Neue Kategorie „Mein Leben“

Meine Reise ist schon gefühlt ewig her und die nächste immer noch nicht in Sicht, aber ich will trotzdem etwas schreiben, etwas erzählen – deswegen diese neue Kategorie.

Ich bin nämlich gerade richtig stolz auf mich, also so richtig richtig stolz. Ich bekomme so viele Sachen auf die Reihe, vor denen ich mich wochen-, monate- oder sogar jahrelang gedrückt habe. Wie es dazu kommt? Keine Ahnung.

Ich denke, es hat damit angefangen, dass ich jeden zweiten Tag laufen war. War? Ja, weil es grad ganz viel anderes gibt, weswegen ich nicht mehr laufen muss, aber dazu später mehr!

Dann habe ich tatsächlich meine Zulassungsarbeit abgegeben! Das kann ich kaum fassen. Die lag mir wirklich jahrelang schwer im Magen und plötzlich, wenn man sich wirklich Mal damit beschäftigt, sie wirklich angeht und deswegen vorankommt, ist sie halb so schlimm. Eigentlich gar nicht schlimm. Man muss nur einmal anfangen. Vielleicht gab mir auch die Abgabe am 01.04.2015 einen Schub – ich kann was! Wenn ich mir etwas vornehme, mach ich das! An dieser Stelle nochmal ein Dankschön an meine gründliche Korrektur-Leserin Mirjam Muck 🙂 Danke! Bin bereit mich zu revanchieren, wenn es bei dir so weit ist!

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Spanisch lernen. Noch so etwas, was ich schon immer wollte. Vor einem halben Jahr meldete ich mich bei Babbel an und war einen Tag lang fleißig. Bis es darum ging, wirklich zu lernen und Grammatik zu verstehen, nicht nur Zahlen zu lernen (die ich eh schon konnte) oder „hola“ und „gracias“ zu schreiben. Ich hatte einen Halbjahresvertrag für Babbel und als automatisch der zweite Halbjahresvertrag-Beitrag abgebucht wurde, stoppte ich erst einmal die automatische Verlängerung, von deren Existenz ich bis dahin noch nichts wusste. Und weil ich dann schon einmal drin war, machte ich weiter.
Durch ein Spiegel-Test-Abo hatte ich ein Tablet von Samsung bekommen und lud mir die Babbel-App runter und plötzlich lernte ich Spanisch! Ohrstöpsel rein und schon kann ich im Bus, in der Uni-Bib (während einer kurzen Lernpause) oder in den wenigen Minuten vor einem Seminar Spanisch lernen. Auch abends im Bett während dem Fernsehschauen: perfekt geeignet. Die Lektionen sind auch herunterzuladen, man braucht also keine ständige Internetverbindung.
Das klingt jetzt alles sehr nach Werbung für Babbel, aber ich bin einfach begeistert davon, dass ich tatsächlich Erfolge bemerke.

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Weiter gehts: Ich fahre Fahrrad. (Fast) täglich. Und Würzburg ist echt hügelig, also ist Fahrradfahren anstrengend oder sehr entspannend (Berg runter). Wo ich hinfahre? Zur Uni, zum Einkaufen, zur Post, zur Bank, in die Stadt, zum Bahnhof und zur Arbeit.

