Saheli – pakistanisch für Freundin

Afiah und ich kennen uns dank meiner Fotografie. Ich hatte eine Freundin von ihr vor meiner Linse und sie wollte unbedingt auch. Kam dann mit ihrer Schwester nach Würzburg und stand vor meiner Linse. Einfach der absolute Wahnsinn! Mit die schönsten Bilder, die ich je gemacht habe.

Wir hielten dann weiterhin Kontakt, aber eher sporadisch und weil wir letztes Jahr um Weihnachten herum wieder mehr geschrieben haben, lud ich sie zu meinem Geburtstag im Januar ein und seitdem stehen wir enger im Kontakt als je zuvor. Ereignisse und Sorgen schweißen zusammen, genau wie Freude und Spaß 🙂

Vor etwa zwei Wochen nahm sie mich zum Bayramfest mit in die Moschee in Würzburg, in die sie mit ihrer Familie immer geht. Es gibt zwar in ihrer Heimatstadt Kitzingen auch einen Gebetsraum, aber die nächstgelegene Moschee ist in Würzburg. Wir beteten zusammen, ich trug in der Moschee natürlich ein Kopftuch und im Anschluss umarmte sich jeder und wünschte sich ein gesegnetes Bayramfest. Ich habe mich sehr aufgenommen und willkommen gefühlt. Ich dürfe so oft kommen, wie ich will und am 03.10.2015 wäre ein Tag der offenen Tür, der wäre sicherlich interessant für mich. Und genau da war ich dann auch. An diesem Samstag fuhr ich vormittags mit dem Zug nach Kitzingen, um mich auf den Tag „vorzubereiten“, ich wollte schon länger mal ein Henna-Tattoo haben und meine liebe Afiah malte mir eines:

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Henna nennt man diese Hautverschönerung übrigens nur in der Türkei. In Pakistan und Indien nennt man sie Mehndi. Es wird eine flüssige Paste auf die Haut aufgetragen, dann wartet man, bis sie trocken ist und wäscht sie dann ab. Wie lang es hält ist davon abhängig, wie oft und gründlich man sich wäscht 😉 Aber im Schnitt so zwischen ein und drei Wochen. Am Ende verblasst es natürlich sehr.

Die Informationen in der Moschee waren auch äußerst informativ. Es hingen Plakate an den Wänden und junge Herren erklärten zu jedem Plakat etwas. Man konnte individuelle Fragen stellen und bekam sie beantwortet. Alle waren sehr geduldig und ihnen lag es wirklich am Herzen, dass der Islam in seinem Grundwesen verstanden wird: Frieden. Das ist die Hauptaussage. Besonders interessant war auch, dass Frauen den Männern komplett gleichgestellt sind, die gleichen Rechte haben und natürlich auch die gleichen Pflichten. Wenn bei beispielsweise türkischen Familien das nicht so eingehalten wird, hat das etwas mit dem kulturellen Hintergrund zu tun, nicht mit dem religiösen. Der Ursprung liegt natürlich schon wieder im Islam, genauer gesagt in den Auslegungen des Koran. Aber diese Auslegungen sind eben falsch. Der Koran wurde falsch gedeutet, oft mit Absicht. Und daran haben sich die Menschen schlicht und einfach gewöhnt, es wurde Kultur. Würden sich alle Moslems nur an die tatsächlichen Aussagen im Koran halten, gäbe es keine Unterdrückung, keine Zwangsheirat und keinen Ehrenmord mehr.

Mehr Infos zum Islam findet ihr hier: http://www.ahmadiyya.de/

Die Freundschaft zwischen uns ist etwas ganz besonderes. Sie ist manchmal komplizierter, aber vor allem anders als Freundschaften zu meinen deutschen Freundinnen. Weder besser noch schlechter, sondern einfach anders. Sehr bereichernd. Hab dich lieb und danke, dass es dich gibt ❤

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