London was calling!

… und zwar ganz laut und dringend! Eigentlich bin ich ja hier, weil es eine günstige Möglichkeit ist, mal rauszukommen, zu reisen, etwas anderes zu sehen und dabei Geld zu verdienen! Aber … hier in der Familie läuft es so toll und ich komm zu so viel, wenn ich hier bleibe, dass ich bis jetzt erst einmal in London war, vergangenen Samstag (17.10.2015), aber ich bin ja auch erst 1,5 Wochen hier! Meine Aupairtochter hat das neulich ganz treffend formuliert, als sie wichtige Daten in ihren Wandkalender eingetragen hat: sie kam zu mir und fragte mich „Bist du am 11. September oder 11. Oktober gekommen?“ – „11. Oktober.“ – „Echt?“ – „Jup.“ – „Dann bist du erst eine Woche hier?“ – „Ja, fühlt sich aber länger an, oder?“ – „Ja, ich dachte du wärst schon einen Monat hier!“

„Geh weg – ich will allein mit Caroline kuscheln!“ – Mehr davon! Und ja, ich bin hier Caroline. Caro mit dem englischen r geht einfach gar nicht und Caroline klingt schön (genug). Die Kinder wechseln sich mit Caroline und Carolina ab, aber vorstellen tu ich mich inzwischen mit Caroline und ich mag den Namen (IM ENGLISCHEN! Never even think of calling me Carolin or Caroline in Germany!).

So und jetzt zu London:

Ich wurde netterweise zum Bahnhof gebracht, der ist nämlich so unscheinbar, dass ich wahrscheinlich daran vorbeigelaufen wäre. Bei Gelegenheit mache ich ein Foto davon! Mein Zugticket hat nur 16,20 Pfund gekostet, das sind in etwa 22€. Damit durfte ich dann von Windsor nach London fahren, in London alle Busse und U-Bahnen benutzen und kam auch wieder zurück nach Windsor! Cool ist auch, dass ich von Windsor direkt nach London Waterloo komme, also nicht umsteigen muss und die Zeit deswegen perfekt zum Spanisch lernen nutzen kann.

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London Waterloo ist die Zughaltestelle, die am nächsten zum London Eye

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und Big Ben ist.

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Ich wollte eigentlich nicht so der typische Touri sein, mit Kamera um den Hals und ständig im Anschlag. Aber heute musste ich einfach mal eine Ausnahme machen. Der Big Ben ist eben wirklich schön und WILL fotografiert werden

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Aus allen möglichen Perspektiven und das obligatorische Selfie muss eben sein (wie das Wort „obligatorisch“ schon sagt):

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Was ich heute direkt gelernt habe: Never go to London on the weekend. Too many people.

Die letzten Tage durfte ich bereits eine Sache kennenlernen, die ich bestimmt am Ende meiner Aupair-Zeit nochmal in einem extra Blogbeitrag zusammenfassen werde: eine Eigenheit der Briten. Die Freundlichkeit. Und zwar nicht die angenehme, dass man sich entschuldigt, wenn man jemandem mit dem Einkaufswagen über den Fuß gefahren ist oder so, sondern die nervige, dass sich jemand entschuldigt, den man selbst angerempelt hat. Das läuft dann in etwa so: ich laufe durch die Gegend, setze einen Schritt falsch und rempel jemanden an und noch bevor ich Entschuldigung sagen kann (was ja Sinn geben würde, weil ich ja angerempelt habe), sagt die angerempelte Person: Oh, I’m sorry – warum?!
Anderes Beispiel: ich bin in einem Drogeriemarkt und kann mich nicht entscheiden, welches Haarspray ich kaufen soll, stehe also so, dass ich die verschiedenen Sprays auf der anderen Seite gut sehen kann und (natürlich!) müssen ab und zu Leute durch mein „Blickfeld“ laufen. Ist ja klar, ich versperre indirekt den Gang. Sie können nicht hinter mir vorbeilaufen oder so. Dann sagt doch wirklich jeder Einzelne (ca. 10 unabhängige Personen): Excuse me. oder Sorry. Sowas würde in Deutschland nicht passieren. Und deswegen bin ich eben lieber Deutsche 🙂 Wir sind freundlich, wenn es nötig ist und nicht 24 Stunden am Tag.

