Endlich weg und endlich da!

Mein Leben läuft grad – ich will nicht sagen perfekt. Oder … doch, eigentlich schon!
Das Verhältnis zu meiner Mama ist auf Reisen immer 1A, ich durfte endlich mal wieder fliegen, meine Familie hier in England ist toll, neues Land, neue Stadt, neue Leute – my dream!

Aber wie ihr mich kennt muss das etwas genauer werden:

Irgendwie ging es vom Gefühl her schon Donnerstag Nachmittag los, denn meine liebe Mama brachte mich zu meiner lieben Verena nach Würzburg. Wir mussten ja nochmal feiern gehen, das geht ja erst wieder in einem halben Jahr und wer weiß, was sich bei mir in England ergibt und bei ihr auf ihrer Reise – sie macht sich nämlich auch auf die Socken. Hauptsache weg!

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Danach holten meine liebe saheli und ich uns ein Törtchen bei Pollys Törtchen (https://www.facebook.com/pollystoertchen?fref=ts) und setzten uns in den Residenzgarten:

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Im Anschluss ging es zurück zu meiner Schlafgelegenheit, guten Würzburg-Freundin und Studienkollegin Verena 🙂 Wir haben vergangenen Sommer zusammen unser Examen geschrieben – auf sehr unterschiedliche Art und Weise 😉 Meistens sind wir dann doch zu müde, um wirklich wegzugehen, aber an diesem Donnerstag haben wir es tatsächlich geschafft, schnorrten uns einen Cocktail im Zauberberg und zappelten so lange im Boot ab, bis es uns zu voll wurde. Ich hatte bis hierhin noch kein Geld ausgegeben, deswegen war eine vegetarische Pizza auf dem Heimweg drin 🙂

Freitag stand noch auf dem Plan, einen ISIC, also einen internationalen Studentenausweis zu besorgen. Das kann man praktischerweise im sta travel machen, wo ich meine Reise 2014 gebucht hatte und die Verena ihre baldige Reise. Meine „Betreuerin“ von damals erinnerte sich sogar an mich – ich saß ja auch wirklich viele Stunden dort und sie musste meinen Namen häufig eingeben 😀

Ich hatte schon meinen Trolli dabei, denn direkt danach ging es zum Sushi essen bei Sapporo, denn dort gibt es Sushi am Fließband und man kann mehreres ausprobieren. Wir trafen dort noch eine weitere Freundin, die ich theoretisch schon aus Schulzeiten kenne, aber witzigerweise sind wir erst befreundet, seit wir beide in Würzburg studieren (Hauptschullehramt) und ich ihr bei ihrem Stundenplan geholfen habe 🙂

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Das Sushi war gut, aber nicht so gut wie das, das ich am 03.10.2015 bei Nushu in Würzburg gegessen habe. Also nächstes Mal lieber wieder Nushu 🙂

Das Sushi-Essen war dann der Abschied von meinen drei liebsten Würzburgerinnen: Verena, Mirjam und Afiah. Mirjam musste schon an die Uni, aber die andren beiden warteten tatsächlich, bis mein Bus losfuhr und winkten und schickten Küsschen zu mir. Echt süß ❤ Hab euch lieb, alle drei!

Noch eine Nacht in Würzburg bei einem guten Freund verbracht und diesen Wahnsinns Sonnenuntergang beim Spazierengehen fotografiert:

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Und zack, schon geht es mit dem Fernbus (13€ bei http://www.flixbus.de) nach München, eine Nacht bei meiner lieben Tante Marianne, die sich sogar anbot, mich zum Flughafen zu fahren (danke nochmal!). Ja und dann war er schon da. Der Tag meiner Abreise nach London, beziehungsweise Windsor. Oder muss ich sagen endlich? Ich hatte viel weniger Zeit mich darauf vorzubereiten. Es gab viel weniger zu planen und deswegen war es ein ganz anderes Wegfliegen als sonst:

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Als diese Fotos geschossen wurden, musste ich das Lächeln nicht extra aufsetzen, denn ich war wirklich erleichtert 😀 Mein Koffer ging durch, obwohl er statt erlaubten 23kg fast 27kg wog und zum Glück wog niemand mein Handgepäck! Es gibt am Münchner Flughafen schon total viele Automaten, die ohne Menschen das einscannen der Koffer übernehmen. Aber Maschinen gehen genauer nach dem Gewicht … also lieber zu den Menschen und dafür bisschen länger warten. Als ich gefragt wurde, wohin es geht, antwortete ich nicht mit London, sondern „Nach England als Aupair“ um gleich mal klar zu machen, dass ich für länger weg bin und viel Gepäck brauche. Das hat natürlich gezogen und ich wurde nur noch gefragt wohin und wie viele Kinder etc. Perfekt!

