Typisch LA

Manchmal muss es einfach Milka sein – so wie heute beim Blogschreiben:

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Heute Morgen konnte ich endlich ausschlafen, das schiebe ich seit Australien auf, da schlief ich an meinem ersten Tag bis 13h, hatte aber auch ordentlich Jetlag. Natürlich bin ich erst einmal um halb sieben aufgewacht, habe mich aber dann bewusst nochmal umgedreht. Ich wollte heute nicht den ganzen Tag müde durch die Gegend laufen, sondern LA genießen und meine Skype-Termine konnte ich sowieso erst später wahrnehmen. Ich habe also tatsächlich bis 11h geschlafen, hab dann endlich Mal wieder länger mit meiner Mama geskypt und danach noch mit meinem Liebsten und seiner kompletten Familie (was wirklich selten der Fall ist). Tut wie immer gut, habe noch etwas Entzugserscheinungen wegen der internetlosen Zeit auf Fiji.

Um kurz vor drei bin ich dann losgekommen und man kann sich nicht verlaufen, nicht einmal ich, denn es geht einfach nur gradaus über einige Sterne. Namen hab ich kaum welche gekannt. Viele sind auch vom Theater oder TV Serien und natürlich von älteren Filmen, die kenne ich dann alle nicht. Aber Doris Day, Alec Baldwin, Jennifer Lopez, Adam Sandler, … habe ich dann auch noch gefunden. Will aber gleich Mal nachschauen, ob es irgendwo eine Liste gibt, mit der ungefähren Position der Stars, die ich so kenne, dann kann ich beim Laufen besser darauf achten. Ich lief übrigens in diese Richtung, weil dort das Büro von Starline ist, in dem ich meinen Voucher für das 48 Stunden Hop on Hop off Ticket zu dem richtigen Ticket tauschen wollte. Ich habe dann erfahren, dass ich das einfach direkt im Bus bekomme und dann fuhr der Bus weg. Der nächste kam dann in 20 Minuten und was macht man in LA in diesen 20 Minuten? Shoppen! Direkt neben der Bushaltestelle war ein Schuhladen mit Accessoires und ich habe mich dann für einen Hut entschieden. Für LA bin ich nämlich eindeutig zu normal, schon fast langweilig. Nicht, dass ich jetzt viel cooler oder toller wäre, aber ich fühle mich zumindest so 🙂 . Ich habe 18,88USD bezahlt. Warum der Preis so komisch ist? Weil die Steuern erst nachträglich an der Kasse dazukommen. Der totale Schmarrn irgendwie. Ohne Steuern kostet der Hut 16,95USD, ein „normaler“ Preis.

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Dann war der Bus da und mir wurde alles nett erklärt: es gibt Kopfhörer, man bekommt eine Ausklapp-Karte auf der die ganzen Touren eingezeichnet sind und kann sich dann natürlich einen Platz aussuchen. Ich saß dann selbstverständlich oben, damit keine Scheibe zwischen meiner Kamera und den Sehenswürdigkeiten ist. Ich hätte sogar ganz vorne sitzen können, aber dann wären nach vorne und zur Seite Scheiben gewesen, also lieber ein Stückchen weiter hinten.

Ich konnte mir die ganzen Erklärungen sogar auf Deutsch anhören, was bei ein paar Begriffen auch ganz gut war. Zwischendrin hörte ich auch Mal in das Englische rein und auch das war super zu verstehen.

Mein Ticket gilt übrigens wirklich 48 Stunden, also nicht zwei Tage, sondern eben von dem Moment an, an dem ich es gekauft habe, 48 Stunden lang. Also war es nicht schlecht, dass ich ausgeschlafen und somit den halben Tag verpasst habe. Die anderen Touren klingen auch echt gut und morgen werde ich wohl den ganzen Tag Busfahren und einmal am Venice Beach aussteigen und mir auch den Santa Monica Pier ansehen und dann zum Fisherman’s Village laufen. Von dort nehme ich dann noch die orange Linie, die 45 Minuten braucht, um wieder zurückzukommen. Damit ich wieder komplett „nach Hause“ komme, müsste ich spätestens um 15h in den orangen Bus einsteigen. Ich starte von hier um 9h mit dem roten Bus (dorthin laufe ich ca. 30 Minuten von meinem Hostel aus), den ich heute auch schon genommen habe, steige an der Kreuzung Beverly Hills/3rd Street aus, nehme die gelbe Linie für 50 Minuten und bin dann eben um 10:50h am Santa Monica Pier. Von dort aus habe ich dann vier Stunden Zeit um zum Fisherman’s Village zu kommen und mich dort umzusehen, bevor ich den letztmöglichen Bus um 15h nehmen muss, um alles zu sehen, was ich sehen will. Für die gelaufene Strecke kann ich dann den grünen Bus für den Rückweg nehmen und somit bin ich dann um 20h wieder am Anfang und laufe zurück zum Hostel. LA ist nicht wirklich gefährlich, natürlich sollte man nicht in zweilichtige dunkle Gassen gehen, aber das mache ich ja nicht und das sollte man auch in Deutschland nicht machen. Mein Hostel liegt auch wirklich direkt am Hollywood Boulevard, also an der größten Straße dort, mir kann also nichts passieren. Wenn ich schon früher fertig bin mit dem Laufen und Village anschauen, nehme ich natürlich einen eheren Bus, nur der letztmögliche orange wäre eben um 15h, damit ich die anderen zurück noch erwische.

