Erst verschollen, dann verzückt

Kurze Anmerkung zu Beginn: Ich hatte kein zuverlässiges oder gar kein Internet, deswegen ist das hier jetzt der Beitrag vom 29.03.2014.

Noch kurz als Nachtrag zu gestern:

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Mit diesem Helm würde ich mich in Deutschland nicht blicken lassen, aber hier sind 180AUD Strafe, wenn du ohne Helm fährst und dieser muss leider einigermaßen vielen Leuten passen und sieht deswegen – ja, wie sag ich das nett – nicht so gut aus.

 

Ich konnte mal wieder ausschlafen. Um zehn habe ich dann angefangen meine Sachen zu sortieren und die, die ich jetzt und für die Busfahrt nicht brauche, kommen in die Tüte, die ich gestern für den Pullover und die Hose bekommen habe.

Dann ging ich in die Küche, es hieß, dass im Kühlschrank etwas für mich bereitsteht, ich dachte wie im Flugzeug abgepackt, aber ich hatte Toast, Margarine, Marmelade, Kellogs und Milch und durfte alles benutzen, wie ich wollte. Also aß ich meinen restlichen Jogurt von gestern mit den Cornflakes und Milch und machte mir schwarzen Tee mit Milch und Zucker. Den Toast schaffte ich dann nicht mehr und nahm ihn mit. Ich fuhr dann mit dem Fahrrad los, an der Schokoladenfabrik vorbei (Eintritt wären 12AUD und man darf nicht mal so viel Schokolade essen wie man will! – also nein) und bog dann nach ca. 2km links ab und kam dann an den Strand, zumindest war dort einiges an Sand, aber viele Büsche und Bäume und nicht wirklich ein erkennbarer Weg durch. Ich sperrte mein Fahrrad ab und machte mich auf den Weg. Natürlich merkte ich mir, wo ich ungefähr entlang ging, aber als es mir dann zu lang dauerte und es immer dichter wurde, dachte ich, so schlau wie ich bin, ich nehme eine Abkürzung zurück. Nach einigen Metern wurde es so dicht, dass gar kein Weiterkommen möglich war. Also ging ich einige Schritte zurück und versuchte es auf einem anderen Weg. Das tat ich so oft, dass ich nur noch wusste, wo das Meer ist, weil ich es hören konnte und weil „vom Meer weg“ gar kein Weg zu existieren schien, obwohl ich ja von einem gekommen bin, entschied ich mich, einfach zum Strand zu gehen, was leider bedeutete, dass ich den ganzen Weg an der Straße laufen musste, um mein Fahrrad zurückzubekommen. Die letzten Meter bis zum Meer lief ich einfach durch die Büsche durch, was mir einige Kratzer einbrachte, aber ein Weg schien auch hier nicht zu existieren und irgendwann muss ich ja mal wo herauskommen. Ich hatte zwischendrin mal kurz Panik, aber das Meer konnte man wirklich immer gut hören und ich war mir immer sicher, dass ich mich von dort aus wieder auskenne. Letzten Endes war es nur nervig, dass ich dann von dort aus zu Fuß die ganze Strecke nochmal laufen musste. Aber mir blieb ja nichts anderes übrig! Kurz bevor ich mein Fahrrad erreichte sah ich noch ein Tier, das aussah, wie ein Igel

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aber keiner war, wie ich aber erst später im Bus erfuhr, als wir am Straßenrand das gleiche Tier sahen. Die „Stacheln“ sind bei diesen Tier weich, es imitiert nur die Stacheln des Igels. Dieses Nachahmen eines gefährlicheren Tieres nennt man Mimikry. Es gibt zum Beispiel auch eine Fliege, die gelbe Streifen hat und somit aussieht, wie eine Wespe.

Ich fuhr dann zurück, meine Motivation noch mehr von der Insel zu sehen war geschwunden. Das Pelikanfüttern hat mich nicht so sehr interessiert und ich wusste auch nicht genau, was ich mit meiner Gruppe ansehen werde, wenn sie mich abholen. Das war nicht soooo gut organisiert. Jetzt (bin gerade auf dem Weg nach Melbourne) denke ich, dass es besser gewesen wäre, wenn ich den Tag komplett mitgemacht hätte und sie mich danach im Hotel lassen, dann wüsste ich genau, was es so zu sehen gibt, weil man fast über die ganze Insel fährt, und ich wüsste, was wir mit der Tour ansehen. Dann hätte ich den zweiten Tag besser nutzen können, finde ich. Also dass ich dann eben am zweiten Tag einfach nur abends mit zurückfahre. Das werde ich auch als Feedback an Bunjip (so heißt der Veranstalter) schicken.

