Wunderschönes Brooklyn

Heute wollte ich unbedingt pünktlich sein und schaffte es auch! Juhu!

Um 11h war ich am Hilton angekommen und nach ein bisschen quatschen ging es auch schon zur Sache: Verabschiedung war angesagt. Anna verlässt New York, sogar ganz Amerika! Ja, nur Anna, nicht Alex. Das war dann auch das Problem. Feuchttraurig anstatt feuchtfröhlich ging es in den GoAirlink Shuttle zum berühmten JFK Flughafen.

Das Cousine-Cousin-Gespann machte sich dann nochmal auf ins Zimmer, man muss ja erst bis 12h auschecken, das wird ausgereizt bis zur letzten Sekunde!

Zum Glück konnte Alex sein Gepäck erst einmal im Hilton lassen, in Hostels kann man meistens nicht vor 15h einchecken. Wir besuchten als die nächste Apotheke für alles andere außer Apotheken-Zeug, weil es hier in den CVS Apotheken ALLES gibt. Es ist praktisch ein kleiner Super- und Drogeriemarkt, in dem sich ganz hinten eine Apotheke befindet. Als wir dann weiter durch die Straßen schlenderten fanden wir ein Restaurant mit Buffet, bei dem man nach Gewicht bezahlt. Gewicht des Essens natürlich. Wobei in Amerika …?! Also ja, das Gewicht des Essens. Überraschenderweise kam ich mit meinen Salaten und Hühnchenstückchen auf angeblich 1kg. Geschafft habe ich nicht alles, aber das kann man ja mitnehmen.

Wir hatten dann noch nicht genug vom einkaufen, deswegen ging es erst in einen LessBuy (Günstiger Kauf) und einen teureren Supermarkt. Hier beschlossen wir dann, heute Abend zusammen bei mir im Hostel in der super großen und wirklich gut ausgestatteten Hostelküche zu kochen: Nudeln mit Soße (verfeinert mit einer kleinen Zucchini) und als Nachtisch Vanillejogurt mit Blaubeeren.

Um kurz vor 15h waren wir dann zurück am Hotel, holten den Trolli ab und machten uns auf den Weg nach Brooklyn, zu Alex‘ Hostel. Eine Metro ist gleich Mal ausgefallen und deswegen war die folgende total vollgestopft und wir beide mit Rucksack und er noch mit einem Trolli – das ist zu viel. Also raus und auf die nächste warten, die deutlich leerer war.

Der Weg von der U-Bahnstation zum Hostel war dann auch schnell zurückgelegt, vor allem, weil es so viel zu gucken gab:

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(Foto entstand später von einem Dach aus)

Beim Einchecken musste er noch bezahlen, aber der ATM (= Geldautomat, ATM steht für Access to Money, Zugang zu Geld) ging nicht, sehr seltsames Ding. Erst hieß es, er könne nur noch 40USD haben, die hätten auch gereicht, aber dann kam doch gar nichts. Hoffentlich wurde nichts abgebucht …

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Und so sieht das schicke Loft-Hostel dann aus. Nur drei Zimmer in einem riesigen Raum, also theoretisch ist der Raum so groß wie meiner, nur eben mit neun Betten weniger … jeder hat hier ein einfaches Bett, kein Stockbett. Das ist schon super, vor allem hat er eigentlich genau so viel gezahlt wie ich. Aber ich will mich Mal nicht beschweren. Mein Hostel ist super! Unglaublich sauber und die Lage ist auch gut!

Wir hatten dann alles abgestellt, was wir nicht mehr brauchen und machten uns dann auf, eigentlich zur U-Bahnstation …

Aber wie schon so oft: Pläne werden über den Haufen geworfen, wenn einem danach ist. Und uns war danach! Wir stolperten zuerst über/in einen Vintage-Laden:

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Und danach sah ich eine „kleine“ Kunstausstellung, die hauptsächlich aus einem Stein bestand, der am Boden lag. Ja, man muss nicht alles verstehen.

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Dann sahen wir Schilder von wegen: mehr Ausstellungen. Okay, die paar schauen wir uns noch an, dachten wir. Ja, „die paar“. Das Ganze zog sich dann über vier Stockwerke und gefühlte 100e Räume! So sahen die Gänge aus:

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und von hier gehen wirklich viele Türen ab und man durfte fast in jede reinschauen und das taten wir auch. Wir sahen uns jeden einzelnen Künstler an. Am Anfang ließen wir uns noch ein bisschen mehr Zeit und gegen Ende wurden die Besuche etwas kürzer, verständlicherweise. Hier ein „kleiner“ Einblick in das Repertoire:

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Besonders gefallen hat mir dieses Werk:

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Das ist alles mit Kuli gemalt, unendlich viele Striche, Linien, Kreise.

Besonders cool waren auch die Werke dieses Künstlers:

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Beim letzten Bild sieht man es vielleicht nicht so gut, aber es war nicht besser zu fotografieren: das „Bild“ ist auf mehrere Glasscheiben verteilt, d.h. die Kombination dieser Glasscheiben macht das Bild und eine ist von der anderen etwa 5cm entfernt. Unglaublich coole Idee, sehr beeindruckend anzusehen.

