Zugfahrt und Kochi

Wir wurden mal wieder von Tuktuks abgeholt und da jeder außer ich die Nacht durchgemacht hat, waren alle etwas verschlafen, auch ich weil nach dem Skypen musste ja noch mein Rucksack gepackt werden und deswegen wurde es zwei Uhr, bis ich ins Bett kam.

Nach 3,5 Stunden Schlaf war ich eindeutig die Erholteste, auch wenn ich mich nicht so fühle und deswegen bin ich auch die Einzige von unserer Gruppe, die nur noch aus drei Mädels, mir und unserem Guide besteht, weil die anderen alle dort bleiben wollten, die im Zug sitzt und nicht schläft. Das war nämlich der Plan für heute: Zug fahren, für etwa vier Stunden und dann sind wir wieder in dem Hotel, in dem wir in der ersten Nacht waren, da war es ja ganz schön und auf jeden Fall sauberer, als im letzten Hotel. Ich freue mich schon darauf! Es gibt wohl einen Strand in der Nähe, aber den habe ich noch nicht gesehen, weil ich ja, wie die meisten anderen auch, erst abends angekommen bin und wenn man eher gekommen wäre, wäre man zusammen mit dem Guide am Strand spazieren und danach Essen gegangen. Nicole und Amber waren aber die Einzigen am ersten Abend, die anderen kamen alle mit mir. Ich nutze jetzt die Zugfahrt, meine WordPress-Beiträge zu schreiben und meine Fotos zu sortieren, damit ich sie auf einen Stick ziehen und mit nach Hause schicken kann. Ich hoffe, dass Nicole noch Platz hat in ihrer Reisetasche, weil sie auch ordentlich shoppen war. Aber falls nicht, muss ich es eben doch schicken oder eine Weile herumtragen. Die anderen Länder werden ja jetzt in jedem Fall teurer, deswegen habe ich hier nochmal zugeschlagen. Der Euro ist gerade sehr stark und nur zum Vergleich: für einen US Dollar bekommt man 60Rupien und für einen Euro 85! Für meine 500€ habe ich gestern bei der Wechselstube 660 Dollar und ein paar Rupien bekommen! Echt praktisch für mich und meine Reise!

Die Zugfahrt verläuft bis jetzt recht unspektakulär: meine Tourmitglieder + Guide schlafen, es laufen natürlich viele Menschen herum, die etwas verkaufen wollen, die meisten Tee oder Kaffee, und der Zug wird immer voller. Die ganze Zugfahrt geht von 7-11:15, also etwas mehr als vier Stunden. Die Zeit bekomme ich auf jeden Fall rum. Hatte ja abends nie Zeit Bilder zu sortieren oder für Facebook zu bearbeiten, dazu komme ich jetzt ein bisschen.

Man braucht hier übrigens keinen Mülleimer – es gibt ja keine Scheiben in den Fenstern.

Die letzte Stunde im Zug hat sich etwas gezogen, vor allem weil die Sitze so unbequem waren: im 90° Winkel und wenig gepolstert. Nur fünf Minuten zu spät kamen wir am Bahnhof in Kochi an und Amber verabschiedete sich kurz danach. Das Taxi hat vor ihr schon ihre Sachen eingesammelt, die sie im Hotel zurückgelassen hat, bevor wir aufbrachen und brachte sie zu einem anderen Bahnhof, wenn ich das richtig verstanden habe. Das gleiche Taxi sollte auch uns zum Hotel bringen und deswegen mussten wir eine Weile warten. Hier wurden alle wieder extrem müde, kein Fahrtwind, natürlich keine Klimaanlage (wir warteten außen vor dem Bahnhof) und nur spärlicher Schatten. Unsere Getränkevorräte wurden aufgebraucht und irgendwann war dann auch das Taxi wieder da und brachte uns innerhalb 45 Minuten in das Hotel, in dem wir schon in der ersten Nacht der Tour übernachtet hatten. Dadurch, dass die Zimmer schon gebucht und bezahlt wurden, aber nur noch drei unserer ca. 11-köpfigen Gruppe zurückkamen, hatte jede von uns ein eigenes Zimmer, wirklich super, um nochmal richtig auszupacken und neu einzupacken, zu entspannen und auszuschlafen. Direkt nachdem wir ausgepackt hatten, gingen die zwei Mädels und Sajin Mittagessen, ich hatte keinen Hunger und außerdem war ich verabredet – mit meiner Oma in Skype! Natürlich mit freundlicher Unterstützung des WLANs von Andrea und Johann und der fachlichen Kenntnisse meiner Mama, die dort gerade zu Besuch ist. Es hat auch alles sehr gut geklappt, meine Oma war tatsächlich nicht einmal besonders überrascht, mich zu sehen und zu hören, aber erfreut (glaube ich ;-)). Ich konnte ihr auch direkt erzählen, dass ich meine Wäsche gerade zum Waschen gegeben habe (das war ihre erste Frage, als ich ihr von meiner Reise erzählte: Wo und wie wäscht du deine Klamotten?) und dann konnte ich auch noch berichten, dass ich eine Dusche auf dem Zimmer habe (das war nämlich ihre zweite Frage: Und wie wäscht du dich?!), aber letzteres ging glaube ich im Gespräch unter. Heute war sowieso mein Skype-Tag, denn später traf ich dort meinen liebsten Samuel, der „mich“ dann zu seinen Eltern und Großeltern trug, die sich, glücklicherweise, freuten, mich zu sehen :-). War schön, euch mal (kurz) zu sprechen! Ich bin zwar auf der Reise, aber ihr sollt natürlich auch alle gesund und munter sein! Liebe Grüße auch nochmal hierüber!

