Ausschlafen? – Fehlanzeige.

Sindy und ich haben uns wirklich große Mühe gegeben auszuschlafen, aber ab 7:30h waren wir komplett wach. Keine Chance noch länger zu schlafen. Also waren wir schon um 8h beim Frühstück.

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Es gab Orangensaft auf dem Tisch und sobald man saß kam auch schon ein Teller mit einer Scheibe Schinken, zwei Scheiben Käse, etwas Salat und etwas Obstsalat. Außerdem wurde auch ein Körbchen gebracht, in dem sich für jeden drei Scheiben Toast, ein kleines Croissant und Butter und Marmelade befand. Kurz nachdem wir saßen kamen auch schon die zwei Norwegerinnen Helene und Kat. Kurz danach auch schon Rebecca und als wir gingen Pearl und Oli. Natürlich gab es auch Kaffee und Tee, da durfte man sich selbst bedienen und die Kellogs durfte man sich auch selbst nehmen und glücklicherweise gab es sogar unsere Choco Puffs. Eindeutig die besten Kellogs.

Zurück im Zimmer konnte ich Mal wieder skypen und die Mama erzählte von einem Schulball an ihrer Förderschule und wie sehr dieser den Kindern gefallen hat, wie aufgeregt sie waren und dass dieser Abend ein voller Erfolg war! Außerdem wäre sie dort von einer jungen Frau ausgefragt worden, die freie Reporterin ist und sich damit etwas dazu verdient. Wäre das nicht auch etwas für mich?, dachte ich mir und genau in dem Moment sagte meine liebe Mama: das könntest du doch auch machen, schreiben kannst du ja und Fotos machen auch. Ja, das klingt auf jeden Fall interessant, aber ich hätte da gern noch mehr Meinungen. Ihr lest ja, was ich hier so fabriziere, könnte so etwas auch in einer Zeitung stehen? Ihr wart extrem sparsam mit Kommentaren in letzter Zeit (leider), deswegen fordere ich euch hiermit Mal ganz direkt auf: Bitte schreibt mir, was ihr davon haltet! Ich würde mir zutrauen, dass ich das hinbekomme, die Frage ist nur: Will das jemand lesen?! Das ist dann kein „Ich bin auf einem Elefanten geritten“ oder „ich war im thailändischen Regenwald“ oder „ich war allein als Blondine in Indien“ oder „ich fahre mit einem Camper durch Neuseeland“, sondern etwas Alltägliches, Normales.

Wir mussten ja zum Glück erst um 12h auschecken und konnten deswegen noch ein bisschen entspannen, bevor wir ab 11h wirklich packen mussten, denn wir hatten alles ganz gut verstreut 🙂 , aber dazu sind so große Hotelzimmer ja auch da. In Hostels hat man dazu nicht den Platz und die Böden sind (meistens) weniger sauber, als hier in so einem schicken Hotel. Ich gab meiner lieben Sindy auch noch alle meine Bilder, weil sie ja immer Mal wieder Model stehen durfte und sie den Yosemite fast komplett verpasst hat.

Wir saßen dann noch kurz in der Lobby, um die Bilder fertig zu kopieren und dann ging es los zu Sindys Hostel – durch die schlechteste Gegend San Franciscos. Wie wir später erfuhren.

Ich wurde dann gleich Mal angesprochen: „Hey Blondie – was geht?“, also sind nicht einmal in Amerika Blondinen normale Menschen. Ein weiteres Abenteuer bescherte mein Hut, der sich einfach verabschiedete. Ich hatte ihn wirklich fest auf dem Kopf und so lange der Wind von vorne kam, war alles bestens. Dann liefen wir über eine Ampel an einer Kreuzung. Das wars. Weg ist er. Aber ich habe ihn noch gesehen und suchte ihn unter parkenden Autos. Nochmal aufgesetzt wurde er natürlich nicht.

