VISA Wahnsinn und Flug

Als ich dann abends im Hotel allein war, sortierte ich meine Sachen aus, die ich am nächsten Tag in einem Päckchen nach Hause schicken wollte:

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Ist doch Einiges geworden und in meinem Rucksack war danach deutlich mehr Platz. Ein paar Klamotten brauchte ich hier nicht mehr, einige Souvenirs und Erinnerungsstücke wollte ich auch nicht die ganze restliche Reise mit herumtragen, vor allem nicht die Buddhamaske, die nicht so schwer war, aber doch etwas Platz wegnahm.

Danach duschte ich in der riesigen Dusche und ging dann in Skype. Ich dachte, ich erzähle nur ein bisschen von meinem Tag und höre, wie es bei der Mama in der Schule lief, aber da irrte ich mich. Man kann ihren Gemütszustand wohl schon als aufgelöst bezeichnen. Jemand hätte bei ihr angerufen und ihr mitgeteilt, dass bei meiner VISA Card ein Betrugsverdacht vorliegt. Zwei Buchungen, die in London und irgendwo anders durchgeführt wurden. Über 700€ zusammen. Man könnte das innerhalb von 48Stunden zurückbuchen, somit entstehe kein finanzieller Schaden für mich, allerdings wäre meine Karte jetzt ab sofort gesperrt, damit nicht noch mehr dieser Buchungen ausgeführt werden können. Also könnte ich sie so nicht mehr nutzen. Ich müsste eine Nummer anrufen und diese Person am anderen Ende der Leitung veranlasst dann, dass meine Karte für 15 Minuten freigeschalten wird. Irgendwie unpraktisch, weil ich ja kein Handy dabei habe, Telefonzellen auf Grund der übermäßigen Handybenutzung rar geworden sind und ein Anruf nach Deutschland von „normalen“ Leuten nicht gern durchgeführt wird, weil sie ja nicht wissen, wie viel sie das kostet und da ich nicht weiß, was ich denen dann alles sagen muss, kann ich auch nicht wissen, wie lang das Telefonat dauert. Ich weiß dann auch nicht, ob ich innerhalb dieser 15 Minuten einen Geldautomaten finde bzw. dran komme. Außerdem ging es dann noch um eine Ersatzkarte. Genau das habe ich vor meiner Reise befürchtet, dass ich irgendwann eine Adresse brauche, an der ich mich länger aufhalte, aber genau das ist ja das Problem: Ich bin nie lange an einem Ort, es ist ja der Sinn meiner Reise, möglichst viel zu sehen und dazu kann ich nicht jede Nacht im gleichen Hostel schlafen. Wie es der Zufall will, passt das für Indien aber recht gut. Ich bin zwei Nächte in dem Sunder Hotel, danach drei Nächte auf einer Tour und dann nochmal eine Nacht in diesem Hotel, bevor ich in den Süden Indiens fliege. Angeblich ist die Karte, wenn man sie denn dann beantragt hat, innerhalb von 48 Stunden da. Blöd nur, dass ich gerade noch in Thailand sitze, es schon mitten in der Nacht ist und ich morgen nach Indien fliege, also einige Zeit kein Internet habe und auch nicht telefonieren kann, um irgendetwas zu organisieren. Dank meiner lieben Mama konnten wir dann aber doch Einiges klären: Die VISA Gesellschaft mit Sitz in den USA hat bei der Bayrischen Landesbank München meine Ersatzkarte beantragt. Die schickt mir dann eine Mail, ob das okay geht oder nicht. Ich habe die Mail am nächsten Morgen erhalten und beantwortet, dass ich es genehmige, dass die Karte zu dem Sunder Hotel geschickt wird. Bis wir das allerdings alles herausgefunden hatten, hat es einige Zeit gedauert. Gut, dass ich via Skype das Telefonat mit anhören und Infos beisteuern, sowie Fragen stellen konnte. Als wir dann letztendlich alles geklärt hatten, war es schon 2h nachts. Zur Erinnerung: Ich bin um 5h aufgestanden, also seit 22 Stunden auf den Beinen, wirklich auf den Beinen. Ich schlief dann ein und wachte aber schon um halb sieben wieder auf, weil mir mal wieder etwas schlecht war. Super Timing so vor dem Flug. Aber ich nahm einfach gleich Elektrolytpulver, das, das ich aus Deutschland mitgebracht hatte (schmeckt übrigens viel besser, als das Orangenzeug vom thailändischen Krankenhaus, insofern sowas gut schmecken kann) und nach einer Stunde ging es mir wieder besser. Um acht wurde ich abgeholt und weil ich nicht wusste, wann ich wieder Internet habe, schrieb ich noch ein paar Mails und packte meine Sachen. Wahny fuhr mit mir nach Bangkok und wohnt dann bei ihrem Bruder, der dort eine Wohnung har, weil er dort studiert. Ihre Eltern kamen am nächsten Tag auch dorthin, um sie zum Flughafen zu bringen, sie fliegt nämlich wieder nach Deutschland. Das bedeutet, sie ist extra wegen mir die 2,5 Stunden mit dem Auto nach Bangkok gefahren, sonst hätte sie ja mit ihren Eltern am nächsten Tag zusammen fahren können. Wieder ein Beweis für die Gastfreundschaft dieser Familie und der Thailänder an sich. Unterwegs hielten wir an einem Rastplatz und ich habe endlich Süßigkeiten gefunden! Habe mich gleich eingedeckt mit einer Tafel Schokolade, einem Schokoriegel, getrockneten Bananenscheiben, Melonenkaubonbons und Erdnüssen. Vom Tag davor hatte ich noch Toast und einen Apfel, den ich im Handgepäck ließ, wer weiß, ob mir das Essen schmeckt. Von meiner Übelkeit war nichts mehr zu merken und die restliche Autofahrt verbrachte ich damit, allerlei Briefe zu schreiben, die noch mit in das Päckchen sollten. Auf Grund der Baumaßnahmen in der Straße, die Fahrer dazu zu bringen langsamer zu fahren, ist meine Schrift nicht so besonders gut lesbar, aber es müsste noch klappen. Außerdem hatte ich kein schönes Papier, sondern nur noch wenige karierte Blockblätter, aber ich denke, die entsprechenden Personen freuen sich trotzdem. Am Flughafen angekommen musste ich mich von meiner Wahny verabschieden. Dafür, dass wir so unterschiedliche Leben und Kulturen haben, haben wir uns super verstanden und ich konnte sogar ihre Mutter dazu bringen, endlich zu sagen, dass sie nach Deutschland will. Wahny sagte mir, dass sie immer am zögern war, soll sie oder lieber nicht. Wer weiß, wie die Deutschen zu ihr sind etc., aber als sie mich dann fünf Minuten gesehen hatte, sagte sie zu ihr, dass sie jetzt sicher kommt, aber natürlich erst, wenn ich von meiner Reise zurück bin, damit sie mich wieder sehen kann. Meine Chance, mich wirklich erkenntlich zu zeigen und sie herumzuführen. Muss mir mal noch überlegen, was man ihr alles zeigen kann im schönen Bayern.

