Ankunft in Frankfurt

Ich stand pünktlich auf, meinen Rucksack hatte ich natürlich schon gepackt. Immerhin wurde unterwegs nicht wirklich etwas verloren, das sollte sich an der letzten Station nicht gravierend ändern. Auschecken, vier Euro zurückbekommen und schon geht es auf zur Bushaltestelle. Es hieß, dass die Busse ab 7h fahren, aber das bezog sich nur auf „ab Flughafen“ nicht „zum Flughafen“, also nahm ich nach einiger Warterei doch ein Taxi, das mich nur 10€ kostete. Ich fühlte mich soweit ganz gut. Es war okay wieder nach Hause zu fliegen.

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Irgendwie wollte ich meinen Freund und meine Mutter schon wieder sehen. Aber es war auch unendlich traurig, dass dieses Abenteuer tatsächlich zu Ende sein sollte. Gerade auch in Lissabon hat es mir sehr gut gefallen und ich hätte mir gut vorstellen können, noch eine ganze Weile hier zu bleiben. Nach Australien, Neuseeland, Fiji und Amerika kam es mir hier unsagbar günstig vor und es war immer schön warm, hat nie geregnet und die Leute sind einfach alle fröhlich.

Ich machte mich also auf zu meinem letzten Flug – meinem Flug nach Hause, nach Deutschland, nach Frankfurt. Wir flogen etwas verspätet los, kamen aber doch fast pünktlich an. Ich fand erst den Weg zur Gepäckausgabe nicht, weil ich nach „Baggage Claim“-Schildern suchte, aber hier steht an dessen Stelle natürlich „Gepäckausgabe“ und nur klein darunter „Baggage Claim“. Ich war auch jedes Mal aufgeregt, wenn ich jemand deutsch reden hörte. Vor allem auch die Mitarbeiter hier redeten wieder deutsch. Daran musste ich mich erst wieder gewöhnen. „Ah – ein Deutscher! Ah – noch einer! Und noch einer! … Achja, ich bin ja wieder in Deutschland!“. Irgendwann stand ich dann auf jeden Fall am Gepäckband und ich wusste aus irgendwelchen Gründen, dass mein Gepäck heute nicht ankommt. Und so war es dann auch. Jeder nimmt seinen Koffer, ein paar Trollis fahren noch ein paar Extrarunden und werden dann doch noch eingesammelt und dann stoppt das Gepäckband. Das wars also. Kein Gepäck mehr von meinem Flug angekommen. Mein großer Rucksack ist nicht mitgekommen. Ich musste wirklich lachen, genau jetzt, an der letzten Station, an der Station, an der es überhaupt nichts mehr ausmacht, weil ich ja alles daheim habe, kommt mein Gepäck nicht an. Einer der kürzesten Flüge, ohne Umsteigen, und es kommt nicht an. Also auf zum Melden. „Manchmal kommen Trekkingrucksäcke beim Sperrgut mit an“. Gewartet, nichts gekommen. Also Anzeige aufgeben: blau-grauer Rucksack. Ja, ein Zettel mit Namen und Co. im oberen Fach. Wertsachen? Nein.

Ich wusste, dass meine zwei Liebsten die ganze Zeit außen auf mich warten mussten, aber ich wusste nicht, ob ich nochmal in diesen Bereich komme, wenn ich hinausgehe, also blieb mir eben nichts übrig, als sie warten zu lassen. Aber sie warteten ja schon so lange auf mich, dass die paar Minuten sicherlich auch nichts mehr ausmachen – oder doch?

Ich hatte meinen Auftritt nicht wirklich geplant – nur ein bisschen. Ich hatte ein Kleid an, die Haare offen, war schön geschminkt (hatte mich sogar in Frankfurt am Flughafen nochmal nachgeschminkt) und wollte nur noch meine Flipflops austauschen. Ich hatte extra schönere Schuhe oben im großen Rucksack, der ja jetzt nicht angekommen ist. Ich holte mir auch einen Wagen, auf den ich meine Rucksäcke legen wollte, damit ich meinem Freund gleich um den Hals fallen kann, aber den brauchte ich ja dann nicht. Vor lauter Vorfreude ließ ich ihn dann bei der Verlustmeldezentrale stehen. Die zwei Euro waren mir die zwei Minuten, die ich dadurch schneller raus konnte, wert. Ich hatte mich schon so lange gefragt, wen ich zuerst umarmen soll, aber das entschied sich dann von selbst: Mein Freund stand und sah mich direkt kommen. Meine Mutter sah mich erst, als ich ihn umarmte, weil sie auf einem Stuhl saß (machte anscheinend doch etwas aus, dass es etwas länger gedauert hat). Danach umarmte ich also sie. Bevor wir aus dem Flughafengebäude gingen, wollte ich noch Fotos machen:

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(ja, ich seh wirklich dick aus, ich bin selbst ganz erschrocken, aber das wurde die nächsten Wochen schnell besser und dazu gibt es noch einen extra Beitrag)

Meine Kamera funktionierte gerade wieder. Auch aus dem Flugzeug machte ich noch ein paar Bilder. Vor allem die französischen Alpen hatten es mir angetan:

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Auf dem Heimweg hielten wir noch bei den Großeltern von meinem Freund, die mich wohl mit am meisten vermisst haben und dadurch eine kleine „Sonderbehandlung“ verdient haben. Leider war gerade der Opa unterwegs und weil die Mama nicht so lang warten wollten, beschlossen wir, später mit dem Motorrad nachzukommen. Ich bekam gleich Mal einen Erdbeerkuchen als Willkommensgeschenk – super Ding, vor allem, wenn man abnehmen will 😉 .

