Lebenstraum – Tattoo Nr. 2

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Ich an meinen Bruder Martin in Facebook: „Was hälst du von einem Geschwister-Tattoo, weil wir sonst nichts gemeinsam haben?“

Er: „Spinnst du?!“

Aber nachdem ich ihm die folgende Geschichte erzählt habe, war seine Antwort: „Okay, wenn du das nächste Mal in Dortmund bist?“

Mein lieber Papa ist mit 56 Jahren an Krebs gestorben. Ich war 13 Jahre alt, mein Bruder erst 11. Es kommen immer wieder Geschichten auf, über Erlebnisse, die wir zusammen hatten, aber eines Tages erzählte mir unsere Mama etwas Neues: Ich habe mit eurem Papa ausgemacht, dass er mir Federn schickt, wenn er im Himmel angekommen ist.

Seitdem sehe ich überall Federn und fühle mich ihm mehr verbunden. Ich denke nicht jeden Tag an ihn, aber bei jeder Feder, die ich finde.

Der Papa war elf Jahre älter als die Mama und weil er jetzt elf Jahre tot ist, bedeutet das, die Mama ist inzwischen älter als der Papa geworden ist. Sie hatte das schon länger im Kopf, wie es wohl ist, wenn sie in diesem Alter ist. Wie es sich anfühlt. Ob man sich alt genug fühlt um zu sterben und es ist nicht so. Sicherlich ist der Alltag nicht mehr so leicht und entspannt, wie mit 20 oder 30, aber man ist definitiv zu jung um zu sterben. Trotzdem kann ich heute sagen, dass es okay ist und ich deswegen trotzdem ein gutes Leben habe. Gerade jetzt auch als Aupair in England. Ich bin sehr glücklich mit dem Verlauf, den mein Leben genommen hat. Natürlich fragt man sich, wie alles verlaufen wäre, wenn er noch da gewesen wäre. Wäre ich dann schon im Referendariat? Hätten Beziehungen länger oder kürzer gedauert? Wäre ich schon früher gereist? …

Ich denke es ist ersichtlich, warum die Feder mir seit dieser erzählten Geschichte etwas bedeutet. Vorher hatte ich eine Feder komplett ausgeschlossen. Haben zu viele tätowiert. Aber ich bin mir sicher, dass kaum jemand eine wirkliche Lebenserfahrung damit verbinden kann. Sie steht für Freiheit, Leichtigkeit, auch für das Fernweh. Aber für mich eben auch für meinen Papa, meine Mama (weil sie mir die Geschichte erzählt hat) und meinen Bruder:

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Wir suchten damals bei unserem Facebook-Gespräch noch nach einer Feder und fanden diese:

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Quelle: https://www.google.com/search?q=feder+tattoo&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0CAcQ_AUoAWoVChMI0JaF_v3TyAIVhs6ACh0_lgUA&biw=1280&bih=587#imgrc=jEVFWgkIT7uOrM%3A

… und verliebten uns. Genau das ist die richige! Studios standen zwei zur Auswahl. Meine erste Wahl war Farbeffekt, natürlich in Dortmund, Papas Geburtsstadt und Martins aktueller Wohnort. Allerdings gab es noch ein Tattoostudio, das viel näher bei Martins Wohnung lag – also zuerst dorthin. Wir machten mit Absicht keinen Termin, das sollte einfach funktionieren oder eben beim nächsten Besuch in Dortmund. Er hatte keinen Termin mehr frei, also im Internet nach der Adresse des Studios „Farbeffekt“ geguckt und das hier gefunden:

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Perfekt! Genau das Zeichen, das wir haben wollten! Ohne Termin, genau das brauchen wir. Kurz angerufen, ob schon alles vollsteht, aber nein. Wir können direkt kommen! Yeahhhh!

Die Stellen wurden dann nochmal ein bisschen umgeplant (bei mir war 10cm überm Bauchnabel angedacht, beim Martin am linken Oberarm an der Innenseite) und dann ging es los! Vorsichtshalber mit meinem Bruderherz, weil es schon hieß, dass die Rippen bei mir schmerzhaft werden sollen und ich wollte nicht, dass er abspringt, nur weil meine Stelle so weh tut, dass ich wohl ab und an mal ein bisschen schreien muss 😀 Beweisefotos weiter unten.

Er war dann ganz überrascht, dass es so wenig weh tut – oder hat die Überraschung gut gespielt?! Auf jeden Fall war er ruckzuck fertig und nach einer Reinigung der Liege etc. durfte ich ran und wenn schon der Tätowierer, der an Hals und Co. tätwiert ist, sagt: ich lasse mich nicht an den Rippen tätowieren, das soll weh tun …. mach ich das natürlich trotzdem 😀

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Okay, das war extra gestellt. Wirklich 😉 Aber diese hier sind echt:

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Dafür ist das Siegerlächeln als es vorbei war auch echt:

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Und der Blick in den Spiegel war einfach super!!!

