Köln 2015

IMG_6348

Es ist herrlich, in eine Stadt zu kommen und zu wissen, dass man abgeholt wird, einen Schlafplatz hat und einen „Einheimischen“ kennt, der einem die wichtigsten Dinge erklären kann und die schönsten Ecken kennt. Genau das ist mir in Köln passiert. Mein Flixbus hatte etwas Verspätung, das lag aber einfach nur am Stadtverkehr und ist nicht zu vermeiden, und meine liebe Katja stand schon da und hat auf mich gewartet ❤ .

IMG_6275

Noch ein paar Wort zu ihr beziehungsweise uns: wir haben uns auf meiner großen Reise letztes Jahr kennengelernt und uns so dermaßen gut verstanden, dass es klar war, dass wir in Kontakt bleiben. Wir leben gerade ein relativ ähnliches Leben, haben die gleichen Sehnsüchte und machen auch viele Kleinigkeiten im Alltag gleich. Warum das besonders ist? Weil sie 16 Jahre älter ist, als ich. Rein theoretisch als meine Mutter sein könnte. Aber wir sind einfach im gleichen Flow, auf der gleichen Wellenlänge :-*

Um richtig in Köln anzukommen, tranken wir erst einmal ein Kölsch – aber zum Unterhalten war es in dem Lokal einfach viel zu laut und wir mussten uns ja dringend auf den neusten Stand bringen, was Zukunftspläne (wir beide haben die gleiche Definition davon: Pläne sind da, um wieder verworfen zu werden) und Männer angeht. Unterwegs holten wir noch eine Jacke ab, zu der sich noch mein Urteil abwarten wollte – denn Traveler geben ja ungern (viel) Geld aus (spart man lieber für die nächste Reise), aber manchmal muss das eben sein und dann ist das auch ok. Dann sah ich zum ersten Mal ihre Wohnung: 19m², genau wie meine in Würzburg. Aber ihre ist viel schöner geschnitten, wie ich finde. Sehr gemütlich und zweckmäßig, nicht so vollgestopft wie bei mir! Man hat sich einfach direkt heimisch gefühlt! Für die kommenden Nächte räumte sie sogar ihr Bett für mich und schlief auf einer Luftmatratze auf dem Boden – freiwillig! Hab ihr mehrmals angeboten zu tauschen.

Kurz einkaufen, kurz Essen gehen und dann machten wir uns schon auf den Weg zu dem Konzert, zu dem ich unbedingt wollte: Lukas Graham. Ich bin tatsächlich per Zufall auf seine Musik gestoßen: sein Album hat bei Amazon mal nur 5€ gekostet 😉 und als mir mein Cousin neulich per Screenshot mitteilte, dass es ein neues Lied gibt, likte ich Lukas Graham auf Facebook, um solche Infos zukünftig selbst mitzubekomen und sah: Konzerte in Deutschland. Wahhhhh! Gleich geguckt wo: Berlin und Köln. Köln? Ich bin doch demnächst in Köln! Und dann ein Doppel-Wahhhhh! Das Konzert findet tatsächlich an dem Wochenende statt, an dem ich in Köln bin! Und als ich dann endlich Tickets dafür hatte: Wahhhhh! Wahhhhh! Wahhhhh! ❤

IMG_0450

Ich liebe seine Musik, weil er von Dingen singt, die er erlebt hat. Außerdem ist sie abwechslungsreich und seine Stimme hat trotzdem einen wahnsinnigen Wiedererkennungswert! Katja kannte ihn gar nicht. Während dem Konzert kam ihr zwar ein Lied bekannt vor, aber sie wusste eben nicht, dass das von ihm ist. Drunk in the Morning.

Wir fanden den Einlass in den Bahnhof Ehrenfeld sofort, standen aber noch eine Weile an. Um 18:38h wurden wir dann reingelassen (acht Minuten zu spät) und dann standen wir und standen, standen, standen. Um 19:30h ging es pünktlich los … mit der Vorband. Halbe Stunde. Mittelmäßige Musik im Durchschnitt (manche Lieder sehr gut, andre sehr schlecht). Danach alle wieder komplett wach: jetzt müsste er kommen. Vorband ist fertig. Jetzt kommt er! Gleich! Bestimmt jetzt …?! Nein. Wieder warten, warten, warten. In der Zwischenzeit unterhielten wir uns mit einem älteren Mann, der mit seiner Tochter im Rollstuhl inzwischen schon auf dem vierten Konzert von Lukas Graham war! Total begeistert – auch der Vater! Kurz vor Beginn des wirklichen Konzerts gesellte sich dann noch ein älteres Paar zu uns, die mit ihrem 16-jährigen Sohn hier waren (der natürlich woanders stand). Auch begeisterte Fans, dank Sohn. Wahnsinn! Hätte nie gedacht, dass hier so viele ältere Menschen und vor allem so viele männliche Menschen sind! Katja ist eh so eine freundliche Person, dass sie in der Gegend umherlächelt und es öfter vorkommt, dass sie/uns daraufhin Menschen ansprechen. Das Pärchen schwärmte uns auf jeden Fall auch vor, wie toll der Lukas das machen würde, dass er die Bühne richtig einnimmt und so sympathisch und knuffig wäre – und ja, einfach toll und immer wieder sehenswert! Also noch mehr Spannung aufgebaut …

