Brückentag

Für den heutigen Tag hätte ich viele Namen gefunden: Metro-Tag, Familientag, Boottag, … aber „Brückentag“ ist so schön doppeldeutig.

Ich musste heute leider wieder den Wecker stellen und wurden zum ersten Mal seit Langem auch wieder von diesem geweckt. War erst einmal kurz verwirrt: Woher kommt bloß dieses Piepsen? Es kann unmöglich schon 8h sein!? Aber es hört nicht auf … Ist es etwa mein Wecker? Meine Uhr? Wo hab ich die nochmal hin?

Wach war ich dann in jedem Fall. Zum Glück habe ich lecker Kellogs, die mich munter machen und um 8:50h stand ich bei der Rezeption, um mir Tickets für Freitag zu sichern. Ich habe damit gerechnet, dass ich mich in den Lobbybereich drängeln muss und mir schon Taktiken überlegt, wie ich weiter nach vorne komme, aber als ich dann da war, waren nur noch zwei andere Jungs da und die sind nach zwei Minuten sogar gegangen! Also keine Sau da für die Tickets. Wir haben dann bei der anschließenden Walking Tour noch darüber spekuliert und mein Guide meinte, dass Einige vielleicht gar nicht bis Freitag bleiben und somit erst noch Leute Tickets kaufen, die erst heute, morgen oder übermorgen einchecken. Ich war auf jeden Fall die Erste und habe somit locker drei Tickets bekommen:

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Drei? Klaro! Tante und Cousin kommen auch mit! Wir können uns hier am Freitag um 17h am Hostel treffen und mit den anderen zusammen dorthin gehen (es gibt wohl sowas wie Kennenlernspielchen, damit man sich lieb hat) oder man geht direkt dorthin. Um 19h gehts los. Wir haben uns noch für keine Variante entschieden, von Kennenlernspielchen habe ich allerdings die Nase voll …

Um 10h ging dann von hier aus die Walking Tour los, zumindest war das der Plan. Aber die Leute sind erst nach und nach eingetrudelt und deswegen kamen wir erst um 10:30h los. Mitglieder der Gruppe: der deutsche Max aus Duisburg, ein Inder der in Michigan studiert, eine Barsilianerin aus Sao Paulo, eine Japanerin in den 60ern, ein Australier der auch bei gefühlten 40°C mit seiner Jacke herumläuft und eben unser Guide:

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(ist freundlicher, als er auf diesem Bild aussieht)

Und das waren die Aussichten unserer Walking Tour von der Promenade zur Brooklyn Bridge, direkt auf der Brooklyn Bridge und auf allen Wegen davor und danach:

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Das letzte hier hat Anspruch auf „Lieblingsbild in NY“. An diese Stelle muss ich definitiv nochmal und noch mehr dieser Bilder machen. Die Kinder spielen auf dem Spielplatz und gehen zwischendrin zum Zaun und sehen sich das Stadt an. Total niedlich!

Diese Schlösser haben natürlich die gleiche Bedeutung wie in Paris: man wirft den Schlüssel ins Wasser, kann somit das Schloss nicht mehr entfernen und das ist eben das Symbol dafür, dass man sich ewig liebt, so ewig wie das Schloss dort hängt. Komischerweise gibt es auch hier so viele Zahlenschlösser…?!

Ich kaufte auf der Brooklyn Bridge zwei Kohlezeichnungen, sauschön! Vielleicht gibts da morgen ein Bild davon, ansonsten erst, wenn sie zu Hause an der Wand hängen – in drei Wochen! Ja, in drei verdammt kurzen Wochen ist meine Reise schon wieder vorbei. Uuuuuunglaublich, wirklich.

