Kleines Pech, großer Abschied

Heute ist nicht mein Tag. Ganz und gar nicht. Bin um 6:20h aufgestanden, war duschen, hab meine restlichen Sachen gepackt, mit der Mama geskypt und gefrühstückt. Bis dahin war noch alles gut. Dann bin ich in die U-Bahn gestiegen und wollte bei der 96. Straße in den Express umsteigen, der super voll war, also bin ich wieder in die nächste langsame 1 gestiegen. Dort konnte ich sitzen, aber es hat ewig gedauert. Geregnet hat es auch und genau in diesem Regen bin ich zum 9/11 Museum gelatscht und es standen schon wieder viele Leute da, aber alle mit offenem Regenschirm, also waren es nicht soooo viele, wie es aussah. Ich wollte dann ein Ticket holen, ich kann nämlich nicht einfach nur den New York Pass vorzeigen. Der muss gescannt werden, weil man in jede Attraktion nur einmal rein darf. Als ich dann nach fünf Minuten Warten im Regen dran war, hieß es, dass ich hier nicht mit dem New York Pass rein darf. Angeblich steht in meinem Heftchen, das ich dazu bekommen habe, nur, dass ich das Denkmal anschauen darf. Hallo?! Das darf jeder. Die sind öffentlich zugänglich. Sie ließ dann auch gar nicht mit sich reden. Eintritt hätte 25USD gekostet. Nein danke. Ich lass mich doch nicht verarschen. Also bin ich im Regen zurückgelatscht, in den nächsten Express gestiegen und an der 96. umgestiegen in die 1. Da hatte ich ein bisschen Glück, denn ich musste kaum warten. Irgendwie kommt die 1 heute aber eh alle vier Minuten. Wieso auch immer. Die Post habe ich dann auch sofort gefunden, hab ja noch Postkarten, die ich nach Hause schicken will und dort, wo ich sie gekauft habe, waren die Briefmarken aus. Es hieß dann, ich könnte welche in meinem Hostel kaufen. Hab mir aber schon gedacht, dass das nicht geht. Ging dann auch wirklich nicht. Ich hab mir dann welche in einem dieser kleinen Läden gekauft, war mir aber fast sicher, dass das nicht stimmt. Ich war dann also in der Post, stand in der Reihe und sah dann einen Mitarbeiter herumlaufen, also fragte ich ihn: Es fehlen 20Cent pro Postkarte. Ich könnte aber per Kreditkarte (für 40ct!!!!!!!!!!) an einem Automaten Briefmarken kaufen. Also erster Automat ausprobiert: hat nur noch große, die passen natürlich nicht mehr auf meine Postkarte. Nächster Automat: man muss mindestens fünf Briefmarken kaufen. Die wollen mich doch wirklich verarschen, oder?! Also stelle ich mich wieder für 10 Minuten in die Schlange, um an einem Schalter zwei Briefmarken für je 20Ct zu kaufen. Wehe diese Postkarten kommen nicht an!!!!!!!!!!!

Ich wartete dann einfach nur noch im Hostel. An einem Tag, an dem nichts klappt und auch noch das Wetter besch…eiden ist, sollte man einfach zu Hause bleiben. Um 13:20h kommt ja eh mein Shuttle zum Flughafen und indem ich hier bleibe, kann ich den schon einmal nicht verpassen. Zum Glück hatte mein Freund ein bisschen Zeit zu skypen und so verging die Zeit recht schnell. Umziehen musste ich mich natürlich auch noch, kann ja nicht über zehn Stunden (zum Flughafen kommen, warten, fliegen, zum Hostel kommen) in nassen Schuhen und nasser Hose herumlaufen!

Achja, noch etwas zum Beschweren: die vom Hostel sperren dein Gepäck nur kostenlos weg, wenn du ankommst, nicht, wenn du gehst. Und ein Schließfach kostet 5USD pro 24 Stunden. Ich bräuchte es nur für fünf Stunden, aber das geht nicht günstiger. Also habe ich es einfach in eine Nische neben die Schließfächer gestellt und da stand er auch noch schön brav, als ich wiederkam. Dort zog ich mich auch um, ist ja das Problem der anderen Leute, wenn sie hinsehen und es sie stört. Heute war mir echt alles egal.

Der Fahrer war dann auch tatsächlich pünktlich und ich hatte ein paar nette Leute im Bus, fast nur Deutsche, die sich für meine Reise interessierten.

Natürlich war ich ewig zu früh am Flughafen, was aber bedeutet hat, dass ich kaum warten musste bei der Gepäckaufgabe. Man muss ja anfangen, die Sachen wieder positiv zu sehen. Außerdem habe ich, was Warterei angeht, absolut mein Zeitgefühl verloren, was gut ist! Ob ich jetzt 10 Minuten oder 10 Stunden warte, fällt mir fast nicht mehr auf. Bei der Security-Kontrolle legte ich meine Jacke, meine Schuhe und meinen Laptop in eine Kiste und meinen Rucksack dahinter. Ohne, dass ich es bemerkt habe, legte ein Security-Beamter meinen Laptop in eine extra Kiste hinter meinen Rucksack. Natürlich vergaß ich ihn dann gleich Mal. Mein kleiner Rucksack wiegt ja 10kg (der große heute 23kg), da fallen die 1,5kg vom Netbook nicht mehr wirklich auf. Aber die Frau nach mir in der Reihe sah mich später und machte mich darauf aufmerksam und ich bekam ihn zurück. In der Wartezeit hole ich ihn fast immer raus, spätestens da wäre mir dann das Fehlen auch aufgefallen. Ich aß dann bei einem Griechen Gyros, das aus Hackfleisch bestand, mit Gemüse, Tzaziki und Salat. Man weiß ja nicht, wann man das angekündigte „Abendessen“ im Flugzeug bekommt und ob das gut ist und Essen gehen ist immer eine super Zeitüberbrückungsmethode: hinsetzen, auf Karte warten, aussuchen, bestellen, auf Getränk warten, auf Essen warten, bezahlen, gehen = Zeit vergangen.

