Gastfreundschaft pur

Vielen, vielen Dank Wahny für die Einladung deiner Eltern, deine Hilfe in Thailand und dass du mir alle Fragen beantwortet hast, die ich dir gestellt habe! Vielen Dank auch, dass du mich zum Flughafen gebracht hast, das hat mir viel bedeutet! Ich freue mich schon darauf, dich in Deutschland/Würzburg wiederzusehen und deine Mutter in Deutschland begrüßen zu dürfen!

Ich war total geschafft, als ich endlich aus dem Bus aussteigen durfte, meinen Rucksack bekam und dann (nachdem ich gefühlte 100 Taxifahrer abgewimmelt habe) zum Hostel lief. Ich habe mich tatsächlich ein bisschen verlaufen, aber da die Khao San Road jeder kennt, habe ich mein Hostel letztendlich doch wieder gefunden. Ich hatte ja eigentlich die nächste Nacht dort gebucht, musste das also noch auf diese Nacht ändern, aber das hat problemlos funktioniert, danke an die netten Rezeptionisen nochmal! Internet habe ich mir auch noch gleich zugelegt, damit ich skypen kann und dann bin ich noch kurz einkaufen gegangen: Toast, Eiskaffee und Schokolade als Frühstück für morgen. Da abends auf der Khao San Road der Bär steppt, habe ich mich noch ein bisschen umgeschaut, eine Kette gekauft und bin dann wieder (nachdem ich wieder kurz orientierungslos war, abends sieht es da echt komplett anders aus, überall extra Stände und sehr viele Stühle und Tische von Restaurants, die am Tag gar nicht auffallen) ins Hostel zurück. Endlich duschen und Sachen umpacken und skypen. Um kurz nach Mitternacht bin ich dann eingeschlafen und musste aber schon um fünf Uhr wieder aufstehen. Heute ging es ja zu Wahnys Familie, die Eltern der thailändischen Würzburger Studentin hatten mich zu sich eingeladen und so eine Einladung schlage ich natürlich nicht aus, und ich wollte etwas von dem Tag bei ihnen haben, weil wir am nächsten Morgen zurück nach Bangkok fahren, weil ich zum Flughafen muss, dazu später mehr. Ich stand also um 5h auf, packte alles, checkte aus und fragte an der Rezeption, wie lange ich denn zu dem Busbahnhof fahre, den mir Wahny genannt hatte, und wie viel das kosten wird. Er sagte 45-60 Minuten, je nach Verkehr und 100Baht. Also ging es los. Ich wurde gleich mit den Worten „Airport?!“ „Airport!“ empfangen und als ich ihnen sagte, dass ich nicht zum Flughafen, sondern zu einem Busbahnhof müsse, wurde mir gesagt das würde 300Baht kosten. Also wollten die „lieben“ Taxifahrer mal wieder ein bisschen Extrakohle mit mir machen. Letztendlich habe ich einen gefunden, der mich für 150Baht dorthin fährt. Ich bin gern bereit, etwas mehr zu zahlen, das waren ja jetzt nicht einmal 3,50€, aber ich zahle nicht das 3-fache. Das Taxi machte einen seltsamen Eindruck, der Fahrer war zwar nett, aber irgendetwas stimmte mit den Gängen nicht, also man musste extrem viel Gas geben, damit man vom Fleck kommt. Angekommen bin ich trotzdem und mir wurde noch gezeigt, wo der Eingang ist und innen habe ich einfach beim ersten Schalter nachgefragt, nur mit den Worten „Chai Nat“, weil so hieß die Stadt, wo ich hin wollte und ich wurde zwei Schalter weitergeschickt und dann kam auch noch ein Thailänder, der gut Englisch konnte und mir beim Ticket bestellen half, das war wohl auch sein Job dort. Da die Taxifahrt so schnell ging (30 Minuten), erwischte ich schon den Bus um 6:30h, hatte aber keine Zeit mehr, Wahny Bescheid zu geben. Aber ich dachte, dann warte ich eben einfach ein bisschen, kann mich ja etwas umsehen. Der Bus fuhr von der Station 120 an Stelle der Station 119 ab, wie auf meinem Ticket stand, aber an der Seite des Buses stand eben „Chai Nat“ geschrieben und als ich den Busfahrer fragte, ob ich dann hier richtig sei, nickte er, also stieg ich ein und hoffte das Beste. Wenn man hier nämlich als Tourist jemanden etwas fragt, nicken sie immer viel zu bald. Also ich frage: „Ist das der Bus nach …“ und es wird schon genickt, obwohl der wichtigste Satzteil „Chai Nat“ ja noch gar nicht gefallen ist. Die Busfahrt war dann auch ganz ok. Ich habe ein bisschen gedöst und gelesen und nach drei Stunden, statt den angekündigten 2-2,5 war ich dann auch da. Die letzte Station, die deutlich daran zu erkennen war, dass alle ausstiegen, also kein Problem. Dann stand ich da und dachte, da ist vielleicht ein Bushäuschen oder so, war aber nicht, also setzte ich mich so hin, dass ich den Platz im Auge behalten kann und war wohl die Attraktion an diesem Tag. Schon der Busfahrer hat mich so seltsam angeguckt, jeder hat sich wohl gewundert, was ich da will. Irgendwann sprach mich dann ein Mann an und sagte irgendetwas von Koh Samui und Phuket und dass hier ein Bus nach Bangkok fährt und ich habe ihm versucht zu erklären, dass ich genau hierhin will, dass ich genau richtig bin, wo ich bin und ich hier abgeholt werde. Das hat er nicht ganz verstanden oder glauben wollen und da die Wahny etwas auf sich warten ließ, verfestigte sich sein Eindruck, dass ich hier falsch war und nach einer halben Stunde Wartezeit, begann auch ich etwa daran zu zweifeln, ob ich hier richtig war. Immerhin habe ich ihr gesagt ich nehme den 7h Bus und wenn ich in Deutschland dann jemanden abholen würde, wäre ich um 9h da, weil ja der Bus manchmal nur zwei Stunden braucht. Als sie dann um 10h noch nicht da war, fragte ich den Mann nach Internet und er sah sich um und sagte „kein Internet“, „kein Internet“, drehte den Kopf ein Stück weiter und sagte wieder „kein Internet“. Super. Überall kein Internet und ich hatte mir ihre Telefonnummer nicht aus Facebook herausgeschrieben. Nach fünf Minuten kam er aber wieder und zeigte auf ein Hotel und sagte „Internet“, also bin ich dorthin gelaufen und habe nach Internet gefragt und sofort Zugangsdaten bekommen, ohne etwas zahlen zu müssen, obwohl ich sogar gefragt habe, ob ich etwas zahlen soll. Computer hochfahren, ins Internet einloggen und der Wahny schreiben, wo ich bin. Sie hatte mir schon geschrieben „Ich hoffe, du gehst nicht verloren“. Tja, nicht direkt verloren, aber gefunden wurde ich auch nicht. Ich war dort echt ein bunter Hund. Kein einziger Tourist, niemand, der auch nur annähernd nicht thailändisch aussah, nicht einmal Chinesen, Koreaner, Japaner, Vietnamesen. Nur Thailänder überall und ich als blonde weiße Frau mittendrin.

