MoMA und American Museum of Natural History

Der Tag begann mit einem Besuch beim Kameraladen. Denn heute wollte ich Fotos machen! Ich war um kurz vor neun da, eigentlich machen sie erst um neun Uhr auf, aber es war schon gerammelt voll. Echt Wahnsinn, als gäbe es keinen anderen Laden in New York, in dem man Elektronikartikel kaufen kann. Ich ging als zum Canon-Bereich und ein älterer Herr nahm sich meiner an, beziehungsweise meiner Kamera. Er kannte das Problem noch nicht und glaubte zuerst, es läge nur daran, dass der Akku leer war. So etwas nervt mich ja schon tierisch. Als wäre ich zu doof, den Akku zu wechseln. Er suchte dann einen seiner Akkus, der sicher geht, weil er an den Strom angeschlossen ist. Und meine Kamera tat nichts. Dann holte ich meine Akkus, die ich im Rucksack hatte, den ich am Eingang abgeben musste und sie funktionierte immer noch nicht. Nach mehreren Akkuwechseln machte sie ein Bild. Dann Mal drei, dann fünf, dann zehn und irgendwann hörte sie nicht mehr auf, Fotos zu machen. Der Mann kam dann darauf, dass der Akku leicht verbogen war, was eventuell mit der Feuchtigkeit auf der Maid of the Mist zusammenhängen könnte und es wohl daran lag. Ich dachte erst, dass deswegen alle Akkus schlechter funktionieren, bis mir einfiel, dass ich nur den Akku dabei hatte, der auch in der Kamera war. Das kann also nicht die endgültige Lösung sein. Der eine Akku kann ja wohl die anderen nicht im Nachhinein „anstecken“.Ich war aber erst einmal heilfroh, dass sie wieder ging, habe nämlich schon damit gerechnet eine gebrauchte kaufen zu müssen, wobei ich mindestens 200USD losgeworden wäre.

Mit funktionierender Kamera ging es dann ins MoMA. Das steht übrigens für Museum of Modern Art, was übersetzt heißt: Museum der Modernen Kunst. „Modern“ ist allerdings ein Begriff, der weit dehnbar ist. An der Uni studiere ich in Germanistik einen Teilbereich, der sich „Neuere deutsche Literatur“ nennt und mit „neuerer Literatur“ die Literatur seit dem Mittelalter meint.

Ich habe mich, wie geplant, für einen Audioguide entschieden. Wirklich ein klasse Teil:

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Erstens ist es kein normaler Audioguide, wie man ihn kennt, sondern ein iPod mit Internetzugriff. Das bedeutet, ich kann damit zum Beispiel Fotos machen und per Mail verschicken. Aber er hat auch die „normale“ Funktion, dass er mir mit Hilfe einer Nummer, die auf dem Infoschild neben jedem Bild zu finden ist, etwas über das entsprechende Gemälde mitteilt. Am meisten beeindruckt hat mich das Kommentar zu diesem Bild:

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Der Künstler sagt, er will sich nicht damit beschäftigen, ein Motiv zu finden, sondern lieber mit der Art der Umsetzung. Er nimmt als die amerikanische Flagge, die jeder kennt als Motiv und malt sie nicht einfach nur ab, sondern malt über Zeitungspapierstücke. Was das allerdings zu bedeuten hat wird nicht verraten. Manche Dinge soll man sich dann doch noch selbst zusammenreimen.

Die folgenden Werke sind entweder berühmt oder gefallen mir oder beides:

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Nach dem MoMA ging es zum American Museum of Natural History. Das Museum mit dem längsten Titel in New York und eines der größten. Hätte ich nicht schon so viele Bilder gesehen und wäre schon so viel gelaufen,

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(das sind die neuen Schuhe von gestern!)

wäre ich definitiv interessierter an die ganze Sache herangegangen, aber ich bin einfach des Laufens müde und das ist in so einem großen, weitläufigen Museum natürlich schlecht.

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Man hätte zu jedem Reh- oder Hirschtier etwas lesen können – nee, heute nicht mehr. Interessant war, dass alle Tiere in Lebensgröße ausgestellt waren (was damit zusammenhängt, dass sie ausgestopft sind; außer der Blauwal). Die Souvenirshops waren hier auch eher Spielzeugläden und für alle „spannenderen“ Ausstellungsbereiche hätte man extra zahlen müssen, weil in dem New York Pass nur die ständigen Ausstellungsbereiche integriert sind. Am schönsten war dann der Schmuck- und Edelsteinbereich, das sieht man nicht in jedem Museum. Ansonsten bestand es aus den Bereichen: Asien, Afrika, Europa, Ozeanien und Amerika. Jeder Kontinent hatte also einen Teil des Museums für sich allein. Hier waren dann typische Menschen, typische Kleidung, typische Werkzeuge, … etc. zu sehen. Aber da ich ja schon fast überall war, war das für mich jetzt ehrlich gesagt weniger spannend.

Um 17:45h macht das Museum dann zu und zur richtigen U-Bahn-Station lief ich zehn Minuten. Ich hätte noch in das International Museum of Photography gekonnt, musste aber inzwischen schon oft feststellen, dass Fotos und Fotos etwas ganz anderes sind. Ich mache „schöne“ Fotos, die nichts oder nicht viel aussagen müssen und die Fotos, die man in Museen wie diesem findet, sagen meistens etwas aus. Man muss sich also mit ihnen beschäftigen, sie hinterfragen und dazu weiß ich (noch) zu wenig! Deswegen verstehe ich auch (noch) viele gemalte Kunstwerke nicht. Ich will mich damit definitiv näher beschäftigen, weiß aber nicht, ob ich das noch in diesem Leben unterbringe. Da fällt mir noch etwas von gestern ein: bevor man in die Körperwelten-Ausstellung durfte, sollte man sich ein kleines Video ansehen. Ich dachte, darin wird es darum gehen, wie die Körper präpariert werden und dass die Körper freiwillig zur Verfügung gestellt wurden etc., aber es war ein Video zu unserer Zeit: früher gab es weniger Möglichkeiten die eigene Zeit zu verbringen, deswegen hatte man noch Zeit ein Buch zu lesen oder spazieren zu gehen. Heute muss man sich die Zeit nehmen. Heute liest man während man spazierengeht oder geht gleich Joggen, weil man damit „rausgehen“ und „Sport machen“ gleichzeitig abhaken kann. Am Besten hört man währenddessen noch die Rede eines Politikers oder eigene Notizen, die man aufgenommen hat. Man hat also durch die zahlreichen Möglichkeiten der heutigen Zeit, mehr Hektik. Denn scheinbar alle schaffen mehr, machen mehr. Man muss, um mithalten zu können, Sprachen lernen, Instrumente spielen, Filme gesehen haben, Lieder kennen, an Orten gewesen sein, für seine Familie kochen, mit den Kindern auf den Spielplatz gehen, wichtige Literatur gelesen haben und so weiter. Außerdem gibt es Hilfsmittel, durch die wir Sachen schneller erledigen können und dadurch noch mehr Zeit für diese vielen Möglichkeiten haben. Die Quintessenz war dann: das alles wirkt sich auf unseren Körper aus und um den ging es ja in der Ausstellung.

Ich entschied mich also, nicht alles sehen zu müssen, was in diesem Fall bedeutet: das Fotografie-Museum, und ging „heim“ ins Bett.

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