Bagel- und Bustag

Wie gestern ausgemacht, trafen Sindy und ich uns um 8h vor meinem Hostel, um frühstücken zu gehen. Wir wollten eigentlich gestern Abend noch zusammen spazierengehen, aber wir waren beide nicht mehr motiviert. Wenn man einmal im Hostel im Bett liegt …

Ich hatte von einem Zimmerkollegen drei Orte genannt bekommen, die alle nur zwei Blocks von hier entfernt liegen und dorthin machten wir uns auf. Sindy bestellte sich dann einen Cappuchino, einen Bagel mit Nutella und einen Zimtmuffin. Ich einen Chai Latte (leider nicht so gut, wie der vom Café am Union Square), einen Nuss-Cranberry (oder Kirsch?) Muffin und einen Bagel mit einer Creme aus getrockneten Tomaten und Feta. Soweit ich weiß, war das mein erster Bagel in meinem ganzen Leben und ich mochte ihn 🙂 . Besser als die Pancakes war er hundert Mal!

Sie begleitete mich dann noch zum Hostel, ich holte meinen Rucksack, gab meine Bettwäsche und mein Handtuch ab und bekam meine 10USD zurück, weil ich meine Schlüsselkarte zurückgab. Dann konnte ich auch schon losmarschieren und weil Sindy vom Union Square aus eine Bustour machen wollte, sie hatte ja noch Zeit dazu, begleitete sie mich ein Stück (letztendlich ein ganzes Stück „zu weit“).

Wir verabschiedeten uns und machten auch schon aus, dass wir uns in Deutschland wiedersehen! Gegen Ende sind wir uns gegenseitig ganz schön auf die Nerven gegangen, aber so lange war ich eben noch nie mit jemandem zusammen unterwegs und ich reise ja schon absichtlich allein und Sindy isst eben nicht alles, da gibt’s dann schon Mal Scherereien, aber nur kurzweilige selbstverständlich.

Ich lief danach noch sicherlich zwei Minuten mit einem Grinsen auf dem Gesicht durch die Gegend. Sie ist einfach speziell, ein bisschen verrückt und eindeutig jünger als ich! Und nichts davon meine ich negativ!

Nach weiteren 20 Minuten laufen (Google Maps hatte einmal mehr eine unrichtige Zeitangabe ausgerechnet), stand ich dann vor dem Greyhound Büro, bekam mein Ticket und durfte einsteigen. Und jetzt kommt ein Teil, den ich direkt schreiben musste, weil es mich so genervt hat:

Ich bin echt angepisst! Bestell ich extra den Greyhoundbus, weil es heißt, dass alle Greyhoundbusse in Amerika Wifi haben und dann werde ich aber nicht in einem Greyhoundbus nach Santa Barbara gefahren, sondern in irgendeinem Bus, in dem es weder Wifi, noch USB Anschlüsse, noch bequeme Sitze gibt. Ich glaub’s echt nicht. Habe auch schon eine Mail an Greyhound geschickt, in der ich mein Geld zurückforder. Es kann nicht sein, dass ich über Tag fahre und kein Wifi habe, wenn es auf den Internetseiten so angepriesen wird. Außerdem hieß es Abfahrt 10:30h und wir sind erst um 11h losgefahren.

Ja, inzwischen habe ich mich wieder beruhigt, die Mail schicke ich aber trotzdem ab. Ich habe wirklich bei Greyhound gebucht, weil ich wusste, dass es bequem ist, ich hier in Amerika sicherlich Wifi habe und den USB Anschluss hätte ich super für meine Kameraakkus gebrauchen können, die sind nämlich alle leer, weil ein Wackelkontakt am USB-Anschluss das Laden teilweise verhindert.

Die Fahrt war dann ganz okay. Der Bus schaukelte ganz schön, trotzdem schaffte ich es, für eine Stunde wegzudösen. Zwischendrin hieß es, das Internet würde funktionieren, tat es aber nicht, nur während wir an einer Haltestelle standen, weil in der Nähe ein Büro von Greyhound war und wir im Bus von dort das Internet anzapfen konnten. Sobald wir also wieder fuhren, war diese Verbindung dahin. Aber wie gesagt, ich habe mich damit abgefunden! Ich nutze die Zeit super für meine Blogs und schaffe es sogar noch die Tags, also die Schlüsselwörter unter denen man diesen Eintrag finden kann, auszuwählen und die passenden Bilder auszusuchen. Ich muss also sobald ich in Santa Barbara ankomme nur noch Internet finden (das sollte ich im Hostel haben) und dann kann ich die fehlenden Beiträge hochladen.