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Wir bekamen beide eine durchsichtige Folie darauf, mit der wir ins Schwimmbad können, duschen, baden, Sport … alles, was wir wollen. Also nicht eincremen und kein Hantieren mit Frischhaltefolie wie andere Menschen bei früheren Tattoos. Nach fünf Tagen abziehen und das wars! Perfekt! Einfach perfekt! Kein Schorf, kein Bluten, kaum Jucken. Da kommt man doch direkt auf die Idee, neue Tattoos zu planen …….. Und weil ich ja immer besondere Orte dafür suche (Ende meiner Reise 2014: Lissabon, Papas Geburtsort: Dortmund) und gerade in Windsor/London bin …… 🙂

Ich weiß, dass meine Mama an dieser Stelle die Luft anhält und betet, dass ich nichts Dummes mache 😀 Mama, mein Körper und ich bin doch vernünftig, nicht vergessen 😉

Farbeffekt auf Facebook: https://www.facebook.com/Farbeffekt.tattoo?fref=ts

Farbeffekt Website: http://www.farbeffekt.info/

Die machen auch ganz tolle Water-Colour-Tattoos … falls ihr noch nicht wisst, was das ist, schaut unbedingt vorbei! Wunderschön, kunstvoll, anders! Dafür ist mein Rücken reserviert 😉 … Irgendwann

Wir sind jetzt Feather-Sister und Feather-Brother und super glücklich damit ❤ Hab dich echt lieb, Feather-Brother ❤

London was calling!

… und zwar ganz laut und dringend! Eigentlich bin ich ja hier, weil es eine günstige Möglichkeit ist, mal rauszukommen, zu reisen, etwas anderes zu sehen und dabei Geld zu verdienen! Aber … hier in der Familie läuft es so toll und ich komm zu so viel, wenn ich hier bleibe, dass ich bis jetzt erst einmal in London war, vergangenen Samstag (17.10.2015), aber ich bin ja auch erst 1,5 Wochen hier! Meine Aupairtochter hat das neulich ganz treffend formuliert, als sie wichtige Daten in ihren Wandkalender eingetragen hat: sie kam zu mir und fragte mich „Bist du am 11. September oder 11. Oktober gekommen?“ – „11. Oktober.“ – „Echt?“ – „Jup.“ – „Dann bist du erst eine Woche hier?“ – „Ja, fühlt sich aber länger an, oder?“ – „Ja, ich dachte du wärst schon einen Monat hier!“

„Geh weg – ich will allein mit Caroline kuscheln!“ – Mehr davon! Und ja, ich bin hier Caroline. Caro mit dem englischen r geht einfach gar nicht und Caroline klingt schön (genug). Die Kinder wechseln sich mit Caroline und Carolina ab, aber vorstellen tu ich mich inzwischen mit Caroline und ich mag den Namen (IM ENGLISCHEN! Never even think of calling me Carolin or Caroline in Germany!).

So und jetzt zu London:

Ich wurde netterweise zum Bahnhof gebracht, der ist nämlich so unscheinbar, dass ich wahrscheinlich daran vorbeigelaufen wäre. Bei Gelegenheit mache ich ein Foto davon! Mein Zugticket hat nur 16,20 Pfund gekostet, das sind in etwa 22€. Damit durfte ich dann von Windsor nach London fahren, in London alle Busse und U-Bahnen benutzen und kam auch wieder zurück nach Windsor! Cool ist auch, dass ich von Windsor direkt nach London Waterloo komme, also nicht umsteigen muss und die Zeit deswegen perfekt zum Spanisch lernen nutzen kann.

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London Waterloo ist die Zughaltestelle, die am nächsten zum London Eye

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und Big Ben ist.

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Ich wollte eigentlich nicht so der typische Touri sein, mit Kamera um den Hals und ständig im Anschlag. Aber heute musste ich einfach mal eine Ausnahme machen. Der Big Ben ist eben wirklich schön und WILL fotografiert werden

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Aus allen möglichen Perspektiven und das obligatorische Selfie muss eben sein (wie das Wort „obligatorisch“ schon sagt):

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Was ich heute direkt gelernt habe: Never go to London on the weekend. Too many people.

