Highline – Geheimtip?

Für heute hatten wir die Kreuzung 33ste und siebte als Treffpunkt ausgemacht und dazu musste ich an der Penn Station, 34ste Straße aussteigen und weil das zu viele zahlen waren, wartete ich an der 34sten und siebten Straße. Um 10:30h war ausgemacht und um 10:40h ging ich vorsichtshalber nochmal zur 33. und 7., aber niemand da. Um 11h sammelte mich dann die Anna an der 34. und 7. ein und brachte mich zur 33. und 7., die eigentlich ausgemacht war… für so einen Fall wäre ein Handy doch ganz sinnvoll, aber wir haben uns ja dann gefunden. Die beiden waren heute schon auf dem Empire State Building, aber da gehe ich auch erst hinauf, wenn ich meinen New York Pass benutzen kann. Wir wollten jetzt zusammen zur Highline, eine ehemalige hochgelegene Straßenbahnlinie, die inzwischen zu einem Park umgebaut wurde. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem großen Elektronikgeschäft vorbei und weil der Alex noch immer keine Kamera gefunden hat, gingen wir rein und fanden … viele Juden! Ohne irgendwelche Hintergedanken, eine reine Feststellung: hier arbeiten (nur?) Juden, die an ihren Käppchen zu erkennen sind. Es gab hier neben neuen Kamera auch gebrauchte, unter anderem eine Canon, die meiner ähnlich ist, aber für die Zwecke meines Cousins nicht passend war: zu groß, zu schwer, zu unhandlich. Er wollte etwas kleines, also zu den neuen Kameras in den ersten Stock und nach kurzer Beratung dort nochmal zu den gebrauchten. Dort wurde er dann auch fündig. Die, die er sich davor schon im Internet ausgesucht hatte, gab es bei den gebrauchten für 100USD weniger – und sah trotzdem neu aus! War auch in der Originalverpackung, keine Kratzer, kein gar nichts. Also perfekte Wahl. Wir man hier schon merkt. habe ich hier mehr Beraterin gespielt, als der Verkäufer und Anna meinte dann, er wäre etwas genervt gewesen deswegen. Wir fragten ihn immer nur nach neuen Kameras zum Anschauen, ansonsten brauchten wir ihn nichts fragen, weil ich das ja wusste. Das gefiel ihm wohl nicht und deswegen ließ er wahrscheinlich auch das Objektiv der Canon fallen, die wir angeschaut haben. Wir erschreckten uns total, aber er sah es nur kurz an und das Glas schien noch okay, also packte er es einfach ein und verschwand nach hinten. Mit einem kleinen Stativ für die Nachtaufnahmen in Vegas und Co. und einem Ladekabel fürs Auto verließen wir dann den Laden wieder. Inzwischen war es schon kurz vor Mittagszeit, also holten wir uns einen Sub (kurzes belegtes Baguette) von Subway und setzten uns an den Hudson River, ohne viel von ihm zu sehen, weil alles mit Zäunen abgesperrt war. Ein Teil der Highline war auch gesperrt, deswegen liefen wir noch zwei Blocks auf „normalen“ Straßen, bevor wir nach ein paar Treppen die Highline betreten durften. Hier gab es überraschend viel Bepflanzung,

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immerhin konnte man zwischendrin immer wieder die Schienen sehen, also kann da nicht viel Erde darunter sein. Wir trafen auch ab und zu auf Gärtner, die sich darum kümmerten, dass alles weiterhin so schön aussieht. Ein „Geheimtip“ war das aber auf jeden Fall nicht mehr. Gerade in der Mittagszeit kommen wohl auch viele Einheimische hierher, die in der Gegend arbeiten. Es gibt viele Sitzgelegenheiten, Kunst zwischendrin und auch immer wieder Grasflächen zum in der Sonne liegen.

Wir sind die letzten Tage schon so viel gelaufen, dass wir zwischendrin beschlossen, nicht die komplette Highline zu laufen, aaaaaber die nächste U-Bahnhaltestelle war eh erst am Ende des Weges, also liefen wir dort auch hin. Ich gönnte mir dann noch ein Stracciatella- und Kokoseis, man gönnt sich ja sonst nichts – außer eine Weltreise in sieben Länder natürlich.

Mit der Metro ging es dann zum Nike Fabrikverkauf oder so etwas in der Art. Mein lieber Cousin hat nämlich etwas Probleme Schuhe zu finden und hier gefielen ihm tatsächlich Mal welche – aber es gab sie nicht in der richtigen Größe! Um 16h standen wir dann vor dem MoMA (Museum of Modern Art, Museum zeitgenössischer Kunst) in einer Schlange, weil Freitagnachmittag der Eintritt kostenlos ist. Natürlich wissen das ein paar mehr Leute und somit war es ziemlich voll. Ich sollte dann meinen Rucksack wegsperren, aber da standen so viele Leute, dass ich erst nach einer Stunde ins wirkliche Museum hätte gehen können, also schlich ich mich einfach vorbei. Es gab so viele andere Leute mit Rucksack und hätte mir ein Angestellter nochmal gesagt, dass ich ihn hätte wegsperren sollen, hätte ich einfach außen gewartet (ich komme ja eh nochmal mit meinem New York Pass, weil ich mehr sehen will und auf jeden Fall weniger Leute zwischen mir und den Bildern haben möchte). Aber ich wurde nur gebeten, den Rucksack vorne zu tragen, damit ich nicht aus Versehen Bilder herunterräume. Er kann ja nicht wissen, dass ich schon über drei Monate damit herumlaufe und er sich eher wie ein angeborener Buckel anfühlt, als wie ein Rucksack. Wenn ich wiederkomme, schnappe ich mir auf jeden Fall auch einen Audioguide, denn es gibt zu den interessantesten Bildern sicherlich auch interessante Infos:

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Van Gogh, Picasso und das Bild mit den zerlaufenen Uhren! Ich durfte aber feststellen, dass ich, was Kunstwerke und Künstler angeht wahnsinnigen Nachholbedarf habe, immerhin studiere ich Kunst als Didaktikfach und mich interessiert es ja auch! Noch ein „to do“ für zu Hause in Deutschland. Diese „muss ich machen, wenn ich daheim bin“-Liste wird immer länger und länger je mehr ich reise.

Wie ich vorhin schon erwähnt habe: wir sind schon wirklich viel gelaufen, also war die Motivation noch ewig im Museum herumzu“laufen“ nicht besonders groß und es waren auch einfach wirklich viele Menschen hier, da war der Spaßfaktor viel geringer als er hoffentlich sein wird, wenn ich nächste Woche alleine komme.

Heute Abend steht ja dann noch das Yankee-Spiel an und weil ich erwartete, dass das Essen dort ziemlich teuer sein wird, suchten wir auf dem Weg zur benötigten U-Bahn-Station ein Restaurant und fanden etwas, das sich Café nennt, aber Salate und Pasta verkauft: frisch und nach eigenen Wünschen. Es sind also viele Schüsselchen mit den unterschiedlichsten Salatzutaten aufgetischt und du suchst dir dann aus, was du gerne in deinem Salat hättest und es wird zusammengemischt: Oliven, Mais, Tomaten, Croutons, Rinderfiletstreifen (oder Hühnchen oder Schnitzel oder oder oder), Weintrauben, Blaubeeren, Feta, Mozarella, … auf jeden Fall viel Auswahl und bezahlt habe ich dann 10USD. Ich aß ihn aber erst beim Yankeespiel, ein Salat kann ja nicht kalt werden. Anna und Alex bestellten sich Pasta, die muss man natürlich gleich essen!

Als wir dann in der U-Bahn saßen, waren wir höchst verwirrt, warum kaum Yankee-Fans zu sehen waren! Wir erwarteten, uns hineinquetschen zu müssen, aber wir konnten sogar sitzen!

Um 18:45h waren wir dann da und mit uns sehr viele andere Menschen:

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Dank Begleitung bekam ich auch ein Bild von mir vor diesem riesigen Stadion:

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Danke, Alex 😉 . Wir mussten schon außen nach dem Weg fragen, weil auf unserem Ticket nicht stand, zu welchem Gate wir das Stadion betreten sollen, aber es stellte sich heraus, dass jeder durch Gate 6 kommen soll. Innen mussten wir auch nochmal die Hilfe der Angestellten in Anspruch nehmen, aber dafür sind sie ja da. Auf unseren Plätzen sitzend, freuten wir uns dann darüber, noch unter dem Dach zu sein, aber es stellte sich schon kurz nach Beginn des Spiels heraus, dass, mit etwas Wind, nicht mehr genug Dach vorhanden ist und wir setzten uns um. Zum Glück waren noch genug Plätze frei, einige Leute kamen nämlich deutlich später. Wir sparten uns dann auch das wieder nach vorne Setzen, immerhin kann es jeden Moment wieder regnen und wir sahen von unserem noch höheren Platz nicht schlechter:

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So sieht also ein Baseball-Spielfeld aus. In der Mitte steht der Werfer, der zu seinem Mitspieler hinter dem Schläger, der zu den Gegner gehört, wirft. Wenn es gut für die Mannschaft des Werfers läuft, kommt der Ball so gut, dass der Schläger schlagen könnte, er es aber nicht tut oder nicht trifft. Passiert das drei Mal, erlangt der Schläger also drei „Strikes“, ist er raus und der nächste Schläger ist dran. Trifft er, versucht er zu den weißen Quadraten zu kommen, während die Gegner sich Mühe geben, den Ball direkt zu fangen (ohne Bodenkontakt) oder ihn möglichst schnell zu ihren Mitspielern zu befördern, die dann ihren Gegner abklatschen müssen – wie beim Fangen spielen. Einmal hatten wir eine Szene, bei der der beliebteste Yankee-Spieler namens Gardener richtige Haken geschlagen hat, um seinem Gegner auszuweichen. Fast schon lächerlich kindisch, aber auch die beste Szene des ansonsten ruhigen und fast schon langweiligen Spiels. Es traf fast keiner und wenn dann flog er in 80% der Fälle direkt ins Aus und zählte somit nichts. Das nahm nur Zeit in Anspruch, einen neuen Ball heranzubringen, das läuft nicht wie beim europäischen Fußball, wo gleich der nächste neue Ball geflogen kommt. Die aus dem Publikum kamen dann auch oft zurück, wir waren uns aber nicht sicher, ob das so gefordert wird oder man den Ball behalten dürfte.