Wir fanden uns dann also vor dem Hotel und ich war wirklich froh, sie zu sehen. Ihre Cousine Mai war dabei und sie war auch sehr begeistert mich zu sehen, war total nervös, aber sehr höflich. Sie ist 16 Jahre alt und geht zur Schule. Nachmittags hilft sie in dem Laden von Wahnys Mutter aus, weil sie auch bei ihnen wohnt, um näher an ihrer Schule zu sein. Wir fuhren dann zu Wahnys Vater, unterwegs stieg ihre Cousine aus, um der Mutter beim Schließen des Ladens zu helfen. Ihr Vater war sehr ruhig und ich erfuhr, dass weder er noch ihre Mutter Englisch könnten, aber Wahny blieb ja den ganzen Tag dabei, also konnte sie immer übersetzen. Wahnys Vater gehört eine Werkstatt an einer Tankstelle, eventuell sogar auch die Tankstelle selbst, da bin ich mir aber nicht sicher. Nicht gerade der Job, bei dem ich erwartet hätte, dass er es Wahny ermöglicht im (für thailändische Verhältnisse) teuren Deutschland zu studieren. Wir fuhren dann in ein kleines Restaurant, das der Tante einer Freundin ihrer Mutter gehörte und in dem ich wieder einmal Gebratenen Reis mit Hühnchen aß. Die Angestellten dort waren auch total fasziniert von mir, dass ich hier bin und wie ich aussehe und dass die Wahny eben in einer Stadt studiert, in der alle Menschen mehr oder weniger wie ich aussehen. Als dann aber mein Essen kam, verhielten sie sich wieder ganz normal. Im Anschluss ging es schon zu dem Laden ihrer Mutter. Die Mutter umarmte mich gleich, total niedlich und holte dann ihr Handy raus und fotografierte mich die nächsten fünf Minuten fast durchgängig, bis die Wahny sagte, dass sie damit aufhören soll. Ich fand es witzig, wie ein Filmstar für sehr kurze Zeit :D. Dort trafen wir dann auch wieder auf die Cousine und sie sagte zu Wahny, dass sie ein bisschen Englisch reden will, also fragte ich sie, wie sie heißt und wie alt sie ist, obwohl ich beide Infos schon hatte und sie antwortete mir. Das reichte ihr aber dann wohl auch schon wieder. In dem Laden kann man übrigens spezielle Backsachen kaufen, z.B. Krokant oder Fertigbackmischungen, aber auch Plastikbehälter für Essen, das nach Hause geliefert wird beziehungsweise man mit nach Hause nimmt. Diese Kombination aus Plastik und Kuchen gibt nicht wirklich viel Sinn, aber das ist in den meisten Läden so, dass einfach das verkauft wird, was einem gerade einfällt. Der Laden war auch eigentlich nur eine Garage neben vielen, aber ordentlich und sauber. Der Vater hat auch extra eher aufgehört, um den Tag mit mir und seiner Familie zu verbringen.