Die letzten Tage durfte ich bereits eine Sache kennenlernen, die ich bestimmt am Ende meiner Aupair-Zeit nochmal in einem extra Blogbeitrag zusammenfassen werde: eine Eigenheit der Briten. Die Freundlichkeit. Und zwar nicht die angenehme, dass man sich entschuldigt, wenn man jemandem mit dem Einkaufswagen über den Fuß gefahren ist oder so, sondern die nervige, dass sich jemand entschuldigt, den man selbst angerempelt hat. Das läuft dann in etwa so: ich laufe durch die Gegend, setze einen Schritt falsch und rempel jemanden an und noch bevor ich Entschuldigung sagen kann (was ja Sinn geben würde, weil ich ja angerempelt habe), sagt die angerempelte Person: Oh, I’m sorry – warum?!
Anderes Beispiel: ich bin in einem Drogeriemarkt und kann mich nicht entscheiden, welches Haarspray ich kaufen soll, stehe also so, dass ich die verschiedenen Sprays auf der anderen Seite gut sehen kann und (natürlich!) müssen ab und zu Leute durch mein „Blickfeld“ laufen. Ist ja klar, ich versperre indirekt den Gang. Sie können nicht hinter mir vorbeilaufen oder so. Dann sagt doch wirklich jeder Einzelne (ca. 10 unabhängige Personen): Excuse me. oder Sorry. Sowas würde in Deutschland nicht passieren. Und deswegen bin ich eben lieber Deutsche 🙂 Wir sind freundlich, wenn es nötig ist und nicht 24 Stunden am Tag.

Kinder bekommen das übrigens auch schon beigebracht. Okay, wenn man mal pupsen muss und es entsteht ein Ton dabei, es bekommt also jeder mit, ist ein „sorry“ angebracht. Aber mein Aupairsohn spielt an einer Tür, so dass die Leute nicht rein- und rauskönnen und ein Junge will aber raus und entschuldigt sich dann bei ihm, dass er die Tür benutzen will – wofür sie ja eigentlich da ist! Wahnsinn! Echt unglaublich – selbst wenn man es sieht, denkt man: das kann jetzt nicht wahr sein. Das ist jetzt nicht passiert. Nicht wirklich. Doch. Schon mehrmals. Verrückt diese Engländer. Aber besser zu freundlich als zu unfreundlich – oder?!

Das musste ich jetzt kurz loswerden. Zurück zu meinem Trip:

Ich hatte keine Pläne gemacht, auch keine Ideen, was ich machen könnte oder Ähnliches. Ich dachte, ich lass mich einfach ein bisschen treiben, aber das Wetter war eben typisch englisch:

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Also ist „einfach herumlaufen“ nicht der schönste Zeitvertreib, wenn man die Herbstfärbung bereits genossen hat:

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Ich fuhr anschließend mit der U-Bahn zum Covent Garden und ging da in die Markthalle

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und musste mich sehr zusammenreißen, nicht direkt etwas einzukaufen. Die kreativen Stände sind einfach der Wahnsinn! Hier seht ihr Hängedinger aus Besteck:

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Und das Bild hier (oder ein ähnliches), sehe ich schon in meinem Koffer und an meiner Wand!

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Die Künstlerin verkauft ihre Bilder selbst und sieht super sympathisch aus und die Bilder sind einfach richtig gekonnt gemalt, aber trotzdem spürt man eine Leichtigkeit… Irgendwie schwer zu beschreiben, aber ich liebe sie (die Bilder)! Mal gucken, wann ich euch davon berichten kann, dass ich eines erstanden habe.

Um generell Geld zu sparen, habe ich mir Brote geschmiert und eine kleine Flasche zu Trinken eingepackt – typisch deutsch organisiert eben 😉 . Aber für ein Schokocroissant, WLAN, einen warmen Sitzplatz und eine Toilette kann man schon einmal 1,50 Pfund bezahlen 🙂

Außer der Freundlichkeit sind mir in London noch ein paar Sachen aufgefallen, die mich verwirrt haben. Klar ist London eine Touristenstadt, aber spricht hier überhaupt jemand englisch? Also die Gespräche, die man auf der Straße hören konnte, waren zu 40% in deutsch und die anderen 60% italienisch, spanisch, rumänisch und was auch immer. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass man auf den Gehsteigen rechts läuft, obwohl normalerweise der Fußverkehr dem Straßenverkehr angepasst wird, also man läuft links, weil man auch links fährt. Komisch ist auch, dass es in Restaurants unterschiedliche Preise gibt, je nachdem, ob du dein Croissant zum Beispiel mitnimmst oder dort isst. Ich hätte mir 30 pence sparen können, wenn ich es nur mitgenommen hätte. Klar gibt das irgendwie Sinn, man bekommt dann einen Teller, der gespült werden muss, eventuell muss jemand den Tisch abwischen, den Boden kehren. Du benutzt die Toilette (Wasserverbrauch, Klopapierverbrauch, Seifenverbrauch (hoffentlich!) und jemand muss sie putzen). Aber in Deutschland funktioniert das ja auch: es gibt einfach einen Mittelpreis und das pendelt sich dann schon ein. Naja, scheint dort ja auch kompliziert zu funktionieren. Vielleicht ist das auch nur in größeren Städten so oder sogar nur in London oder nur in diesem kleinen Cafe, das ich mir ausgesucht hatte:

