Letzte Nacht in Verkala

Meine Nacht war nicht wirklich erholsam, weil der Ventilator nicht funktionierte, als wir am nächsten Morgen nachfragten, legte der Hotelmitarbeiter einfach nur einen Schalter am Balkon um. Wie sollte man auf die Idee kommen, am Balkon den Deckenventilator anzuschalten?

Auf jeden Fall nutzte ich den Morgen für meine Mails und sonstigen Nachrichten und als die anderen dann so gegen zehn aufwachten, gingen wir zusammen zum Frühstück und ich hatte Tomaten-Käse-Omlett, Früchtemüsli mit Jogurt und Honig, einen Wassermelonen-Smoothie und einen Eiskaffee. Alles sehr lecker und günstig, ich zahlte für alles 2,50€. Nicole war schon früher losgegangen, aber nach einem kurzen Spaziergang kam auch sie in das gleiche Restaurant und während die anderen zum Strand gingen, gaben wir ordentlich Geld aus.

Nicole geht in fast jeden Laden, um zu gucken und in jeden Laden, in den ich reingehe, kaufe ich etwas, weil dort alles so günstig und so schön und so einmalig ist. Ich habe in dem einen Laden wunderschönen Schmuck gefunden, echtes Silber. Und weil ich genau solche Ringe:

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schon ewig gesucht habe und man sowas in Deutschland aber nur als Modeschmuck finden kann, schlug ich zu, auch wenn ich dafür Einiges bezahlen musste. Ich kaufte auch zwei Geschenke, aber da beide fleißige Leser meines Blogs sind, bleiben diese Geschenke undefiniert, genauso wie die Personen. Danke Hedje nochmal für dein Schmuckgeld, ich habe davon diese beiden Ringe bezahlt:

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Danke!

Wir liefen den ganzen Weg, bis es keine Läden mehr gab und uns die Füße weh taten und auf dem Rückweg hielten wir in einer Art Café und ich aß nochmal ein Früchtemüsli mit Honig und Jogurt, trank nochmal einen Eiskaffee (wobei der nicht besonders gut war) und bestellte mir auch einen Bananenshake. Dadurch, dass die Bananen hier viel besser schmecken, weil sie reif geerntet werden können, sie brauchen ja nicht mehr transportiert zu werden, schmeckt natürlich auch ein Bananenshake tausend Mal besser, als in Deutschland, das muss ich ausnutzen!

Ich habe mir außerdem eine kleine Klangschale

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(ich bin mir noch nicht sicher, ob ich sie in der Schule einsetzen will, hat immer so ein bisschen etwas von Religionsunterricht und den gebe ich wahrscheinlich nicht) gekauft und eine Stoffschriftrolle, auf der ein berühmter Ausspruch vom Dalai Lama geschrieben steht, der etwas über Freundschaft aussagt:

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Außerdem habe ich mir ein Kleid zugelegt, da muss ich aber noch die Träger anpassen, bevor ich es tragen kann, aber der Aufdruck ist sehr schön!

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Wir waren dann relativ spät zurück im Hotel und wollten noch zur Wechselstube. Nicole hatte noch Dollar, die sie wechseln lassen wollte und ich wollte ja nochmal Geld abheben, weil ich hier ja sicher weiß, dass das funktioniert. Ich kann hier aber keine Australischen Dollar bekommen, aber ich habe mir zumindest schon einmal US Dollar gegeben, die sind einfach auf der ganzen Welt ein gültiges Zahlmittel und damit käme ich auf jeden Fall weiter, als mit Rupien, die man ja sogar nur in Indien wechseln lassen kann, nicht einmal am Flughafen in Bangkok habe ich Rupien bekommen können.

Abends wollten wir noch mit dem Guide zu einem Tempel gehen und bis wir losgehen wollten, hatten wir dann nur noch eine Stunde. Nicole wollte noch einmal ins Meer springen, was mich gar nicht reizte (Sand nass, Meer besteht nur aus Wellen → Sand ÜBERALL und auf jeden Fall duschen hinterher = zu viel Stress). Stattdessen ging ich, wenn man aus dem Hotel herausgeht rechts den Weg entlang. Sonst sind wir immer gleich links abgebogen, weil es dort zu den Restaurants und den Läden und zum Strand geht. Also rechts ist praktisch „nichts“, aber Nicole meinte, die Natur wäre schöner, also wollte ich da noch entlang gehen. Am nächsten Morgen geht es ja schon um 6:15 Richtung Bahnhof, also da kann man auf jeden Fall nichts mehr machen. Der Weg war dann auch wirklich ganz nett, viele Ruinen, ein Restaurant und ein Laden. Und die Frau stürzte sich natürlich (fast) auf mich, weil hier sonst kaum einer vorbeikommt und ich hatte irgendwie ein schlechtes Gewissen, nichts zu kaufen, also schaute ich mir ihre Sachen an. Die Stoffe waren wegen der Sonne alle total ausgeblichen, aber sie hatte schöne Ketten. Eine aus bunten Glasperlen, die ich am Handgelenk tragen kann und eine aus kleinen lila Steinchen. Für die erste wollte sie 100, für die zweite 450Rupien und irgendwann hatte ich sie auf 400, wollte mit einem 500er bezahlen und sie zeigte mir ihren Geldbeutel und sagte: No Change, also dass sie nicht wechseln kann. Super. Sie zeigte mir dann noch ein paar Ketten für 100, aber die gefielen mir gar nicht. Ich deutete dann auf eine, die 350 kosten sollte und sie meinte dann, „okay, but don’t tell anyone“ (okay, aber sag es keinem). Das lässt sich machen, hier schreibe ich ja nur davon ;-).

