Die ersten Tage „daheim“

Ich dachte, wenn ich nach Hause komme wäre ich sehr motiviert, wieder meine Unisachen zu erledigen, weil ich ja so lange etwas anderes gemacht habe. Aber eher das Gegenteil war der Fall. Das Reisen hat mir deutlich mehr als erwartet gefallen. Ich liebe es regelrecht! Das ist die eine Sache in der Welt, in der ich nichts falsch, sondern alles richtig mache. Das Blogschreiben und das Fotografieren habe ich mir ja in Lissabon schon abgewöhnt und gerade weil ich in NY wirklich komplett k.o. war, habe ich es genossen so gar keine Pläne zu haben, eben nicht einmal Blog und Fotografie.

Es hat sich dann ergeben, dass gleich am Dienstag (Montag bin ich heimgekommen) eine Freundin zu Besuch kam und am Mittwoch gleich noch eine. Mittwoch hatte ich auch schon meinen ersten kleinen Fototermin bei einer Nageldesignerin in der Nachbarschaft.

Generell stehen noch einige Fototermine an, aber Uni geht im Moment vor. Ich muss eine Art Bachelorarbeit (nennt sich bei Lehramt „Zulassungsarbeit“, weil man nach der Abgabe jener zum Staatsexamen zugelassen wird) schreiben und meine geplante Abgabe war der 1.8.2014, das schaffe ich unmöglich. Vom Dozenten aus habe ich Zeit bis zum 1.10.2014, aber er hat mich auch gleich davor gewarnt, dass es dann knapp werden könnte mit der Examensvorbereitung. Und mein Examen ist mir wirklich wichtig. Die Note muss nicht unbedingt gut sein, damit ich eine gute Anstellung bekomme (die besten 33% werden sofort verbeamtet), denn der Schnitt des Schlechtesten, der sofort verbeamtet wurde, lag bei Mittelschullehramt bei 3,25. Und die Noten im Referendariat zählen genau so viel, wie die während dem Studium und ich rechne schon damit, dass ich in der Praxis dann besser bin.

Die Motivation stellt sich erst jetzt wieder etwas ein. Vor Kurzem hatte ich ein richtiges Fernweh-Tief, weil ich einfach gar nicht weiß, wann ich wieder wegkomme.

Zwei Verwandtentreffen gab es dann zufälligerweise auch direkt nacheinander, also haben mich (fast) alle schon wieder gesehen und die meisten waren wirklich sehr froh, dass ich gesund und munter wieder daheim in Deutschland angekommen bin.

Gerade auch Nachbarn oder flüchtig Bekannte freuten sich sichtbar über mein Heimkommen. Das ist natürlich sehr schön!

Mit Sport habe ich auch angefangen, ab und zu joggen, Fitness für mich allein in meinem Zimmer (funktioniert überraschend gut) und einen Stepper haben wir auch noch im Haus, der in letzter Zeit regelmäßig von mir besucht wird. Die paar Muskeln, die ich auf meiner Reise aufgebaut habe, will ich ja behalten und die paar Speck-Kilos dürfen wieder gehen. Gesunde Ernährung macht jetzt auch wieder richtig Spaß: ich habe einen Kühlschrank, eine saubere Küche, alles an Küchenwerkzeug, was man sich so erträumen kann (außer einem Thermomix, der ist aber in Arbeit) und Obst und Gemüse ist in Deutschland wirklich sehr günstig! Mein Plan sieht auch vor, abends keine Kohlenhydrate zu essen, aber das stellt sich noch als schwieriger heraus, als gedacht. Krieg ich aber auch noch hin!

Ansonsten verbringt man die ersten Tage nach einer so großen Reise mit aufräumen und einsortieren. Mein Zimmer war schon vorher ganz gut gefüllt und jetzt kommen neue Klamotten und neue Gegenstände hinzu, die auch noch verstaut werden wollen. Außerdem hat man während der Reise gemerkt, dass man auf vieles verzichten kann. Wirklich zum Leben und Glücklichsein braucht man kaum etwas. Flohmarkt steht diesen Sommer eh noch an!

Es ist wirklich anstrengend, sich wieder daheim einzugewöhnen. Erst freut man sich, dass alles wieder geregelt abläuft und man seine Freunde wieder sehen kann, aber dann kommt der Alltagstrott, den ich in den letzten vier Monaten eben ganz und gar nicht hatte. Man hat das Gefühl, das Leben stehe still und das ist eines der Gefühle, die ich gar nicht mag. Ich will etwas erleben, Abwechslung, Spannung. Aber das kommt wieder, das weiß ich!

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