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Nicht überrascht hat mich, dass ich so viele Plätze schon kannte. Ich war ja schon einmal hier. Das ist schon eine Weile her, aber der Big Ben sieht ja nicht anders aus, also vor zehn Jahren und meine Augen sind (dank Brille) auch noch gleich gut. Ich konnte mich dann aber zum Beispiel auch an eine Bootsfahrt erinnern, die ich nicht mehr bewusst im Kopf hatte. Die witzigste Aussage von dem Moderator war, als wir an einem Gebäude vorbeifuhren, das nur aus Fenstern bestand: das ist die Meisterprüfung für angehende Fensterputzer! … Was man noch alles so im Gehirn gespeichert hat …

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Diese Menschen findet man auch überall! Egal wie viele es gibt, es werden immer noch mehr kommen und alle scheinen ganz gut zu verdienen! Als ich aus der Waterloo train station kam, wurde ich auch direkt von leckeren Düften (ein Essensmarkt)

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und Musik (street art Künstler) begrüßt. So stell ich mir das vor! Hallo London!

Weil ich dann vom Covent Garden wieder einfach durch die Gegend lief, entstanden noch ein paar Fotos, die man so einfach nicht planen kann:

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Ich stehe in der Stadt auf schwarz-weiß! Gefallen sie euch genauso?

Zufälligerweise kam ich dann nach einigem Herumirren wieder an der Waterloo train station an und weil ich genug gelaufen bin (daran muss ich mich erst wieder gewöhnen!), keine weiteren Pläne mehr hatte (weil ich ja ohne Pläne losgegangen bin) und hungrig und müde war, ging es zurück nach Windsor! Die Heimfahrt nutzte ich direkt dafür, ein paar Notizen zum heutigen Tag zu machen, damit ich nichts vergesse, weil ich schon dachte, dass ich nicht direkt dazu komme, den Beitrag zu verfassen. Also: es ging nichts verloren, trotz zeitlicher Verzögerung!

To do für’s nächste mal: Pläne und Alternativpläne machen. Deutsch sein.

Wünsche für die Zeit hier: ein Musical (vielleicht König der Löwen?)

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besuchen und an der Warner Bros. Studio Tour teilnehmen (auch wenn sie teuer ist!), denn das ist ein Muss für eingefleischte Harry Potter Fans wie mich! Ohja, das bin ich! Beweis: am Tag vor meinem ersten Schultag im Gymnasium fragte mich mein lieber Papa, ob ich denn nervös sei und meine Antwort (legendär 🙂 ): Nein, vielleicht holt mich ja noch der Hagrid ab! Zur Erklärung: Hagrid ist ein Halbriese (halb Mensch, halb Riese) aus den Harry Potter Büchern, der Harry (Hauptperson) als er elf war abholte und nach Hogwarts (die Schule für Hexerei und Zauberei) brachte 🙂 Jep, dafür wäre ich auch zu begeistern gewesen! Bei dieser Tour muss ich dann wohl wirklich akzeptieren lernen, dass es sich dabei nur um Fiktion handelt. Eigentlich traurig, wenn ich so darüber nachdenke …. 😦

Geheimtip Tripdoo

… und weil diese Seite kein Geheimtip bleiben soll, nutze ich meine (kleine?) Reichweite, um darüber zu informieren.

Tripdoo ist eine Website, auf der Reiseangebote angepriesen werden. Ja, davon gibt es schon so viele – aber: Tripdoo ist anders 🙂

Ich habe mich genau umgeschaut und wäre bei (fast) jeder Reise mit dabei! Auch preislich, und daran hapert es bei mir ja meistens!

Schaut euch dieses Beispiel an: http://www.tripdoo.de/reisen/7-tage-nilkreuzfahrt-inkl-fluegen-zug-zum-flug-fruehstueck

Ägypten bereisen auf einem Schiff – auf dem berühmten Nil dahinschippern ❤

Die „Haken“ stehen direkt dabei: Abflug nur ab Düsseldorf so günstig, aber z.B. München mit 80€ Aufpreis möglich. Dann ist das Frühstück dabei, weitere Mahlzeiten müssen extra bezahlt werden, aber das ist ja bei den meisten Hotels so und Ägypten ist jetzt nicht das teuerste Land. Außerdem ist der Transfer zum Flughafen inklusive! Das find ich immer besonders toll, dann muss man niemanden dazu bringen, einen hinzufahren.

