Von Kängurus und Koalas – eine wahre Geschichte

Eigentlich war ja geplant, dass ich um 7h aufstehe, aber wenn man müde ist und das Licht ausbleiben muss, damit die anderen schlafen können, kann es schon mal passieren, dass man nochmal einnickt. Aber ich bin noch pünktlich aufgewacht, allerdings musste ich dann meine Pläne etwas ändern: Ich wollte eigentlich irgendwo kostenloses Internet suchen, aber weil ich dann so spät dran und verabredet war, gönnte ich mir nochmal das Internet im Hostel und frühstückte neben dem Skypen. Danach parkte ich meinen Rucksack im Keller und lief zum Southern Cross Bahnhof, um mein Busticket abzuholen, das neulich nicht gedruckt werden konnte, weil der PC streikte. Ich stellte mich mal wieder falsch an, habe dafür festgestellt, dass nicht nur das Schild von Skybus und greyhound rot sind, sondern auch noch das von Firefly, einem anderen Busunternehmen.

Ich war dann wohl ziemlich flott unterwegs oder das letzte Mal sehr langsam, auf jeden Fall war ich nach 15 Minuten schon wieder auf dem Rückweg. Die Frau am Schalter hat mich gleich wieder erkannt und mir den Pass gegeben – wieder nur ein Papierzettel.

Ich stand schon, mit deutscher Pünktlichkeit, um halb elf vor dem Hostel und sollte um zwanzig vor abgeholt werden, aber genau als ich die letzte Stufe nahm, kam „mein“ Tourbus. Perfektes Timing. Ich sollte wieder Bus wechseln, wenn wir am Büro des Busunternehmens angekommen sind, aber das kannte ich ja schon von gestern. Wir fuhren dann auch pünktlich los und ich hatte von Anfang Unterhaltung, dank einer Frau neben mir. Sie war etwa 60 Jahre alt, sah aber jünger aus, in Korea geboren, in Japan aufgewachsen, wohnt jetzt in Texas mit ihrem zweiten Mann, der auch auf der Tour dabei war, aber nicht neben ihr saß. Sie hat einen Sohn und eine Tochter, die Tochter kann nicht auf natürlichem Weg schwanger werden und künstliche Befruchtung kostet 30.000USD, die sie ihr einfach gegeben hat, ohne es ihrem Mann zu sagen, es wäre ja eh ihr Geld, das hätte sie von ihrem ersten Mann geerbt und von der Witwenrente gespart. Sie reist unheimlich gern und will noch nach Bali, nochmal nach Thailand, zum ersten Mal nach Neuseeland und auf dem Rückflug bekommen sie von der Fluggesellschaft zwei Nächte auf den Fiji-Inseln, die ja auch noch auf meinem Reiseplan stehen, bezahlt, warum auch immer. Dann ging es nochmal um die künstliche Befruchtung: ihre 37-jährige Tochter hätte noch super Eizellen und viele, ihr Mann hat zwar auch Spermien (hat sie genau so gesagt!!!), aber nur noch 30% wären zu gebrauchen (hat sie auch genau so gesagt!!!). Ihr könnt euch vorstellen, dass der ganze Bus höchst amüsiert war! Es ging dann noch mehr ins Detail, das lass ich hier jetzt einmal weg. Auf jeden Fall ging die Fahrtzeit rum wie im Flug. Zwischendrin haben wir immer Mal wieder Infos bekommen, was hier so in der Gegend ist und wie das heute abläuft.

Irgendwann hielten wir dann an dem Moonlit National Park, in dem man Koalas streicheln darf.

