Schnorcheln, Kokosöl und Massage

Ich habe hier tatsächlich länger geschlafen, als sonst: 7h und dann bin auch nur aufgestanden, weil ich zur Emma gesagt hatte, dass ich sofort komme, sobald ich wach bin und sobald ich sie sah begrüßte sie mich schon mit: Caroliiiiiina! Und ich rief zurück: Emmmmmmma! Sie hätte schon auf mich gewartet und freut sich, dass ich hier so gut schlafe, obwohl sie dadurch länger auf mich warten musste. Morgen stehe ich eher auf, um den Sonnenaufgang zu sehen und helfe ihr dann Frühstück machen. Heute war sie damit schon fast fertig. Das Frühstück bestand aus frisch gebackenen Brötchen mit Butter und Marmelade – sehr lecker. Außerdem gab es Früchte und Frühstücks-Kekse. Die Engländer waren wieder etwas zurückhaltend, aber das kennen wir ja schon von ihnen. Ich habe dafür ordentlich zugelangt, auch um Emma zu zeigen, wie gut es mir hier schmeckt. Direkt im Anschluss begannen wir dann damit, meine Kokosnüsse für das Kokosöl zu raspeln. Man sitzt dann auf einem Stück Holz, an dem vorne ein Metallstück angebracht ist, das in einer Art halbrunden Raspel endet und dort setzt man dann eine Kokosnusshälfte

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an und reibt, damit die uns bekannten Kokosraspeln entstehen.

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Nach den ersten beiden Hälten, gab ich an David ab, der dann an Bill, der an Emma und die letzten paar machte dann Becky, Davids Schwester. Insgesamt brauchten wir zwölf Kokosnüsse, also einiges an Reiberei, aber wir haben uns dabei auch immer wieder unterhalten, also ging die Zeit relativ schnell vorbei.