Mit dem Auto ging es dann zum ersten Tempel.

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Das ist der Tempel, den die Familie besucht, wenn sie beten will, um sich zu bedanken oder um um etwas zu bitten. Ich bekam ein paar Stöckchen in die Hand gedrückt, daran war eine kleine gelbe Kerze befestigt und ein gefaltetes Papier, in dem sich ein Stück Blattgold befand. Außerdem wurden mir drei zusammengebundene Blümchen in die Hand gedrückt. Vor dem eigentlichen Tempel wurde dann die Kerze angezündet und auf den Rand eines großen Blumentopfes gestellt, die Stäbchen angezündet, die sich als Räucherstäbchen entpuppten, und in den Sand im Blumentopf gesteckt. Die Blumen wurden dann innen im Tempel auf eine goldene Schale gelegt und das Blattgold auf die große Buddhastatue geklebt. Alles sehr spannend. Wir knieten am Boden und Wahny sagte mir immer genau, was ich zu machen habe, also dass ich mir jetzt etwas wünschen kann und dass wir jetzt die Blumen weglegen etc. In so einem wirklich genutzten Tempel mit Personen zu sein, die wirklich daran glauben, ist ein wahnsinniges Gefühl. Gar nicht touristisch. Davon hätte ich gern mehr gehabt auf meiner Thailandreise. Sogar das Trekking zu den Bergvölkern war touristischer als gedacht.

Der nächste Tempel war viel riesiger, fast ein Dorf und das eine Gebäude, das wir ansahen, war voller Gold und glänzte überall.

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Danach wollten wir eigentlich noch ein andere Gebäude des Tempels ansehen, ein silbernes, aber da das Gebäude noch geschlossen war, gingen wir zuerst Fische füttern. Das ist nichts religiöses, sondern soll nur Spaß machen. Ich bekam Weißbrot, wie sehr schmales weiches Baguette und fünf Reihen nebeneinander, in die Hand gedrückt, außerdem typisches Fischfutter (braune Kügelchen) und die fetten Fische haben sich wirklich darum gerissen, obwohl sie ja bestimmt den ganzen Tag Futter bekommen. Hier kommen hauptsächlich Familien mit Kindern her und es war auch ganz witzig, aber nicht so, dass ich sage, das will ich jemandem zeigen oder da muss man hin.

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Nach dem Fischfutter gab es Menschenfutter: ein Eis für jeden und danach ging es in den Tempel direkt neben dem Fische füttern.

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Hier im Tempel gab es eine Besonderheit: Man konnte seine Zukunft herausfinden, indem man sich etwas wünscht, dann ein Stöckchen mit einer Nummer zieht und dann aus einem Kasten den entsprechnende Zettel mit der Nummer erhält. Ich hatte die Nummer 24 und sie passte, wie die Faust aufs Auge. Der Zettel war natürlich auf Thai, aber Wahny übersetzte ihn mir kurz mündlich und später nochmal schriftlich und etwas genauer.

