Riffhaie und Inselwechsel

Gestern Abend ist dann nichts großartig mehr passiert. Wir haben noch ein paar Runden Skip-Bo gespielt und um 21h bin ich in mein Zimmer, um meinen Rucksack zu packen und zu duschen (mit kaltem Wasser). Heute morgen hätten wir auf den Gipfel wandern können, um den Sonnenaufgang anzusehen, aber uns wurde auch gesagt, dass es immer noch rutschig sein kann und wir auf jeden Fall Wanderschuhe brauchen. Ich hatte ja Wanderschuhe dabei, aber die anderen beiden nicht und auch wenn die Fijianer nett und freundlich sind, muss ich nicht mit einem zusammen den Sonnenaufgang ansehen – alleine. Ich konnte heute auch etwas länger schlafen, den Rest einräumen und meinen Rucksack schon einmal zur Rezeption bringen. Wir wollten nämlich nach dem Frühstück wenigstens noch einen Voucher einlösen: Riffschnorcheln (mit Haien, wenn welche da sind). Zum Frühstück gab es heute Spiegelei auf Pancake (kleiner runder, etwas dickerer Pfannkuchen), etwas seltsam diese Kombi, aber getrennt voneinander recht lecker.

Um 8:30h waren wir dann am Strand, um unsere Flossen und Taucherbrille mit Schnorchel abzuholen. Die Bootsfahrt dauerte dann eine gefühlte halbe Stunde, in etwa 20 Minuten und dann durften wir uns Riffe ansehen und haben wirklich nach den ersten Sekunden schon die etwa 1,20m langen Riffhaie sehen dürfen. Ist natürlich beeindruckend, aber ich war deutlich abgelenkt – von meinem Schnorchel. Ich weiß auch nicht, was da mit mir los war, aber ich hab das nicht richtig hinbekommen durch den Schnorchel zu atmen, wenn ich unter Wasser war. Ich hab dann den Kopf über Wasser gelassen und habe durch den Schnorchel geatmet, um mir zu zeigen, dass ich durchaus genug Luft bekomme, aber sobald auch nur eine kleine Welle Wasser an meine Lippen spült, fang ich an so schnell zu atmen, wie wenn ich gerade fast erstickt wäre. Also total seltsam. Ich muss mich dann wirklich zwingen, den Kopf unter Wasser zu machen und mich umzusehen und etwas zu atmen, aber dann kam auch noch von irgendwo Wasser in meinen Schnorchel und dann war es natürlich vorbei mit dem Vertrauen in meine Ausrüstung. Ich habe dann die Luft wirklich eingesogen und wenn dann da kleine Wassertröpfchen dabei sind, dann wird das natürlich nichts. Ich habs dann mehrmals versucht, aber immer wieder kamen diese Wassertröpfchen mit rein und ich hatte dann wirklich immer kurz Panik, wir waren ja auch auf dem offenen Meer, also du kannst nicht stehen, es kommen Wellen und die Riffe sind auch so nah manchmal, dass du daran stößt. Ich habe dann irgendwann den Schnorchel an der Brille nach oben geschoben und mir den Mund zugehalten, hauptsächlich, damit die Lippen nicht soooo salzig werden und habe mich dann unter Wasser umgesehen. Das konnte ich dann viel mehr genießen, aber von den kleinen Panikattacken zuvor war ich schon etwas ausgelaugt. Ich hatte wirklich gar keine Zeit dafür, mich vor den Haien zu fürchten und die waren ja auch ein ganzes Stückchen weiter weg am Boden. Außerdem tauchten Einheimische nach Haizähnen und berührten dabei auch immer wieder die Haie am Schwanz oder wo sie sie grad erwischten und die Haie schwammen nur davon, also da war nie wirklich „Gefahr“. Als es mir dann zu blöd wurde, bin ich zurück zum Boot und gerade als ich da war hieß es auch, dass alle zurückkommen sollten und wir fuhren zurück zu Waya Lailai. Alle hatten etwas oder etwas mehr Salzwasser geschluckt und deswegen war nicht nur mir auf dem Rückweg über die Wellen etwas schlecht. Keiner hat sich übergeben und so schlecht war es mir dann auch nicht, aber schon deutlich schlechter als bei jeder anderen Bootsfahrt und ich hatte ja schon ein paar auf meiner Reise. Nachdem wir unser Schnorchelzeug wieder abgegeben hatten, zogen wir uns noch schnell um und wurden dann schon auf den Katamaran gebracht. Neue Insel voraus!

Sabrina und Inga kamen zwar auch mit auf den Katamaran, stiegen aber schon eher wieder aus und dieses Mal funktionierte das Internet gar nicht für mich. Ich nahm mir dann vor, auf der nächsten Insel Internet zu kaufen, aber das gibt es jetzt nur im Resort nebenan und es kostet pro Minute 30 Fijicent. Das nehme ich dann nur, um meine Mails zu checken und dieser Beitrag kommt dann entweder auf der nächsten Insel (wenn dort das Internet günstiger ist) oder zurück in Nadi oder erst in LA online.