War wirklich seltsam wieder an einem Flughafen zu sitzen. Richtiges Flashback. Doppeltes Fernweh. Erinnerungen en masse. Aber in erster Linie Freude!

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Shopping – nein danke. No money.

Aber Hunger hatte ich eben schon, also einen völlig überteuerten „Salat“ gegessen:

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10€ das Ding. Und dann wundern die sich noch, wenn man kein Trinken für 3€ dazu bestellt. Immerhin waren die Stühle bequem und ich konnte mich in Ruhe beim WLAN anmelden – nervig, aber allein das Anmelden vertreibt wieder etwas Zeit.

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Uuuuuuund dann: Boarding. Endlich wieder im Flugzeug sitzen. Dreierplatz, aber ich sitze am Fenster und der Mittelplatz ist leer. Der mittelalte Mann am Gangplatz begegnet mir noch ein paar mal an diesem Tag. Erst als ich im Flugzeug saß, realisierte ich, dass es jetzt wirklich wirklich wirklich wieder weg geht. Endlich! Endlich wieder weg!

Und dann war ich auch schon endlich da. In London. Ich war hier schon einmal vor einigen Jahren, zusammen mit meiner Taufpatin, die mir den Trip zum Geburtstag schenkte. Also habe ich so die wichtigen Sehenswürdigkeiten schon gesehen und kann mich mehr auf die spannenden Straßen und Gassen konzentrieren. Die indischen Teile interessieren mich auch besonders. Shopping steht ganz und gar nicht an erster Stelle. Ich habe eigentlich alles, was ich brauche. Wenn, dann kaufe ich etwas, das für mich typisch englisch ist und/oder mich sehr an England erinnert, das nicht zu teuer ist, das noch in meinen Koffer passt und das ich auch zu Hause brauchen kann. Gibt es so etwas? Wahrscheinlich nicht 😀

So pünktlich war glaube ich noch kein Flug und weil ich auch relativ schnell durch die Kontrolle kam (das ist die pure Zeitverschwendung jedes Mal – die „schrecklichsten“ Zeiten meiner vergangenen Reise), war meine Gastmutter noch gar nicht da. Aber ich hatte sie ja noch nie gesehen, vielleicht haben wir uns nur nicht erkannt. Also mal anrufen. Überraschenderweise sind meine Anrufkosten genau gleich geblieben: 3ct zu AldiTalk und 11ct in andere Netze. Es hieß dann sie wäre gleich da und nach ein paar weiteren Telefonaten haben wir uns auch gefunden und ich wurde im Auto über einige Dinge aufgeklärt. Die Kinder waren krank zu Hause, deswegen holte mich nur die Mutter ab. Der kleine Junge war anfangs noch ein bisschen schüchtern, das Mädchen aber redete und redete und hörte gar nicht mehr auf, zeigte mir die zwei Wellensittiche, die die Familie seit Kurzem hat (gelber Vogel: Dotty, blauer Vogel: Blueberry), ihr Zimmer und mein Zimmer. Der Vater trug dann meinen Koffer hoch, ich habe mein Zimmer im obersten Stock mit ein eigenem Bad und einer kleine Küche, die aber dreimal so groß ist, wie meine Küchenzeile in Würzburg. Das Mädchen half mir beim Auspacken, ich bekam gleich zweimal warmes Essen und fühlte mich sofort willkommen.