Ich wartete dann im Hotel, trank nochmal Tee und aß Cornflakes. Um halb drei ging ich nach unten und fünf Minuten später wurde ich schon eingesammelt. Als ich in den Bus gestiegen bin, wurde applaudiert, als hätte ich eine Nacht im tiefsten Dschungel überlebt :D. Sehr witzig! Und es ging gleich witzig weiter: Mein Sitznachbar ist in Indien geboren, mit zwei Jahren zog er aber nach Afrika um und wuchs dann in Kenia und Tansania auf, bevor er ein halbes Jahr in Holland lebte und jetzt in Toronto, Kanada, zu Hause ist. Er war bestimmt schon 60 und als ich erzählte, dass ich nach New York gehe, meinte er, ich könnte ihn in Toronto besuchen kommen, das wäre nur eine Flugstunde von New York und last minute Flüge gäbe es ab 50USD. Ich habe ihm öfter gesagt, dass das auf dem Trip wohl nichts wird, aber als wir uns dann abends verabschiedet haben, meinte er: Bis bald in Toronto!

Die Tour wurde dann auf der Farm auf Churchill Island fortgesetzt. Diese Insel ist direkt mit Phillip Island verbunden und besteht eigentlich nur aus diese Farm und dem Gelände, das dazu gehört. Wir durften dort zum Beispiel zusehen, wie Schafe geschoren

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und von einem kleinen Welpen zusammengetrieben werden. Außerdem konnte man sich im Peitschenknallen üben, Pferde füttern und durch die Gärten flannieren. Ist natürlich für ein Landei wie mich jetzt nicht die riesige Attraktion, aber es war wirklich schön dort!
Danach ging es für einen Abstecher an den Strand, an dem man Surfer beobachten konnte! Aber wirklich nur kurz, denn dann ging es weiter zu den Koalas.

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Im Koala Conservatory dürfen Koalas tun und lassen was sie wollen, also schlafen und essen. Es gab im Gebäude ein paar Infos zum Lesen und außen suchte man die Koalas in den Bäumen. Ich war mit Ab unterwegs, dem Kanadier. Wir sahen vier Stück, zwei schlafend, einen gähnend und einer kratzte sich (im Schlaf?).

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Die nächste Station: Seelöwen. Zumindest theoretisch, denn wir sahen gar nichts tierisches. Es gab einen Rundweg, der an den Klippen entlang führt

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und von dem aus man eigentlich Seelöwen zu Gesicht bekommt. Heute nicht. Aber Seelöwen finde ich jetzt auch nicht so mega spannend. Wir aßen dort dann auch zu Abend, aber ich hatte nicht viel Hunger und kaufte mir deswegen nur ein paar Pommes für 5,50AUD, das sind ca. 3,80€, also okay für die Menge, die ich bekommen habe, aber als gut kann man sie nicht bezeichnen. Kein Salz, dafür zu viel Fett, manche heiß, manche eiskalt. Ab bestellte sich Fish and Chips, also Backfisch mit Pommes und nahm es mit den Bus, weil wir schon spät dran waren. In der Zeit, in der ich meine Pommes aß, schrieb er mir seine Adresse, seine Telefonnummer, seine Handynummer, seine e-Mail Adresse und den Namen, unter dem ich ihn in Facebook finden kann, auf. Hätten wir mehr Zeit gehabt hätte er eventuell noch die Adresse seiner Schwester, seines Onkels, seiner zwei Cousinen und seines Lieblingsrestaurants aufgeschrieben, nur um zu sicherzugehen, dass wir in Kontakt bleiben, der ist echt knuffig!

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Nach dem Sonnenuntergang kommen die Pinguine, also: Schnell, schnell weiter!

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Hier standen so viele Busse, dass man schon abschätzen konnte, dass es wohl ziemlich voll wird und so war es dann auch – Menschen über Menschen. Es gab dann drei Tribünen (weiß nicht, wie ich das anders bezeichnen soll), eben verschiedene Sitzreihen nach obenhin versetzt und die mittlere war schon vollkommen voll, also entschieden wir uns für die linke und bekamen ziemlich weit unten, also vorne, einen Platz. „Wir“ heißt dieses Mal Ab, ein Thailänder, der auch bei unserer Tour dabei war, und ich. Wir mussten dann auch nur eine Minute warten, bis wir den ersten Pinguin sehen konnten, der stand sehr ruhig da und schien auf andere zu warten. Fünf Minuten später watschelte er den Strand hinauf und stand dann an den Steinen und wartete, bis der letzte Pinguin, eine Stunde später, vorbei kam. Diese Tierchen kann man nur als süß bezeichnen, aber leider konnte man auf Grund der schlechten Beleuchtung, damit die Kleinen nicht geblendet werden, nicht besonders viel sehen. Diese Pinguine haben sehr kleine Augen und vertragen wirklich kein Licht, deswegen hieß es vor einiger Zeit man darf nicht mit Blitz fotografieren, aber da es Leute gibt, die sich mit ihrer Kamera nicht auskennen und die Kamera sich sagt „es ist zu dunkel, ich brauche mehr Licht“, blitzt sie. Das hat aber fatale Auswirkungen auf die Pinguine: manche haben so viel Angst, dass sie nichts mehr essen und schlicht und einfach verhungern, andere werden wirklich geblendet, sehen somit nichts mehr und können nicht mehr jagen, was auch wieder zum Verhungern führt. Trotzdem gab es Leute, die fotografiert haben, ich habe auch mein Glück versucht, aber es war zu dunkel:

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Aber ich war mir sicher, dass meine Kamera nicht blitzt, ich habe ja nicht auf Automatik gestellt. Meine Kamera macht nur, was ich ihr sage, weil ich will auf jeden Fall nicht schuld dran sein, dass kleine süße Pinguine verhungern! Zwischendrin hat es trotzdem immer wieder geblitzt und die Chinesen hinter mir haben auch die Gestik des Wärters nicht verstanden: ausgestreckter Zeigefinger vor dem Mund und die Lippen zu einem „Schhhh“ geformt. Munter weiterquasseln macht ja auch viel mehr Spaß und ungfähr bei jedem Pinguin, den sie entdeckt haben kam ein „Ohhhh, süüüüüß!“ Und es sind an einem Abend fast 2000 Stück! Ich habe übrigens einen Gruß von den Pinguinen an die Kerstin auszurichten, die dieses Naturschauspiel auch schon mitansehen durfte! Die Pinguine haben mir verraten, dass du schön ruhig warst und nicht geblitzt hast und ich soll „danke“ sagen ;-). Ich war nach dem Sitzen auf der Tribüne wirklich etwas enttäuscht, man hat nicht wirklich viel sehen können. Man hat die Gruppen erkannt, die immer wieder an Land kamen und dann zwischen den Steinen und Felsen verschwanden, aber so wirklich genau sehen konnte man die Pinguine nicht, dazu waren sie zu klein und zu weit weg und es war zu dunkel. Als ich dann mit Ab zurückging, sahen wir so viele Leute am Geländer stehen und stellten uns dazu und sahen dann den Grund dieser Ansammlung: hier sind die Pinguine hinverschwunden! Hier konnte man sie endlich etwas genauer beobachten und auch hören, denn sie riefen sich gegenseitig, wirklich süß! Das Watscheln, wie sie mit den Flügeln schlagen und ihre Schnäbel in die Luft recken! Ich haber auch hier versucht ein Foto zu machen, aber es war immer noch nicht hell genug, wenn auch die Beleuchtung besser war, als am Strand! Würde ich dort nochmal hingehen, würde ich nur warten bis zwei Pinguingrüppchen am Strand sind und mir dann einen guten Platz an dem Geländer suchen und sie von dort beobachten! Den besten Blick erhaschte ich übrigens, als ich aufs Klo gehen wollte! Der Pinguin stand direkt an der 20cm hohen Holzabsperrung und man konnte ihn super genau ansehen! Auf dem Rückweg standen dann plötzlich einige Leute im Weg und ich schob mich vorbei, dachte sie warten auf jemanden, aber in Wahrheit warteten sie auf etwas: Pinguine. Sie sind irgendwie auf die Straße gekommen und somit warteten alle großen Menschen bis drei kleine Pinguine die Straße überquert haben! Ich warf dann noch Postkarten ein und schon ging es zum Bus, den ich fast nicht fand, weil alles voller Busse stand und ich das Kennzeichen nicht wusste und es war eigentlich auch zu dunkel um Leute zu erkennen, aber irgendwann lief unser Fahrer direkt an mit vorbei und ich folgte ihm.

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Zwei Mädels blieben in dem gleichen Hotel wie ich in der Nacht zuvor, aber nicht als Teil der Tour, sondern sie haben praktisch die Tour eher aufgehört. Deswegen hatte ich zwei Sitze für mich, konnte aber nicht wirklich shclafen und als wir dann um Mitternacht in Melbourne ankamen, setzte ich mich nochmal zu Ab und er erzählte mir noch einiges über LA und NY, was ich auf jeden Fall machen soll, was ich nicht machen soll, was ich machen kann und wo ich auf jeden Fall hin muss. Witzigerweise erwähnte er bei Letzterem auch die Freiheitsstatue, als könnte man die auslassen! Er erklärte mir nochmal, dass es einfach wäre, ihn zu besuchen und ließ sich nochmal den Zettel zeigen, um seine Nummern zu kontrollieren und zu testen, ob ich sie lesen kann.

Als er ausstieg, winkte er noch, bis ich ihn nicht mehr sehen konnte. Ein wirklich netter Zeitgenosse! Um halb eins konnt ich dann ins Discovery Melbourne einchecken. Dann stand nur noch packen auf dem Programm und pünktlich zum Ende hin kamen meine Zimmermitbewohner: zwei Deutsche und eine Schweizerin. Sehr nett alle, aber ich wollte nur noch schlafen, muss ja am nächsten Morgen um 5:30h aufstehen! Einen kleinen Schock habe ich übrigens auch noch bekommen: Ich musste meine Tour für morgen zur Great Ocean Road rückbestätigen und habe eine Mail geschrieben. Als ich dann nachts nochmal meine Mails checkte, ob sich vielleicht die Abholzeit geändert hat, sah ich die Mail: „Hallo, ja das geht klar. Wann ist denn deine Tour?“ „In ein paar Stunden“, habe ich mir gedacht und habe ich auch geschrieben. Ich hatte mal kurz ein paar Zweifel, ob ich abgeholt werden würde … die sich am nächsten Morgen aufgelöst haben.

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