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Schon als Becky an den Kokosnüssen dran war, begann Emma mit dem Mittagessen, aber ich wollte Becky nicht alleine lassen, immerhin machte sie sich da Arbeit mit meinen Kokosnüssen und Emma kam auch ganz gut alleine zurecht. Zu Mittag ließen sich dann auch die beiden Engländer wieder blicken, sie verließen aber direkt im Anschluss diese Insel Richtung „Fest“land. Es war mal wieder lecker, aber ich habe den Namen für das vergessen, was es gab. Auf jeden Fall war es ein gelber Brei mit Reis, klingt deutlich weniger lecker, als es war. Emma und ich machten uns direkt im Anschluss wieder an mein Öl: jetzt musste die Milch aus den Raspeln gepresst werden, indem drei Hände voll in ein T-Shirt gelegt wurden und dann drehte Emma auf der einen und auf der anderen Seite und mit etwas extra Druck auf den entstandenen Beutel tat sich auch etwas. Nach einer Weile nahm Emma dann beide Enden und drehte so fest sie konnte und ich drückte noch etwas extra. Dann gab es neue Hände voll und ich fragte sie: „Some new?“ Direkt übersetzt wäre das: Einiges Neues? Also eben: neue Kokosnussraspeln?, aber „new“ ist genauso betont, wie das fijianische Wort Kokosnuss („niu“) und damit konnte ich sie ordentlich verwirren. Sie starrte mich dann an und lachte tatsächlich zum ersten Mal nicht. Aber kurz danach war es der running gag. Das Pressen war wirklich anstrengend für die Hände und deswegen tat ein bisschen Winken ganz gut: David und die zwei Engländer (ich habe ihre walisische Herkunft einfach Mal ignoriert) verließen unsere Insel. Er war wirklich traurig wegen Emma, seiner Schwester und auch wegen mir. Das ist schon süß, ich kannte ihn ja nur ein paar Stunden, aber er ist wirklich ein aufgewecktes, fleißiges kleines Kerlchen! Ich war dann kurz ganz alleine Tourist auf dieser Insel, bevor 13 (!!!) neue Touristen kamen. Das Boot lag wohl schon ziemlich tief im Wasser, hat ja auch fast jeder 20kg Gepäck dabei. Angekündigt waren sechs, also hieß es ganz schön rödeln in der Küche und ich half wieder kurz mit. Es gab einen gelben Brei in einem Schüsselchen, daneben Melone und Reis, also schnitt ich Melone und sammelte von den sechs vorbereiteten Tellern wieder etwas Reis ein, damit er für alle reicht, denn genau wie gestern bekommen ja heute auch die Neuankömmlinge ihr Mittagessen etwas verspätet. Ich half dann auch beim Servieren und das hat wohl einige nachdenklich gemacht, weil mich drei Leute danach gefragt haben, warum ich denn da mitgeholfen habe. Naja, allein auf einer Insel mit Einheimischen fühlt man sich unwohl, wenn man von vorne bis hinten bedient wird und wenn man sieht, dass sie im Stress sind und man selbst daran etwas ändern könnte, hilft man eben. Kurz danach ging es dann auch schon zum Schnorcheln, da hatte ich leider Mal wieder Pech: Taucherbrille war zwischen den Gläsern mit Kondenswasser beschlagen, also konnte man nicht wirklich viel sehen. Dummerweise lief dann auch noch Wasser unter die Nase und das ist dann wirklich unangenehm. Wenn dieses Wasser dann noch weiter steigt und bis zu deinen Augen kommt … naja, jeder weiß, was Salzwasser mit deinen Augen macht. Ich war also ziemlich schnell wieder aus dem Wasser raus, aber die Fischchen habe ich schon springen sehen, als wir sie vom Boot aus fütterten und das war ja schon mein drittes Schnorcheln in Fiji, also habe ich schon einiges gesehen. Allerdings sollten das eben die allerschönsten Korallenriffe sein, naja, ich muss ja eh nochmal kommen, um meinen kleinen David zu besuchen 😉 . Der hat ganz oft gefragt, wann wir uns denn wiedersehen und als ich erzählt habe, dass ich nochmal nach Neuseeland „muss“/will, meinte er: „Diesen Oktober?“, weil sie dann von der Schule aus (komplett kostenlos!!!) nach Neuseeland fliegen. Finde ich super, dass sie das hinbekommen haben zu organisieren! Würde ich auch gern mehr darüber erfahren, aber dazu müsste ich mit einem Lehrer reden und da kenne ich leider keinen. Auch Emma würde ich unheimlich gern wiedersehen und da das Haus in diesem Sommer gebaut werden soll, gibt es wohl nächstes Jahr hier schon mindestens ein Kind und das will ich ja schon sehen (und fotografieren). Dadurch, dass hier nebendran auch Freiwillige arbeiten, kommt man schon ins Grübeln. Das wäre wirklich eine wunderschöne Art und Weise der Welt etwas „zurückzugeben“, aber jetzt geht es erst einmal nach Amerika, dann lernen, arbeiten, Examen schreiben und dann sieht man mal weiter. Es war auch überhaupt nicht schlimm, dass ich nicht schnorcheln konnte, weil ich deswegen ein