Wir waren also doppelt froh an Sindys Hostel angekommen zu sein: einmal weil wir es gefunden hatten und zweitens, weil wir heil an den vielen Obdachlosen vorbeigekommen sind. Ich wartete in der Lobby – eine ganze Weile. Wir sahen beide den Aufzug nicht, also trug meine Kleine (ich weiß, dass du das nicht magst 🙂 ) ihren schweren großen und unhandlichen Koffer zwei Stockwerke nach oben, merkte dann, dass ihr Schlüssel irgendwie nicht passt, kommt also nach 15 Minuten wieder runter, tauscht ihn um, probiert wieder und trifft dann auf ihre neuen Zimmerkollegen, die sie nicht einfach so abspeisen will und ich warte in der Zeit unten. Aber bei mir passierte auch etwas Spannendes: anscheinend steckte jemand im Aufzug fest (das passiert hier wohl öfter, wenn jemand an einer Aufzugtür zieht, während er noch fährt). War also vielleicht ganz gut, dass meine Sindy den nicht entdeckt hat. Das wäre schon ein Mini-Albtraum in einem Aufzug stecken zu bleiben.

Als ich sie dann endlich wieder hatte, liefen wir zu meinem Hostel – bergauf. Mit meinem ganzen Gepäck. Juhu.

Wir kamen dann um 14h an und mein Hostel ist eindeutig unfähiger als Sindys. Ich konnte noch nicht einchecken, weil das erst ab 15h geht. Man muss aber schon um 10h auschecken. Was machen die dann in der ganzen Zeit?! Beziehen und abziehen muss man nämlich selbst. Sie müssten nur die wärmere Decke (die nicht gewaschen wird) wieder zusammenlegen. Ich fragte dann, ob ich schon einmal waschen könnte und bekam erst ein „ja“, dann ein „nein“ aus dem Nebenraum. Das würde erst ab 17h gehen, davor werden wahrscheinlich die Bettwäsche und Handtücher gewaschen. Also geht das auch nicht. Immerhin konnte ich mein Gepäck da lassen. Es hieß aber, der Raum wäre offen, war er natürlich nicht. So ein Raum sollte ja auch verdammt nochmal nicht offen sein, sonst gäbe das mit dem Gepäckraum ja gar keinen Sinn!

Inzwischen war es ja schon spät und unser Frühstück eine ganze Weile her, somit waren wir von der einen Sekunde auf die andere extrem hungrig und machten uns auf zum Union Square. Dort wäre laut meiner Rezeption eine Eisdiele. Wir fanden dann ein Einkaufszentrum namens „macy“ mit einer Cheesecake Factory und einem Restaurant. Bei beidem waren die Schlangen aber extrem lang und wie gesagt, wir waren hungrig! Also wieder raus und direkt am Union Square in ein Café. Ich gönnte mir einen Chai Latte (sehr lecker) und ein Eis, das allerdings total mini war und 3,75USD gekostet hat! Unverschämt und nicht einmal besonders gut! Sindy gönnte sich einen Erdbeer-Softcake mit Pudding, einen Orangensaft und eine Sprite und bestellte sich leider auch ein Eis. Hätte sie meine Miniportion vorher gesehen, hätte sie sich keines bestellt. Ich mir aber auch nicht. Das war nicht einmal eine Kugel Eis in diesem kleinen Becher!

Immerhin hatten wir etwas zu essen. Ich aß dann noch ein paar der Wraps, die ich mir noch während der Tour gekauft habe und bekam Besuch von einem Spatz, den ich mit einigen Tricks letztendlich hierzu brachte:

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Süß, oder? Er kam auch immer wieder zurück. Sindy bezweifelt ja, dass es der gleiche war, aber ich bin mir sicher, dass er mir treu blieb 🙂 .

Schon als wir Richtung Union Square liefen, sah ich die vielen Kunststände dort und für mich war klar: da muss ich mich umsehen.