Ich wollte also nochmal ins Hostel, um die Zeichnungen wegzubringen und mich umzuziehen. Es ist einfach viel viel zu heiß hier! Ich habe schon mit so 20°C gerechnet, aber das waren heute 82°F, das sind 28°C! Das ist wirklich zu warm, nicht nur für Menschen, auch für den Müll. Es hat wirklich unheimlich gestunken! Schlimmer als in Delhi und Bangkok! Gegen Nachmittag wurde es besser, aber noch während der Walking Tour war es kaum auszuhalten. Bevor wir übrigens mit „walking“, also laufen, angefangen haben, sind wir einige Stationen mit der U-Bahn gefahren. Ich hatte noch kein Metroticket, aber das war schnell gekauft: 30USD für eine Woche so viel U-Bahn und Bus fahren wie ich will. Das ist günstig, finde ich! Und ich hatte dann gleich Hilfe beim Bedienen des Automaten, wobei der wirklich logisch war. Nach einer Station sind wir umgestiegen, um in die Express-Bahn zu kommen. Mussten aber auch dort nach einer Station raus, einfach, weil die U-Bahn aus unerklärten Gründen nicht mehr weiterfuhr. Also nochmal umsteigen und dann aber an der Station raus, an der wir raus wollten. Gut, dass wir nur so eine kleine Gruppe waren, dann konnte man immer gut stehen bleiben, ohne gleich jemandem im Weg zu sein. Wir liefen dann ein bisschen durch Brooklyn, an der Promenade entlang und bekamen ein paar Infos über die Brücke: sie wurde von einer Familie gebaut bzw. finanziert und während dem Bau starben Vater und Sohn und die Mutter brachte das Projekt dann allein zum Abschluss. Aber keiner wollte die Brücke nutzen, weil das die erste dieser Konstruktion war und die größte noch dazu. Die Menschen konnten sich nicht vorstellen, dass sie halten wird. Irgendwann kam dann ein Zirkus in die Stadt und ließ drei Elefanten darüber laufen und alle Wagen darüber fahren (gleichzeitig) und die Brücke hielt. Heute fahren hier Autos darüber, laufen Menschen und auch Fahrradfahrer nutzen die Brücke. Alles gleichzeitig. Und sie hält! Aber natürlich muss das ein Ungetüm gewesen sein, denn damals waren dort keine Wolkenkratzer und Hochhäuser, sondern normale flache kleine Häuser und von der Brücke konnte man hinabsehen. Heute muss man hinaufsehen, um Dächer zu sehen oder zu erahnen.

Wir kauften uns noch ein Eis, das aber so schnell schmolz, dass ich kein Bild davon machen konnte…

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und liefen dann auch über die Brücke selbst und trennten uns danach, aber unser Guide erklärte uns noch, wo wir jetzt am Besten Essen gehen können, was es hier in der Gegend sonst noch zu sehen gibt und auch, wie es zum Hostel zurückgeht. Letzteres war dann für mich interessant.

Als ich mich wieder auf den Weg machte, hatte ich mich für meine Las Vegas Schuhe entschieden. Ich dachte, ich will gut aussehen, etwas mehr nach New York, als nach Diespeck. Das war definitiv keine gute Idee. Ich will jetzt hier kein Foto von meinen kaputten Füßen reinstellen (sonst gibt es wieder das: Ihh, Füße – Kommentar von Markus und Finn; dieses Mal wäre es berechtigt), aber stellt euch einfach vor, wie Füße in nicht eingelaufenen hohen Schuhen nach mehreren Meilen aussehen könnten.

Unterwegs holte ich noch meinen New York Pass ab, der erst anfängt, wenn ich ihn bei der ersten Attraktion verwende, also nach meiner Tour, wenn meine Tante und mein Cousin wieder weg sind, weil das wird nochmal viel Gerenne und Gehetze, damit ich den voll ausnutze und möglichst viel sehen kann! Leider kann ich sie gar nicht für ein Musical begeistern, also trennen wir uns entweder für einen Abend (wobei ich die Gesellschaft schon sehr genieße) oder ich mache das eben auch noch in meiner letzten NY-Woche. Wahrscheinlich eher Nr. 2.

