Inselwechsel Nr. 2

Was? Schon wieder nur bis halb sieben geschlafen?! Jep. Mehr geht irgendwie nicht. Aber die Temperatur ist um diese Zeit wirklich angenehm und man ist (fast) allein am Strand. Die perfekt Zeit, zum Schreiben und Nachdenken. Ich hoffe, das Frühstück wird gleich genau so gut, wie gestern. Heute steht ja dann nur der Insel-Wechsel an, ich freu mich schon und hoffe, dass die Insel wieder schöner wird. So viel erwarte ich ja auch gar nicht: halbwegs gesundes, leckeres, frisches Essen; halbwegs bequeme Betten (nicht so wie die Matrazen hier, bei denen du dich fragen musst, ob du überhaupt auf einer Matraze liegst oder schon direkt auf dem Holz) und einen Strand, der halbwegs sauber ist, ein Meer, in dem man nach 100m laufen auch schwimmen kann und Aktivitäten, die organisiert wirken.

Jetzt bin ich auf der nächsten Insel im Resort: Gold Coast. Und ich liebe es hier vom ersten Moment an! Nach dem Frühstück auf White Sandy Beach (es gab leider keine Pfannkuchen und das Obst war bald aus), lag ich nur ein bisschen in einer Hängematte, während die meisten Anderen in die Kirche gingen. Ich wollte das eigentlich auch ansehen, aber ich war einfach schlapp und lustlos. Ich wollte nicht noch zwei enttäuschende Tage hier verbringen, aber genau danach sah es aus, wenn man den Stimmen Glauben schenkt, die berichten, dass es in Gold Coast nicht so schön sein soll. Ich muss sagen, ich habe ihnen Glauben geschenkt und bin vielleicht deswegen nur noch mehr positiv überrascht! Der Katamaran war pünktlich und nur die (indische) Engländerin und der Waliser verließen die Insel mit mir Richtung Norden. Es kam kein Tröpfchen vom Himmel und somit erreichten wir und unser Gepäck trocken das Boot, das uns zu unseren nächsten Insel bringen soll. Die zwei gingen dann nach oben an Deck, aber ich wollte mal wieder das Internet ausprobieren, aber es ging immer noch nicht. Ich traf dann sogar Inga wieder, Sabrina war wohl auch da, aber kurze Zeit später mussten sie schon wieder vom Boot. Ich bin mir sicher, dass ich mindestens Sabrina in Freising wiedersehe und wenn beide in Würzburg studieren, bin ich mir auch sicher, dass wir uns dort Mal treffen. Als dann mein Gold Coast Resort aufgerufen wurde, benannte ich mein Gepäck und kam dann auf ein Boot mit einem kleinen Jungen namens David. Sein fijianischer Name ist Tavita und er ist gar nicht mehr so klein, wird dieses Jahr 14.

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(hier hilft er gerade in der Küche, Kokosraspeln für Kokosmilch machen)

Er lebt eigentlich auf Waya Lailai, meiner ersten Insel, ist aber in seinen Schulferien hier, weil seiner Oma das Resort gehört und er sie, wie Kinder in Deutschland auch, in den Ferien besucht. Er hilft hier dann auch ordentlich mit und unterhielt sich gleich auf dem Boot mit mir, vor allem, weil ich die Einzige war. Zumindest als wir das erste Mal wegfuhren. Dann kamen wir nochmal zurück und zwei Weitere stiegen ein, ich war erst erleichtert, aber diese zwei stiegen dann nicht mit aus, sondern wurden irgendwoanders hingebracht. Ich kam dann in ein Viererzimmer hinter einem Doppelbett und war dort auch die Nacht über allein, was mal wieder sehr gut tat! Ich durfte nur kurz meine Sachen abstellen und wurde dann zur Küche gebracht, damit ich dort essen kann. Ich habe schon einen Sandwich, eine Tüte Chips und ein Eis auf dem Boot gegessen, weil ich dachte, dass ich nichts bekommen würde, wenn ich über die Mittagszeit fahre und genau das war der Fall: 11:45-13:30h. Das Essen war sehr gut und hier lernte ich dann auch Emma, die Köchin kennen.

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So ein fröhlicher, freundlicher, aufgeschlossener Mensch ist mir selten begegnet. Sofort sympathisch von der ersten Sekunde an! Ich sah dann auf einer Tafel, das sie hier anbieten, Kokosöl zu machen und das ist ja bestimmt interessant, also habe ich mich gleich dafür angemeldet und darf morgen früh nach dem Frühstück starten. Das kostet mich 20FJD, 7€. Eine Massage haben sie auch für 20FJD, die werde ich mir wahrscheinlich auch geben lassen. Bei meinem Full Monty Package (Katamaran, Übernachtungen, Essen + Aktivitäten) waren für diese Insel das Schnorcheln bei der Blue Lagoon (wo es unglaublich schön sein soll) und ein Höhlenbesuch dabei. Schnorcheln steht morgen Nachmittag auf dem Programm und die Höhle an meinem letzten Tag nach dem Mittagessen um 9h. Die Essenszeiten sind hier etwas anders: Frühstück 8:30h, weil man die Gäste nicht so früh wecken will, Mittag um 12:30h und Abendessen um 19:30h. Nachdem ich das alles herausgefunden und meine Aktivitäten geklärt hatte, ging ich duschen, so richtig ausführlich. Das hat wahnsinnig gut getan! Keiner sonst ist ja in meinem „Haus“ und somit braucht auch keiner das Bad. Danach legte ich mich so lange in die Hängematte, bis die Sonne hinter den Bäumen verschwunden war und ging dann den Strand in die eine und danach in die andere Richtung. Ich sah Krabben