Mit der Mutter ist ausgemacht, dass hier und auch in Facebook keine Details über die Familie angesprochen werden sollen und auch keine Fotos der Kinder online gestellt werden dürfen (Ausnahmen teilt sie mir mit, im nächsten Beitrag gibt es ein Bild von mir mit den Kiddies 🙂 ). Das respektiere ich natürlich. Deswegen gibt es in den nächsten Monaten (meistens) nur Beiträge, die meine Ausflüge in England betreffen. Nachdem ich die Kleine ins Bett gebracht habe, schaute ich noch Fernseh mit den Eltern und verzog mich dann ins Bett. Der Gedanke, dass ich ab jetzt täglich um halb sieben aufstehen muss und das Mini-Jetlag von einer Stunde machten mich an diesem Tag zu müde zum Sportmachen. Aber die nächsten Abende wurde das zum festen Programm – zusammen mit meiner Aupair-Mutter! Wenn der eine nicht motiviert ist, ist es der andere. Perfekt! Nach Spanien (jep – da geh ich zusammen mit der Familie hin) machen wir eine Woche eine Saft-Kur, also nur Saft trinken, nichts essen. Zusammen kann man das auch durchhalten. Bin schon gespannt, was sich da an meinem Körper so tut. Ob ich nur ausgelaugt bin oder mich fitter fühle. I let u know.

Ein neues Tagesende habe ich auch: Meditation. Und zwar jeden Abend. Auch wenn es nur zwei Minuten sind, denn die Tage schaffen mich gerade noch sehr. Die letzten Wochen wurden meistens sitzend am Schreibtisch verbracht und jetzt die ganze Zeit mit den Kiddies auf Achse sein, früh aufstehen und täglich Sport ist da schon was anderes. Aber es gehört jetzt dazu und soll auch nicht mehr weg. Natürlich sollte sich der Alltag so einpendeln, dass dafür etwas mehr Zeit ist. Aber das krieg ich noch hin!

Mein WLAN im Zimmer funktioniert auch super! Weil ich aber noch keine anderen Passwörter der anderen WLANs hier im Haus habe, ist es automatisch so, dass ich nicht am Handy bin, wenn ich unten bin. Ich wüsste aber auch gar nicht, wann ich Zeit dazu finden soll. Es gibt immer etwas zu tun.

Die Mutter und ich haben uns direkt auf eine Art des Zusammenlebens geeinigt: ich mache in erster Linie den Haushalt – einfach, weil ich es gern mache und ich ja irgendwann wieder weg bin und sie die Zeit mit den Kindern nutzen kann. Natürlich nehme ich ihr auch die Kinder ab, damit sie Zeit für sich oder ihre To Dos hat, aber hauptsächlich spüle ich, wasche Wäsche, lege sie zusammen, sortiere Schubladen und räume Zimmer auf. Das Zimmer des Mädchens hat eine neue Grundordnung erhalten – schon am Dienstag. Heute, Mittwoch, ging es etwas ruhiger zu, aber wir haben auch schon einiges geschafft. Heute taute auch der Kleine vollständig auf. Er durfte von der Schule zu Hause bleiben und wollte morgens direkt kuscheln, nachmittags spielten wir zusammen und abends war wieder kuscheln angesagt. Also läuft es eben einfach perfekt – wie zu Anfang erwähnt. Es fühlt sich so an, wie wenn ich schon mehr als einen Monat hier wäre, weil alles schon so eingespielt ist. Ich will natürlich auch immer alles richtig und ordentlich machen und an alles (und mehr) denken, würde sagen das ist mein typisch deutscher Charakter. Ja, das kommt an 🙂 Gott sei Dank! Wenn ich bestehende Strukturen und Ordnungen nicht ändern darf aber ändern will … das ist schwer für mich. Aber hier hab ich nicht nur das „ok“, sondern das „ja bitte mach“. Also besser gehts eben nicht! Spanisch konnte ich heute auch beginnen, ich komme endlich zu dem Blogeintrag hier (wenn auch etwas spät, fast 23h in Windsor) und morgen will ich eine Stunde Zeit finden, um Fotos zu bearbeiten, damit ich auch dabei vorankomme. Auf meiner Fotoseite auf Facebook herrscht nämlich gerade Ebbe. Nix los. Muss dringend neue Beiträge planen, denn Fotos gibt es genug! Nächste Woche, wenn die Familie schon nach Spanien geflogen ist (ich komme ein paar Tage später nach), müsste ich nochmal gut vorankommen.

Freitag gehts dann zum ersten Mal nach London! Mit Kamera natürlich!

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Ein Gedanke zu “Endlich weg und endlich da!

  1. Aupair sein ist so eine tolle Zeit – und ich bin mir sicher, dass du hier auch über die eine oder andere Aktion der Kids schreiben kannst, ohne dass du Fotos verwendest. Das ging mir nämlich ganz ähnlich! Genieß das halbe Jahr, es geht viel schneller vorbei als du dir vorstellen kannst 😀

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