Vegas, Baby!

Heute durften wir sehr früh aufstehen, taten das aber gerne, immerhin ging es um den Sonnenaufgang am beeindruckenden Grand Canyon: 4:45h. Um 5h konnten wir schon abfahren, nachdem wir eine Minute auf Anne warteten, bis ich die Norwegerinnen fragte, ob sie denn noch kommt und sie das mit „nein“ beantwortet. Gehören anscheinend auch nicht zu den Cleversten. Alle sind da, außer sie und wir warten noch. Könnte man ja Mal darauf kommen, Bescheid zu sagen, dass die Person, auf die alle warten, nicht kommt. Während wir auf die Sonne warteten, checkte Steve die Temperatur: 0°C. Das bedeutet, wir haben bei 0°C gezeltet. Sowas würde mir ja in Deutschland auch nicht einfallen. Es war nachts auch wirklich kalt, besonders an den Beinen. Obenrum kann man super noch einen Pulli mehr anziehen, aber so viele Hosen habe ich nicht dabei, vor allem kann ich die nicht übereinander anziehen. Oben kann man auch den Schlafsack besser um sich herum enger ziehen, unten geht das nicht besonders gut. Der Sonnenaufgang war dann auch wirklich sehr beeindruckend anzusehen. Also es hat sich definitiv gelohnt, so früh aufzustehen, auch wenn heute Vegas-Abend ist, was bedeutet, dass wir nicht früh ins Bett kommen.

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Das Abbauen klappte dann auch wieder ganz gut, nur die Norwegerinnen bildeten sich ein erst frühstücken und dann Zelt abbauen zu müssen, weswegen sie uns beim Hängereinräumen aufhielten: die Zelte müssen nämlich als Erstes rein. Wir kamen dann schon um 7:15h los. Nach einigen Klopausen kam dann die Mittagspause um 12h kurz vor Vegas. Steve meinte, sobald wir nach Vegas kommen, wären wir alle zu aufgeregt und würden nicht mehr zuhören. Er organisierte uns ein paar Karten und erklärte uns dann, wo unser Hotel wäre und wohin wir mit der Limo fahren, wo wir aussteigen, was wir sehen werden und wohin die Leute, die abends weggehen, hingehen werden, weil er ja durch einen Freund kostenlosen Eintritt organisiert hat. Bevor wir dann aber zum Hotel kamen, gingen wir shoppen, weil, auch ich, nicht die richtigen Klamotten zum Weggehen dabei hatten. Immerhin sind wir Backpacker und da macht sich ein schickes Kleid nicht so gut, man braucht es ja sonst auch nicht. Aber Einige von uns werden wohl nie mehr in Vegas weggehen und da will man dann schon gut aussehen. Die Zeitvorgabe für das einkaufen: 45 Minuten. Ich brauchte auf jeden Fall Schuhe, habe ja nur Flipflops, Turn- und Wanderschuhe dabei, nicht gerade die Art von Schuhen, die ich zum Weggehen anziehen will. Super wäre auch noch ein Kleid und auf jeden Fall brauche ich eine Handtasche. Ich muss ja meinen Reisepass vorzeigen, um in den Club zu kommen. Ich hätte lieber meinen deutschen Ausweis mitgenommen, weil ich den nicht zum Ausreisen benötige, aber es hieß, dass die Kontrolleure am Eingang oft nur Reisepässe akzeptieren. Ist ja auch verständlich, wenn aus 100en Ländern Pässe zu kontrollieren wären, gäbe es sicherlich viele gefälschte. Deswegen brauche ich auf jeden Fall eine Handtasche. Sindy ist ja noch unter 21 und war nicht so interessiert daran, auszugehen, dass sie nicht versuchen wollte, reinzukommen und somit konnte sie mich voll bei meiner Suche unterstützen. Im ersten Schuhladen, den wir fanden, sahen alle Schuhe so altmodisch aus – außer die paar auf der einen Seite und ich habe dort tatsächlich absolute Lieblingsschuhe gefunden! Es gab die allerdings bunte, schwarze und weiße und deswegen beschlossen wir, erst nach Kleid und/oder Handtasche zu suchen, bevor ich mich für eine Farbe entscheide. Wir liefen also in den nächsten Laden, aber dort war alles zu leger, zu locker, zu freizeitmäßig. Dort trafen wir auch nochmal Daniela, aber wir fanden beide nichts, was interessant gewesen wäre. Also wieder raus, man kann sich bei 45 Minuten nicht lange in einem Laden aufhalten, bei dem man eigentlich auf den ersten Blick sieht, dass es hier nichts gibt. Ich sah dann in dem einen Laden ein rotes Kleid mit weißen Punkten, das wollte ich mir genauer ansehen. Die anderen Kleider im Schaufenster sahen schon wieder so unmodern aus und außerdem wirkten sie so groß, dass ich mir, als ich im Laden stand, nicht sicher war, ob es hier nur Übergrößen gibt. Ein Stück weiter hinten im Laden hätte ich dafür von fast jedem Stand ein Kleid mit in die Umkleide nehmen können. Ich hatte dann ca. vier Stück dabei und als mir endlich eine Verkäuferin eine Kabine aufschloss und meinen Namen an die Tür schrieb, probierte ich sie nacheinander an und war mit keinem besonders zufrieden, bis ich mein absolutes Traumkleid anprobierte. Einfach wunderwunderschön. Bodenlang, schwarz, mit Spitze am Rücken, Wasserfallausschnitt. Einfach perfekt. Aber eigentlich zu gut zum Weggehen in Vegas. Also kaufte ich die bunten Schuhe, weil ich plante, meine kurzen Jeans mit einem Top und den Schuhen anzuziehen. Danach gingen wir noch nach einer Tasche gucken, in dem Laden, in dem die Klamotten definitiv nicht passend waren. Schon wieder ein absoluter Glücksgriff: van Heussen Tasche, 80% reduziert auf 17USD, türkis, wunderschön. An der Kasse war vor mir dann noch ein älterer Herr, der einige Hemden gekauft hatte. Ich freute mich erst, als ich sah, dass er mit Kreditkarte bezahlen wollte, aber dann dauerte das länger, wie wenn er einfach bar gezahlt hätte. Es war inzwischen fünf Minuten vor Ende der Zeit und wir wollten, typisch deutsch, natürlich pünktlich sein und die anderen nicht warten lassen. Ich konnte grad noch so bezahlen, dass wir nach einem Sprint zum Auto, pünktlich ankamen. Zehn Minuten später kam Nick an, nochmal fünf Minuten später, extrem langsam gehend, Anne und Hannah, zwei der Norwegerinnen. Das nervt. Wenn man schon so spät dran ist, könnte man zumindest schneller laufen. Natürlich zeigten wir uns, wie richtige Freundinnen auch, gegenseitig unsere Ausbeute und ich hörte schon hier von so vielen, dass das Kleid so toll aussieht, dass ich schon dort beschloss, es doch anzuziehen.