Um 15:15h machten wir laut Busfahrer eigentlich nur eine halbe Stunde Pause, also kaufte ich mir meinen dritten und vierten Bagel und da es vom Frühstück heute kein Foto gab, gibt es jetzt eins:

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Einer vegetarisch (weil günstiger) und einen Ei-Bacon-Käse (weil Lust darauf). Zu Trinken hat mir gestern ein Zimmerkollege eine Flasche Wasser mitgebracht. Natürlich habe ich ihm Geld dafür gegeben, aber ob er sie mitbringen soll, hat er extra vorher gefragt. Sehr freundlich! Dieser Zimmerkollege war auch der, der mir die Frühstücks-Restaurants empfahl. Er studiert Geschichte in San Francisco und ist gerade auf der Suche nach einer Wohnung und weil das Hostel günstig ist, bleibt er gerade er hier. Am Freitag will er aber in ein Hotel ziehen, um Mal wieder ein Einzelzimmer zu haben. Kann ich super nachvollziehen! Richtig in einem Hostel wohnen, so wie er das gerade macht, will ich wirklich nicht auf längere Zeit!

Zurück zur Busfahrt: kurz vor der Weiterfahrt nach der Pause hieß es plötzlich, man soll seine Jacke vom Vordersitz entfernen und nachdem das erledigt war, kam der Fahrer noch einmal und wollte, dass man das Gepäck vom Sitz nimmt. Wirklich seltsam, denn es stiegen kaum Leute ein und keiner setzt sich freiwillig neben jemand Fremden, wenn man die Möglichkeit hat, alleine zu sitzen. Wie auch immer. Sobald wir fahren kommt mein Rucksack wieder auf den Sitz.

Aber das mit dem Weiterfahren verzögert sich jetzt noch deutlich, weil unser Bus kaputt ist. Super! Absolut super! Genau das hat mir noch gefehlt. Und wisst ihr, wie lange wir warten sollen? Zwei Stunden! Das sagt er jetzt, wo wir eigentlich schon seit einer Stunde wieder fahren wollten. Also drei Stunden Verspätung! Oh Mann ey! Heute ist anscheinend nicht mein Tag! Jetzt brauche ich die Pause in Santa Barbara noch dringender!

Natürlich fängt man ein bisschen an zu quatschen, wenn man weiß, dass man so lange an einem Ort im wahrsten Sinne des Wortes festsitzt. Und die nächste Person, die bei mir saß (ich saß nach zwei Sitzwechseln ganz hinten; ich wollte nämlich meine Füße auf den Vordersitz legen und beim zweiten Halt stieg jemand ein, der sich von den 40 übrigen Sitzen genau den vor mir aussuchte; dummerweise suchte ich mir dann Sitze aus, die nach jedem Ruckeln fünf Mal länger wackeln, als die restlichen, also Sitzwechsel Nummer 2) war ein Ami aus Santa Barbara, der in San Francisco auf die Schule geht, um dann sein financial degree zu bekommen und Immobilienmakler zu werden. Er ist 19 und lebt seit 10 Jahren in Santa Barbara, will demnächst nach Orange County ziehen und hatte heute schon mehrfach Pech mit seinen Transportmitteln (zu viel Gepäck für einen anderen Bus, Kreditkarte funktionierte nicht, als er ein Zugticket kaufen wollte und jetzt sitzen wir ja im selben Boot – äh Bus). Die zweite der drei Stunden ist gerade vorbei und er hat sich aufgemacht, um etwas Wasser zu kaufen. Ich kann es echt nicht glauben, dass ich jetzt hier sitze und darauf warte, dass uns ein anderer Bus abholt. Schockierend finde ich auch, dass der Bus die ganze Zeit läuft – super für die Umwelt. Aber wir brauchen ja die Klimaanlage hier innen. Uns wurde auch nicht genau gesagt, was eigentlich das Problem mit dem Bus ist, nur, dass wir nicht weiterfahren können und eben (noch) zwei Stunden warten müssen, bis der nächste Bus da ist und uns weiterbringt. Praktischerweise konnte mir mein neuer Ami-Freund sagen, was ich in Santa Barbara so machen kann: natürlich gibt es den Strand und eine Einkaufsstraße, aber was ich noch nicht wusste, ist, dass es auch ein Kunstmuseum gibt und es gut ist, sich ein Fahrrad auszuleihen, um am Strand entlang zu fahren. Ich könnte sogar wandern gehen, aber ich glaube, ich bin erst einmal genug gelaufen! Ich freue mich auf Strand und Meer!