Moment?! Arbeit? Jaaaa, ich arbeite endlich wieder. Vor den Osterferien habe ich meinen Nachhilfejob im Schloss Schwarzenberg gekündigt. Die Zeiten waren für mich schwer vereinbar mit meinem Plan, viel in Würzburg zu sein und zu lernen, denn mein erstes Staatsexamen im Sommer fordert das sehr deutlich ein. Ich wäre zwei Mal die Woche von elf bis 17h unterwegs gewesen, das ist ungünstig. Außerdem wäre meine Mama immer als Fahrdienst eingeplant und sie hat ja auch etwas Anderes vor!
Aber jetzt zu meinem neuen Job! Ich arbeite im 4,5 Sterne Hotel Rebstock (www.rebstock.com), ein Best Western Premier Hotel, eine weltweite Kette (dazu ganz am Ende mehr). Ich bin über die Onlineanzeigen der MainPost über ein Jobangebot dieses Hotels gestolpert, habe mich auf deren Homepage umgesehen und die Kategorie „Jobs“ entdeckt. Auf Grund der Halbwaisenrente darf ich nur 450€ verdienen, sonst würde sie wegfallen, und viel mehr Zeit habe ich ja sowieso nicht, also bewarb ich mich für alle drei Minijobs, die dort angeboten wurden: Service, Küche, Zimmer.
Die Hausdame, die für die Zimmerfrauen verantwortlich ist, meldete sich schon am nächsten Tag und teilte mir mit, dass ich zu einem Gespräch vorbeikommen sollte. Ich sagt ihr zu und das Gespräch verlief sehr entspannt. Nach fünf Minuten stand ich bereits wieder vor dem Hotel: ich sollte zum Probearbeiten kommen, sie wollte nur wissen, ob ich gut deutsch spreche und körperlich in der Lage bin, Zimmer zu reinigen. Jep, bin ich. Ich komme! Der Job im Service wäre nur auf Abruf, ich käme also nicht monatlich auf 450€, die ich aber sicher brauche. Der Küchenchef (Sternekoch!) hat sich leider etwas zu spät gemeldet, sonst hätte ich mich auch bei ihm vorgestellt, aber das ergibt sich ja vielleicht nochmal wann anders.
Diese Woche Dienstag war es dann soweit: Probearbeiten mit Carolina. Witzig, oder? Eine spanische Carolina zeigt mir, der deutschen Carolina, wie das mit dem Zimmerputzen geht: Betten machen oder neu beziehen, Müll leeren, Staub wischen, Staub saugen, Bad putzen. Der Arbeitstag beginnt immer erst um 8:30h, also ziemlich human und dauert maximal bis 13h, wenn man Routine hat, nur bis 12h. Ich sollte dann gleich Mittwoch und Donnerstag kommen und gestern (am Do) wurde ich auch noch gefragt, ob  ich Samstag und Sonntag auch kommen könnte. Klar! Mach ich! Je mehr, desto besser, denn mein Bafög kommt schon seit Ende Februar nicht mehr, aber die Miete wird trotzdem abgebucht!
Zimmermädchen zu sein ist anstrengend, aber machbar, gerade wegen den kurzen Arbeitszeiten. Außerdem sind die Zeiten fix. Ich weiß also, dass ich jeden Tag ab 13h Zeit habe.
Ich bekomme nur den Mindestlohn (8,50€), aber das ist schon so viel mehr, als zu meiner Anfangszeit beim Burger King in Diespeck: 5,95€. Kann man eigentlich keinem sagen … 😉
Damit ich dann monatlich auf die 450€ komme, muss ich 13 Stunden die Woche arbeiten und das bedeutet bei diesen Schichten 3-4 Mal, das ist gut unterzubringen.

Nochmal ein neues Thema: Sport. Ich bin so sportlich, wie noch nie. Da bin ich mir sicher. Ich fahre, wie schon erwähnt, viel Fahrrad.

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Außerdem bin ich dienstags beim Unisport und meine Arbeit ist wirklich auch körperlich anstrengend. Ich hatte auch überlegt, mich für den Kraftraum der Uni anzumelden (30€ im Semester), aber ich wüsste nicht, woher ich die Zeit und die Kraft dafür nehmen sollte. Mein Joggen habe ich auch eingestellt, weil ich das nur vorm Frühstück kann und wenn ich um 8:30h im Hotel oder um 8h in der Uni sein muss, ist da keine Motivation da, vor allem, weil ich so viel anderes mache.
Ab Sonntag schwimme ich auch einmal die Woche, bin schon gespannt, wie viele km ich schaffe.
Die Ernährung klappt auch gut. Klar nasche ich ab und an etwas Schokolade, aber je wärmer es außen wird, umso weniger Verlangen habe ich danach. Deswegen stapeln sich gerade meine Schokohasen von Ostern.

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Ich trinke deutlich mehr, was ja auch dazu führt, dass man weniger Hunger hat und Stoffe besser transportiert werden können 😉 Ich kenne mich da nicht so aus, aber viel trinken ist auf jeden Fall wichtig und ich komme im Moment auf 1,5-2l täglich. Vor einem Jahr habe ich an manchen Tagen nicht einmal 0,5l an einem Tag geschafft.

