwann meinte er dann nach etwas Gejammer, dass ich das geben soll, was ich denke und dann bin ich ausgestiegen und er meinte nochmal: Das ist also, was du denkst? Und ich sage nochmal: Ja, ist ja schon das doppelte. Ich fand das auch wirklich angemessen. Ist ja nicht mein Fehler, dass er den Weg nicht findet und wir zu dem Touristenbüro fahren müssen. Ich wäre lieber eher im Hotel und im Bett gewesen. Dort angekommen war dann alles recht umkompliziert, ich habe meine Voucher (sprich: Wautscher) gezeigt, also meine „Gutscheine“ für die kommenden zwei Nächte, ich wurde zum Zimmer gebracht, konnte ein Wasser bestellen und fiel dann ins Bett, ohne großartig auszupacken oder Ähnliches. Nur meinen Schlafsack habe ich aus dem Rucksack geholt, weil es hier wieder einmal nicht so besonders sauber wirkt.

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Das sieht jetzt tatsächlich auf den Bildern harmloser aus, als es ist.

Heute Morgen konnte ich schon ab 8h nicht mehr schlafen, obwohl ich wirklich müde war, aber dieses Hupen und Geschrei auf der Straße macht es für mich wirklich unmöglich. Ich packte ein bisschen aus und um, ging runter in die Lobby, um Internet zu haben, ging wieder hoch, um die letzten paar WordPress-Artikel zu schreiben und gehe jetzt gleich wieder runter, um sie online zu stellen, denn leider habe ich auf dem Zimmer kein Internet.

Das hier ist der Blick aus meinem Fenster:

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Ich werde mir wohl gleich etwas von dem Obst kaufen, sobald ich in Erfahrung gebracht habe, wie weit die nächste Bank entfernt ist und ich meine Karte entsperrt und Geld abgehoben habe und wieder beim Hotel bin. Das ist alles Obst mit Schale, also kann ich es problemlos essen, wenn ich die Schale entferne. Ich freue mich auch wieder auf richtig leckeres Obst, das ist hier in Asien einfach vom Geschmack so viel besser, als daheim, das muss man ausnutzen.

Ich denke, ich schaue mich dann noch ein bisschen um, es sind so viele Leute auf der Straße und es ist hell, dass mir schon nichts passieren wird. Wenn sich was spannendes tut, melde ich mich heute nochmal, ansonsten erst morgen, wenn meine Tour begonnen hat und ich in einem „besseren“ Hotel schlafe (wenn ich dort Internet habe und es nicht zu spät ist). Ich freue mich wirklich sehr darauf, etwas von Indien zu sehen und auf die besseren Hotels freue ich mich auch.

Ich habe mich dann doch nicht mehr umgeschaut, aber bedanken wollte ich mich hier nochmal:
Danke Maria für das Taxigeld, einen Teil konnte ich ja schon gut gebrauchen und da ich ja von Delhi noch nach Kochi in den Süden Indiens fliege, brauche ich noch zwei Fahrten zu einem Flughafen und eine vom Flughafen zu Hotel.

Hedje dein Geld für Schmuck werde ich auch noch schön ausgeben! Freu mich schon und schicke dir ein extra Bild mit meinen neuen Schätzen! Danke!

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