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Sindy war mit Handy und Wifi bechäftigt, mein Spatz war anscheinend satt, er kehrte auf jeden Fall nicht zurück, also ging ich Kunstgucken – und -shoppen. Zuerst sah ich mir ein paar Bronzefiguren an, eine Peace-Statue gefiel mir besonders gut und darunter stand „Peace 256“ und ich bin davon ausgegangen, dass das eine Nummer sein musste und fragte nach dem Preis. Der nette Mann antwortete mir: „Müsste drauf stehen“ und von hinten schlich sich dann wohl der Künstler an und meinte „Das ist ein Prototyp, davon gibt es grad keine anderen, das ist die einzige dieser Figuren.“ Okay, aber deswegen habe ich trotzdem keine 256USD für eine 12cm große Bronzeskulptur.

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Trotzdem fand ich alles sehr beeindruckend, aber da das so gar nicht in meinem finanziellen Rahmen liegt, verzog ich mich dann nach zwei weiteren Minuten nur gucken nicht anfassen an den nächsten Stand. Die Reproduktionen waren dann auch in meinem Budget, aber das ist ja irgendwie nur ein Foto vom Kunstwerk, das kommt nicht in Frage. Also weiter geht’s. Ein Fotograf war auch unter den Künstlern und ich sah mir jedes einzelne Bild an, bestimmt über 100 Stück und fand drei Stück, die mich beeindruckten. Das wars. Entweder ich sehe die Kunst nicht oder habe einen komplett anderen Geschmack. Die Bilder waren teilweise sogar unscharf an den Stellen, die ich als wichtig erachten würde. Natürlich sind meine Bilder auch nicht immer an den richtigen Stellen scharf, aber ich verkaufe sie ja auch (noch) nicht. Das wäre wirklich ein kleiner Traum: mit meinem Schreiben und vor allem mit meinen Bildern Geld verdienen. Ich weiß nicht, ob ich das hier schon erwähnt habe, aber eine Webdesignerin will sich mit mir treffen, wenn ich wieder in Deutschland bin, weil sie sich für meine Fotos auf Facebook interessiert. Das wäre so unheimlich schön, wenn sich da etwas ergeben würde! Vielleicht sogar kleinere Reisen?! Wenn ich nach Hause komme, stehen ja sowieso die schönen deutschen Städte auf meinem Plan. Es kann nicht sein, dass ich in Asien, Australien, Fiji und sonst wo war, aber noch nie in Berlin oder Hamburg. Dort gibt es auch so viele interessante Ecken und so viele Dinge zu fotografieren!

Jetzt aber wieder zurück zu dieser Reise. Ich fand dann noch einen Stand, an dem ich von einem Frosch magisch angezogen wurde: den muss ich haben. Außerdem fand ich wieder etwas für meine liebe Mama, die auf Tulpen steht. Ich hoffe, Mama, du findet ein Plätzchen dafür!

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Natürlich kann ich hier jetzt nicht erwähnen, wie viel ich bezahlt habe, aber ich habe einen Rabatt bekommen und musste zum Bezahlen den Union Square verlassen, weil die Künstler nur ausstellen, nicht auf dem Union Square verkaufen dürfen. Komische Regelung, aber das ist eben Ami-Land.

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Während ich über den Kunstmarkt flannierte spielte auch noch eine Band, bestehend aus drei asiatisch aussehenden, aber auf englisch singenden Jungs, die sicher noch keine 22 waren. Sie waren einigermaßen gut, nur mit dem Mikrophon stimmte von Zeit zu Zeit etwas nicht, aber da können sie wahrscheinlich nichts dafür. Auf jeden Fall liebe ich San Francisco, genau wie Melbourne, für diese Straßenkunst.