Dort bekamen wir erst einmal Sandwiches zu essen,
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die auch relativ gut waren, auf jeden Fall haben sie nichts gekostet. Dann konnte sich jeder der wollte ein Schlüsselband kaufen und um den Hals hängen, weil das bedeutet, dass du zu dem Koala darfst! Ich meine, das waren 10AUD, also 6,60€ und dafür hat man mal ein echt cooles Bild, also das mache ich!
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Das hier ist übrigens „meine Unterhalterin“, sieht man nicht ganz, aber ich finde, man bekommt einen Eindruck ;-).
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Bevor wir zu den Koalas gingen, sahen wir uns den Rest des Parks an, der relativ klein war. Zuerst die Dingos:
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Der hintere hat eine Verletzung am Auge, die aber gut verheilt ist. Die beiden sind Brüder, die Mutter lag in der Nähe im Schatten.
Viele Enten und Vögel kreuzten unseren Weg,
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vor allem, weil man auch Futter kaufen konnte und für die Enten immer etwas übrig blieb. Natüüüüürlichst sahen wir auch das hier, aber bevor ich euch verrate, was das ist, dürft ihr einmal raten:
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und wenn wir schon beim Raten sind: Was ist das?
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Natürlich, ein Känguru und das zweite ist eine Schildkröte, eine Schlangenschildkröte, die ihren Hals auch nicht einzieht, sondern zur Seite klappt. Habe ich von meiner deutschen Begleiterin erfahren, die netterweise das Bild von mir und dem Koala gemacht hat, ich im Gegenzug natürlich auch von ihr mit dem Koala.
Gibt noch mehr Känguru-Bilder:
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Sonst sahen wir noch Folgendes:
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Letzteres ist übrigens ein Wombat, aber der wollte eindeutig nicht aufwachen und gefüttert werden.
Als Letztes ging es dann zu den Koalas:
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und als es dann an die Streicheleinheit ging, wurde er von der Wärterin abgeholt
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und auf einen Ast gesetzt, vor sich eine gute Menge Eukalyptus:
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und wir bekamen noch ein paar Sachen erklärt, die wir machen und nicht machen dürfen, zum Beispiel dürfen wir ihn gerne am Rücken streicheln (habe ich auch getan), aber nicht am Kopf und unsere Hand nicht vor sein Gesicht halten, weil Koalas nur sehr kleine Augen und dadurch ein eingeschränktes Sichtfeld haben. Das kann sie dann sehr verwirren, wenn eine Hand vor ihnen herumfuchtelt und sie könnten auch aggressiv reagieren. Also mache ich das mal nicht. Man soll auch nicht an ihre Blätter fassen, das sind ja ihre. Auch klar.
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Außerdem haben wir so viele interessante Sachen erfahren: Koalas schlafen 19-20 Stunden am Tag (und unsere war wach, also Glück gehabt!), sie fressen nur Eukalyptus (ca. 1kg am Tag), trinken nie (nehmen ihre benötigte Flüssigkeit über die Eukalyptusblätter auf) und ihre „Ausscheidung“ riecht – nach was wohl – Eukalyptus. Wenn ich mich nur von Schokolade ernähren könnte, würde ich das auch sofort machen.
Während den interessanten Infos durften die ersten schon fotografieren, mein Bild mit dem Koala habt ihr ja schon gesehen, aber nach unserer Gruppe kam dann noch eine junge Familie und der Sohn war so knuffig, das ich einfach auch ein Bild von ihm machen musste, er hat den Koala richtig gedrückt und abgeknutscht, total niedlich!
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Dieser Park war auch schon das ganze Programm für mich heute, ich wurde kurz danach an meinem Hotel abgeliefert, alle anderen haben diese Tour nämlich nur als 1-Tages-Tour gebucht. Ich habe den Vorteil, dass ich den Nachmittag und den nächsten Vormittag zur freien Verfügung auf Philipp Island habe und das Programm, das die anderen gleich im Anschluss haben, erst morgen vervollständige. Das war wirklich eine gute Entscheidung!
Das Hotel ist nett, nichts besonderes, aber sauber.

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Ich habe mir ein Fahrrad geliehen (25AUD bis ich gehe) und bin über die Brücke, über die wir gekommen sind, zurück gefahren und habe mir den Ort angesehen – was leider heißt, dass ich shoppen war. Mal wieder. Ja, ich weiß, ich habe gesagt Thailand und Indien waren zum shoppen, weil es dort günstiger war, aber Australien ist für mich wie Paris von der Mode her: saucoole Sachen überall. Ich habe eine Jeans Hotpants gekauft, die mir wirklich passt, ich konnte es gar nicht glauben! Meine Beine sind zwar nicht die allerschönsten, aber es gibt 1000e Leute, die eindeutig unhübschere Beine haben, als ich und trotzdem damit herumlaufen. Also kann ich das auch. Außerdem habe ich einen extrem lockeren sauweichen aber dünnen Pullover gefunden, einfach wunderschön! Sehr bunt mal wieder, klar, aber auch sehr schön und gerade deswegen so schön! Würde ich nie zurückgeben. Ich konnte auch mit meiner Notfall-Visakarte zahlen (davon habe ich es abhängig gemacht, hätte es nicht funktioniert, hätte ich es mir sehr genau überlegt, ob ich meine AUD dafür ausgegeben hätte – wahrscheinlich schon). Das ist jetzt eben mein Souvenir von Australien. Ich hoffe, ich halte mich dran. Außerdem habe ich gefragt, ob man am Preis noch was machen kann und sie ist 9AUD heruntergegangen. Ich verrate mal vorsichtshalber nicht, von welchem Preis ;-).
Ich saß dann ein bisschen am Strand:
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und zwischendrin schaute sogar mal die Sonne raus, super schön!