Meine Ausbeute (Kleid gibts weiter unten):

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Einige von uns planten, den Abend ordentlich mit Alkohol zu begießen und weil es natürlich teuer ist, sich Drinks in einem Club zu kaufen, hielten wir auch noch an einem Getränkeladen, der sich eher als Supermarkt entpuppte. Sindy und ich kauften uns Energy Drinks

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und Limo, Alkohol brauche ich einfach nicht zum Feiern, aber nach dem frühen Aufstehen wusste ich nicht, ob ich ohne Energy Drink die Nacht durchhalte. Ich war auf meiner Reise noch gar nicht abends weg und auch vor meiner Reise schon ewig nicht mehr tanzen, also wollte ich definitiv heute weggehen, immerhin sind wir in Vegas! Und ich bin mir einigermaßen sicher, dass ich nicht nochmal hierher kommen werde.

Wir waren dann alle wirklich froh, am Hotel anzukommen, um zu entspannen und uns für abends herauszuputzen. 80% von uns hatten auch nicht geduscht, während wir nur zelteten und freuten sich deswegen auch auf die Dusche!

Bis wir dann auf unserem Zimmer waren, dauerte es aber noch ein bisschen: erst standen wir am falschen Eingang, dann warteten wir eine Weile auf Steve, bis er mit unseren Schlüsselkarten kam, das Gepäckausladen kostete auch Zeit und dann gingen wir auch noch zu den falschen Aufzügen. Die gingen nämlich nur bis in den neunten Stock und wir mussten aber in die 15. Etage. Irgendwann waren Sindy und ich dann tatsächlich in unserem schönen Hotelzimmer. Hier hatten wir nicht nur ein eigenes Bad, riesige weiche saubere Betten und Platz ohne Ende, sondern auch Internet, also konnte ich endlich duschen, die ersten beiden Blogs von dieser Tour hochladen und mich fertigmachen. Ich gehe endlich mal wieder aus! Oder wie unsere Schweizerin sagt: in den Ausgang gehen!