Tips gibt es auch immer dazu, zum Beispiel hier zum Visum beschaffen:

„Bei der Einreise muss ein Touristenvisum am Flughafen erworben werden. Bitte kauft es euch vor den Passkontrollen am Schalter der „Bank of Egypt“. Dort bezahlt ihr den wirklichen Preis (25 USD). Lasst euch bloß nicht bei den Reisebüros über den Tisch ziehen. Diese verlangen teilweise über 40€.“

Bei so etwas fällt man bei seiner ersten Ägypten-Reise sonst auf jeden Fall rein!

Damit man sicher sein kann, dass diese günstigen Buchungen tatsächlich so funktionieren, sind Beispielbuchungen angegeben und als Bilddatei eingefügt.

Also ich bin begeistert! Vor allem auch von dem Punkt „Leistungen, die extra bezahlt werden müssen“! Es wird also alles angsprochen, nichts verschwiegen!

Leider kann ich im Moment als Aupair nicht so weit im Voraus einen Urlaub planen und mein Reisekonto muss sich noch ein kleines bisschen auffüllen, aber sobald ich zurück in Würzburg bin und freier meine Zeit einplanen kann, bin ich dann mal weg – mit Tripdoo! Natürlich wird hier dann darüber gebloggt!

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Die nächsten Tage gibt es dann (endlich) meinen Blogeintrag von meinem ersten Londonbesuch während meiner Aupairzeit. Der war nämlich schon letzten Samstag und die Notizen und Fotos sind schon bereit… 🙂 Diesen Tip mit Tripdoo musste ich nur noch loswerden! Also bucht etwas und verratet mir unbedingt, wie es war!

Achja, so als Deutschlehrerin ist mir etwas grammatikalisches aufgefallen, was diese Seite sympathischer macht: man wird geduzt. Ist also gleich auf einer persönlichen Ebene und fühlt sich besser aufgenommen 🙂

Hier findet ihr vielleicht auch noch etwas, wenn ihr schon eine Reise gebucht habt oder individueller planen wollt: http://www.tripdoo.de/gutscheine

Endlich weg und endlich da!

Mein Leben läuft grad – ich will nicht sagen perfekt. Oder … doch, eigentlich schon!
Das Verhältnis zu meiner Mama ist auf Reisen immer 1A, ich durfte endlich mal wieder fliegen, meine Familie hier in England ist toll, neues Land, neue Stadt, neue Leute – my dream!

Aber wie ihr mich kennt muss das etwas genauer werden:

Irgendwie ging es vom Gefühl her schon Donnerstag Nachmittag los, denn meine liebe Mama brachte mich zu meiner lieben Verena nach Würzburg. Wir mussten ja nochmal feiern gehen, das geht ja erst wieder in einem halben Jahr und wer weiß, was sich bei mir in England ergibt und bei ihr auf ihrer Reise – sie macht sich nämlich auch auf die Socken. Hauptsache weg!

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Danach holten meine liebe saheli und ich uns ein Törtchen bei Pollys Törtchen (https://www.facebook.com/pollystoertchen?fref=ts) und setzten uns in den Residenzgarten:

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Im Anschluss ging es zurück zu meiner Schlafgelegenheit, guten Würzburg-Freundin und Studienkollegin Verena 🙂 Wir haben vergangenen Sommer zusammen unser Examen geschrieben – auf sehr unterschiedliche Art und Weise 😉 Meistens sind wir dann doch zu müde, um wirklich wegzugehen, aber an diesem Donnerstag haben wir es tatsächlich geschafft, schnorrten uns einen Cocktail im Zauberberg und zappelten so lange im Boot ab, bis es uns zu voll wurde. Ich hatte bis hierhin noch kein Geld ausgegeben, deswegen war eine vegetarische Pizza auf dem Heimweg drin 🙂

Freitag stand noch auf dem Plan, einen ISIC, also einen internationalen Studentenausweis zu besorgen. Das kann man praktischerweise im sta travel machen, wo ich meine Reise 2014 gebucht hatte und die Verena ihre baldige Reise. Meine „Betreuerin“ von damals erinnerte sich sogar an mich – ich saß ja auch wirklich viele Stunden dort und sie musste meinen Namen häufig eingeben 😀

Ich hatte schon meinen Trolli dabei, denn direkt danach ging es zum Sushi essen bei Sapporo, denn dort gibt es Sushi am Fließband und man kann mehreres ausprobieren. Wir trafen dort noch eine weitere Freundin, die ich theoretisch schon aus Schulzeiten kenne, aber witzigerweise sind wir erst befreundet, seit wir beide in Würzburg studieren (Hauptschullehramt) und ich ihr bei ihrem Stundenplan geholfen habe 🙂

