Times Square bei Nacht

In dem Reiseführer, den meine Verwandten mitgebracht haben, waren neben dem Spaziergang durch Little Italy und Chinatown, den wir schon gemacht haben, noch mehr Routen angegeben. Wir entschieden uns dann für einen, der durch Lower Manhattan führt, also dort, wo das Hilton steht, in dem Anna und Alex übernachteten. Natürlich trafen wir uns dann auch dort, was auch gut war, sonst hätten sie nochmal irgendwo auf mich warten müssen. Ich kam nämlich schon wieder zu spät, was mich noch viel mehr nervt, als sonst jemanden. Wir trafen uns eigentlich um 12h. Nicht früher, weil wir uns abends den Times Square ansehen wollten und dafür noch etwas Energie übrig haben wollten. Ich war dann erst um 12:20h da, weil ja meine U-Bahnstation gesperrt war, die im Hostel sich aber sicher war, dass ich Downtown fahren kann und sie nur für Uptown gesperrt wäre. Ja, dem war nicht so, also lief ich zurück, um ihr das zu sagen und nach dem nächst besten Weg zu fragen: Laufe zur 96sten Straße, eben eine Haltestelle. Von dort aus fährt dann auch direkt der Expresszug, den ich verpasst habe. Zusätzlich hielt mein Zug dann noch irgendwo für drei Minuten und ich musste noch zehn Minuten hinter sehr langsamen Asiaten herlaufen, bis ich beim Hotel ankam. Kein super Start! Immerhin konnte ich bis 10:30h – nennen wir es Mal – ausschlafen. Ich hätte sicherlich noch ein paar Stunden dösen können, aber man will ja dann doch nichts verpassen, wenn man schon einmal in New York ist!

Dieser Spaziergang wurde dann gleich mal umgeformt (damit Anna noch die Ground Zero „Wasserfälle“ sehen kann),

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abgekürzt

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und, als ich einen Kleiderladen sah, kurz unterbrochen. Ich probierte an die zehn Kleider an und kaufte dann zwei.

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Eines hätte 40USD kosten sollen, also zusammen nach Adam Riese 80USD und dann natürlich noch die böse Steuer, die in Amerika immer erst an der Kasse dazugerechnet wird. Ich rechnete also mit in etwas 90USD und bezahlte 50USD. 10USD Nachlass bekam man, wenn man zwei Kleider kauft, aber dann müsste ich ja immer noch ca. 80USD bezahlen. Was mit den anderen 30USD passiert ist, weiß ich nicht, aber bei sowas fragt man dann natürlich nicht genauer nach, sondern akzeptiert das einfach. Beide Kleider haben an der Taille ein kurzes Sück Wickeloptik, eines ist blau mit helleren Punkten und eines rot. Wunderschön selbstverständlich.

Nach dem Bezahlen, regnete es, also machten wir doch eine Kaffeepause innen im Starbucks. Dadurch, dass ich gerade 30USD gespart habe, gönnte ich mir einen ganz großen Chai Latte – yammie – und einen Bagel mit Schmierkäse für insgesamt 6,74USD. Ich bezahlte dann 6,75USD und setzte mich, ging davon aus, dass das Rückgeld einfach in die Trinkgeldbox kommt, ist ja auch nur 1Cent. Allerdings brachte mir der Alex kurz danach ca. 70Cent. Keine Ahnung, was der Angestellte da berechnet und gerechnet hat! Aber weniger zahlen ist ja immer gut! Und dass ich dachte, dass ich mit meinem Reise-Spitznamen Carry es vor allem den Amis leichter mache, stimmt wohl doch nicht:

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Wir waren dann alle nicht mehr so unheimlich motiviert und wollten nur noch zurück zum Hotel und uns ausruhen. Natürlich nicht wirklich von diesem Tag, sondern einfach der Summe der Anstrengungen der letzten Tage. Unterwegs suchten wir schon einmal ein Restaurant für heute Abend, denn, genau wie beim Yankee-Spiel gilt: heute Abend (am Times Square) wird es teuer! Die Restaurants, die sich dort einen Laden leisten können, müssen nämlich ordentlich bezahlt werden. Wir fanden einen Thailänder (inzwischen hätte ich wirklich Mal wieder Lust auf Thai) und nebendran ein Restaurant, das sich „Bar und Grill“ nennt, also vermuteten wir Steaks oder Ähnliches. Im Hotel schauten wir dann nur etwas fern, unterhielten uns und buchten den Shuttle zum Flughafen für die liebe Anna, denn morgen ist ihr Kurztrip schon vorbei! Sitzplatzreservierung fürs Flugzeug wurde auch gemacht und da fiel dann auf, dass der falsche Flughafen gebucht wurde. Also den netten Concierge darum bitten, bei GoAirlink anzurufen und diese kleine aber bedeutende Information zu ändern. Abholung war dann auf 11:30h angesetzt.