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Um 19h trafen wir uns in Steve’s Zimmer, in dem Steve aber nicht war. Stattdessen fanden wir dort einen Zettel, dass er in einem anderen Zimmer zu finden wäre: einer Suit. Wir hatten nämlich vor, Essen zu gehen, aber in der näheren Umgebung gab es nichts, das gut genug und günstig genug gewesen wäre. Er wollte uns auch nicht nochmal im Camper durch die Gegend fahren, also bestellte er etwas ins Hotel und weil wir einige Leute waren, brauchten wir mehr Platz und unser Steve hat ja Kontakte, also bekam er eine Suit. Es gab Nudeln, Lasagne, Spaghetti, Salat und Schokokuchen. (Es hieß, wir sollten dafür je 10USD zahlen, aber als ich am 16.5.14 nachfragte, hieß es, wir müssen nichts zahlen, weil er in Vegas Geld gewonnen hätte und uns das sozusagen ausgeben würde. Passt natürlich auch 😉 .) Also eine gute Grundlage für alle, die vorhatten gut zu trinken und das waren leider einige. Die meisten starteten auch schon während dem Essen. Eigentlich tranken alle, außer Jen (Australien) und Tina (Chicago). Ich nahm zwei Schlucke bei Sindy, die vom Nick versorgt wurde, aber noch alles kontrolliert. Unsere Schweizerin war auch gut in Feierlaune und eine der ersten, die sich an die Stange traute, die bei uns in in der Limo befestigt war. In der Limo war auch ein anderer Guide (Fernando) mit seiner Gruppe, die nur aus vier Personen bestand, die mit in die Limo wollten. Das ist die „bessere“ Tour, also Übernachtungen im Hotel etc., aber ich bin froh, dass wir campen. Das ist eine ganz andere Erfahrung und hier geht es ja eben auch um die Natur und in den meisten Nationalparks gibt es eben nur Campingplätze und keine Hotels, das bedeutet, wenn du in einem Hotel übernachten willst, musst du abends länger fahren und wenn man beispielsweise den Sonnenaufgang am Grand Canyon ansehen wollen würde, müsste man schon um 4h losfahren.

Die Gruppenerfahrung ist dann natürlich auch ganz anders, wie wenn wir abends zusammen kochen, essen und abspülen. Wenn wir im Hotel sind, verziehen wir uns auch auf unsere Zimmer, duschen, gehen ins Internet und reden nur noch mit unserem Bettnachbarn. Die Limo

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(in der man stehen kann, was ein riesiger Vorteil ist!)

fuhr also um 20:30h los, wir hielten ab und zu:

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unter anderem auch am Las Vegas Schild:

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Das Endergebnis sah dann so aus: die kleinste Norwegerin war richtig betrunken, erbrach sich auch schon im Klo und ging deswegen mit ihrer Freundin zurück zum Hotel. Nick war zwar auch richtig betrunken, lief aber noch mit Steve, Rebecca, Anne, Hannah, Daniela, Olli, Pearl und mir erste zum Bellagio Brunnen, an dem abends in regelmäßigen Abständen Wasserspiele stattfinden und danach zu dem Club, in dem wir sogar in den VIP Bereich durften, weil Steve das irgendwie organisiert hatte. Die beiden Norwegerinnen, die nur angetrunken und nicht komplett betrunken waren, wie die eine, die schon zurück zum Hotel ist, kamen nicht mit rein, weil sie eben noch keine 21 waren. Sindy, Tina und Jen machten sahen sich in der Zeit die Lichter Las Vegas an und Sindy machte ein paar super Fotos, nachdem ich ihr eine halbe Stunde lang meine Kamera und mein Stativ erklärt habe. Wirklich super Ergebnisse! Ich hab meine Kamera schon so vielen Leuten erklärt und es gab so viele, die nicht einmal bei bestem Licht ein Foto zu Stande bringen und nachts habe ich auch noch Probleme Fotos zu machen:

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Schon auf dem Weg zum Club verschwand Nick ab und zu, weil er einmal einem Hund nachlief, weil ihm plötzlich einfiel, dass er Hunde mag und einmal blieb er einfach stehen, um auf andere zu warten, obwohl er der Letzte war. Rebecca meinte irgendwann, sie macht sich nur noch Sorgen um Mädels, weil Jungs können selbst auf sich aufpassen und weil wir ihn dann auch im Club verloren haben und nicht mehr finden konnten, musste ich diese Haltung auch übernehmen. Er hat keinem gesagt, wohin er noch wollte und deswegen erfuhren wir erst am nächsten Tag, dass er spielen gehen wollte und, laut eigener Aussage, danach wieder auf Null herauskam. Er lief dann auch als Einziger zum Hotel, um Geld zu sparen, alle anderen nahmen sich ein Taxi, das hier wirklich günstig ist. Die zwei Norwegerinnen, die nicht mit in den Club kamen, fuhren auch direkt zum Hotel zurück. Weggehen unter 21 ist zwar möglich in Vegas, abr dienstags ist in diesen Clubs nicht viel los und wegen dem frühen Aufstehen waren sie eben auch wirklich müde.