Übermorgen mache ich dann noch die letzten zwei Routen: lila und blau. Muss ich ja ausnutzen, dass ich das für 48 Stunden gekauft habe. Die Erklärungen sind eben auch wirklich interessant, von allem etwas dabei. Natürlich geht es hauptsächlich um Stars und Sternchen, nicht ganz so meine Welt, aber trotzdem interessant für diese zwei Tage. Ich könnte dann noch an den Universal Studios aussteigen, befürchte aber, dass ich dann nicht genug Zeit dort verbringe, weil der Eintritt mit 90USD sehr teuer ist und ich dann wirklich den kompletten Tag darin verbringen will und diese Studios schon um 10h aufmachen, der erste Bus aber um 9:30h losfährt und die lila Tour 2,5 Stunden geht. Die Univeral Studios sind ziemlich zum Schluss und deswegen könnte ich frühestens um 11:30h dort sein. Ich denke eher, dass ich dafür nochmal früher aus Santa Barbara zurückkomme. Ich bin grad durchgegangen, was ich noch machen will und habe herausgefunden, dass ich auf jeden Fall eher kommen muss. Ich fliege am 25.5. um 9h nach NY und habe schon die Nacht davor im Banana Bungalow gebucht. Am Tag davor würde ich nach Disney World, am Tag davor zu den Universal Studios oder anders herum und weil ich da ja schon immer früh da sein will, brauche ich also noch zwei zusätzlich Nächte im Banana Bungalow. Ich kläre morgen früh gleich, ob das geht und dass ich nicht nach zwei Tagen Zimmer wechseln muss für die letzte Nacht. Ich hoffe, dass sie noch etwas frei haben. Notfalls würde auch die Nacht vom 23. auf den 24. reichen, dann würde ich möglichst früh einen Bus oder den Zug von Santa Barbara nach LA nehmen und dann direkt nach Disney World oder in die Universal Studios fahren, aber dann wäre eben noch die Gepäckfrage zu klären. Ich kann es bestimmt irgendwo lassen, die Frage ist nur für wie viele USD. Mehr dazu morgen, wenn ich das herausgefunden habe. Ich wollte auch die Busverbindungen von San Francisco nach Santa Barbara und von dort nach LA checken, aber ohne Internet funktioniert das nicht. Die Verbindung ist zwar angeblich gut, aber immer, wenn ich etwas laden will, heißt es doch: keine Internetverbindung. Ist wohl immer so zwischen 20h und Mitternacht, also bekommt ihr meinen Blog immer erst, wenn es bei mir früh ist, das ist bei euch dann schon abends, aber macht ja nichts. Immerhin habe ich Internet und es ist kostenlos. Skypen passt eh besser in der früh, also alles bestens.

So jetzt aber nochmal zu meinem Tagesablauf: ich kam eben wieder am Hollywood Boulevard an, war noch kurz shoppen (Sonnenbrille und Parfüm für zusammen 10USD)

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und wollte danach eigentlich direkt zum Hostel zurück, aber da kam mir ein roter Teppich dazwischen. Ich bin tatsächlich darüber gelaufen! Aber natürlich nicht die ganze Strecke, sondern nur Mal quer – aaaaaaaber ich war drauf! Saucool schon allein da. Aber wo ein roter Teppich ist, sind auch die Stars nicht fern. Ich hätte nicht gedacht, dass ich tatsächlich so etwas zu sehen bekomme, aber ich hatte wohl Glück. Es war die Premiere von Godzilla (was ja auch der Name von meinem Campervan in Neuseeland war 😉 )

