Lustig, verrückt und viel Sitzerei

Die Nacht war so gut – zu gut! Ich war noch total im Tiefschlaf als meine Uhr gepiept hat, um Sindy und mich zu wecken. Wir packten dann unsere Sachen, ich schmierte unsere Sandwiches mit Sour Cream, Schinken und Salat und waren typisch deutsch pünktlich unten in der Lobby. Wir durften dann erst einmal Zettel ausfüllen (nebenbei aßen wir unseren Jogurt) und hatten noch vier zu unserer Gruppe dazubekommen: eine Schweizerin, eine Australierin und noch zwei Norwegerinnen. Also sind auf unsere Tour nur zwei männliche Teilnehmer: Nick aus England, den ich schon im Hostel in Fiji getroffen habe, und der Neuseeländer, der mit seiner Freundin da ist.

Einer der inzwischen vier Norwegerinnen war schlecht, dass sie sogar überlegt hat, gar nicht mitzugehen, aber unser Guide „überredete“ sie, weil er sagte, dass wir immer wieder bei einem Arzt halten könnten und dass das kein Problem wäre. Sie musste sich wohl viel übergeben und deswegen war sie eindeutig dehydriert und damit kenne ich mich ja aus, also gab es eine Runde Elektrolyte. Ich musste aber wirklich neben ihr sitzen bleiben, dass sie sie trinkt, weil sie meinte, ihr ginge es beim Trinken noch schlechter, aber das war bei mir auch so und ich wusste aber auch, dass es danach definitiv besser geht, deswegen habe ich sie durch meine Anwesenheit „gezwungen“ zu trinken und als wir später beim Einkaufen waren, meinte sie, dass es ihr wirklich wieder gut geht und fragte mich, ob ich Ärtzin oder Krankenschwester oder so wäre. Nein, bin ich nicht. Habe ich auch nicht vor, aber wenn man reist bekommt man sowas eben mit. Hätte nie gedacht, dass das mit den Elektrolyten so viel ausmacht, aber habe es ja eben selbst erfahren.

Unseren Guide mag ich nicht so megamäßig.

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Er ist so einer, der sich selbst cool und lässig und so witzig findet. Wir durften uns dann um kurz vor 9h in unser Auto quetschen, das um Einiges enger ist, als gedacht.

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Wir sitzen zu dritt in einer Reihe und schon so, dass Bein an Bein und Arm an Arm sind. Eine Norwegerin saß dann mit in unsere Reihe, hat aber versucht zu schlafen und deswegen konnten wir uns gut zu zweit unterhalten, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Nicht einmal eine Stunde später waren wir am Walmart Parkplatz. Das ist eine Art riesiger Supermarkt. Kein Großmarkt, weil es gibt auch alles in „normalen“ Größen, nur sehr viel Auswahl und günstiger. Vielleicht ähnlich einem real. Wir besprachen dann zusammen, was wir essen wollen und was wir dafür einkaufen müssen. Kam mir nicht so richtig durchdacht vor, aber unser Guide meinte, wir hätten ein ganze gutes Essens-Budget und könnten somit auch die gute Schokolade, das teurere Obst und die besseren Cornflakes kaufen. Sindy und ich schnappten uns dann den Zettel für das heutige Abendessen und da hatte sich unsere Gruppe für Wraps mit Hühnchen, scharfer Soße, Bohnen, Mais etc. entschieden. Zum Nachtisch sollte es Obstsalat geben, also hatten wir ordentlich was einzukaufen.

Zwischenbericht: Das mit dem Benzin habe ich falsch erzählt. Die Angabe ist zwar 4,38USD, aber das ist nicht der Preis für einen Liter, sondern eine Gallone, das sind in etwa vier Liter. War mir nicht bewusst, dass es nicht nur Meilen statt Kilometer, sondern auch andere Flüssigkeitseinheiten gibt. Das bedeutet also, dass ein Liter ca. 1,10USD kostet, das sind 85Cent und somit ist das wirklich günstig und gibt mehr Sinn, weil ich eben wusste, dass es immer heißt, dass das Benzin in den USA günstiger ist, als bei uns in Deutschland und ganz Europa.