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und fand zwei schöne Muscheln und an dem zweiten Ende befindet sich ein Tea House (Tee Haus) mit kleinem Souvenirladen. Da werde ich auch morgen nochmal hinschauen, denn ich hatte gar kein Geld dabei. Ich traf dort aber auf einige Volunteers (Freiwillige), die hier arbeiten und ihren Tauchmeister machen. Einer aus Australien, einer aus Israel, einer aus England und einer aus Amerika. Wir unterhielten uns dann ein bisschen und ich hätte gern mehr über die Arbeit erfahren, die sie hier machen, aber sie mussten dann gehen.

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Um kurz vor fünf war ich dann zurück und traf wieder auf Emma und David und wir unterhielten uns so lange, bis Emma Essen kochen musste und weil sie merkten, dass ich nicht wirklich etwas zu tun habe, luden sie mich ein zuzusehen. Das war wirklich super! Ich wollte sowieso sehen, wie die Küche hier aussieht

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und nur in diesem Resort wird fijianisches Essen serviert,

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(Emma macht Kokosmilch, indem sie die Kokosflocken kurz in Wasser aufweicht und dann ausdrückt; darin werden dann die Bananen gekocht, die wie Kartoffeln schmecken)

also ist es doppelt so spannend zuzusehen! Ich will auch versuchen noch ein fijianisches Kochbuch zu finden, wenn ich zurück in Nadi bin. Am Flughafen könnte es sowas geben. Ich erfuhr währenddessen auch, dass Emma 24 ist, eigentlich vom „Festland“ kommt, also der größten Insel mit Nadi und Suva (der Hauptstadt) darauf und sie hier ist, weil sie geheiratet hat, den Sohn der Besitzerin. Seitdem kocht sie hier und singt und spielt Gitarre für die Gäste. Sie und ihr Bill haben viel telefoniert und sich dann ein paar Mal getroffen und waren dann zwei Jahre zusammen, bevor sie geheiratet haben. Es gibt hier wohl noch vereinzelt arrangierte Ehen, aber diese war keine. Mit dieser fröhlichen Person hätte sich aber jeder glücklich schätzen können und so wie ich Bill kennengelernt habe, ist er auch ein witziger Kerl, also passen die beiden gut zusammen. Sie bauen hier auch ein Haus auf der Insel und sobald das fertig ist, sollen Kinder kommen. Emma hätte am liebsten zwei Mädchen, die ihr in der Küche helfen und sich um sie und Bill kümmern, aber auch drei Jungs, um zu fischen, Boote zu bauen und zu reparieren und eben alles zu tun, was Männer auf dieser Insel tun. Es gibt eben viel harte Arbeit und wenn du keine Söhne hast, bedeutet das hier, dass du kein Glück hast. Also wünsche ich den beiden, dass sie auf jeden Fall auch Söhne bekommen, aber dass Emma auch ihre Mädchen bekommt, die ihr in der Küche helfen. Ich wünsche ihr sowieso alles Glück der Welt! David ist auch sowas von begeistert von ihr! Er muss nämlich morgen zurück auf Waya Lailai, weil am Mittwoch die Schule wieder losgeht und er noch einen Tag zu Hause sein soll. Er war so traurig zwischendrin, nicht, weil die Schule wieder losgeht, sondern weil er nicht weiß, ob seine Oma noch lebt, wenn er wiederkommt und er wird Emma vermissen. Auch ich bin mir sicher, dass ich Emma vermissen werde! Sie ist eine einnehmende Persönlichkeit, im absolut positiven Sinne (nein, Mama und Claudia P., sie hat nicht an einem 17. Geburtstag, sondern am 03.01.1990, wäre aber Mal interessant, was ihr so über sie herausfinden könnt, wenn ihr Mal wieder ein Geburtsdatum braucht?!).

Ich hatte auf jeden Fall eine witzige Zeit in der Küche! Habe mich gut unterhalten, viel erfahren und viel gesehen! Zu Essen gab es dann Fisch mit Karotten und gekochten Bananen (nicht die Bananen, die wir kennen, schmeckten mehr nach Kartoffeln). Ich fand es sehr lecker, die einzigen weiteren Gäste hatten einfach kaum Hunger und aßen deswegen fast nichts, aber wir haben uns sehr gut unterhalten. Sie haben fast die gleiche Tour wie ich, waren also auch in Thailand, Australien und Neuseeland und fliegen am Freitag nach LA, ich schon am Mittwoch.

Bevor Emma die Küche aufräumte, zeigte ich ihr einige Fotos von Hobbiton, weil sie erzählt hat, dass sie da unbedingt hin möchte. Sie war auch von jedem einzelnen Foto begeistert, wie sie eben von allem begeistert ist. Danach war ich wirklich todmüde und ging in mein Bett und freute mich auf den nächsten Morgen mit Emma und David.

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