Ich bin also jetzt auf White Sandy Beach und es ist nicht so white (weiß), aber dafür sehr sandy (sandig). Das Meer war nämlich fast komplett verschwunden und nach etwas 700m laufen über Korallen, Seegras und einige Tierchen, stand man nicht einmal knietief im Wasser, also eher etwas für Läufer als für Schwimmer hier. Hier wurde auch das angespülte Seegras nicht weggeräumt, wie auf Waya Lailai. Natürlich ist es trotzdem schön:

IMG_7304 IMG_7299

Und die Langweile bekommt man auch herum, indem man die lokale Fauna betrachtet und ihre Stärken kennenlernt:

IMG_7284

Das Resort sieht ganz nett aus, überall liegen Blumen, aber besonders sauber ist es auch hier nicht. Die Toiletten kann man nicht zusperren, das Wasser soll man nicht trinken, eine Flasche Wasser kostet aber gleich 6Fijidollar, das sind 2,20€ und eine 0,33l Cola 3,50Fijidollar, 1,20€. Direkt nachdem wir ankamen, wurde für uns gesungen und wir bekamen ein paar Infos über die Insel (Solarstrom bis 18h, danach Generator bis 23h, Frühstück um 8h, Mittagessen um 12h, Kaffee und Tee um 16h, Abendessen um 19h, Unterhaltungsprogramm ab 20h), durften kurz unseren Schlafsaal sehen und dann gab es Mittagessen. Das Essen auf Waya Lailai war gut, aber im Gegensatz hierzu war es deliziös! Hier gab es Zucchini, Karotten und Nudeln in Sahnesoße, aber nicht gut. Essen muss man es trotzdem, weil man ja Hunger hat, aber zu Hause hätte man sich wahrscheinlich etwas Neues gekocht oder etwas vom Bäcker geholt. Das geht auf einer kleinen Insel eben nicht. Die Leute sind schon nett, aber die auf Waya Lailai fand ich auch sympathischer.

Danach ging die Langweile los. Das Meer war weg, die „normalen“ Fragen hat man schon geklärt (ich habe hier Mal wieder zwei Deutsche kennengelernt: Geraldine und Kirsten, haben beide in Australien gearbeitet und sind zum Urlauben nach Fiji gekommen) und irgendwann hält man es in der Sonne nicht mehr aus, weil man sich ja nicht im Meer abkühlen kann. Ich holte dann UNO-Karten, andere Spiele haben sie hier nicht und nach einigem Warten, Erzählen und Spielen gab es dann Abendessen. Das war besser, vor allem aber wegen den Gesprächen. Eine Norwegerin hat über ihre Reise erzählt und viel zu meiner gefragt (wir hatten ähnliche Länder, auch Thailand und Indien) und eine Französin (ca. 50-60 Jahre alt, fuhr mit dem Fahrrad durch Australien und Neuseeland und macht hier jetzt auch nochmal Urlaub, arbeitet in Frankreich für die Regierung und/oder als Französischlehrerin für Immigranten) konnte sowohl auf Englisch, als auch auf Deutsch mitreden. Zu Essen gab es eine Suppe mit Brot, Spaghetti Bolognese und einen wässrigen Obstsalat. War auf jeden Fall leckerer, als das Mittagessen. Um 20h begann dann das gefürchtete Abendprogramm, man musste mal wieder Spielchen spielen, aber zuvor gab es schlecht gesungene Lieder und schlecht getanzte Tänze. Es war einfach immer nur einer dabei, der das wirklich konnte, aber man hat ihnen mal wieder die Lebensfreude angesehen, den Spaß den sie dabei haben und wie froh sie sind, dass das ihr Job ist. Es gab dann zum Beispiel das Spiel, dass wir im Kreis standen, jeder eine Nummer bekam und der Mitarbeiter in der Mitte einen Ball in die Luft geworfen hat, eine Nummer sagte und die Person mit der Nummer musste sich den Ball möglichst schnell schnappen und „Scoop“ sagen. In dem Moment mussten alle stehen bleiben und einer wurde (wenn getroffen wurde) abgeworfen und war dann raus. Beim anderen standen wir wieder im Kreis und ein Mitarbeiter in der Mitte. Er „erschoss“ dann einen von uns, indem er auf uns zeigte und wenn man sich nicht schnell genug duckte, war man raus. Wenn man sich schnell genug duckte, mussten sich die, die rechts und links von dem Geduckten standen duellieren und derjenige, der später „schoss“ war eben auch raus. War ganz witzig, aber ich brauche das einfach nicht. Wir sind hier nicht in einem Ferienlager, sondern im Urlaub. Normalerweise kann man bei sowas ja auch einfach gehen, aber wir waren eben nur 17 Leute und einige hatten weniger Lust und wären alle gegangen, hätten die paar, die spielen wollten, nicht spielen können. Letztendlich war es doch witzig und man hätte eh nichts anderes machen können. Im Anschluss gab es noch ein Feuerchen am Strand, es wurde sich unterhalten und um 22h war ich im Bettchen.

Advertisements

Lass mir gern ein Kommentar hier:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s