Dann kam er endlich durch das Publikum durch und ging  …….. nicht auf die Bühne! Sondern erst nochmal runter in die Kellerräume… nochmal warten. Aber dann – ja dann! – ging es wirklich los!

IMG_5999 IMG_6018  IMG_6148

Das Pärchen erzählte uns noch davor, dass der Lukas (ich denke ihr könnt nach den Bildern nachvollziehen, warum ich das Graham weglasse – so ein knuffiger junger Typ 😉 ) Gesang studiert hat. Hat man ihm angemerkt von der Atmung:

IMG_6085

und daran, dass er darum gebeten hat, die Zigaretten auszumachen, weil er sonst Probleme mit seiner Stimme bekommt und wir hätten ja für seine Stimme bezahlt. Super! Der Rauch hatte mich eh auch schon gestört 😛

Vor jedem Lied gab es ein paar Infos dazu. Meistens, dass er das wirklich erlebt hat. Dass ihn Leute von seinem Weg abbringen wollten, aber er wusste, dass es der einzig richtige für ihn ist. Dass er schon viel Schreckliches erlebt hat, aber durch die Musik ab einem gewissen Alter einen anderen Weg eingeschlagen hat, im Gegensatz zu einigen seiner Freunde, die jetzt im Knast sitzen oder schon gestorben sind. Man merkt ihm einfach an, wenn er von Problemen singt, dass er diese Probleme auch erlebt hat und sich beim Singen wieder hineinfühlt. Das kommt einfach alles ganz anders rüber als bei anderen Sängern.

Das hier ist übrigens unser Lieblingslied, ist leider noch gar nicht herausgekommen in Deutschland:

Ein absoluter Kracher ist aber auch dieses hier:

Bisschen auf die Nerven gegangen ist uns der blonde Gitarrist. Steht neben dem tollen Lukas und singt mit – ohne Mikro. Volle Mimik. Hat das aber nicht erlebt. Zu viel Gestik. Einfach komisch. Wir denken aber, dass er das machen soll, denn bei dem ersten Video sitzt er auch ruhiger da. Komische Strategie. Ist bei uns nicht aufgegangen.

Katja liebt ihn jetzt auch. Lukas ❤

Nach einem kurzen Abstecher in eine Tapas-Bar auf eine Cola und ein paar Pommes Aioli (Knoblauchcreme) ging es direkt ins Bett. Der Sonntag sollte entspannt werden und so wurde er auch. Nach einem gemütlichen Frühstück liefen wir Richtung Rhein – Kamera im Anschlag! Ein Stück den Rhein entlang, über eine Brücke und wieder zurück, wieder Brücke und wieder heim. Der Weg in (auch schwarz-weiß) Bildern:

IMG_6217 IMG_6272 IMG_6253 IMG_6263  IMG_6231 IMG_6250  IMG_6285 IMG_6229 IMG_6282  IMG_6290 IMG_6291 IMG_6295 IMG_6310 IMG_6303 IMG_6302 IMG_6296 IMG_6320 IMG_6339 IMG_6368 IMG_6332

Wenn man sich gut fühlt, hat man Lust auf Selfies:

IMG_6393 IMG_6406  IMG_6398 IMG_6397

Abends wäre ich fast zu faul gewesen, meine geplante „Köln bei Nacht“-Fototour zu machen. Konnte mich aber dann doch aufraffen:

IMG_6420 IMG_6474 IMG_6444 IMG_6439

Montags musste die liebe Katja leider zur Arbeit, super nett, dass ich trotzdem bleiben durfte! Und weil sie um sechs Uhr wach war, konnte sie mich auf den Mond aufmerksam machen:

IMG_6496

Letzte Nacht war der Blutmond und gleichzeitig der Supermond. Super, weil super groß. Blut weil blutrot. Aber ich war zu müde und wusste, dass auf meinen ganzen Fotoseiten, denen ich auf Facebook folge, nur noch Blutmond-Fotos sehen würde und damit hatte das etwas den Reiz verloren. Schon cool, dass das passieren kann: eigentlich war es eine Mondfinsternis und der Mond hätte schwarz sein müssen, aber weil das langwellige rote Licht sich um die Erdkugel biegen kann, erscheint der Mond rot.