Nachdem wir unsere Liste abgearbeitet haben, ließen wir unseren Wagen bei Nick (er verriet uns später, dass wir gut eingekauft haben, dass nichts nachgeholt werden musste – wir können’s halt!) und machten uns auf die Suche nach den Schlafsäcken, weil wir beide noch einen brauchten. Ich habe in Deutschland schon danach geguckt, aber er sollte bei 0°C zu verwenden sein und die waren dann zu teuer und zu schwer und zu sperrig, dafür, dass ich den für eine Woche brauche. Außerdem stand auf dem Zettel, auf dem die Tour beschrieben wurde, dass man dort einen Schlafsack für 40€ erwerben könnte. Alle, die ich gefunden habe, hätten 180€ und mehr gekostet, also noch ein Grund den Schlafsack erst hier zu kaufen: nimmt bis dorthin keinen Platz weg, Gewicht spare ich mir auch und Geld spare ich mir eben auch noch. Als wir dann vor den Schlafsäcken standen, gab es grad noch zwei von den günstigsten, die warm genug sind für unsere Reise und die waren aber riesig! Sindy hat sich für den günstigeren entschieden und lässt ihn einfach in Amerika, weil er eben zu groß ist, um ihn mitzunehmen und sie einen besseren zu Hause hat. Ich habe mich dann für den kleinen entschieden. Selbst wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich den kleinen genommen, weil ich mir gedacht habe, dass ich den großen definitiv nicht mitnehme und somit 40USD „verschenke“. Ich werde den ja auch nicht innerhalb weniger Tage in San Francisco verkauft bekommen. Der kleine war natürlich teurer: 80USD, aber ich nehme ihn auf jeden Fall mit nach Hause (oder gebe ihm meinem Cousin, den ich in NY treffe und der danach nach LA und SF geht und wahrscheinlich die gleiche Tour machen will, auf der ich seit heute bin, weil wir einfach alles sehen, was man so sehen will/muss/kann) und kann ihn dort verkaufen oder eben behalten. Ich denke nicht, dass ich nochmal einen Schlafsack brauche, der bis 0°C geht, aber der ist jetzt eben schon echt gut und so klein und leicht! Habe ja noch Zeit, mir das zu überlegen.

Als wir dann unsere Schlafsäcke und unsere Naschsachen (die braucht man auf langen Busfahrten) gezahlt hatten (wir wagten uns an die Selbstkassier-Kassen, also wo man seine Sachen selbst scannt und dann bezahlt, geht mit Karte und bar), sahen wir gerade noch, wie die letzten Artikel unseres Großeinkaufs für die Gruppe über den Scanner gezogen wurden und als unser Guide dann bezahlen wollte, funktikonierte seine Kreditkarte von g adventures nicht und er telefonierte erst einmal. Die Kassiererin wurde ganz nervös, weil sie die nächsten ja nicht kassieren konnte, solang nicht bezahlt ist, aber unser Guide ließ sich gar nicht stressen. Irgendwann funktionierte es dann doch oder er benutzte einfach seine Kreditkarte, auf jeden Fall bezahlte er 389USD für uns 14 Personen für heute Mittag, heute Abend, morgen Frühstück und Mittag, weil abends bekommen wir Pizza, ist auch inklusive. Für morgen Abend ist nämlich der Sonnenuntergang am Grand Canyon angesagt und das bedeutet, dass wir nicht viel Zeit haben zu kochen etc. Das Frühstück am Tag darauf sollte auch noch von diesem Einkauf aus bestritten werden können. Es wurde auch Einiges an Obst gekauft, was wohl so zu essen ist, wenn man eben will.

Kurz nachdem wir dann alles eingeräumt hatten und losgefahren waren, hielten wir schon wieder – um zu tanken: 90USD. Wir hatten zwischendrin mehrmals die Wahl, ob wir schon hier Mittagessen wollen oder ob wir noch in den Joshua Tree Nationalpark fahren und wir waren einstimmig dafür, dass wir unser erstes Mittagessen an unserem Ziel, dem Nationalpark, haben wollten. Auf der Fahrt sahen sich Sindy und ich Mal wieder meine Fotos an, die ich schon aussortiert, bearbeitet und in Facebook gestellt hatte: Thailand, Indien, Australien, Neuseeland.

Mittags um 13:30h waren wir dann wirklich im Joshua Tree Park und weil ich kurz aufs Klo musste, war schon alles an Essen aufgebaut und geschnitten, als ich zurückkam. Eine fixe und fleißige Gruppe haben wir da! Es gab, wie so oft auf solchen Reisen, Wraps mit Gemüse und Wurstscheiben, weil wir in Amerika sind gab es noch Majo – klar! Wir durften danach einen kleinen Spaziergang machen:

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Und danach machten wir uns schon wieder auf den Weg. Wir hielten nur noch kurz am Eingangsschild, damit wir Fotos machen können. Ich saß aber so doof, dass ich den Steve (unser Guide) fragte, ob er nicht schnell das Foto machen könnte, hat er auch:

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Aber weil er eben auch ein wenig verrückt und seltsam ist, hat er auch noch ein Selfie von sich gemacht. Für diejenigen, die diesen neuen Trend noch nicht mitbekommen haben: man macht ein Foto von sich selbst, meistens mit einer Grimasse oder einem lustigen Blick. Da gibt es dann auch Telfies, also Selfies mit Zunge, weil Zunge auf Englisch Tongue heißt. Wie gesagt: unser Guide ist nicht ganz normal:

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Deswegen komme ich auch nicht so ganz mit ihm klar. Ich wollte ihm auch die Kamera erklären und er meinte dann nur: er hätte schon einmal eine Kamera bedient. Sorry, aber ich erkläre das lieber etwas zu genau, weil ich es schon so oft hatte, dass jemand kein Foto hinbekommen hat, weil ich eine winzige Kleinigkeit nicht erklärt habe, wie zum Beispiel, dass man nach dem halb durchdrücken (fokussieren), den Finger (natürlich) auf dem Auslöser lassen muss und dann ganz durchdrückt, um auszulösen. So viele nehmen ihren Finger nochmal weg und drücken dann durch, dann will meine Kamera aber erst neu fotografieren. Das Ergebnis: kein Bild. Deswegen lieber einmal mehr erklärt und so ein freches Kommentar kassiert, wie kein Foto zu haben. Nächstes Mal muss ich das aber wieder selbst machen, war nicht 1000%ig zufrieden.