Das Flugzeug hob dann erst um 19:10h ab, eine Stunde nachdem das Boarding beendet gewesen hätte sein sollen. Aber auch das störte mich weniger, wenn ich hatte einen netten Gesprächspartner: ein (angeblich) 50-jähriger Italiener, der schon in New York, London, Paris und sonst wo gelebt hat, inzwischen mit seiner Frau in Barcelona (Spanien) lebt und schon einen Tag vor ihr nach Hause fliegt, weil er geschäftlich (er ist Immobilienmakler) zu tun hat. Er vermisst seine Frau und seine 9-monatige Tochter aber sehr (er erzählte ständig von ihnen). Ich erfuhr auch, dass er früher Fotograf war und als er meine Canon EOS 600D im Rucksack sah, fragte er, ob ich denn auch fotografiere und natürlich fragte ich ihn, ob er nicht ein paar Fotos sehen wollen würde. Natürlich! Definitiv besser, als Langeweile! Und das Beste: ihm gefielen einige und er mein liebster Satz von ihm war: „Hier fängst du genau ihre Seele ein. Man hat das Gefühl, dass man mit ihr fühlt, genau weiß, was sie denkt.“ DANKE! Genau das will ich mit meinen Fotos erreichen! Ihm gefielen auch genau die Bilder am Besten, die mir auch am Besten gefallen, was mir wieder meinen „guten Geschmack“ bestätigt, den ich während meiner Reise ausgebaut habe.

Irgendwann bekamen wir dann auch zu Essen: er nahm das Hühnchen, ich den Fisch und mein Fisch sah besser aus. Andere Kleinigkeiten gibt es auch immer noch: Brötchen, Schmierkäse, Cracker, … und danach entschieden wir uns dazu, einen Film auszusuchen. Meine Kopfhörer funktionierten nicht besonders gut und ich verstand eigentlich kaum ein Wort und musste deswegen meinen englischen Film beenden und entschied mich stattdessen für Harry Potter 7.1, den habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen, weiß aber, um was es geht und dann gab es ihn sogar noch auf deutsch, also wirklich fast problemlos zu vrstehen. Müde war ich ja inzwischen auch und das trägt dann auch noch dazu bei, dass man englische Filme nicht mehr so gut versteht. Ein Stündchen schlafen war dann auch noch drin und nach dem Frühstück (ein Hühnchen-Sandwich, absolut eklig und nach dem ersten Bissen liegen gelassen) landeten wir auch schon!

Ich verabschiedete mich von meinem Italiener, der weiter nach Barcelona fliegt, allerdings erst in sechs Stunden, und wartete am Gepäckband auf meinen Rucksack. Noch bevor ich mein Gepäck erhielt, kam der Italiener wieder an: er kommt doch mit, sechs Stunden am Flughafen sitzen bringt auch nichts. Ich lief dann zur Bushaltestelle, zahlte 3,50€ und fuhr zu meinem Hostel. Der Italiener, übrigens ist sein Name Emanuel, checkte grad noch mit Hilfe seines iPads, ob er auch mit dem Bus fahren kann, aber dann fuhr der Bus schon los und ich konnte ihm nur noch winken. Wir hatten uns ja aber schon vor der Gepäckausgabe verabschiedet, deswegen war das jetzt nicht sooo schlimm, dass ich einfach davonfuhr.

Den Weg zum Hostel fand ich dann nicht ganz ohne Umwege, aber irgendwann war ich dann da. Zum Glück war es erst 8h morgens, denn Lissabon macht San Francisco Konkurrenz was Berge angeht und ich trage ja grad 33kg mit mit herum. Die im Hostel waren dann total nett und ich konnte sofort in mein Zimmer! Natürlich sind hier gerade viele Deutsch, vor allem auch Familien, immerhin sind ja Pfingsferien in der Heimat! Franzosen sind auch viele da, vielleicht haben die auch Ferien?! Super war auch, dass ich noch frühstücken durfte, obwohl man ja theoretisch erst am Morgen nach der bezahlten Nacht essen darf. Es gab Brötchen (!!!) mit Marmelade und Butter, Kellogs mit Milch und Kaffee und Tee nach Belieben. Nach einer Schüssel Kellogs und einem Brötchen war ich dann auch schon satt und wollte nur noch schlafen. Kurz skypen war dann noch drin und dann fiel ich schon in einen tiefen Schlaf. Ich flog ja letztendlich um 19h los, kam um 6h Ortszeit in Lissabon an, in New York wäre es dann 1h nachts. Klar, dass man dann müde ist. Und Lissabon soll für mich nur zum Entspannen sein, deswegen ist schlafen erlaubt, auch wenn es dem Jetlag vielleicht nicht hilfreich ist. Gute Nacht!

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