Würzburg

Morgen werde ich wieder in meine Wohnung nach Würzburg ziehen. Es wird sicherlich seltsam. Während meiner Reise war ein Zimmer für mich allein purer Luxus, aber in Würzburg ist das Allein-Sein nicht unbedingt die erste Wahl. Ich wollte nie eine WG, das will ich auch jetzt nicht, aber dass man SO alleine sein würde, war mir vor meinem Umzug nicht klar. Und jetzt ziehe ich dort wieder hin. Hoffentlich nur noch für ein halbes Jahr, denn dann schreibe ich mein erstes Staatsexamen und verabschiede mich von der Uni. Ich denke aber nicht, dass das ein Abschied für immer sein wird. Ich kann mir sehr gut vorstellen noch einmal zu studieren, wenn auch nur nebenbei, andererseits kann ich es mir auch sehr gut vorstellen dort zu lehren. Ich hatte während meinem Studium immer wieder ganz normale Lehrer mit Lehraufträgen an der Uni. So etwas könnte ich mir sehr gut vorstellen.

Trotzdem ist das wieder ein Schritt, den man macht. Ein Kapitel, das abgeschlossen wird und das ist immer seltsam. Mit dem Abitur machte ich den ersten Schritt und ich freute mich darauf, endlich studieren zu dürfen. Ich kann nicht gerade sagen, dass das Studium so verlaufen ist, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber es war trotzdem eine schöne Zeit. Vor allem am Ende, als ich noch einige Freundschaften schließen konnte, die ich nie vorhatte zu schließen. Ich sah das Studium als ein Mittel zum Zweck. Etwas, das ich eben erledigen muss, um meinem Traumberuf „Lehrer“ näher zu kommen. Dreieinhalb Jahre sind für mich auch auszuhalten, wenn ich meine Freunde, die mit mir Abitur gemacht haben, weniger sehe. Ich brauche in dieser Zeit keine neuen Freundschaften knüpfen, weil nach dem Studium sowieso alle in unterschiedliche Ecken gehen, vielleicht nicht einmal in Bayern oder Deutschland bleiben. Und genau dann passierts: man findet Freundinnen, die man sich ein Leben lang an der eigenen Seite wünscht. Danke.

Noch ein paar Worte zu mir: ich habe das Gefühl immer noch in den Seilen zu hängen, zwischen den Stühlen zu sitzen, noch nicht vollkommen hier zu sein. Und inzwischen bezweifel ich auch, dass das je wieder geht. Während dem Studium sicherlich nicht. Ich hoffe, dass ich danach einen Job finde, der mich zumindest körperlich so stark fördert, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes „spüre“, dass ich hier bin und nirgendwo anders. Mein Kopf sagt mir: Du hast kein Geld, verdien erst einmal Geld, bevor du dir Gedanken über irgendwelche Reisen machen kannst. Klar, wäre alles vernünftig, aber mich zieht es förmlich weg. Ich will wieder in die große weite Welt und andererseits will ich meine Liebsten nicht schon wieder alleine lassen, immerhin mussten sie schon einmal so lang auf mich warten.

Ich werde niemals genug gesehen haben. Dazu ist diese Welt einfach zu schön und zu groß. Gute Nacht!