Zwischenbericht: Ich sitze gerade in der Hostelküche
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(sau genial, oder? Riesig und sogar sauber und gut ausgerüstet)
und nebenan ist ein Aufenthaltsraum mit Sofas und Tischtennisplatte (TV gibt es nochmal einen extra Raum) und daran spielen gerade Vater und Sohn und der Vater hat ewig am Tisch herumgerückt, dann einen Ball versemmelt und dann unter den Tisch gesehen, ob alles stimmt :D. So witzig, als wäre der Tisch schuld, dass er nicht spielen kann :D. Typisch Mann *hust*.
Übrigens sitze ich auch nur hier, weil im Zimmer mehrere Zettel hängen, dass man dort nicht essen darf und ich habe doch so gute Sachen hier: eine Ecke Wassermelone, ca. fünf Karotten, 1l Himbeerjogurt und zwei Minigurken mit Salz.

Auf dem Rückweg schaute ich noch den Supermarkt (den einzigen hier in der Nähe) und fand endlich Taschentücher!!! Und mein erstes Känguru Steak

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(keine Sorge, Mama, habe ich nicht gekauft, wusste ja noch nicht, dass wir so eine tolle Küche haben ;-)). Ich habe mich auch dazu entschieden zwei Löffel zu kaufen (einzeln ging nicht) und eben die oben erwähnte Wassermelone und den Jogurt. Dann ging es mit dem Fahrrad zurück über die Brücke ins Hotel. Mein Fahrrad ist übrigens sehr gut mit dem Wort Schrotthaufen zu beschreiben. Ich mache morgen mal ein Foto davon. Es war bestimmt mal teuer, aber wurde anscheinend nie sauber gemacht und ist jetzt total verrostet und wenn man anschiebt hängt es immer einmal pro Runde. Die Schaltung gibt auch nicht so viel her und ein Gepäckträger existiert gar nicht. Für die 25AUD, die ich dafür gezahlt habe, könnte ich es wahrscheinlich sogar behalten. Eigentlich kostet ein Fahrrad für einen Tag 35AUD und man kann diesen einen Tag nicht auf zwei halbe, wie in meinem Fall, aufteilen. Also das war schon nett, aber für so eine Schrottkiste ist das eigentlich zu viel. Und jetzt sitze ich eben in der Küche und so lange meine Melone und mein Jogurt noch existieren sitze ich auch noch hier.
Morgen um 12h werden Pelikane gefüttert, da soll ich auf jeden Fall hin, meinte die Frau von der Rezeption und vormittags schaue ich entweder um die Insel (wahrscheinlich mit dem Fahrrad) und/oder gehe davor/danach in einen kleinen Park hier, auf dem Bild dazu ist ein Kind abgebildet, das Kängurus füttert, das brauche ich nicht unbedingt, aber das bedeutet, dass sie nah und an Menschen gewöhnt sind, also super zu fotografieren. Ihr erfahrt ja dann morgen Abend, wozu ich mich entschieden habe!

Bis dahin und mal wieder ein fettes Dankeschön, dass genau du diese Zeilen liest! Das bedeutet mir sehr viel! Und liebe Grüße an Herrn Zinßer, einen Kollegen meiner Mutter, der seine Tochter (zumindest gerade) auch an Australien verloren hat und mir Komplimente zu meinem Schreibstil übermitteln lässt! Tausend Dank! Ist sehr motivierend und tut wirklich gut zu hören!

Und nochmal eine allgemeine Anmerkung der Redaktion, also mir: der Link zu meiner Seite darf sehr gerne weitergegeben werden! Immerhin mache ich mir hier auch immer etwas Arbeit und gebe mir Mühe und diese Mühe bleibt gleich, ob es nur meine Mama liest oder die ganze Welt und mir ist durchaus bewusst, dass das auch „fremde“ Leute lesen! Also los geht’s! Und gegen noch mehr Komplimente hätte ich auch nichts ;-).

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