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Da ich immer noch mein Kleid an hatte und das zum Motorradfahren etwas zu frisch ist, zog ich noch eine Jogginghose darüber (ich sah fast schon schrecklich aus). Dann mussten wir noch kurz einkaufen, abends war ja das Deutschlandspiel und die Mama hatte eigentlich nichts mehr daheim. Dort traf ich schon gleich die erste Freundin, meine Lisa!

Endlich ganz daheim sah ich das hier:

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Echt süß! Danke, Mama! Ich war schon ein bisschen enttäuscht, dass kein Plakat und keine Blümchen am Flughafen mit dabei waren, aber das hat alles wieder wettgemacht (einen Monat später hängt es übrigens immer noch, man will ja immer „Herzlich Willkommen“ sein, stimmts?

Mein Poststapel hat sich dann noch in Grenzen gehalten:

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Und meine Wäsche, die ich von unterwegs heimgeschickt hatte, lag beziehungsweise hängte schon gewaschen und gebügelt in meinem Zimmer:

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Es war wirklich ein schöner Empfang und ich habe mich wirklich willkommen gefühlt!

Am nächsten Tag bekam ich dann noch Besuch von einer anderen Freundin, die mir mit diesem Strauß Freude machte:

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Vielen, vielen Dank, Josi!

Und wiederum am Tag darauf besuchte ich eine Freundin, für die ich während der Reise nicht genug da sein konnte und das wollte ich direkt nachholen. Ich blieb dann auch ewig, vergaß total, meiner Mutter Bescheid zu sagen, dass es später wird, aber wir unterhielten uns einfach super! Ich habe also weder mit Freundinnen, noch mit Mutter oder Freund oder Großeltern von meinem Freund schlechte Erfahrungen gemacht. Keiner verhielt sich anders zu mir, zumindest nicht negativ. Sie freuten sich wirklich, dass ich wieder da war, was mich auch die nächsten Tage immer verwunderte. Nachbarn und Menschen, die ich sonst kaum wahrnahm, sagten mir, dass es schön wäre, dass ich wieder da bin. Das geht natürlich runter wie Öl, macht es aber gleichzeitig schwerer, neue Reisepläne zu schmieden. Ich will auf jeden Fall wieder weg – ich muss! Ich war auch in Deutschland glücklich, hier habe ich all die Leute, die sagen, dass sie mich vermisst haben. Aber auf der Reise habe ich alles andere, das mich glücklich macht: die kleinen und großen Abenteuer, die fremden Kulturen, unbekannte Orte, wunderschöne Ecken und so viele aufgeschlossene Menschen! Leider ist das Geld erst einmal weg, jetzt heißt es sparen für das nächste Abenteuer – wenn ihr wollt, wieder mit euch zusammen!

 

Anmerkung: Ich hatte eigentlich schon vor einer ganzen Weile vor, die restlichen Beiträge zu verfassen, komme aber im Moment nicht so gut dazu, deswegen hier schon einmal die Titel der kommenden Beiträge, um euch vielleicht noch dazu zu bringen, ab und zu vorbeizusehen. Ich mache es auf jeden Fall deutlich, wenn hier der allerallerletzte Beitrag verfasst wurde. Es macht mich jetzt schon traurig, diesen Satz zu schreiben. Ich habe mich in das Bloggen verliebt, genauso sehr wie in das Reisen. Beides liegt mir einfach, macht mich glücklich und ich bin gut darin.

„Rückblick Ausrüstung“

„Die ersten Tage ‚daheim'“

„Essen und Gewicht“

„Das portugiesische Geheimnis“

„Meine nächsten Reise- und Lebenspläne“

„Geld und Geldmangel“

In welcher Reihenfolge sie erscheinen ist noch nicht klar. Kommt einfach darauf an, auf was ich Lust habe. Wenn ihr sichergehen wollt, dass ihr nichts verpasst, „folgt“ mir doch einfach für die letzten paar Beiträge! Es werden sicherlich keine täglichen mehrseitigen mehr dabei sein.

 

PS: Mein Rucksack wurde dann am Donnerstag nachgeliefert. Er wurde in Lissabon „gefunden“ und kam dann erst nach Frankfurt und dann nach Nürnberg, weil das der näheste Flughafen ist. Von dort wurde er dann mit einem privaten Fahrer, der leider im Auto rauchte, direkt vor die Haustür geliefert. Ich musste meinen Rucksack also dieses kleine Stück nicht selbst bringen. Schmutziger wurde er auch nicht und gefehlt hat meiner Ansicht nach auch nichts. Also alles bestens.

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