Was uns ein Rätsel blieb, war, wie viele Schläger pro Mannschaft in einem Inning antreten dürfen. Insgesamt gibt es neun dieser Innings und letztendlich sahen wir sieben von ihnen, weil die Gegner der Yankees dann schon 4:1 führten, also kein Sieg der Yankees mehr in Sicht war. Es regnete ja auch immer Mal wieder und so ohne Sonne

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wurde es auch frisch. Müde ist man auf so einer Reise ja sowieso fast immer, aber auch Alex und Anna durften diese Müdigkeit schon merken – in ihrer ersten Woche!

Wie man es so aus den Filmen kennt, gibt es die Männer, die hier mit Bier und Chips in Kartons und Kästen auf den Köpfen herumlaufen und diese Sachen verkaufen wollen:

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Ein Bierchen kostet aber ganze 11USD, so viel wie die Eintrittskarte (mit unserem Gruppentarif von 50%). Chips gibt es für 6USD, das sind aber dann keine großen Packungen … Trotzdem schlagen die Amis ordentlich zu, die Touristen auch, immerhin ist das wahrscheinlich ein einmaliges Erlebnis! Besonders beliebt waren auch die Pommes mit Ketchup, aber das ist noch nicht ungesund genug für das fette Amerika: hier gibt es auch noch ordentlich geschmolzenen Käse darüber! Mmmhh … lecker?!

Dadurch, dass sich beim Spiel nicht so viel tat, waren die Werbungen und Gewinnspiele auf dem riesigen Bildschirm eine willkommene Abwechslung:

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Natürlich total übertrieben, nervig und maßlos überzogen – eben amerikanisch! Gegen Ende wurden wir dann nochmal total verwirrt, als Gegner des Werfers, die schon auf einem weißen Quadrat standen, anfingen zu laufen, obwohl der Schläger den Ball gar nicht geschlagen hat! Aber war anscheinend alles erlaubt. Der Werfer kann nämlich, anstatt in die Richtung des Schlägers, auch zu seinem Mitspieler werfen, der an einem der Quadrate steht. Berührt der Gegner in dem Moment, indem der Mitspieler den Ball des Werfers fängt, nicht das weiße Quadrat, ist er raus. Hier haben wir dann aufgegeben, die kompletten Regeln des Spiels verstehen zu wollen.

Wir verließen dann also das Stadion mit vielen anderen und fanden uns trotzdem wieder in unglaublich vollen U-Bahnen wieder. Wir trennten uns noch vor dem Stadion, weil ich besser eine andere Linie nehmen musste. Dummerweise stieg ich in einen Expresszug, was aber nicht angeschrieben war und nicht durchgesagt wurde und auch nicht ersichtlich war, weil er die ersten drei Stops hielt nur danach an die zehn oder zwölf ausließ, darunter auch meinen. Ich stieg also bei der nächsten Gelegenheit aus und fuhr zurück. Gut war aber, dass ich dann wieder die rote Linie nehmen konnte, die ziemlich nah an meinem Hostel hält und bei der ich auch den Weg sicher kannte. Heute ab 23:30h fahren die U-Bahnen zwischen der 96sten und der 242sten Straße nicht und bei der 103ten steige ich normalerweise aus. Da ich aber um 23h schon im Bettchen lag, betraf mich das dann nicht – zum Glück! Ich kaufte sogar noch Kellogs auf dem Heimweg. Gestern ging die Milch aus und für morgen früh hätte ich nichts mehr für in die Milch. Ich bekam sogar einen nette Beratung von einem älteren Mann, der sich die Kellogs schnappte, die ich gerade noch ansah. Er wirkte eigentlich total gestresst, aber als ich ihn fragte, ob die denn gut seien, erzählte er mir fast seine komplette Lebensgeschichte: „Wir hatten auch immer die teureren, aber wenn du die XY-Kellogs magst (hatte ich davor, mag ich also), magst du auch die. Sie sind einfach nur günstiger, aber sogar meine Kinder essen die. Denen ist eigentlich gar nicht aufgefallen, dass wir andere haben.“ Ooooookay, sehr nett! Ein paar Cookies mit Smarties gab es dann auch noch und weil der ungesunde Faktor bis jetzt noch deutlich übverwiegt: drei Äpfel.

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Ein Gedanke zu “Highline – Geheimtip?

  1. hi…. mal wieder
    aus Mangel an anderen Kommentaren und weil es dann so aussieht, als ob ich mich in Sachen Kunst total auskenne 😉 :p
    das Bild mit den zerlaufenen Uhren ist von Dali 🙂
    bis schon wieder ganz bald
    lg julia

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