Rückblick Thailand

Hier ticken die Uhren einfach anders, das merkt man sofort, wenn man ankommt. Die Leute, die zu Zug/Bus/Boot rennen, sind die Touristen. Wenn man Zug/Bus/Boot nicht erwischt, nimmt man eben den/das nächste/n. Ich habe hier, wegen meiner deutschen Überpünktlichkeit meine Uhr fünf Minuten nachgehen lassen, damit ich etwas näher an die asiatische Pünktlichkeit herankomme.

Straßenverkehr ist hier auch etwas gewöhnungsbedürftig: Ich als brave ordentliche Deutsche suche natürlich nach einem Gurt zum Anschnallen, den man hier nur sehr selten findet. Ich verstehe inzwischen auch, warum einige auch hier mit Atemmasken rumlaufen: Die Luft auf den größeren Straßen oder in deren Nähe ist wirklich abartig und die Einheimischen fahren ja hauptsächlich mit Rollern und bekommen somit die Abgase voll ab. Taxifahrer können sehr nett sein (Chiang Mai Zoo) oder ziemlich frech (erster Tag Bangkok), aber im Großen und Ganzen muss man eben vorher fragen, wie viel sie haben wollen und dann gleich verhandeln, bevor man einsteigt. Spätestens wenn man sich umschaut, ob man vielleicht doch ein anderes Taxi nehmen will, geben sie einem den geforderten Preis, an dem sie trotzdem noch gut verdienen! Einheimische „dürfen“ hier mit den Taxen oft umsonst (nur ein Trinkgeld für den Fahrer bezahlen die meisten) fahren, sobald ein Tourist darin sitzt. Sie fragen den Fahrer, in welche Richtung er fährt und meistens finden sie ein Taxi, das sie mitnimmt. Der Taxifahrer fährt dann einen kleinen Umweg oder lässt sie so zwischendrin raus und sie stecken ihm 20Baht zu. Erst fande ich das etwas unfair, immerhin zahle ich zwischen 100 und 200 Baht pro Fahrt, aber es gibt mehrere Gründe, die für diese Variante sprechen: Ich habe mehr Geld, als die Einheimischen; sie müssten mehr Geld zahlen, wenn sie ein eigenes Taxi nehmen müssten und das wäre dann auch wieder schlecht für die Umwelt und den Verkehr (die Straßen sind eh schon so voll) und der Taxifahrer verdient sich etwas dazu (sein Gehalt ist auch nicht das beste, die meisten haben nicht einmal Schuhe). Also ist das wirklich okay!

Chiang Mai ist wunderschön! Hier ist es viel grüner als in Bangkok und es laufen weniger Leute rum (was einem nur auffällt, wenn man davor einen Tag in Bangkok verbracht hat). Hier sind ein bisschen weniger Touristen und Chiang Mai hat auch einen Flughafen, also man könnte direkt hier landen. Nach Bangkok muss ich in meinem Leben wirklich nicht nochmal. Wenn es mich nochmal nach Thailand verschlägt, würde ich nach Chiang Mai fliegen und eine Woche später weiter auf die Inseln. Mit Trolli ist Zug- und Busfahren weniger praktisch. Ich würde in Chiang Mai definitiv wieder in das Eco Resort gehen, es gibt hier auch EZ und DZ und man braucht nur ein Moskitospray um vollkommen versorgt zu sein. Die helfen hier gerne und der Pool ist super! Die Gartenanlage hilft beim Entspannen und das Restaurant, das Mini-Reisebüro und die coolen Duschen und Toiletten sind auch einfach super! Internetempfang hat man überall 4-5Striche auch am Pool, Frühstück ist eine gute Auswahl und lecker, der Preis ist eh der Hammer (1 Bett im 4-Bett Zimmer 10€ die Nacht mit Frühstück und Internet), besser gehts nicht!