bisschen Zeit hatte, in der Sonne zu liegen und dann auch noch auf Sabrina und Inga traf! Sehr schön, die beiden nochmal zu sehen und sie hatten wohl wirklich mehr Glück nach Waya Lailai, als ich! Lohnen sich die zwei Kokosnüsse vielleicht doch, wobei ich dann niemals auf Emma und David getroffen wäre! Auf dem Rückweg haben wir dann Emma und Becky wieder abgeholt, die waren nämlich Kokosnüsse sammeln und Hühnchen kaufen, weil wir ja mehr Leute sind, als geplant und deswegen brauchen wir auch mehr Essen. Ich habe schon herausgefunden, dass es nochmal die guten Bananen von gestern gibt, die wie Kartoffeln schmecken und Kartoffeln sind mir ja die liebste Beilage! Also alles wunderbar mal wieder! Noch wunderbarer wurde es, als ich meinen Holzgegenstand gefunden habe: eine Schildkröte aus extrem leichten Holz mit Verzierung, sehr schönes Ding! Jetzt fehlt nur noch ein Kissenbezug, vielleicht finde ich dort einen am Hafen oder dann am Flughafen und wenn nicht, dann zählt Fiji eben einfach zu Neuseeland. Ich war hier ja dann auch nur eine Woche, überall anders mindestens zwei, außer natürlich Lissabon, aber Lissabon ist ja auch eher dazu da, dass ich mich darauf einstellen kann, wieder nach Hause zu kommen, Fotos sortieren kann und vielleicht das ein oder andere Fotobuch erstelle. Zurück zu Fiji, Lissabon liegt (hoffentlich) noch in weiter Ferne. Dadurch, dass das hier eher Urlaub als Reisen ist, vermisse ich zum ersten Mal so richtig meine Daheimgebliebenen. Wenn man reist und jeden Tag etwas Anderes sieht und neue Menschen trifft, hat man kaum Zeit, jemanden zu vermissen, aber jetzt so im „Urlaub“ bin ich nicht so gerne alleine. Hier treffe ich auch sonst kaum einen alleine, naja, ist ja schon bald wieder vorbei. Morgen am frühen Nachmittag geht meine Fähre zurück zum Hafen: fünf Stunden lang. Ich hoffe, dass ich da dann nochmal zum Fotos aussortieren komme, das sind einfach zu viele und ich hinke hinterher: Indien ist noch nicht einmal komplett und in Australien habe ich unheimlich viel fotografiert und in den zwei Wochen Neuseeland hat sich auch einiges angesammelt. Ist ja auch schön wieder in Erinnerungen zu schwelgen. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Blog habe, ich habe schon so viele Kleinigkeiten vergessen! Aber ich bin schon wieder überall nur nicht in Fiji: Nach dem Teehaus, wo ich meine Holzschildkröte gekauft habe, bin ich mit Jan und dem anderen Deutschen zurück zum Resort gelaufen und bekam dann gleich meine Massage. Die hat so gut getan, war richtig gut und nachdem ich auf dem Bauch und dem Rücken lag und sie langsam aufhörte, dachte ich schon: Schade, dass es das schon war. Aaaaaaber ich sollte mich nur auf die Seite legen und wenn eine Seite drankommt, kommt auch die andere Seite dran und selbst danach war es noch nicht vorbei. Ich durfte nochmal auf den Bauch und bekam nochmal ein bisschen den Rücken durchgeknetet. Insgesamt wunderbar und auch nur 20FJD, also 7€ für 45 Minuten. Hätte ich die gestern schon machen lassen, hätte ich sie vielleicht heute sogar nochmal gemacht. Direkt danach musste ich das Öl loswerden und ging duschen. Und nach ein bisschen Blogschreiben war es dann schon wieder Zeit zum Abendessen, heute mit ein paar mehr Leuten. Dieser Tag war auf jeden Fall ziemlich perfekt: nette Menschen, gutes Essen, schöne Massage, super Wetter, erfolgreiches Souvenirshopping und letztendlich eine gute Nacht – hoffentlich. Der Abend zog sich dann doch noch ein bisschen, ich musste ja mein Kokosöl kochen und dabei ständig rühren, rühren, rühren. War aber ganz praktisch, weil ich dadurch in der Küche bleiben durfte, obwohl noch einige Andere in der Küche waren und ich, wenn ich nichts zu tun gehabt hätte, wahrscheinlich gegangen wäre. Außerdem blieb mir so zumindest ein Teil der peinlichen Spiele erspart, ich stehe da einfach gar nicht drauf. Nach einigem Rühren, schickte Emma mich dann doch raus, damit ich „Spaß“ habe und was passiert? Ich muss tanzen, mit den zwei anderen Deutschen zusammen, weil anscheinend ein Tanzwettbewerb gestartet wurde und die Nationen gegeneinander antreten und ich genau in DEM Moment dazustoßen musste. Tja, wir sind trotz meiner Moves nicht in die nächste Runde gekommen – gegen Makarena kommt man hier anscheinend nicht an … Emma war dann ganz begeistert von meiner Tanzerei, dass sie gleich zwei Minuten nur davon redete! Hilfe. Bill aß zu der Zeit in der Küche und fragte uns dann, ob er ein Bild von uns machen sollte und das war wohl die beste Idee des Tages:

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