Als wir dann endlich wieder alle im Auto saßen (manche brauchen extrem lang, um ein Foto zu schießen), waren drei Stunden Fahrt angekündigt, aber nach 30 Minuten hielten wir schon wieder an: tanken für 55USD, ist also nicht wirklich sparsam unser Auto mit Anhänger. Dieses Mal vertrieben wir uns die Zeit mit einem Quiz auf Sindy’s Smartphone. Außerdem funktionierte jetzt auch Mal kurz das Wifi, das ja angekündigt war und ich konnte ein paar Mails an meine Liebsten verschicken.

Um 18:30h kamen wir dann an unserem ersten Campingplatz dieser Tour an und weil die Sindy und ich so viele Tüten mit in dem engen Auto hatten, brauchten wir eine Weile, uns zu sortieren und bis dahin war schon wieder der ganze Anhänger ausgeräumt. Wie gesagt, fix und fleißig unsere Gruppe. Uns wurde dann groß und breit erkärt, wie wir unsere Zelte aufbauten und eigentlich waren es einfach nur zwei Stangen, die man zusammenstecken muss und an denen Klips befestigt werden müssen. Das wars. Man konnte dann noch einen Regenschutz darüber ziehen und natürlich brauchte man auch ein vier Heringe, um das Zelt am Boden zu befestigen. Zum Glück gab es auch blaue Planen, auf die wir unsere Zelte stellten, sonst wären sie am nächsten Morgen ziemlich nass gewesen. Es gab in unserer Gruppe tatsächlich Leute, die anscheinend noch nie ein Zelt aufgebaut haben und leider auch welche, die meinten, sie wären die absoluten Profis und müssten allen helfen, weil sie das ja so drauf haben. Naja. Wir rollten dann unsere Matten aus, öffneten unsere Schlafsäcke und legten unser großes Gepäck (ich meinen Rucksack, Sindy ihren Koffer) auf die Seite des Zelts, von der der Wind kommt, um es nochmal zu befestigen. Andere hatten nämlich zusätzlich Schnüre mit nochmal vier Heringen, aber bei uns waren nicht einmal die vier für das Zelt dabei, die mussten wir aus der anderen Zelttasche holen, die zum Glück noch übrig war. Nach fünf Minuten war unser Zelt also aufgebaut und eingeräumt und ich sprintete los, um den Sonnenuntergang zu fotografieren:

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Auf dem Rückweg kamen wir dann auf die verrückte Idee, in diesen Fluss, der direkt neben unserem Zeltplatz verläuft, zu springen, wie unser Guide heute Morgen vorgeschlagen hat: in den Colorado River. Und weil wir eben ganz tief im Herzen doch ein bisschen verrückt sind, haben wir das dann auch gemacht:

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Es war tatsächlich nur die ersten 10 Sekunden arschkalt. Entschuldigt den Ausdruck, aber der sagt genau das aus, was er soll. Es war echt kalt. Aber nach ein bisschen Herumhopsen und Jammern ging es und wir wollten nicht einmal unbedingt raus. Zum Glück hat die eine Norwegerin, die mit in unserer Reihe im Auto saß, das mit meiner Kamera hinbekommen! Kurz nachdem wir außen waren, kam Tina, die einzige Amerikanerin unserer Gruppe aus Chicago, und wollte auch ins Wasser. Ging aber dann nur bis zur Hüfte mit mir zusammen:

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Die Sindy schickte ich dann nochmal rein, um sie zu fotografieren:

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Es war auf jeden Fall eine witzige Aktion! Würde ich sofort wieder machen 🙂 .

Dummerweise hatten wir deswegen schon wieder eine Essensvorbereitung verpasst. Das Hühnchen war schon angebraten und das Gemüse geschnibbelt, also ging es gleich an die Wraps. Wir hatten für den Obstsalat dann eigentlich zwei Melonen, einige Banenen und Äpfel eingeplant. Die Erdbeeren, die wir im Supermarkt gefunden haben, waren alle leicht matschig und teilweise schon verschimmelt. Direkt nach dem Essen verzogen, aber weil der Fluss die Lichter der gegenüberliegende Stadt so schön reflektiert hat, musste ich nochmal ein Foto machen:

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Um 22h gab ich dann auf meinen Blog zu schreiben, die Konzentration war einfach nicht mehr genügend vorhanden und da wir eh genug Autofahren, habe ich ihn einfach jetzt (12.05.14 14:48h) fertig geschrieben und gestern Abend nur ein paar Notizen gemacht, damit ich auch die vielen Kleinigkeiten nicht vergessen kann.

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