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Das heißt in etwa:

 Wenn ich traurig oder krank bin, wird es mir schnell besser gehen. Wenn ich reise, finde ich immer jemanden, der mich unterstützt und mir hilft und sie werden an mich denken, wenn ich nicht mehr da bin. Wenn ich Probleme habe, werde ich sie lösen. Mein Freund ist ein netter und ich werde ihn in drei Monaten sehen. Glück kommt zu mir und mit meiner Familie wird alles gut, selbst wenn ich gerade weit von ihr entfernt bin. Mach weiter so und das Glück bleibt auf meiner Seite.

Sehr beeindruckend! Wahny war auch total überrascht, dass das alles so gut passt. Ihre Eltern haben auch einen Zettel gezogen, die Mutter hat ihren behalten und der Vater seinen unter eine Schale gelegt. Das macht man, wenn man mit seinem Schicksal auf dem Zettel nicht zufrieden ist.

Natürlich mussten wir dann mal wieder Essen gehen, Thailänder sind irgendwie immer hungrig und ich war noch pappsatt. Ich wollte dann nur ein paar Früchte haben, aber entweder sie hat mich nicht verstanden oder sie wollte mich nicht verstehen. Es gab vier verschiedene thailändische Gerichte. Da ihr Vater auch nicht gerne scharf isst, so wie ich, waren alle Gerichte auch nicht scharf und ich konnt alles probieren, wenn auch nur sehr wenig von allem. Das Restaurant war auf einem kleinen Boot, deswegen gab es hauptsächlich Fisch und Shrimps, natürlich mit Reis, war alles sehr lecker!

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Hier entstand dann auch das einzige Bild von allen zusammen (von links: Wahny, ihre Mutter, ihr Vater, ihre Cousine Mai).

Im Anschluss ging es dann nochmal zu einem weiteren Tempel. Als ich das hörte, dachte ich erst: So langsam reicht es dann auch wieder mit den Tempeln, aber als ich ihn dann sah, war ich froh, dass wir hierhin gekommen sind.

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Das ist der schönste und prunkvollste Tempel hier in der Gegend. Das „Tempeldorf“, so nenne ich jetzt einfach mal, hat sich ein Mönch erträumt und geplant. Er ist inzwischen schon eine Weile tot, aber da er dieses aufwendige Dorf bauen ließ und die Menschen für ihn beten wollen, wurde er nicht verbrannt, wie hier eine normale Beerdigung aussieht, sondern „haltbar“ gemacht und in einen Glaskasten gelegt, den man in dem Tempel, in dem wir jetzt sind, sehen kann.

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Hier ist alles voller Spiegel, Wände, Decke, Säulen, …

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du kannst nicht einschätzen, wo der Raum aufhört und natürlich sitzt auch hier wieder ein Buddha: möglichst groß und möglichst gold.

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Nach dem Tempel denkt man eigentlich, dass es nicht mehr schöner werden kann, aber es wurde noch schöner. Wir fuhren dann erst einmal eine ganze Weile, etwas mehr als eine Stunde, was mir ein wirklich schlechtes Gewissen machte, so viel Fahrerei, nur um mir die Gegend zu zeigen! Aber ich war so froh, dass ich das auch noch sehen durfte. Als Scherz sagte Wahny, dass sie geplant hätten, mich hier zu lassen: Das wäre nur halb so schlimm gewesen, denn dieser Tempel war aus Holz und lag komplett in der Natur zwischen Bergen, mit einem kleinen See und vielen Bäumen

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einfach nur wunderwunderwunderschön. Natur pur und wirklich ein Ort, an dem man den Geist Gottes spüren kann, egal an welchen Gott man glaubt. Das ist auch wieder etwas an Thailand, das ich mag: Man kann an das glauben, was man möchte. Es ist hier nicht „normal“, dass die Kinder der gleichen Religion angehören, wie ihre Eltern. Viel mehr sollen sie herausfinden, an was sie glauben können und möchten. Es ist „gut“, wenn du an etwas glaubst, aber es ist nicht wichtig, an was.

Bei diesem Tempel führte dann noch ein Weg zu den Höhlen im Berg und neugierig wie wir drei Mädels sind, sind wir den Weg natürlich gegangen. Wahny war hier bis jetzt auch nur einmal und das ist schon viele Jahre her, deswegen war es für sie hier genau so interessant, wie für mich und ihre Cousine Mai, die hier noch nie war, genau wie ich natürlich.