Ich machte mich heute auf zum Kölner Zoo! Hatte schon länger keine „Wild“tiere mehr gesehen:

(die Zoobilder gibt es, wenn ich mal wieder Zeit habe, Fotos auszusortieren und zu bearbeiten 😉 )

Dazu gibts nichts Spannendes zu erzählen: mit der U-Bahn hin, direkt daneben der Zoo. Daneben der botanische Garten, aber zu noch mehr Lauferei konnte ich mich nicht motivieren, also zurück in die Wohnung. Balkontüren auf und ein schönes Nickerchen in der Sonne gemacht. Das Wetter war ja eh ein absoluter Traum ❤

IMG_6242

Abends kam noch eine Freundin von Katja zu Besuch und wir unterhielten uns super zu dritt! Sie ist zwar kein Traveler, aber Männerprobleme hat sie auch 😛 und sie interessiert sich für Fotografie. Das Bild entstand dann noch spontan:

IMG_7517

Kann man sich ja nicht entgehen lassen!

Noch einmal schlafen und schon sollte ich schon wieder weg von hier. Wirklich komisch, dass ich mich dank Katja so schnell in eine wirkliche Großstadt einleben konnte. Bei der Ankunft dachte ich mir noch: ohje, deutlich größer als Würzburg. Und als ich die Abfahrtszeiten der U-Bahn Richtung Zoo checkte wurde es noch deutlicher: alle fünf Minuten. In Würzburg fährt der Bus, der am häufigsten fährt, alle sieben Minuten. Die Busse mit denen ich regelmäßig fahre, fahren alle 20 oder alle 30 Minuten. Schon eine andere Welt.

Dienstag war Ausschlafen angesagt. Bin ja doch irgendwie im Urlaub und will mich nicht stressen. Köln ist nicht aus der Welt und ich bin mir sicher, dass ich Katja hier nochmal besuche – vielleicht schon im Mai? ❤
Einen Plan hatte ich dann aber doch noch für Köln: das MAKK, Museum für angewandte Kunst Köln.

IMG_7531 (2)

War okay, weil ich vergünstigten Eintritt bekommen habe, werde mich wohl mein Leben lang für Studiengänge einschreiben, weil man überall Vergünstigungen bekommt 😉

Angewandte Kunst könnt ihr euch bestimmt schon erklären, trotzdem nochmal schriftlich: Alltagskunst, also Kunst, die angewendet wird. Ich muss zugeben, sie ist nicht immer direkt zu erkennen 😉

IMG_7521 IMG_7522  IMG_7525 IMG_7526   IMG_7527IMG_7523 IMG_7524 Praktisch oder?IMG_7529

Im Museum ist mir mein Kamerakku leer geworden und ich hatte keinen Ersatzakku dabei, weil ich heute Morgen spontan Rucksack in Tasche getauscht habe. Ein echter Anfängerfehler – peinlich! Deswegen gibt es keine Fotos mehr vom Dom und dem Aussichtsturm auf der andren Seite der Liebesschloss-Brücke, denn sowas spar ich mir dann, aus Angst, dass ich mich ärgere, dass ich von schönen Momenten keine Fotos machen kann. Eigentlich dumm. Aber so fühlt ein Fotografen- ❤ .

Ich kann es nicht fassen, dass ich ernsthaft die ganze Rückfahrt an dem Beitrag hier saß! Klar braucht das Bilderauswählen und in Paint verkleinern Zeit (für das Verkleinern gibt es wohl ein Add-on, check ich zu Hause mal aus, hab ich schon in dem Blog Camp gelernt, für das ich mich vor Kurzem angemeldet habe), aber Whatsapp ist wirklich eine wahnsinnige Ablenkung (Katja hat schon Entzugserscheinungen, eine Freundin hat heute eine Date, …). Diese Ablenkung hatte ich ja auf meiner Reise nicht und durch das tägliche Bloggen hatte ich weniger Fotos durchzusehen und zu verkleinern.

Dieser Trip hat mich auf jeden Fall sehr motiviert, das halbe Jahr in Würzburg nach Aupair in England zu nutzen, die kulturellen Schätze Würzburgs zu erkunden, denn Köln war zwar schön, aber kulturell hat Würzburg deutlich mehr zu bieten und wenn ich da schon wohne ….

 

(Upload aus technischen Gründen leider erst am Mittwoch, einen Tag nach der Rückfahrt)

Advertisements

Lass mir gern ein Kommentar hier:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s