Noch etwas wirklich Erfreuliches: ich bin für VIER Hochzeiten gebucht und darf/durfte zwei weitere besuchen. Einfach das totale Hochzeitsjahr für mich! Meine erste Cousine mütterlicherseits heiratete am 11. April. Eine perfekt geplante und durchgeführte Hochzeit: emotional, lustig, unterhaltsam. Einfach toll! Es wurde an so viele Kleinigkeiten gedacht, dass es die kommenden Hochzeiten schwer haben werden, da mitzuhalten!

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Die beste Aktion – an deren Gelingen ich zu Anfang sehr gezweifelt habe – war der Flashmob! Wir, alle Gäste, bekamen ein Video zugeschickt, in dem uns die Schritte erklärt wurden und wann sie denn zum Einsatz kommen sollten. Am Hochzeitstag selbst gab ich jedem, der danach gefragt hat, Nachhilfestunden, damit alles gut klappt und als es dann soweit war, stürmte ich mit vor in die erste Reihe, weil ich mir der Schritte einfach sicher war und los gings. Das Brautpaar war einfach baff, ein wunderbarer Moment! Denn die Gäste kannten sich kaum oder gar nicht untereinander! Selbst meine Verwandten sehe ich fast nie und wir hatten kein einziges Mal die Möglichkeit, alle zusammen in diesen Räumlichkeiten zu proben und trotzdem klappte es auf Anhieb. Ich kann natürlich nicht sagen, wie es wirklich aussah, ich stand ja in der ersten Reihe und wollte mich nicht umdrehen, aber allein von den Blicken des ABSOLUT ERSTAUNTEN Brautpaares zu urteilen, sah es hammermäßig aus! Ein richtiges Gemeinschaftsgefühl entstand in den paar Minuten zwischen Menschen, die sich größtenteils an diesem Tag zum ersten Mal sahen.
Eingeladen bin ich noch auf eine weitere Hochzeit – die der Tochter meiner Nachbarin von ganz daheim. Sie ist seit Monaten am Basteln und Vorbereiten und deswegen bin ich mir auch hier sicher, dass die Hochzeit wunderschön wird!
Meine erste zu fotografierende Hochzeit findet am 09. Mai in Dortmund statt. Eine Freundin einer angeheirateten Cousine traut sich und sie brauchten noch einen Fotografen: mich! Ich fahre schon am 05. Mai hoch, damit ich sie noch etwas kennenlernen kann, denn auch die angeheiratete Cousine kenne ich fast nur über Whatsapp. Dortmund ist einfach zu weit weg für einen spontanten Besuch …
Mitte/Ende Juni die zweite, die eigentlich schon vor einem Jahr geplant war, aber da kam die kleine Mailin (siehe vorheriger Beitrag) dazwischen und die Hochzeit wurde verschoben. Mirjam und Matthias heiraten in der Nähe von Uffenheim. Mirjam kenne ich ausnahmsweise wirklich 😉 . Wir waren zusammen in einem Praktikum vom Studium aus und lernten dann gemeinsam im Sommer 2013 für unser Psychologieexamen.
Und die dritte eine Woche später in der Nähe von Würzburg. Ich wurde von der Trauzeugin empfohlen, die mich nur aus einem Deutsch-Seminar an der Uni kennt – also eigentlich gar nicht. Wir haben dort ein paar Worte gewechselt, waren auch mal Facebook-Freunde, aber eigentlich bestand kein Kontakt mehr, bis sie von ihrer Braut beauftragt wurde, einen Fotografen für die Hochzeit zu organisieren, weil sie auch unbedingt etwas dazu beitragen wollte. Gesagt, getan. Sie durchsuchte Facebook und fand mich (wieder). Ein paar Nachrichten hin und her, ein extrem lustiges Treffen mit Braut Vanessa und Bräutigam Andy in Würzburg und die Sache war geritzt. Laut deren Aussage habe ich mit meiner Professionalität gepunktet – hört man gern (vor allem als Laie 😉 ). Dieser Tag wird etwas entspannter, als andere Hochzeiten, weil wir uns für ein After-Wedding-Shooting entschieden haben. Die beiden wollen unbedingt auf die Karlsburg, weil sie mit ihr viele Erinnerungen verknüpfen, sie aber ein Stück entfernt liegt. Hochzeitsgäste sollen ja nicht stundenlang auf ihr Brautpaar warten, also werden an der Hochzeit nur ein paar Fotos geknipst (während die Gäste Kaffee trinken und Kuchen essen) und der ganze Rest kommt nach der Hochzeit. Ein weiterer Vorteil ist, dass man dann weniger abhängig vom Wetter ist. Regnet es an der Hochzeit oder ist es brütend heißt, macht man trotzdem Fotos. Ist am After-Wedding-Shooting-Tag die Wetterlage ungünstig: einfach verschieben.
Die vierte Hochzeit findet erst im August statt, deswegen gibt es dazu noch deutlich weniger Infos, aber die bekomme ich schon noch, wenn es soweit ist! Ich freue mich definitiv auch auf diese – einfach, weil ich Hochzeiten liebe! So viele tolle Momente, so viele Emotionen, hat man selten an nur einem einzelnen Tag! Und ich darf ein Teil davon sein: als Gast und/oder als Fotografin. Eine wirkliche Ehre für mich! Außerdem dürfen dann Kleider ausgeführt werden, die sonst nur im Schrank hängen!