Wir sind hier um 15:15h angekommen und hatten eine halbe Stunde Pause eingeplant. Jetzt ist es 20:40h und wir fahren gerade los. Ich kann es nicht glauben, dass wir wirklich vier Stunden auf einen neuen Bus warten mussten! Und wir erwarteten jetzt alle einen Bus mit USB Ports und Wifi und was bekamen wir? Einen nach Toilette stinkenden Bus mit Steckdosen, die nur auf einer Seite funktionieren und kein Wifi, keine USB Ports. Die Koffer etc. mussten auch nur wir Fahrgäste in den anderen Bus räumen, die Busfahrer haben nichts gemacht!

Ich zeigte Andrew, so heißt mein Ami hier, meine Fotos von Thailand, Indien, Australien und Neuseeland und zeigte sich wirklich begeistert 🙂 . Das freut mich natürlich. Sind grad fertig geworden und es ist schon 22:15h, aber wir haben noch mindestens 2,5 Stunden vor uns. Mir ist dann grad eingefallen, dass vielleicht keiner mehr an der Rezeption sitzt, wenn ich da um 1h nachts antanze. Das Internet funktionierte eben nicht, also nutzte ich das Smartphone von Andrew um in mein e-Mail Postfach zu schauen, die Telefonnummer herauszusuchen und dort anzurufen. Es nahm dann auch gleich jemand ab und ich erklärte, dass mein Bus zu spät kommt und ich wahrscheinlich so um 1h da bin und es hieß, ich soll nochmal anrufen, wenn ich dann da bin. Jetzt wurde ich aber zurückgerufen und der Mann erklärte mir wirklich sehr freundlich, deutlich und langsam, dass ich einfach mit einem vierstelligen Code durch die Haupttür komme, auf der Rezeption, die dann geschlossen ist, ein Umschlag mit meinem Schlüssel darin liegt und mein Zimmer im oberen Stockwerk ist, Zimmer 8. Sie lassen die Lichter im Gemeinschaftsraum an, damit ich mich zurechtfinden kann und sie meinten, ich würde die Toiletten sehen. Meine Bettwäsche wäre dann auf meinem Bett und alles Weitere machen wir morgen früh. Da bin ich auch wirklich dankbar dafür! Ich will ja auch Mal ins Bett dann. Die sind wirklich schon wieder nett, klangen kein bisschen genervt oder so. Ich meine, ich kann ja auch nichts dafür und ich wäre auch eindeutig lieber schon längst im Tiefschlaf in meinem Hostel in Santa Barbara, als hier im Bus. Ich wollte diese Strecke ja auch mit Absicht am Tag fahren, damit ich etwas von der Umgebung sehen kann und jetzt fahre ich doch bei Nacht, ohne Internet, ohne USB Ports, dafür MIT vier Stunden Verspätung.

Letztendlich war ich um 1:20h am Hostel, weil sich die Busfahrer beim Gepäckentladen auch noch ein bisschen angestellt haben. Kein Wunder, dass das davor immer so ewig gedauert hat. Zum Glück haben mich Andrew und sein Vater zum Hostel gefahren, auf Laufen hätte ich jetzt wirklich keine Lust mehr gehabt! Und das mit dem Umschlag hat auch super geklappt, hab sogar einen Brief bekommen 😉

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Ich teile mein Zimmer:

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mit Dirk aus Nordrhein-Westfalen, 27 Jahre alt, Master in Volkswirtschaft, reist schon sehr lange, war z.B. mit 16 Jahren schon zwei Monate in Peking zum Austausch und bleibt hier auch zwei Nächte und fährt dann mit seinem Mietwagen nach LA und übernachtet dort – welch Wunder – im gleichen Hostel wie ich. Also nimmt er mich mit, ich muss meinen Rucksack nicht durch die Gegend tragen und mir nicht heraussuchen, wie ich zum Bahnhof komme etc. Er will allerdings schon um 10h losfahren, weil er unterwegs immer Mal wieder anhalten will. Ich hätte mir lieber noch Santa Barbara angeschaut, aber dann geht das eben nur morgen noch.

Ich habe für den ganzen Tag für Essen und Trinken 25USD ausgegeben. Das muss in den nächsten Tagen weniger werden und deswegen mache ich morgen auf die Suche nach einem Supermarkt und/oder einem Gemüseladen. Denn gesünder ist auch etwas, wobei ich mir jetzt mehr Mühe geben muss. Außerdem will ich in Santa Barbara auch anfangen, Sport zu machen. Ich weiß noch nicht genau wie und wo, aber ihr erfahrt es ja dann, wenn ihr noch schon mitlest! A propos mitlesen: liebe Grüße und vielen Dank für das Vegas-Frisur-Kompliment an meine Hausfriseurin Claudia! Und wenn ich schon beim Grüßen bin auch an Mamas Nagelfrau Silke, die dank Facebook auch auf dem Laufenden bleibt!

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