Das Top Inn in Bangkok war auch gut, 16€ EZ mit eigenem Bad und nur 100Baht für 24Stunden Internet. Es war sauber und die Lage ist gut, wenn man es mal gefunden hat. Die Rezeptionistinnen und der eine Rezeptionist sind super nett und helfen gern (z.B. bei der Frage: Wie viel kostet das Taxi zum Bahnhof?) und man kann für 90Baht ein Frühstück buchen (das habe ich aber nicht getestet). Es ist einfach ein Hostel mitten in der Stadt, komplett in der Touristengegend und das ist einfach etwas ganz anderes, als das Eco Resort mit seinem Garten und Pool in Chiang Mai.

Von dem Gate Hotel in Chiang Mai war ich sehr begeistert, nach meinem Aufenthalt im wenig luxuriösen Bangkok, aber im Gegensatz zum Eco Resort ist eben nur noch „gewöhnlich“. Der Pool im Eco ist wirklich ein Pool und nicht nur ein betoniertes Loch mit fünf Liegestühlen außenherum. Das Personal ist auch im Eco deutlich freundlicher und im Gate Hotel hat man sich eben manchmal unpassend gefühlt, wenn man in seiner Thailand-Hose und T-Shirt durch die Flure läuft, weil dort auch viele Geschäftsleute absteigen und ältere etwas betuchtere Menschen, die eben ordentlicher gekleidet sind. Das Internet hier war eindeutig mangelhaft. In der Lobby super, im Zimmer trotz extra Kosten ging gar nicht. Aber vielleicht bessert sich das ja auch in den nächsten Monaten und im Urlaub sollte man normalerweise ja nicht ständig Mails checken müssen. Zum Skypen wäre eben Internet auf dem Zimmer schöner gewesen, man will ja nicht alle Leute in der Lobby mit seinen Gesprächen nerven, aber macht man mit seinem Freund/Mann bzw. seiner Frau/Freundin Urlaub, muss man ja nicht täglich skypen. Dann tut es das kostenlose Internet in der Lobby auch.

Zu allgemeinen „Auffälligkeiten“:

  1. Hier laufen überall Hunde frei herum. Ich mag das sehr und es ist nicht halb so „schmutzig“, wie man es vielleicht vermuten würde. Die Hunde liegen einfach auf der Straße, wechseln die Straßenseite wann es ihnen gefällt, liegen in der Sonne oder auf Koh Tao auch am Strand (manchmal buddeln sie erst ein wenig, um zum kühleren Sand zu kommen).
  2. Auch Katzen findet man hier, aber nicht annähernd so viele, wie Hunde.
  3. Diese luftigen Hosen, von denen ich jetzt drei besitze (eine sehr bunte die man auch als Kleid tragen kann, eine rote mit Pfauenfedern und eine petrol-weiße mit Elefanten), sind hier einfach total praktisch, gerade für Menschen mit weißen Beinen, wie ich einer bin. Ich muss meine Beine nicht mit Sonnencreme einreiben, kann mir das Mückenspray sparen und sie sind trotzdem so luftig, wie kurze Hosen.
  4. Ich habe meine Mentalität der asiatischen schon ein bisschen angepasst. Ich bin trotzdem noch pünktlich, aber ich ärger mich weniger, wenn andere unpünktlich sind und stresse mich weniger, pünktlich zu sein.
  5. Schockierend ist hier, dass die schönsten und teuersten Tempel neben den reinsten Bruchbuden stehen. Wie kann man so einem Regenten folgen, der für seine Tempel so viel Geld übrig hat und den Menschen, die dringend Geld bräuchten, nicht hilft?
  6. Man findet hier an Straßenrändern und in der Straßenmitte oft große Büsche mir vielen Blüten und wenn man in einem offenen Taxi sitzt, merkt man auch, wozu sie da sind: Sie sollen den Gestank der Abgase etwas unterdrücken, aber bei der Menge an Abgasen ist das nur immer mal wieder der Fall.
  7. In Chiang mai und Chai Nat fahren sehr viele Menschen einen Pickup. Viele müssen aus größeren Städten wie Bangkok Lebensmittel holen oder etwas einkaufen, das sie dann wiederum an die Menschen in ihrer Umgebung verkaufen. Dafür sind die natürlich sehr praktisch. Diese Autos und auch alle anderen Fahrzeuge sind oft total vollgepackt. Da sind auf einem Pickup Säcke gestapelt, aber nicht nur auf der Ladefläche, sondern auch auf dem Dach und hintendran festgebunden. Wenn du neben so einem Auto stehst, siehst du mehr Gepäck als Auto. Sowas wäre in Deutschland sicherlich verboten.
  8. Thailänder freuen sich generell über Touristen, natürlich wegen dem Geld, aber auch, weil sie einfach nett sind. Sie wissen, dass ihre Stadt ohne die Touristen Geldsorgen hätte und behandeln deswegen die Touristen gut (außer, dass sie ihnen mal etwas teurer verkaufen, als angebracht, aber da das für Europäer immer noch günstig ist, ist das ok, finde ich, man kann ja immer wieder sagen, dass man das nicht zahlen will und mit ihnen handeln).
  9. Die Ausstattung des einen Krankenhauses in Chiang Mai, McCormick, war erstaunlich gut. Es ist logisch aufgeteilt, gut strukturiert und vor allem die Tablettenausgabe fand ich praktisch: Man bekommt einfach nur genau so viele, wie man nehmen muss in einem Plastikbeutelchen. Auch das Englisch der Krankenschwester und vor allem des Arztes waren ok. Da hat es eher an mir gelegen, weil ich derartige Vokabeln noch nie vorher gebraucht habe.
  10. Ich habe mich kein einziges Mal unwohl gefühlt, bezüglich Annäherungsversuchen oder Ähnlichem. Keine unangebrachte Berührung, kein komischer Blick oder Ähnliches.
  11. Das thailändische Essen schmeckt mir soweit schon, es ist nur wirklich sehr scharf. Ich bin sehr froh, dass ich den Kochkurs gemacht habe und das Rezeptbuch erhalten habe. Ich bin mir sicher, dass ich in Deutschland thailändisch kochen werde und freue mich schon auf interessierte (und mutige) Testesser! Julia, deine Einladung geht schon klar!
  12. Street Food, also das Essen von den Ständen auf den Straßen, ist schon ein anderes Kaliber. Es wird zwar viel gebraten und dadurch werden ja alle Keime abgetötet, aber damit Touristen nicht so lange warten müssen, wird schon vorgebraten und nur nochmal aufgewärmt und in der Zwischenzeit sitzen Fliegen und anderes Getier auf dem Essen. Sobald etwas nur gekocht wird, ist es noch riskanter, weil dafür oft kein Trinkwasser genommen wird und zum Abspülen sowieso nicht. Hierfür wird nicht einmal Leitungswasser genommen, weil man an einem Straßenstand ja kein fließend Wasser hat. Also ich habe die Finger davon gelassen und würde auch jedem anderen dazu raten. Wenn ich dringend Hunger hatte, habe ich mir Toast in einem Seven Eleven gekauft, diese Supermärkte findet man wie Sand am Meer.
  13. Wenn ich nochmal nach Koh Tao gehe (was ich nicht glaube, auch wenn es mir dorr gefallen hat, es gibt ja noch so viele andere thailändische Inseln), würde ich mir einen Bungalow am Strand nehmen, die sind zwar klein, aber die meisten haben sogar einen kleinen Balkon, auf dem du deinen Bikini und deine Badehose trocknen oder in der Hängematte chillen kannst. Im Zimmer steht dann meistens nur ein großes Bett, aber was brauchst du auch mehr? Das Spicytao war zwar letztendlich auch ganz schön (die Stimmung dort ist einfach locker, ausgelassen, jeder redet mit jedem, es scheint keine Vorurteile zu geben etc.), aber es ist eben doch sehr einfach, eng und 15Minuten vom Strand entfernt. Besucht man Koh Tao eher im Januar, ist das Spicytao wieder mehr zu empfehlen, weil dann die Hügel dort grün sind und nicht braun vom verbrannten Gras, wie bei mir Anfang März. Dann ist das ein schöner Kontrast zu dem Sandstrand.
  14. Wie wird in den Ministraßen von Bangkok Müll eingesammelt? Ein junger Mann kommt mit einem riesigen Korb auf dem Rücken und wechselt die Säcke.
  15. Der Straßenverkehr ist hier wirklich besonders. Auf den Motorrollern wird alles transportiert. Man sieht auch mal einen Affen hintendrauf sitzen oder einen Hund zwischen die Beine geklemmt. Ist der Hund größer liegen seine Vorderpfoten auch mal auf dem Lenker und der Mensch, der hinter ihm sitzt, muss sich zur Seite lehnen, um etwas zu sehen. Es finden auch komplette Familien auf einem Motorroller Platz: Vater, Mutter, Kind, Kind, Baby oder auch eine Mutter mit fünf Kindern, alles schon gesehen.
  16. Wenn man hier in Thailand einen Laden betritt, soll man oft die Schuhe ausziehen. Ich bezweifel zwar, dass die Füße viel sauberer sind, aber es gehört sich einfach so. Man gewöhnt sich daran. In Deutschland wäre das einfach nicht möglich, weil man hier nur aus seinen Flipflops schlüpft und in Deutschland viele mit Turnschuhen oder Ähnlichem herumlaufen, was einfach zu lange dauert, beim an- und ausziehen.
  17. Was sonst auch noch nicht wirklich in einen Beitrag gepasst hat, sind die Klos. Oft sind sie zwar aus Email, wie unsere Klos, aber nur flach auf dem Boden. Man muss dann darüber ind die Hocke gehen. Es gibt oft kein Klopapier und manchmal muss man es in einen Mülleimer neben dem Klo schmeißen, weil man es nicht runterspülen darf. Es gibt auch keine direkte Spülung, sondern einen Eimer oder ein Fass mit Wasser, in dem eine Schüssel liegt, die man mit Wasser füllt und dann eben „manuell“ spült. Es gibt hier auch keine Klobürsten (weder in den einfachsten Hütten, noch in den größeren Hotels). Hier nutzt man den Wasserdruck. Eine Art Gartenschlauch hängt an der Wand mit einer Düse vorne dran, die ordentlich Druck erzeugen kann und damit kann man, wenn nötig, das Klo „säubern“. Auch hieran kann man sich gewöhnen, aber leider ist wegen diesem „manuellen“ spülen und der speziellen „Klobürste“ oft der Boden im Klo nass und man weiß eben nicht genau, von was.