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Das Sushi war gut, aber nicht so gut wie das, das ich am 03.10.2015 bei Nushu in Würzburg gegessen habe. Also nächstes Mal lieber wieder Nushu 🙂

Das Sushi-Essen war dann der Abschied von meinen drei liebsten Würzburgerinnen: Verena, Mirjam und Afiah. Mirjam musste schon an die Uni, aber die andren beiden warteten tatsächlich, bis mein Bus losfuhr und winkten und schickten Küsschen zu mir. Echt süß ❤ Hab euch lieb, alle drei!

Noch eine Nacht in Würzburg bei einem guten Freund verbracht und diesen Wahnsinns Sonnenuntergang beim Spazierengehen fotografiert:

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Und zack, schon geht es mit dem Fernbus (13€ bei http://www.flixbus.de) nach München, eine Nacht bei meiner lieben Tante Marianne, die sich sogar anbot, mich zum Flughafen zu fahren (danke nochmal!). Ja und dann war er schon da. Der Tag meiner Abreise nach London, beziehungsweise Windsor. Oder muss ich sagen endlich? Ich hatte viel weniger Zeit mich darauf vorzubereiten. Es gab viel weniger zu planen und deswegen war es ein ganz anderes Wegfliegen als sonst:

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Als diese Fotos geschossen wurden, musste ich das Lächeln nicht extra aufsetzen, denn ich war wirklich erleichtert 😀 Mein Koffer ging durch, obwohl er statt erlaubten 23kg fast 27kg wog und zum Glück wog niemand mein Handgepäck! Es gibt am Münchner Flughafen schon total viele Automaten, die ohne Menschen das einscannen der Koffer übernehmen. Aber Maschinen gehen genauer nach dem Gewicht … also lieber zu den Menschen und dafür bisschen länger warten. Als ich gefragt wurde, wohin es geht, antwortete ich nicht mit London, sondern „Nach England als Aupair“ um gleich mal klar zu machen, dass ich für länger weg bin und viel Gepäck brauche. Das hat natürlich gezogen und ich wurde nur noch gefragt wohin und wie viele Kinder etc. Perfekt!

War wirklich seltsam wieder an einem Flughafen zu sitzen. Richtiges Flashback. Doppeltes Fernweh. Erinnerungen en masse. Aber in erster Linie Freude!

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Shopping – nein danke. No money.

Aber Hunger hatte ich eben schon, also einen völlig überteuerten „Salat“ gegessen:

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10€ das Ding. Und dann wundern die sich noch, wenn man kein Trinken für 3€ dazu bestellt. Immerhin waren die Stühle bequem und ich konnte mich in Ruhe beim WLAN anmelden – nervig, aber allein das Anmelden vertreibt wieder etwas Zeit.

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Uuuuuuund dann: Boarding. Endlich wieder im Flugzeug sitzen. Dreierplatz, aber ich sitze am Fenster und der Mittelplatz ist leer. Der mittelalte Mann am Gangplatz begegnet mir noch ein paar mal an diesem Tag. Erst als ich im Flugzeug saß, realisierte ich, dass es jetzt wirklich wirklich wirklich wieder weg geht. Endlich! Endlich wieder weg!

Und dann war ich auch schon endlich da. In London. Ich war hier schon einmal vor einigen Jahren, zusammen mit meiner Taufpatin, die mir den Trip zum Geburtstag schenkte. Also habe ich so die wichtigen Sehenswürdigkeiten schon gesehen und kann mich mehr auf die spannenden Straßen und Gassen konzentrieren. Die indischen Teile interessieren mich auch besonders. Shopping steht ganz und gar nicht an erster Stelle. Ich habe eigentlich alles, was ich brauche. Wenn, dann kaufe ich etwas, das für mich typisch englisch ist und/oder mich sehr an England erinnert, das nicht zu teuer ist, das noch in meinen Koffer passt und das ich auch zu Hause brauchen kann. Gibt es so etwas? Wahrscheinlich nicht 😀