Inspirierend waren auch die Fotos dieses Künstlers:

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Er hat letzter Jahr (dass die Räume alle einsehbar sind, gibt es nur einmal im Jahr für drei Tage) ein spannendes Projekt laufen gehabt: Alle Personen, die zu ihm kamen und sich fotografieren ließen, finden sich jetzt in dem Buch:

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Und das Projekt wurde dieses Jahr natürlich weitergeführt und wir machten auch mit:

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Ich bin schon gespannt, wann ich mein Foto bekomme, denn man konnte seine Mailadresse in ein Buch schreiben, mit der Nummer des Fotos nebendran und dann bekommt man das Bild zugeschickt. Es gibt nur einen Schuss pro Person, sagte er und machte bei der Person nach uns gleich eine Ausnahme, denn sie hatte gleich auf drei Bildern die Augen zu.

Ein andere Fotograf lud mich sogar für Mittwochabend zu einem Shooting ein, also ich in der Fotografenrolle. Leider bin ich da noch nicht zurück oder todmüde oder beides. Also wird das wohl nichts. Aber hey, eine Einladung ist auch schon was!

Zwischendrin brauchten wir Mal eine Pause und Alex fand den Weg aufs Dach:

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Einfach wunderwunderschön, total perfekt hier. Alles so anders, so individuell. Hier spielen Leute auf ihrem Dach Musik und tanzen und singen! Andere führen eine Art kunstvollen Tanz vor, eine Installation, und die Leute auf der Straße schauen zu und applaudieren danach. Einfach toll. Hier fühle ich mich wohl. Das wäre wieder ein Ort für mich, wo ich leben könnte. So viel Kunst, so viel Abwechslung, so viele interessante Menschen mit interessanten Lebensläufen.

Dieses Haus erinnert mich sehr stark an das Kunsthaus in Paris. Der große Unterschied dazu ist aber, dass das Kunsthaus in Paris immer offen ist für die Menschen. Dass man hier reinschnuppern durfte war eine wirkliche Ausnahme. Das geht eben nur einmal im Jahr für drei Tage. War interessant zu sehen, wie die Räume so eingerichtet sind. Manche haben wirklich unaufgeräumte Schreibtische, die man wahrscheinlich als kreativ chaotisch bezeichnen würde, andere haben Stifte nebeneinander liegen und nur saubere Pinsel in kleinen Bechern. Manche haben eine halbe Wohnung aus ihrem Atelier gemacht: Mikrowelle, Wasserkocher, Sofa. Andere haben nur eine kleine Tasche dabei, nicht einmal eine Kaffeetasse oder Ähnliches.

Bei diesem Haus kann ich gar nicht anders, als auch meine Kreativität fließen zu lassen, deswegen hier noch ein paar fotografische Werke:

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Da dieses Haus viiiiiiiieeeeel größer war, als gedacht und mein Cousin sich viel mehr für Kunst interessiert, als ich dachte und wir interessanterweise einen ähnlichen Geschmack haben, wurde es sehr spät. Wir wollten dann den Sonnenuntergang von dem Dach sehen, auf dem wir vorher waren, aber es hieß, man dürfe da eigentlich gar nicht hoch. Wir waren natürlich vorhin nicht die Einzigen dort oben.

Aber im hippen Brooklyn gibt es natürlich auch Rooftop-Parties, also Partys auf den Dächern flacher Häuser. Und genau zu so einer gingen wir dann auch, natürlich nur, um den Sonnenuntergang zu fotografieren. Unterwegs entstand schon dieses Bild:

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Das war dann die Party:

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Ja, dieses verrückte Kerlchen wollte unbedingt fotografiert werden. Diesen Gefallen tut ihm mein lieber Cousin natürlich!

Und das war der Sonnenuntergang:

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Wirklich toll, der perfekte Abschluss eines wundervollen Tages! Ich liebe Kunst! Vor allem diese andersartige, wirklich kreative! Es gibt so viele kreative Menschen!

Wäre die Musik und wären die Menschen nicht so seltsam gewesen, wären wir vielleicht sogar noch etwas geblieben, aber wir hatten ja noch vor zu kochen und meine Haltestelle 103. Straße ist ja noch gesperrt. Als wir an der Haltstelle warteten, gab es viel zu entdecken, denn auch hier gibt es Kunst:

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Dann lief noch ein bisschen was mit der U-Bahn schief und wir entschieden uns, doch „nur“ Burritos zu essen.

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Alex nahm dann die Tomatensoße und die Zucchini mit, ich den Jogurt und die Blaubeeren. Und dann hieß es zum Abschluss des Tages nochmal Abschied nehmen: Morgen früh geht es für mich auf den Dreitages-Trip und wenn ich zurückkomme, ist mein Alex schon an der Westküste.

Als ich dann im Hostel war, hieß es für mich Rucksack packen. Das dauerte dann auch eine Weile und ich hatte zum Glück die Möglichkeit, meine erworbenen Kunstwerke in meinem Zimmer zu lassen, eine Zimmerkameradin passt auf sie auf, während ich weg bin, weil wegschließen zwar möglich, aber teuer gewesen wäre: 5USD für 24 Stunden und ich bin ja gleich drei Tage weg! Um Mitternacht lag ich dann endlich im Bett und um 5:45h musste ich schon wieder raus. Aber dieses Mal beschwerte ich mich wirklich nicht, denn Alex Bus nach Washington ging schon um 5h! Und davor musste er noch zu der Haltestelle fahren, die näher an meinem Hostel war. Mein Treffpunkt für morgen ist übrigens näher an seinem Hostel …

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3 Gedanken zu “Wunderschönes Brooklyn

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