Sindy war inzwischen gelangweilt/besorgt/genervt? von meiner Abwesenheit, aber ich hatte sie vorgewarnt: ich und Kunst das dauert! Wir suchten auf jeden Fall ganz besonders sinnvolle Räumlichkeiten im macy auf, bevor wir zu Victoria’s Secret aufmachten. Leider gab es dort wirklich so gar nichts, was mich ansprach. Alles zu neon, zu komisch, zu viel.

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Ich habe nichts gegen bunt, aber ein neonoranger BH?! Nein, danke. Hier wurde Sindy dann auch wieder etwas schlecht und ich begleitete sie zu ihrem Hostel. Auf meinem „Heimweg“ zu meinem Hostel, schaute ich nochmal bei „Pink“ rein, das hängt mit Victoria’s Secret zusammen und ist direkt im Laden nebendran, aber auch dort war nichts für mich dabei. Ich machte also nur ein paar Fotos, checkte endlich ein, wusch meine Wäsche, nutzte das Internet und brachte grad noch meine Wäsche in einen Trockner, bevor ich mich zu unserer Tina aufmachte. Sie wohnt in Chicago, war auch mit auf unserer Tour und hatte heute Geburtstag. Unsere komplette Gruppe hatte ihr gestern schon ein Geschenk überreicht, weil einige inzwischen schon abgereist waren, also war das nicht mehr so ganz ein Geburtstagsessen, aber trotzdem lief es unter diesem Namen und ich kam natürlich, auch wenn das 30 Minuten zügiges Laufen bedeutete. Sindy blieb in ihrem Hostel und als ich vor Tinas Hostel saß, war kein anderer von uns zu sehen. Um punkt 19h kam dann Tina aus der Tür und meinte: die Norwegerinnen wären am anderen Ende der Stadt beim Feiern, weil heute norwegisches Nationalfeiertag ist und sie wohl eine Gruppe gefunden haben, die diesen Tag auch in San Francisco feiern. Daniela schrieb erst um kurz nach 19h, dass sie gerade erst in ihrem Hostel angekommen wäre, wo auch immer sie davor war und Nick und Jen waren ja schon abgereist. Rebecca mit Freunden verabredet und Sindy lag krank im Bett. Also nur wir zwei, was ich wirklich schade fand, aber nicht ändern konnte. Wir liefen nur ein paar Häuser weiter zu „Paris Pizza“ und Tina nahm zwei große Käsepizza-Stücke, während ich mir eine ganze Paris-Pizza bestellte, die mit Hühnchen, Feta, Oliven und Mozarella belegt war.

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Super lecker und nicht allzu teuer, dafür, dass etwas übrig blieb und ich das die nächsten Tage essen konnte. Wir haben uns super unterhalten, ich musste Mal wirklich komplett Englisch reden, und ich zeigte ihr ein Video in youtube, in dem die verschiedenen deutschen Dialekte vorgestellt wurden, um ihr zu zeigen, dass sächsich seltsam klingt. Hat sie auch heraushören können 🙂 .

Um 22h machte ich mich auf den Rückweg. Klar war es schon dunkel, aber die Straßen sind super ausgeleuchtet und es sind viele Leute auf der Straße unterwegs. Ich passe ja auch auf mich auf und hatte nie eine komische oder unangenehme Situation auf dem Weg. Ich verlief mich nur kurz, beziehungsweise lief etwas zu weit und dann wieder zurück, weil ich damit rechnete, dass ich noch viel weiter laufen müsste. Um 22:30h war ich dann in meinem Hostel, legte noch meine Wäsche zusammen, der Trockner war ja noch nicht fertig, als ich gegangen bin und meldete mich für eine kostenlose Stadtführung an, von der Tina mir einen Flyer gegeben hatte. Ich schrieb auch noch Sindy, dass wir das wahrscheinlich machen und sie sich doch auch anmelden soll. Das tat sie auch am nächsten Morgen, weil es ihr wieder besser ging. Um halb zwölf kam ich dann auch endlich Mal zum Schlafen.

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