Ich habe in Thailand schon ein paar Ziele meiner Reise erreicht. Ich habe mich wirklich als Reisende gefühlt und nicht nur als Touristin. Ich habe viel erlebt, schöne Fotos gemacht und mich an vieles gewöhnt. Ich hatte Einblick in eine neue Kultur, eine neue Mentalität. Außerdem bin ich schon ein bisschen braun geworden, allerdings viel weniger als erhofft und gedacht. Ich war einfach komplett ganz weiß.

Am meisten überrascht, hat mich mein Englisch. Ich kann es doch noch und mir fallen viele Wörter wieder ein. Einige natürlich auch nicht, aber die kann man dann umschreiben. Ich habe nie etwas nicht sagen können.

Nachtrag:

Wie parkt man in Thailand (z.B. am Flughafen)? Ganz normal in den Reihen und wenn kein Platz mehr ist, einfach davor. Und wenn ein zugeparktes Auto heraus will? Dann schiebt der Fahrer einfach alle Autos, die ihm im Weg stehen zur Seite. Und wenn der Fahrer das nicht schafft? Dann muss er um Hilfe bitten oder warten. Echter Wahnsinn. Da muss man sich echt überlegen, ob das eigene Auto geschoben werden soll oder ob man selbst schieben will. Und man wundert sich nicht mehr, über die vielen Dellen und Schrammen in den Autos.

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