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und ich hab zwar keine Ahnung, wer darin mitspielt, auf jeden Fall war der Hauptdarsteller von Breaking Bad da, der den Vater in Malcolm mittendrin spielt und den ich wirklich erkannt habe:

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Natürlich kenne ich den Namen nicht. Außerdem habe ich den männlichen Hauptdarsteller aus einem meiner Lieblingsfilme gesehen! Die Geisha. Der Mann, in den sich die Geisha verliebt – auch da kenne ich den Namen nicht, fand es aber saugenial, den live gesehen zu haben:

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Diese Personen waren auch noch da und wurden ordentlich interviewt, aber ich muss sagen, ich hab keine Ahnung, wer sie sind, also wenn jemand den Namen kennt: her damit, damit ich angeben kann, diesen Menschen live gesehen zu haben 😉 .

Es war eine saucoole Erfahrung bei sowas dabei gewesen zu sein, hat sich fast so angefühlt, wie die Modenschauen an Paris (tausenddank nochmals an Angelika, Franziska und Stefan!). Das ist eben wirklich Alltag in LA!

Jetzt bekommt ihr noch ein paar der Infos, die ich auf meiner Bustour (rote Linie) bekommen habe:

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Hier hat Brad Pitt gearbeitet: verkleidet als Hühnchen stand er auf der Straße und lockte Menschen in diesen Laden.

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Hier wurden Teile von Oceans 11 und 12 gedreht und das Gebäude war früher einmal eine Seniorenresidenz.

Als in LA die Prohibition (Alkohohlverbot) ausgerufen wurde, führte das zu einem regelrechten Boom am Sunset Strip, weil dieser außerhalb der Stadt LA und somit außerhalb der Polizeigewalt lag, die das Alkoholverbot durchsetzte. Trotzdem war es hier illegal, aber da es keine Kontrollen gab, gab es hier die meisten „Speak Easy“’s, so wurden die illegalen Bars genannt.

Der Sunset Strip war auch erst bekannt und beliebt auf Grund der gespielten Jazzmusik, dann wurden die Jazzmusiker aber mit deutlich höheren Gagen (teilweise 10x so hoch) von dort weggelockt und einige Jahre später kam der Rock’n’Roll nach LA und seit dieser Zeit ist das das musikalische Zentrum Amerikas.

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Was hier erfunden wurde, könnt ihr erraten. Es ist nicht der Whisky. Also der Go Go, Frauen tanzen leichtbekleidet an Stangen, teilweise in Käfigen.

Als wir dann nach Beverly Hills kamen

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erfuhren wir z.B., dass die Feuerhydranten hier silber statt gelb (wie im Rest LA’s) sind und jede Straße ein eigenes Baumthema hat, was so viel heißt wie: in jeder Straße wächst nur eine bestimmte Baumsorte und in keinen zwei Straßen die gleiche. Das sieht nicht nur ordentlicher und schöner aus, sondern hilft auch bei der Orientierung. Beverly Hills hat außerdem ein eigenes Rathaus, weil es, obwohl es so nah an LA dran ist, eigenständig ist.

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Hiervon habe ich noch nie gehört. Ist aber auch kein Wunder, denn wer hier einkauft, gibt bei einem Einkauf mindestens 100.000USD aus, eher mehr. Es gibt z.B. ein Backgammon-Spiel für 750.000USD. Natürlich ist alles dann sehr exklusiv und einmalig, aber muss das sein? Für manche anscheinend schon.

Anschließend erfuhren wir, dass in den Hollywood Hills hauptsächlich Stars wohnen, es somit ziemlich teuer ist, aber angeblich rentiert sich das Geld, weil man einen wunderschönen Blick über LA hat. Allerdings gibt es dort auch Kojoten, praktisch direkt neben den Häusern und das wäre für mich ein Grund, auf diesen dauerhaften Ausblick zu verzichten. Aber natürlich hat man bei diesen Luxushäusern auch noch genug Geld für einen sicheren Zaun, der nicht nur von den Kojoten, sondern auch vor den Paparazzi schützt.

Was mir neu war, ist, dass in LA die viertgrößte Ölförderung in Amerika stattfindet. Direkt unter größeren Gebäuden befinden sich noch Ölquellen, die auch tatsächlich gefördert werden, trotz den Gebäuden darüber.

Früher war das hier teilweise Sumpfgebiet, aber 1825 hat sich der LA River (Fluss) verlagert und seitdem gibt es hier keine Sümpfe mehr.