Wahny bringt mein Päckchen demnächst zur Post, aber da es die Asiaten ja nicht besonders eilig haben, wird das wohl eine Weile dauern, bis es in Deutschland ist.

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Am Flughafen ist wie immer alles gut ausgeschildert und man findet sich zurecht, es ist nur viel zu laufen, aber das kriegt man hin. Rucksack aufgegeben, viele Pass-, Handgepäck- und Visa-Kontrollen (für Indien musste ich ja etwas aufwendiger ein Visa beantragen, für Australien lief das über das Reisebüro und für die USA musste man nur etwas im Internet ausfüllen) über mich ergehen lassen, etwas warten mit super schlechtem Internet und schließlich

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Boarding für Kuala Lumpur in Malaysia, mein Zwischenstop auf dem Weg nach Indien.

Auf dem Flug dorthin bekam ich ein leckeres Hühnchen-Spinat-Sahne-Nudel-Gericht und hatte genug Platz, weil der Sitz neben mir leer war, als schon einmal sehr angenehm. Außerdem saß ich wieder am Fenster, was mir aus mehreren Gründen gut gefällt: Ich kann mich anlehnen zum schlafen und ich kann sehen, wie es unter mir aussieht. Selbst wenn man nur Wolken sieht, ist es ein toller Anblick.

Als ich dann am Flughafen in Kuala Lumpur mein Gate suchte, merkte man deutlich, dass ich schon hier mehr auffalle. Kaum Touristen und wenn dann nicht blond und nicht (mehr) so weiß wie ich. Denn neben all den „natürlich braunen“ Menschen (wieder ohne irgendwie rassistisch klingen zu wollen), wirkte ich wie eine Schneeflocke.

Ich versuchte dann hier mit Hilfe des Internets einige Mails zu verschicken, aber es funktionierte nicht. Das Internet war zwar schneller, als in Bangkok, aber immer noch zu langsam für mein e-Mail-Postfach, das in letzter Zeit sowieso immer ewig braucht.

Ich checkte dann als eine der letzten ein, weil ich nicht in der Schlange stehen wollte. Ich war nach den zwei kurzen Nächten total k.o. und das gleichmäßige Ruckeln des Fliegers trägt nicht gerade dazu bei, nicht zu schlafen.

Im Flieger von Kuala Lumpur nach Delhi gab es auch wieder etwas zu essen, Hühnchen mit Reis und einer Art Erdnusscreme, Konsistenz war in etwa die von Kartoffelbrei. Lecker, aber ein bisschen zu scharf für mich. Der Sitz neben mir war wieder frei und somit konnte ich die Füße hochlegen, der eindeutig bequemste Flug bis jetzt. Ich konnte hier auch wieder Filme sehen (The Hunger Games auf englisch und Kokowähh 2 auf deutsch) und genau, als der zweite Film vorbei war, setzten wir auch schon zur Landung an. Allerdings zog sich das dann eine halbe Stunde länger, als geplant, weil es hier im heißen Indien einfach mal total gewittert. Es schüttete wie aus Kübeln und geblitzt und gedonnert hat es auch ordentlich. Die Temperatur ist dann auch gleich auf 16° gefallen, was mir ganz gelegen kam, weil ich ein Top an hatte und schon überlegt hatte, wie ich zumindest meine Schultern und mein bisschen Ausschnitt mit dem Schal verdecken kann. Jetzt konnte ich einfach meinen mitgebrachten Pulli anziehen. Aus dem Flugzeug, wieder durch eine Pass- und Visakontrolle, Rucksack abholen, 1500Baht in Rupien wechseln lassen (das kann man nur direkt in Indien machen, nicht einmal am Flughafen in Bangkok) und eigentlich hatte ich auch mal geplant, hier noch Geld mit meiner Visacard abzuheben, aber da das ja jetzt so kompliziert ist mit dem anrufen etc. und es schon so spät ist, ich todmüde bin und einfach in mein Bett wollte, ließ ich es bleiben. Indien ist nochmal günstiger, als Thailand und somit komme ich mit 1500Baht gewechselt in Rupien locker zu meinem Hotel.

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