Um halb vier trafen wir uns dann alle, um ein bisschen Sightseeing zu machen, es gibt hier nicht so viele Sehenswürdigkeiten und ohne die Erklärungen unseres Guides, wäre das wohl ein ziemlich langweiliger Nachmittag geworden. Wir liefen zuerst zu einer Kirche

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und danach zu einem „Palast“, der ein Museum beherbergt, in dem man nicht fotografieren darf, wobei mich das wieder einmal nicht gestört hat, denn außer den Portraits (von denen manche nicht einmal besonders gut waren), hätte ich eh nichts fotografieren wollen. Der Weg zu diesem Palast wäre etwas zu weit gewesen und deswegen fuhren wir einem Tuktuk, danach liefen wir ein Stück und nahmen uns dann wieder ein Tuktuk zum Strand. Hier merkt man, dass Kochi bei Urlaubern anscheinend doch recht beliebt ist: viele Stände mit viele Klamotten, viel Spielzeug, viele Souvenirs. Zum Glück habe ich morgen nochmal Zeit, hier vorbei zu schauen!

Wieder am Strand setzten wir uns auf eine Bank und warteten auf den Sonnenuntergang, der leider etwas unspektakulär ausfiel:

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Ich hatte auf Grund des fehlenden Mittagessens auch wieder Hunger und dann war das rumsitzen und auf einen Sonnenuntergang warten, den man sicher nicht sehen kann, weil alles voller Wolken ist, nicht gerade meine Traumbeschäftigung. Zurück im Hotel telefonierte unser Guide dann mit seinem Freund, bei dem ich das Geld tauschen könnte und ich war etwas verwirrt, als dieser „Freund“ 50 AUD (Australische Dollar) als Gebühren einbehalten wollte, von den 595, die ich laut Internet für meine 33.000Rupien bekommen würde. Er rief dann auch noch am Flughafen bei zwei Wechselstuben an und fand heraus, dass ich dort sogar bessere Raten bekomme. Also kann ich mir das heute sparen, bei diesem Freund vorbeizuschauen. Einen Tip vom Flughafen bekam ich dann auch noch: meine USD (Amerikanische Dollar) soll ich wenn überhaupt in Australien tauschen, aber ich plane gerade, sie als Notgroschen zu behalten, denn damit kann man überall auf der Welt bezahlen, sogar in kleineren Läden, denn USD kennt jeder.

Nachdem das auch geklärt war, liefen wir um halb acht zum Abendessen in den Teapot (Tee“topf“) und warteten eine ganze Weile auf unser Essen, dafür, dass wir nur vier Leute im Restaurant waren, also nur wir vier. Das Restaurant war wirklich niedlich, überall standen natürlich Tee“töpfe“ und alles war auf alt gemacht (oder wirklich alt). Als das Essen dann kam, war es auch sehr gut! Ich hatte Fish and Chips, also ein Stück Fisch (mit ordentlich Gräten) und Pommes mit echtem Heinz-Ketchup!!! Der indische Ketchup ist nämlich einfach nur süß und eklig. Zu Trinken gabs für mich zwei Eiskaffee und als Nachtisch einen „tödlichen Schokoladenkuchen“ (deathly chocolate cake), der war sowas von lecker! Aus dunkler Schokolade und deswegen nicht süß, sogar unserem Guide hat er geschmeckt und er meinte, er mag kein süß, also war es der Kuchen wirklich nicht! Es war einfach ein krönender Abschluss und für all das leckere Zeug habe ich 7€ bezahlt! War ja klar, dass ich das nochmal ausnutzen musste, in Indien zu Abend zu essen! Morgen gibt’s ein ausgiebiges Frühstück und ein sauleckeres Mittagessen (bestimmt) und am Flughafen noch einen Snack. Da ich einmal 4,5 und einmal 7 Stunden fliege, bekomme ich sicherlich auf jedem Flug mindestens einmal etwas zu essen. Ich freu mich schon drauf, weil bis jetzt hatte ich ja immer Glück mit dem Flugzeug-Essen! Falls nicht, habe ich auch noch ein paar Kekse dabei, die ich mir eigentlich für die Zugfahrt gekauft hatte.

Es ist unglaublich, dass jetzt meine Zeit in Indien auch schon wieder so gut wie vorbei ist. Noch einmal schlafen (nur nochmal zur Erinnerung: alleine in einem großen Zimmer mit eigenem Bad!!!), noch einmal in Kochi zum Strand und wahrscheinlich in die Synagoge (da waren gestern Feierlichkeiten, deswegen konnte sie nicht besichtigt werden), etwas shoppen und einiges essen und das wars dann mit Indien. Ich freue mich unheimlich auf Australien und die vielen Tagesausflüge da! Das wird bestimmt der absolute Wahnsinn! Ich muss in jedem Fall noch meine Akkus alle wieder aufladen, damit ich fotografieren kann – ohne Ende! Natürlich bekommt ihr wieder die genauesten Infos, denn in Australien gibt es sicher viele Restaurants mit freiem Internet. Die gab es immerhin in Indien auch schon, das wusste ich davor nur nicht! Wahrscheinlich bin ich dann schon in Australien, wenn ihr den Tagesbericht von morgen lesen könnt! Wahhhhhh, Australien, mein ewiges Traumreiseziel, ich kommmmmmmme!

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