Essen und Gewicht

Ich und ihr habt mich ja auf den Ankunftsbildern gesehen, vielleicht erinnert ihr auch auch noch an die Abflugbilder … da sah ich noch etwas anders aus. Ich war wirklich selbst erschrocken, als ich mich dann so sah. Während der Reise ist mir das gar nicht so aufgefallen. Am ersten Wochenende daheim wog ich mich dann und erschrak gleich nochmal: 67kg! Fast 70kg! Das ist wirklich zu viel. Ich mein, ich sah es mir auch schon an, dass ich zugenommen hatte, aber dann noch so eine Zahl… ich war also 12kg von meinem Traumgewicht entfernt, wobei ich so wenig wahrscheinlich nie mehr wiegen werde, denn während meiner Reise bin ich jeden Tag so viel gelaufen, dass tatsächlich Muskeln aufgebaut wurden. Klar ist das immer die Ausrede für eine (zu) große Zahl auf der Waage, aber ich habe wirklich vor allem Po- und Beinmuskulatur zugelegt. Armmuskeln auch dank schweren Rucksäcken, aber vor allem die unteren Regionen sind weitaus muskulöser als je zuvor in meinem Leben. Und Muskeln wiegen eben auch etwas, mehr als Fett. Aber Fett hatte ich auch genug angesammelt. Falls jemand Angst hatte, dass ich während meiner Reise vom Fleisch falle – ich kann euch beruhigen! Garantiert nicht!

Aber warum? Das versuche ich im Folgenden zu erklären. Das soll keine Rechtfertigung sein, sicherlich hätte ich auch einfach weniger essen können, aber das lässt sich im Nachhinein immer leichter sagen und für die nächste Reise ist eines meiner Ziele neben „schöne Fotos machen“ und „coole Sachen erleben“ sicherlich auch „nicht mehr als 2kg zunehmen“!

In Thailand und Indien hatte ich ab und zu das Gefühl „vielleicht finde ich morgen nichts zu essen“. Natürlich wäre ich niemals verhungert, aber es gibt dort keine „Supermärkte“ und nicht in jedem dieser kleinen Läden wollte man einkaufen oder essen. Es war selbstversätndlich günstig, aber man konnte sich nie sicher sein, ob die Küche sauber ist, ob mit sauberem Wasser abgespült wird etc. Ich denke, dass es damit anfing.

In Australien wurde das Essen dann teuer, aber es gab Supermärkte und ich war wirklich froh wieder Supermärkte gefunden zu haben und kaufte deswegen ordentlich ein. Endlich wieder Gemüse und Backwaren, wie man sie von zu Hause kennt, sogar einen Aldi habe ich gefunden! Also kaufte ich mehr, als ich sofort essen konnte. Damit ich es nicht zu meinen nächsten Stationen mit tragen musste, aß ich es auf. Zwischendrin war man unterwegs und wollte nicht „zu Hause“ noch Gemüse schnibbeln, also kaufte ich mir etwas und aß es – meistens etwas, das schnell ging, also Fast Food – Ungesundes. Ein Kühlschrank war ja auch nicht vorhanden. Das eine Mal, als ich etwas in der Küche zwischenlagerte, verschwand es: meine Kellogs, bei deren Kauf ich minutenlang zögerte, weil eine Packung 7AUD kosten sollte. Und dann entschied ich mich dafür und ahnte schon, dass, sobald die Packung offen ist, die Gefahr besteht, dass mir etwas geklaut wird. Allerdings rechnete ich nicht damit, dass jemand eine komplett neue, originalverpackte, geschlossene Packung öffnet und sie fast um die Hälfte erleichtert. Das grenzt nicht nur an Unverschämtheit, sondern ist einfach unverschämt.

Noch ein schwerwiegender Fehler waren die „3 für 2“- oder „3 für 5AUD“-Käufe in australischen Supermärkten. Ich bin eben ein kleiner Schnäppchenjäger und das Essen in Australien ist wirklich teuer. Trotzdem hätte mir meistens eines der „3 für 2“-Produkte gereicht, aber natürlich kaufe ich dann zwei, weil dann bekomme ich ja das dritte umsonst! Wenn man mehr zu Hause hat, isst man auch mehr und bevor man es stundenlang herumträgt (Lebensmittel wiegen ja einiges und Tomaten beispielsweise werden matschig), isst man es eben auf.

Jetzt zu Neuseeland: ähnliche Situation wie in Australien. Das Essen ist teuer, man kauft Angebote und isst trotzdem ab und zu unterwegs etwas (Ungesundes). Ich hatte ja meinen Camper mit Kühlbox, die nicht richtig kühlte, was ich natürlich erst nach dem ersten Großeinkauf herausfand. Ich dachte: ich kaufe nur einmal, dann spare ich mir Zeit und Geld. Pustekuchen. An fast jedem Supermarkt unterwegs hielt ich nochmal an, sei es für Obst und Gemüse oder für eine andere Kleinigkeit, die mir noch fehlte und was macht man dann? Richtig – noch anderes einkaufen. Und was muss man damit machen? Aufessen. Klar. Bevor es schlecht wird, bevor man den Camper zurückgibt und es herumtragen muss, …

Auf Fiji hatte ich dann gar nicht die Wahl, was und wie viel ich esse. Man konnte sich nichts selber kaufen, d.h. man aß das, was auf den Tisch kam, komplett auf, wer weiß, was es als Nächstes gibt und ob das gut ist?!

Amerika brauche ich dann nicht wirklich viel dazu sagen: Gemüse ist teurer als Essen gehen. Salate kosten mehr als Burger und Co. Amerika ist schon fast das Ende der Reise, d.h. das Geld wird knapp und man hat ja eh schon zugenommen, auf die paar Gramm mehr kommt es dann auch nicht mehr an.

An Sport war auch gar nicht zu denken! In Thailand und Indien war es schlichtweg zu warm, in Australien war ich ständig auf Achse und total k.o., in Neuseeland hat mich zusätzlich zum Laufen auch das Fahren geschlaucht und auf Fiji war es wieder zu warm. Amerika, wie gesagt fast das Ende meiner Reise, war ich einfach nur noch k.o., total hinüber, echt fertig. Außerdem würde Sport auch immer extra Wäsche bedeuten und so viel hatte ich da nicht zur Wahl.

Lissabon war dann wieder zu warm, um Sport zu machen, aber das mit der Ernährung hat etwas besser geklappt. Vor allem nach Amerika kam mir das Gemüse spottbillig vor und vor allem in die Kirschen und Erdbeeren habe ich mich dort verliebt! Trotzdem kann man in Portugal nicht auf Oliven mit frischem Baguette, Käse und Salami verzichten. Das schmeckt einfach zu gut – und ist nicht besonders kalorienarm. Lissabon war eben auch dazu da, es mir nochmal gut gehen zu lassen und herunterzukommen und wenn man den ganzen Tag nichts großartig macht, hat man endlich mal wieder Zeit, in Ruhe zu essen.

Ein letztes Problem, das ich während der gesamten Reise hatte, war das inkludierte Essen. Wenn ich eine Tour oder einen Tagesausflug gebucht hatte, war meistens das Essen dabei und was das bedeutet ist klar: fressen ohne Ende. Denn das nächste Essen muss man ja wieder extra bezahlen.

 

Auf meiner nächsten Reise passe ich sicherlich von Anfang an mehr auf, was, wie viel und wo ich esse und wie viel ich kaufe. Hat man einmal einen Supermarkt in der Nähe gefunden, sollte man lieber jeden Tag hingehen und genau das kaufen, was man auch essen will AN DIESEM TAG.

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