Neues Bewusstsein

Mir ist gerade etwas klar geworden. Zwischen dem ganzen Trubel vor dem Examen diesen Sommer, den Eindrücken von den vielen Nachrichten, die mich zu meinen drei Fragen erreicht haben (dazu komme ich gerade nicht – ich will den Kopf frei haben, bevor ich mich zu so kritischen Themen äußere) und dem Bearbeiten der Fotos meiner letzten Hochzeit.

Ich werde keine Reisejournalistin.

Ich kann nicht sagen, dass ich konkret daran gearbeitet habe, das zu werden, aber ich dachte bis gerade eben noch, dass es mein größter Traum, mein größtes Glück wäre, so einen Job zu bekommen. Aber das ist es nicht.

Ich habe meine Berufswünsche gesammelt. So verrückt sie auch klingen mögen. Ich habe sie auf Zettel geschrieben und an eine Wand in meiner Wohnung gehängt. Ich dachte zuerst, ich lasse sie dort hängen und mache mir wann anders mehr Gedanken darüber, aber als ich sie fotografierte (einfach weil ich fast alles fotografiere), fiel mir etwas auf.

IMG_0452

Ich finde es bezeichnend, dass ich die Zettel gerade unter meine Uhr gehängt habe. Als wüsste ich selbst, dass es Zeit wurde, mich zu entscheiden. In diesem Moment fühlt es sich an, wie wenn ein Teil von mir stirbt. Ein Traum, der nicht mehr wahr werden kann, weil ich selbst nicht mehr daran glaube.

Ich habe kurze Zeit später die Zettel neu sortiert. Welche Wünsche und Träume kann ich kombinieren. Wie viele Ziele erreichen. Und wenn ich dem Reisejournalismus folge, muss ich alle anderen vernachlässigen.

Ich habe sonst keine Versagensängste. Ich weiß, dass ich immer irgendwie über die Runden komme, dass alles wieder gut wird, in sichere Gewässer kommt. Aber hier habe ich versagt. Das ist etwas, das ich nicht erreichen kann, weil ich es eigentlich nicht will.

IMG_0453

Dieses Bild beinhaltet für mich auch noch das Symbol der Einsamkeit. Der „Reisejournalistin“-Zettel hängt ganz alleine, ganz auf der rechten Seite. Meine ganzen anderen Interessen müsste ich vernachlässigen, um nur das zu machen. Und das geht nicht für mich. Ich bin einfach ein Mensch, der viele Interessen hat und ihnen folgen will.

Bemerkenswert ist auch, dass „Lehrer“ kein einziges Mal in meinen Kopf gekommen ist. Und ich habe mir vorgenommen in meinem Leben glücklich zu sein – dazu zählt wohl, dass ich nichts mache, was mir keinen Spaß macht, was mich nicht fasziniert.

Advertisements

2 Gedanken zu “Neues Bewusstsein

  1. Ich finde die Idee nicht schlecht, seine Berufswünsche auf Zettel zu schreiben und an die Wand zu kleben. Doch wie du schon sagst, irgendwie schwebt dabei ein gewisser Zeitdruck mit, und mit jeder Entscheidung stirbt ein Traum… ich habe auch so viele Ideen, was meine berufliche Zukunft angeht und schon jetzt habe ich Angst vor der Entscheidung gegen einen bestimmten „Zettel“..
    Liebe Grüße
    Jim

    Gefällt mir

    • Hi Jim! Ja… aber man kann in seinem Leben leider nie alle Träume verwirklichen, also muss man sich klar werden, welche die wichtigsten und größten sind… und das ist bei mir einfach nicht mehr der Reisejournalismus …. zumindest im Moment 😉

      Gefällt 1 Person

Lass mir gern ein Kommentar hier:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s