So pünktlich war glaube ich noch kein Flug und weil ich auch relativ schnell durch die Kontrolle kam (das ist die pure Zeitverschwendung jedes Mal – die „schrecklichsten“ Zeiten meiner vergangenen Reise), war meine Gastmutter noch gar nicht da. Aber ich hatte sie ja noch nie gesehen, vielleicht haben wir uns nur nicht erkannt. Also mal anrufen. Überraschenderweise sind meine Anrufkosten genau gleich geblieben: 3ct zu AldiTalk und 11ct in andere Netze. Es hieß dann sie wäre gleich da und nach ein paar weiteren Telefonaten haben wir uns auch gefunden und ich wurde im Auto über einige Dinge aufgeklärt. Die Kinder waren krank zu Hause, deswegen holte mich nur die Mutter ab. Der kleine Junge war anfangs noch ein bisschen schüchtern, das Mädchen aber redete und redete und hörte gar nicht mehr auf, zeigte mir die zwei Wellensittiche, die die Familie seit Kurzem hat (gelber Vogel: Dotty, blauer Vogel: Blueberry), ihr Zimmer und mein Zimmer. Der Vater trug dann meinen Koffer hoch, ich habe mein Zimmer im obersten Stock mit ein eigenem Bad und einer kleine Küche, die aber dreimal so groß ist, wie meine Küchenzeile in Würzburg. Das Mädchen half mir beim Auspacken, ich bekam gleich zweimal warmes Essen und fühlte mich sofort willkommen.

Mit der Mutter ist ausgemacht, dass hier und auch in Facebook keine Details über die Familie angesprochen werden sollen und auch keine Fotos der Kinder online gestellt werden dürfen (Ausnahmen teilt sie mir mit, im nächsten Beitrag gibt es ein Bild von mir mit den Kiddies 🙂 ). Das respektiere ich natürlich. Deswegen gibt es in den nächsten Monaten (meistens) nur Beiträge, die meine Ausflüge in England betreffen. Nachdem ich die Kleine ins Bett gebracht habe, schaute ich noch Fernseh mit den Eltern und verzog mich dann ins Bett. Der Gedanke, dass ich ab jetzt täglich um halb sieben aufstehen muss und das Mini-Jetlag von einer Stunde machten mich an diesem Tag zu müde zum Sportmachen. Aber die nächsten Abende wurde das zum festen Programm – zusammen mit meiner Aupair-Mutter! Wenn der eine nicht motiviert ist, ist es der andere. Perfekt! Nach Spanien (jep – da geh ich zusammen mit der Familie hin) machen wir eine Woche eine Saft-Kur, also nur Saft trinken, nichts essen. Zusammen kann man das auch durchhalten. Bin schon gespannt, was sich da an meinem Körper so tut. Ob ich nur ausgelaugt bin oder mich fitter fühle. I let u know.

Ein neues Tagesende habe ich auch: Meditation. Und zwar jeden Abend. Auch wenn es nur zwei Minuten sind, denn die Tage schaffen mich gerade noch sehr. Die letzten Wochen wurden meistens sitzend am Schreibtisch verbracht und jetzt die ganze Zeit mit den Kiddies auf Achse sein, früh aufstehen und täglich Sport ist da schon was anderes. Aber es gehört jetzt dazu und soll auch nicht mehr weg. Natürlich sollte sich der Alltag so einpendeln, dass dafür etwas mehr Zeit ist. Aber das krieg ich noch hin!

Mein WLAN im Zimmer funktioniert auch super! Weil ich aber noch keine anderen Passwörter der anderen WLANs hier im Haus habe, ist es automatisch so, dass ich nicht am Handy bin, wenn ich unten bin. Ich wüsste aber auch gar nicht, wann ich Zeit dazu finden soll. Es gibt immer etwas zu tun.

Die Mutter und ich haben uns direkt auf eine Art des Zusammenlebens geeinigt: ich mache in erster Linie den Haushalt – einfach, weil ich es gern mache und ich ja irgendwann wieder weg bin und sie die Zeit mit den Kindern nutzen kann. Natürlich nehme ich ihr auch die Kinder ab, damit sie Zeit für sich oder ihre To Dos hat, aber hauptsächlich spüle ich, wasche Wäsche, lege sie zusammen, sortiere Schubladen und räume Zimmer auf. Das Zimmer des Mädchens hat eine neue Grundordnung erhalten – schon am Dienstag. Heute, Mittwoch, ging es etwas ruhiger zu, aber wir haben auch schon einiges geschafft. Heute taute auch der Kleine vollständig auf. Er durfte von der Schule zu Hause bleiben und wollte morgens direkt kuscheln, nachmittags spielten wir zusammen und abends war wieder kuscheln angesagt. Also läuft es eben einfach perfekt – wie zu Anfang erwähnt. Es fühlt sich so an, wie wenn ich schon mehr als einen Monat hier wäre, weil alles schon so eingespielt ist. Ich will natürlich auch immer alles richtig und ordentlich machen und an alles (und mehr) denken, würde sagen das ist mein typisch deutscher Charakter. Ja, das kommt an 🙂 Gott sei Dank! Wenn ich bestehende Strukturen und Ordnungen nicht ändern darf aber ändern will … das ist schwer für mich. Aber hier hab ich nicht nur das „ok“, sondern das „ja bitte mach“. Also besser gehts eben nicht! Spanisch konnte ich heute auch beginnen, ich komme endlich zu dem Blogeintrag hier (wenn auch etwas spät, fast 23h in Windsor) und morgen will ich eine Stunde Zeit finden, um Fotos zu bearbeiten, damit ich auch dabei vorankomme. Auf meiner Fotoseite auf Facebook herrscht nämlich gerade Ebbe. Nix los. Muss dringend neue Beiträge planen, denn Fotos gibt es genug! Nächste Woche, wenn die Familie schon nach Spanien geflogen ist (ich komme ein paar Tage später nach), müsste ich nochmal gut vorankommen.