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Nach diesem wundervollen letzten Tempel ging es zurück. Wir hielten noch bei einer Tante von Wahny, bei der ich mein „Sawatika“ (Hallo auf thailändisch) üben durfte. Man legt dazu die Hände vor der Brust zusammen und senkt den Kopf kurz. Also eigentlich nicht so schwer, aber sie fanden das so witzig, dass ich das sage(n kann), dass ich es mehrmals wiederholen sollte. Den Spaß gönn ich ihnen, ist ja auch in Deutschland witzig, wenn ein Ausländer etwas Deutsches sagt. Hier bekam ich dann schon wieder etwas zu essen, Nachspeisen: Sticky Reis (ohne Mango, stattdessen mit irgendeiner Creme, die ich nicht zuordnen konnte), eine Art Spaghetti (sehr dünn, nur aus Eigelb und Zucker), Fäden aus Kokosnuss und Zucker in grün und rosa und kleine orange Eier, die mit einem Teig aus Nüssen gefüllt und mit Kokosnuss und Eigelb ummantelt ist. War zwar alles wieder sehr lecker, aber ich war einfach gestopft voll und habe es grad noch so geschafft, einen dritten Nachschlag abzuwehren. Ich will ja auch nicht unhöflich sein und Nachschlag gehört hier einfach dazu. Die Tante begleitete uns dann auch in das Restaurant zum Abendessen und da es Steak mit Pommes gab, habe ich davon essen können, weil ich hier in Thailand so richtiges Fleisch bis jetzt vermissen musste. Die Soße war etwas seltsam dazu und das Ketchup schmeckte so gar nicht nach Ketchup, auch gar nicht nach Tomate, aber sonst war das Rindfleisch saulecker, ehrlich!

Ich war inzwischen total müde, wir hatten auch schon 20h und ich war ja seit 5h auf den Beinen und weil es ja um 20h auch schon dunkel ist, war der Tagesplan vorbei und ich durfte ins Hotel. Das Hotel ist super schön! Ich durfte es nicht bezahlen, weil ich hier ja als Gast war und das ist auch okay. Dadurch, dass das hier keine Touristengegend ist, ist es deutlich günstiger, als sonst wo in Thailand und die Familie ist zwar nicht reich, aber auch nicht arm. Immerhin kann Wahny in Deutschland studieren und ihr Bruder in Bangkok seinen Bachelor machen.

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Was ich bei meiner Fragerei so herausfand:

  1. Blumen in Autos, Bussen, Taxen, … sind als Glücksbringer gedacht, so wie der Heilige Christopherus in Deutschland.

  2. Man darf im Ort 60 oder 80 fahren, wenn man langsamer fahren soll, sind einfach Bodenwellen in der Straße oder Rillen, die beim Drüberfahren laut sind.

  3. Außerhalb von Ortschaften, darf man 120 fahren, aber da halten sich nicht so viele dran.

  4. Die Geschwindigkeit hier wird auch in km/h gemessen.

  5. Es ist nicht illegal, auf der Rückbank 4, 5 oder sogar 6 Personen sitzen zu haben, wenn sie denn irgendwie darauf passen.

  6. Wenn man hier einen festen Freund/eine feste Freundin hat, sagt man das den Eltern nicht, bis man eine gute Zeit zusammen ist und sich sicher ist, dass man noch länger zusammenbleibt. Man macht das hauptsächlich, damit sich die Eltern nicht sorgen müssen und man herausfinden kann, ob er/sie gut genug für die Eltern ist.

  7. Es gibt hier viele sogenannte Ladyboys. Das sind Menschen, die als Mann geboren werden, sich aber wie eine Frau fühlen und irgendwann so kleiden, schminken, ihre Nägel lackieren, ihre Haare wachsen lassen und hohe Schuhe tragen. Irgendwann lassen sie sich auch, sofern sie es sich leisten können, zu einer Frau umoperieren. Im Gegensatz zu Deutschland werden diese „Übergangsformen“ (Mann, der noch keine Frau ist, sicher aber wie eine kleidet etc.) akzeptiert. Keiner schaut sich noch einmal um, wenn ein Ladyboy vorbeiläuft und wenn sie operiert sind, fällt es oft gar nicht mehr so sehr auf, dass sie mal ein Mann waren, da Asiaten generell weder besonders weibliche noch besonders männliche Gesichtszüge aufweisen, ohne irgendwie beleidigend oder diskriminierend klingen zu wollen.

  8. Heute habe ich wahre Gastfreundschaft erlebt: Die Eltern nehmen sich frei, überlegen sich sehr genau, was sie mir alles zeigen wollen, laden mich zu viel Essen ein, fahren stundenlang mit mir durch die Gegend, lassen mir Zeit zum fotografieren, sind immer höflich und nett und bezahlen mir dann auch noch so ein wunderschönes Hotel.

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