Meinen Hop on-Hop off habe ich auch schon abgeholt, einfach, weil ich dort nicht nochmal hinlaufen wollte. Der fängt leider sofort an, gilt also bis übermorgen 15h. Mal gucken, was ich bis dahin noch fahre. Wirklich Lust habe ich da grad nicht drauf.

A propos Bus: Ich habe eine Antwort von Greyhound. Ich bekomme meine 43 gezahlten USD zurück! Lohnt sich also, sich zu beschweren! Ich muss nur dort anrufen und meine Kreditkartendetails durchgeben. Das müsste ich hinbekommen. Dafür warte ich doch dann gerne ein paar Stunden in Santa Cruz!

Aber nochmal zu heute. Ich war dann irgendwann vorm Hilton angekommen und wartete noch einen Moment. Und in diesem Moment wurde ich vom Sicherheitsmann angesprochen. Ich dachte kurz, er will mir sagen, ich darf hier nicht sitzen, das ist ja das Hilton! Aber dann meinte er, was ich denn hier so mache, woher ich bin, was ich noch sehen will, etc. Irgendwann holte er sich dann etwas zu trinken und fragte mich, ob ich auch etwas will. Und seine Visitenkarte gab er mir auch: Sänger, Komponist und Liedtexter. Achja, anscheinend auch ein geplatzer NYC-Traum. Stattdessen ist er Sicherheitsmann vorm Hilton.
Irgendwann machte ich dann einen großen Lockenkopf aus und tatsächlich! Er wars! Mein lieber Cousin Ali oder Alex, wie es mir grad so über die Lippen kommt. Das war pure Freude 🙂 . Ich durfte dann auch mit ins Zimmer und nachdem ich die Yankee-Karten übergeben habe und wir ein paar liebe Worte ausgetauscht haben (wie man das eben so macht 😛 ), gingen wir zum Concierge in die Lobby, der für meine zwei lieben Verwandten zwei Tickets für die Hafenrundfahrt bucht, die ich von Deutschland aus schon gebucht habe. Hat auch super geklappt, also bin ich heute Abend nicht allein!

Der Ali war dann auf der Suche nach einer Kamera und als wir uns einmal mit der Metro verfahren hatten (beide wollten auch eine Wochenkarte haben), stiegen wir dann richtig aus, Anna und ich tranken einen Kaffee während der Ali die Straße noch ein Stück weiterläuft, aber ohne Kamera zurückkommt.

Um 18:45h waren wir dann am Pier 83, nachdem wir nochmal Metro fahren und ein Stück laufen mussten. Weil meine Schuhe mich wirklich umgebracht haben, zog ich sie für dieses Stück aus. Wir mussten uns ja auch ein bisschen beeilen, denn um 19h fuhr das Boot ab.

Nachdem wir unsere Voucher (Anna und Ali haben beim Concierge bezahlen können/müssen) eingetauscht hatten, durften wir an Board gehen. Für die besten Plätze waren wir natürlich dann zu spät, aber wir haben trotzdem gute Fotos machen können:

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Die Bilder sind ganz gut geworden, dafür, dass sie von einem sich bewegendem Boot geschossen wurden, aber New York bei Nacht ist einfach zu schön, um nur mäßig gute Bilder zu liefern, deswegen begleitet mich mindestens der Ali bei einer nächtlichen (oder spät abendlichen) Fototour durch New York City, die Stadt, die niemals schläft. Vielleicht sogar schon morgen! Mal sehen, was der Tag so bringt!
Ein Gruppenbild gehört natürlich zu so einem Tag wie die Blasen an den Füßen:

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Tada, hier ist es! Es war mir eine große Freude, New York mit euch zusammen zu erkunden und ich freue mich auf weitere Minuten und Stunden! Gute Nacht, schlaft gut und bis morgen 11h am USS Main Memorial!

Lustigste Sache des Tages: Ich habe in meinem Hostel kostenloses und gutes Internet auf dem Zimmer. Tante und Cousin müssen im Hilton in die Lobby gehen oder zahlen 😀 .

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