Freitag gehts dann zum ersten Mal nach London! Mit Kamera natürlich!

Saheli – pakistanisch für Freundin

Afiah und ich kennen uns dank meiner Fotografie. Ich hatte eine Freundin von ihr vor meiner Linse und sie wollte unbedingt auch. Kam dann mit ihrer Schwester nach Würzburg und stand vor meiner Linse. Einfach der absolute Wahnsinn! Mit die schönsten Bilder, die ich je gemacht habe.

Wir hielten dann weiterhin Kontakt, aber eher sporadisch und weil wir letztes Jahr um Weihnachten herum wieder mehr geschrieben haben, lud ich sie zu meinem Geburtstag im Januar ein und seitdem stehen wir enger im Kontakt als je zuvor. Ereignisse und Sorgen schweißen zusammen, genau wie Freude und Spaß 🙂

Vor etwa zwei Wochen nahm sie mich zum Bayramfest mit in die Moschee in Würzburg, in die sie mit ihrer Familie immer geht. Es gibt zwar in ihrer Heimatstadt Kitzingen auch einen Gebetsraum, aber die nächstgelegene Moschee ist in Würzburg. Wir beteten zusammen, ich trug in der Moschee natürlich ein Kopftuch und im Anschluss umarmte sich jeder und wünschte sich ein gesegnetes Bayramfest. Ich habe mich sehr aufgenommen und willkommen gefühlt. Ich dürfe so oft kommen, wie ich will und am 03.10.2015 wäre ein Tag der offenen Tür, der wäre sicherlich interessant für mich. Und genau da war ich dann auch. An diesem Samstag fuhr ich vormittags mit dem Zug nach Kitzingen, um mich auf den Tag „vorzubereiten“, ich wollte schon länger mal ein Henna-Tattoo haben und meine liebe Afiah malte mir eines:

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Henna nennt man diese Hautverschönerung übrigens nur in der Türkei. In Pakistan und Indien nennt man sie Mehndi. Es wird eine flüssige Paste auf die Haut aufgetragen, dann wartet man, bis sie trocken ist und wäscht sie dann ab. Wie lang es hält ist davon abhängig, wie oft und gründlich man sich wäscht 😉 Aber im Schnitt so zwischen ein und drei Wochen. Am Ende verblasst es natürlich sehr.

Die Informationen in der Moschee waren auch äußerst informativ. Es hingen Plakate an den Wänden und junge Herren erklärten zu jedem Plakat etwas. Man konnte individuelle Fragen stellen und bekam sie beantwortet. Alle waren sehr geduldig und ihnen lag es wirklich am Herzen, dass der Islam in seinem Grundwesen verstanden wird: Frieden. Das ist die Hauptaussage. Besonders interessant war auch, dass Frauen den Männern komplett gleichgestellt sind, die gleichen Rechte haben und natürlich auch die gleichen Pflichten. Wenn bei beispielsweise türkischen Familien das nicht so eingehalten wird, hat das etwas mit dem kulturellen Hintergrund zu tun, nicht mit dem religiösen. Der Ursprung liegt natürlich schon wieder im Islam, genauer gesagt in den Auslegungen des Koran. Aber diese Auslegungen sind eben falsch. Der Koran wurde falsch gedeutet, oft mit Absicht. Und daran haben sich die Menschen schlicht und einfach gewöhnt, es wurde Kultur. Würden sich alle Moslems nur an die tatsächlichen Aussagen im Koran halten, gäbe es keine Unterdrückung, keine Zwangsheirat und keinen Ehrenmord mehr.

Mehr Infos zum Islam findet ihr hier: http://www.ahmadiyya.de/

Die Freundschaft zwischen uns ist etwas ganz besonderes. Sie ist manchmal komplizierter, aber vor allem anders als Freundschaften zu meinen deutschen Freundinnen. Weder besser noch schlechter, sondern einfach anders. Sehr bereichernd. Hab dich lieb und danke, dass es dich gibt ❤

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