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Zurück im Hotel habe ich mich kurz abgeduscht, der Sand ist wirklich hartnäckig. Als wir uns dann alle versammelt hatten (einige waren angeblich beim Yoga, später hat sich herausgestellt, dass sie doch lieber zu einer Massage gegangen sind), liefen wir los, den ganzen Weg, den die Nicole und ich schon am Morgen gelaufen sind – und dann nochmal so lang. Der Tempel war jetzt nicht sooooo besonders:

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Aber es war sehr interessant, was unser Guide dazu erzählte. Es war ein Vishnu-Tempel und bevor man in den Tempel geht, bezahlt man 10Rupien und ein Mann zündet eine wirklich sehr laute Kanone, um die Götter zu wecken, um ihre Aufmerksamkeit auf die eigenen Gebete zu lenken. Als wir daneben standen, war es zwar lauter, aber du wusstest, dass gleich etwas passiert und weil der Mann Ohrenschützer trug, konnte man davon ausgehen, dass es laut wird.

Der Rückweg war komischerweise genauso lang, wie der Hinweg und ich musste noch kurz zu dem Schmuckladen, meine Ringe abholen, weil ich vorher nicht genug Geld dabei hatte, um sie zu bezahlen. Ich habe auch viel darüber nachgedacht, ob ich sie nehmen soll und ob ich wirklich alle haben will – aber ja, ich will. Das sind ja auch Prachtstücke (genau wie mein Geldbeutel, nur dass der um Einiges günstiger war)!

Zum Essen waren wir dann im Spicy Garden. Das war das teuerste Restaurant der Tour, aber trotzdem okay. Der Eigentümer bediente uns selbst und veranschlagte gleich Mal einen Festpreis von 100Rupien für jeden Cocktail. Die Gläser waren nur halb so groß, wie ein Cocktailglas in Deutschland, aber trotzdem: einen Cocktail für zwei Euro findet man in Deutschland nicht! Alle anderen waren von diesem Angebot begeisterter als ich, aber einen Melon Cooler habe ich mir dann auch bestellt und nach dem ersten Schluck bereut. Mir schmeckt einfach kein Alkohol! Ich ließ möglichst viele Leute probieren und schon war das Glas nur noch halb voll. Zum Essen bestellte ich mir ein Rindersteak, was dann aber eher eine Frikadelle/Fleischpflanzerl/Bulette/Fleischklops/Fleischkiiiiiiichla war. Trotzdem gut, aber eben eindeutig kein Steak, beziehungsweise nur eine indische Variante davon. Ich bezahlte dann wieder eher und ging zum Hotel ohne mich zu verabschieden, weil ich die anderen nicht stören wollte, die Stimmung wurde dank der günstigen Cocktails schnell sehr gut und dann wollte ich eben einfach nicht nerven, indem sich jeder von mir verabschiedet. Als ich dann am nächsten Morgen aufwachte, fiel mir auf, dass einige ja gar nicht mit zurückfahren und natürlich nicht um 6h aufstehen, um uns zu verabschieden. Nicole meinte dann auch, dass sich einige gewundert hätten, warum ich einfach gehe und nicht zurückkomme. Ja, wie gesagt, ich habs einfach nicht geschnallt. Ich fand aber alle wirklich nett und hab deswegen einen Brief geschrieben, den ich an eine Tür gemacht habe, wo ich mir sicher war, dass die Personen dahinter nicht mit zurückfahren. Ich habe auch von allen die Mailadressen, also vielleicht schreibe ich ihnen auch nochmal dort. Naja, mehr kann ich nicht tun. Die anderen haben übrigens alle durchgemacht, das hätte ich auf jeden Fall nicht hinbekommen. Ich habe die Zeit allein im Zimmer genutzt zu skypen. Mein Schatz musste mal nicht arbeiten und ich war noch wach genug um sinnvolle Sätze zu formulieren, mein Brüderchen hatte mal Zeit für mich und meine Mama ist gerade bei Oma und Opa in Garching und der Opa war noch wach und konnte dank Internet und Laptops den Martin aus Dortmund und mich aus Indien winken sehen, während er in seinem Wohnzimmer in Garching steht. Schön, dich gesehen zu haben, Opa! Auch danke fürs Winken Johann und Andrea! Ich hoffe, ich bekomme trotz früher Stunde den Lukas zu sehen, wenn ich morgen anrufe!

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