Zum Abschluss noch ein kleiner Ausblick: ich werde natürlich weiterhin arbeiten, Fahrradfahren, Sport machen, fotografieren und lernen,

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aber ich habe zusätzlich noch etwas geplant: Ich will Tourist sein ohne zu verreisen, denn das ist finanziell nicht drin. Mir gehts es vor allem darum, kostenlose Dinge zu finden, die man in meiner aktuellen Heimatstadt Würzburg machen kann. Es ist hier von der Landschaft außenrum wunderschön und eine Schande, dass ich in den vergangenen 4,5 Jahren so wenig davon gesehen habe. Natürlich schreibe ich dann auch meinen Blog hier – auch wenn es nicht direkt eine Reise ist, aber für manch andere kann es ja eine (Städte-)Reise werden! Würde mich freuen, hier den ein oder anderen durch die Stadt führen zu dürfen (natürlich erst nach meiner Erkundungstour!). Das Ganze soll drei Tag in Anspruch nehmen, aufeinander folgend. Unter der Woche, weil am Wochenende meistens viel los ist. Genauere Pläne stehen eigentlich noch nicht, mal sehen, wann ich dazu komme!

Wenn ihr tägliche Beiträge von mir lesen wollte, schaut doch in Facebook vorbei: https://www.facebook.com/Caros.Photos
Ihr seht sogar die aktuellsten Beiträge, wenn ihr gar nicht bei Facebook registriert seid.

Und weil ich nicht aufhören kann: Wie wäre es mit einem kleinen Lebensplan am Ende eines Beitrags? Es verändert sich ständig alles und somit auch die Zukunft, also wie sieht es gerade aus?
Die Arbeit im Hotel macht mir Spaß und ich will unbedingt in andere Bereiche schnuppern und könnte mir vorstellen, nach meinem Examen eine ganze Weile dort zu arbeiten. Meine Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch und Spanisch sollten mir da gut weiterhelfen. Sind die Spanisch-Lektionen auf Babbel beendet, steht eine Auffrischung in Französisch und danach das Lernen von Schwedisch an. Sobald ich genug Geld zusammen habe, kaufe ich mir einen VW-Bus oder etwas vergleichbares und baue ihn nach meinen Wünschen um, packe ihn und tour los. Durch Europa. Denn ich hab hier noch nichts gesehen. Mich zieht es eigentlich überall hin: Frankreich (um französisch zu reden), Spanien (um spanisch zu reden), England, Irland, Schottland (um Englisch zu reden), die östlichen Länder (um weniger Geld auszugeben), Italien (um endlich Rom, Venedig und Co. zu sehen), Griechenland, Türkei, Marokko (um einem Cousin nachzueifern, der dorthin eine Motorradtour mit einem Freund unternommen hat) und und und. Es gäbe massig Fotos, Beiträge und Erfahrungen. Natürlich zieht es mich dann auch noch nach Schweden, Norwegen, Finnland. Um es kurz zu sagen: am liebsten würde ich alles sehen!

Vielleicht wisst ihr noch, dass es bei der Beschreibung meines neuen Jobs im Hotel hieß, dass ich ganz am Ende noch etwas dazu sage. Ja, hier ist das Ende. Eine WELTWEITE Kette… Ich denke das spricht für sich, aber ich sag’s trotzdem nochmal: Ja, ich könnte mir vorstellen, in fremden Ländern in einem Hotel zu arbeiten, zum Beispiel die typisch deutsche Pünktlichkeit und Gründlichkeit zu lehren. ❤