Um 19h machten wir uns dann auf zu den Restaurants, die wir uns ausgeguckt hatten. Das „Bar und Grill“ hatte zu. Für ihren letzten Abend in NYC wollte Anna jetzt nicht wirklich zum Asiaten und auch nicht zum nächsten Burgerladen. Alex und ich erfuhren dann, dass wir nochmal eingeladen werden und dass somit der Preis eine geringere Rolle spielt. Es soll ein schönes ordentliches Restaurant sein. Wir fanden dann einen Italiener in einer Seitenstraße, der ungefähr schon die Preise hatte, die wir am Times Square vermuteten, aber bevor wir noch ewig suchen, blieben wir hier. Als Erstes fiel uns auf, dass es sehr kalt ist. Die Klimaanlage war anscheinend auf gefühlte 0°C gestellt. Wir saßen dann auch voll in dem Luftzug der Klimaanlage und deswegen zogen wir uns unsere Pullover gleich wieder an. Anna hatte nur ihre Regenjacke und es war wirklich so kalt, dass sie sie anziehen musste. Eigentlich müsstest du da als Ober von selbst reagieren, aber wir mussten sagen, dass wir es gern etwas weniger kalt hätten. „Ich schau Mal“ war die Antwort. Unglaublich, oder? Getan hat sich nichts, also haben wir während dem ganzen Essen gefroren. Die Preise auf der Karte waren auf den ersten Blick noch okay. Es wird frisch gekocht, mit guten Zutaten und es wird schön angerichtet, da kann man dann schon ein bisschen mehr Geld verlangen. Ich bestellte mir einmal Tomate-Mozarella und einen Tomate-Avocado-Salat. Beides hat je ca. 12USD gekostet. Und das hier war meine Portion:

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Echt miniklein. Sauklein. Nicht sättigend! Zwei Tomatenscheiben mit einer Scheibe Mozarella darauf für 12USD?! Und das Salathäufchen war auch eindeutig kleiner als gedacht. Zum Glück hatten wir davor einen kostenlosen kleinen Vorspeisenteller mit Käse, Salami, Oliven und Brot. Das war saulecker und wurde bis zum letzten Krümel leergeputzt. Zu Trinken bestellten wir uns dieses Mal eine Flasche Wasser, weil man das Leitungswasser hier nicht trinken kann! Das gäbe es umsonst mit Eiswürfeln, die auch aus diesem chlorhaltigen Wasser gemacht sind. Also geht gar nicht. Die Flasche Wasser hat dann gleich mal 8,50USD gekostet. Das Essen hat geschmeckt, aber die Portionen waren für diese Preise eindeutig zu klein! Die Höhe war dann noch, als uns einfach so die Rechnung gebracht wurde. Wir hatten gerade noch den letzten Bissen im Mund und schon lag sie da. Abgeholt wurde sie dann auch schon nach wenigen Minuten und wir hatten noch nicht einmal die Kreditkarte hineingelegt. Wirklich unverschämt! Warum wollen die uns denn so schnell loswerden? Wir hatten nicht einmal ausgetrunken! Angefangen hat es hier auch schon nicht gut: in so einem Restaurant sollte man wissen, in welcher Reihenfolge man Speisekarten austeilt: erst die Frauen und die jüngste zuletzt! Hier bekam ich zuerst die Karte, dann der Alex und dann die Anna. Das macht man nicht! Ist jetzt nicht so kompliziert und das weiß sogar ich nach meiner Burgerking Karriere 😉 . Fassen wir es Mal zusammen: wenn ihr jemals in NYC seid, geht überall anders hin, nur lasst das

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aus! Service unter aller Sau für so eine Art Restaurant.

Auf dem Weg zur nächsten U-Bahnstation von der aus wir zum Times Square kommen, mussten wir wieder am Hilton vorbei und Anna war kurz davor, den Times Square auszulassen und sich lieber schon ins Bett zu legen. Kann ich einerseits schon verstehen, aber das ist ihr letzter Abend und wir haben ihn ja noch gar nicht gesehen. Wir konnten sie dann zu zweit überzeugen, dass sie mitkommt.

Kurz nach der Ankunft kamen wir an einem Künstler vorbei, der mit Spraydosen auf ein normales Blatt Papier sprüht und dann mit Wisch- und Abdrucktechnik wunderschöne Bilder macht. Nachdem wir beim ersten Mal nur zusahen, wollte ich noch ein Bild abwarten und filmte das Ganze. Am Ende nahm er auch noch einen Spatel und zeichnete die Skyline ein. Das ist jetzt keine hohe Kunst und wenn man es einmal gesehen hat, ist es auch schon viel weniger besonders, aber auch wie schnell das geht ist beeindruckend. Meistens verkauft er im Anschluss direkt sein Bild für 20USD. Es dauert nur vier Minuten eines zu machen, also schafft er mindestens zehn Bilder pro Stunde. Das ist ein guter Stundenlohn! Ich hatte heute Morgen auch mein Stativ mitgebracht und während dem sehr gekürzten Spaziergang ließ ich es im Hotel stehen, aber nun hatte ich es natürlich dabei:

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Dumm war nur, dass es hier nicht wirklich „Nacht“ war. Es war viel zu hell durch die vielen Reklametafeln und da auf den meisten Videos laufen, bringt länger belichten auch nichts, dann sind die Bildschirme nur verschwommen wegen den wechselnden Bildern. Also praktisch alles, was ich über Nachtfotografie herausgefunden hatte, brachte mir hier nichts! Irgendwie ärgerlich, aber halb so schlimm.

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Wie es dazu kam? Ein andere Spray-Künstler hatte gerade zusammengeräumt und sah mich fotografieren (auf der Straße hinter einem parkenden Bus) und er machte sich wohl Sorgen, so drückte zumindest Anna das aus und deswegen bot er mir an, dass ich auf seinem Tisch stehen könnte. Ja, das habe ich dann auch gemacht. Aber wenn ich auch nur eine Sekunde belichte schaffe ich es nicht, komplett ruhig stehen zu bleiben und belichte ja nicht nur eine Sekunde… also kann man die Bilder eigentlich vergessen. Nach dieser Erfahrung trennten wir uns dann und ich musste ich wieder ein paar Blocks zu meinem Hostel laufen. Bin ja heute sonst noch kaum gelaufen.

PS: Liebe Anna, nochmal vielen Dank für das Einladen zum Italiener!

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