Zwischenbericht: Es war so windig, dass es mir kurz den Hut vom Kopf geweht hat, zum Glück ist er noch im Bus gelandet und musste daraufhin den Rest der Fahrt hinter meinem Rucksack verbringen.

Das Wilshire Boulevard wurde nicht für Fußgänger, sondern für Autofahrer gebaut, was bedeutet, dass die Geschäfte dafür sorgen mussten, dass genug Parkplätze vorhanden sind und es gab hier die erste Linksabbiegerspur in Amerika, ebenso wie die erste zeitgeschaltete Ampel (in Amerika). Hier entstand dann die Autokultur, die man mit Amerika verbindet. Das Spazierengehen mit dem Auto.

Kurze Zeit später fuhren wir an einer Ausgrabungsstelle vorbei, in der schon die Knochen von Säbelzahntigern und Mammuts gefunden wurden. Warum gibt es hier so viele Knochenfunde, dass man immer noch damit beschäftigt ist, diese auszugraben? Weil es während der letzten Eiszeit eine Asphaltgrube war und als es wärmer wurde, schmolz der Asphalt und sah für die Tiere wohl aus wie ein See und deswegen sprangen/liefen sie hinein und blieben natürlich kleben. Schlecht für sie, gut für uns und unsere Wissenschaft. Hier gibt es auch ein Museum, in dem man diese Fossilien bestaunen kann und ich bin wirklich interessiert dorthin zu gehen, vielleicht schaffe ich das an dem Tag, an dem ich abends die Vorbesprechung für die Tour habe. Ich könnte meinen Rucksack hier im Hostel lassen und nachmittags abholen und dann zu dem Hotel fahren, in dem wir uns treffen und die erste Nacht verbringen. Ich bin schon sehr gespannt, was für eine Art Leute da mitgeht und wie wir uns so verstehen, wie mir die ganzen Sachen gefallen und ob es so anstrengend wird, wie ich vermute.

Wir fuhren auch noch an der Farefax Highschool vorbei, die z.B. Künstler wie die Band Red Hot Chili Peppers und Drew Berrymore hervorgebracht hat.
Während der ca. zweistündigen Fahrt sind wir sicherlich fünf Feuerwehrautos begegnet, die unglaublich laut sind, aber auch unglaublich laut sein müssen, weil LA einfach laut ist. Musik aus den Läden, Musik aus Autos, generell viel Verkehr, …
Endlich bekam ich auch das Hollywood Zeichen zu sehen:

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Es wurde 1923 erbaut, eigentlich als Werbung für ein Bauprojekt und es gab auch noch ein paar mehr Buchstaben: Hollywoodland. Die letzten vier Buchstaben fielen aber irgendwann den Berg hinunter (ich glaube wegen einem Erdbeben), auf jeden Fall stand dann eben nur noch „Hollywood“ auf dem Berg. 1973 bekam dieses Wort sogar den Status eines historischen Denkmals verliehen. 1987 hatte es dann Mal eine Sanierung nötig, die von Anwohnern ebenso bezahlt wurde, wie auch von Hugh Haffner (Inhaber des Playboy) und anderen Berühmtheiten.
Die Oscars sind auch weltberühmt und werden hier verliehen. Die Organisation, die das macht, heißt „Academy of Motion Pictures Arts and Sciences“ und befasst sich in erster Linie mit der Restaurierung älterer Filme. Leider sind schon die Hälfte aller Filme vor 1950 der Zeit zum Opfer gefallen, weil die verwendete Nitratlegierung die Negative beschädigt, wenn sie falsch gelagert werden.
1927 gab es eine der größten Neuerungen im Film: den Ton. Dafür musste natürlich ein neues Kino gebaut werden, an dem ich auch vorbeifuhr. Warner Bros. machte diesen ersten Tonfilm in eben diesem Jahr.

Der rote Teppich fand auch hier seinen Anfang: das Egyptian Theater legte ihn für eine Filmpremiere für die Stars aus, also die gleiche Verwendung wie auch heut zu Tage.
Das Magic Castle sahen wir dann auch noch. Hier treffen vor allem Zauberer aufeinander, unter anderem auch David Copperfield und Siegfried und Roy.

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Und dann habe ich noch zwei Bilder:

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Danke, Mama, dass es dich gibt und du mich auf meiner Reise so unterstützt! Wir haben uns noch kein einziges Mal über Skype gestritten und freue mich immer unheimlich darauf, dich dort zu sehen und zu hören! Danke! Alles Gute zum Muttertag! Hab dich lieb!

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