Der „Bekannte“ vom Steve, der uns in den Club und die VIP Lounge brachte hieß Maxwell. Er erzählte irgendwann davon, dass er früher mit dem Ausweis seines Bruders, der auch dabei saß, in die Clubs kam und er versteht, dass das nervig für unsere Norwegerinnen ist, weil sie eben zu Hause schon weggehen dürfen.

Der VIP Bereich war dann super ausgestattet: Orangensaft, Cranberrysaft, eine Flasche Vodka, Sprite und immer wenn grad ein Glas ausgeschenkt wurde und die Karaffe wieder am Tisch stand, kam eine neue Karaffe. Das verhielt sich mit der Vodka-Flasche natürlich nicht so. Davon gab es nur eine – Gott sei Dank. Nach einer Weile verschwanden dann Daniela und Steve zum Tanzen, wie der Rest (Rebecca, Pearl, Olli und ich) dachten, aber als sie nach einer Weile immer noch nicht zurück waren, meinte Rebecca, sie wären heimgegangen. Aber Daniela war so begeistert von allem: Vegas, weggehen, Club, VIP Lounge, Parfüms auf den Toiletten, … dass ich mir das nicht vorstellen konnte. Wir drei Mädels gingen dann auch nochmal tanzen und hielten die Augen auf, aber weder Nick noch Daniela und Steve waren zu sehen und somit beschlossen wir dann, weil ja auch wir um 4:45h aufgestanden waren, uns langsam auf den Rückweg zu machen. Wie es so oft bei Betrunkenen oder gut Angetrunkenen vorkommt, hatten sie erst einmal Hunger, also zum nächsten McDonalds und obwohl alle noch normal liefen und redeten, erfuhr ich am nächsten Tag, dass sie sich seit Mitternacht an nichts mehr erinnern konnten. Um diese Zeit sind wir drei Mädels zum Tanzen gegangen. Auf jeden Fall wurde dann noch beschlossen, dass wir uns das Mirage (mit dem Vulkan) und Treasure Island ansehen wollten. Hier hat man dann aber gemerkt, dass es Dienstag ist – nichts los. Vulkan bricht um Mitternacht das letzte Mal aus, also nahmen wir dann von dort ein Taxi und damit wir Mal ins Bett kommen, bezahlte ich und sammelte am nächsten von den Dreien je 2,50USD ein, denn das Taxi hat wirklich nur 10USD gekostet.

Übrigens hieß der Club, in den wir kamen, Pure.

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Ist wohl einer der bekannteren, aber ich interessierte mich vor Vegas nicht besonders dafür und muss auch sagen, dass es mir jetzt auch egal ist, welche Clubs dort so sind. Ich fands toll, dass ich das Bellagio sehen durfte, weil das eben aus den Oceans Filmen bekannt ist.

Am nächsten Morgen erfuhren wir dann, dass Daniela und Steve spielen gegangen sind, weil Daniela das plötzlich wollte. Sie setzte 20USD und ging mit 80USD raus, hat sich also gelohnt. Und Steve muss auch etwas beim Roulette gewonnen haben, weil er uns eben das Abendessen ausgab, obwohl es vorher hieß, wir müssten dafür 10USD zahlen.

Der Abend war super, aber auch anstrengend und ich habe nicht gespielt, das bereue ich etwas. Wäre schon cool gewesen einmal in Las Vegas zu spielen. Vielleicht komme ich ja doch nochmal? Fotos kann man hier auf jeden Fall super machen! Und man trifft lauter (verrückte) Menschen!

Um 2:30h war ich dann im Hotel und Sindy kam mit ihren zwei Mädels nur eine Stunde vorher heim, waren also auch viel unterwegs. Um 3h schlief ich dann auch, war also fast 23 Stunden wach. Das brauche ich nicht nochmal.

PS: Das Badlicht in unserem Hotelzimmer ging nicht. Das heißt Klo gehen im Dunkeln, duschen mit offener Tür und schminken am Schreibtisch.

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