Kinder bekommen das übrigens auch schon beigebracht. Okay, wenn man mal pupsen muss und es entsteht ein Ton dabei, es bekommt also jeder mit, ist ein „sorry“ angebracht. Aber mein Aupairsohn spielt an einer Tür, so dass die Leute nicht rein- und rauskönnen und ein Junge will aber raus und entschuldigt sich dann bei ihm, dass er die Tür benutzen will – wofür sie ja eigentlich da ist! Wahnsinn! Echt unglaublich – selbst wenn man es sieht, denkt man: das kann jetzt nicht wahr sein. Das ist jetzt nicht passiert. Nicht wirklich. Doch. Schon mehrmals. Verrückt diese Engländer. Aber besser zu freundlich als zu unfreundlich – oder?!

Das musste ich jetzt kurz loswerden. Zurück zu meinem Trip:

Ich hatte keine Pläne gemacht, auch keine Ideen, was ich machen könnte oder Ähnliches. Ich dachte, ich lass mich einfach ein bisschen treiben, aber das Wetter war eben typisch englisch:

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Also ist „einfach herumlaufen“ nicht der schönste Zeitvertreib, wenn man die Herbstfärbung bereits genossen hat:

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Ich fuhr anschließend mit der U-Bahn zum Covent Garden und ging da in die Markthalle

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und musste mich sehr zusammenreißen, nicht direkt etwas einzukaufen. Die kreativen Stände sind einfach der Wahnsinn! Hier seht ihr Hängedinger aus Besteck:

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Und das Bild hier (oder ein ähnliches), sehe ich schon in meinem Koffer und an meiner Wand!

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Die Künstlerin verkauft ihre Bilder selbst und sieht super sympathisch aus und die Bilder sind einfach richtig gekonnt gemalt, aber trotzdem spürt man eine Leichtigkeit… Irgendwie schwer zu beschreiben, aber ich liebe sie (die Bilder)! Mal gucken, wann ich euch davon berichten kann, dass ich eines erstanden habe.

Um generell Geld zu sparen, habe ich mir Brote geschmiert und eine kleine Flasche zu Trinken eingepackt – typisch deutsch organisiert eben 😉 . Aber für ein Schokocroissant, WLAN, einen warmen Sitzplatz und eine Toilette kann man schon einmal 1,50 Pfund bezahlen 🙂

Außer der Freundlichkeit sind mir in London noch ein paar Sachen aufgefallen, die mich verwirrt haben. Klar ist London eine Touristenstadt, aber spricht hier überhaupt jemand englisch? Also die Gespräche, die man auf der Straße hören konnte, waren zu 40% in deutsch und die anderen 60% italienisch, spanisch, rumänisch und was auch immer. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass man auf den Gehsteigen rechts läuft, obwohl normalerweise der Fußverkehr dem Straßenverkehr angepasst wird, also man läuft links, weil man auch links fährt. Komisch ist auch, dass es in Restaurants unterschiedliche Preise gibt, je nachdem, ob du dein Croissant zum Beispiel mitnimmst oder dort isst. Ich hätte mir 30 pence sparen können, wenn ich es nur mitgenommen hätte. Klar gibt das irgendwie Sinn, man bekommt dann einen Teller, der gespült werden muss, eventuell muss jemand den Tisch abwischen, den Boden kehren. Du benutzt die Toilette (Wasserverbrauch, Klopapierverbrauch, Seifenverbrauch (hoffentlich!) und jemand muss sie putzen). Aber in Deutschland funktioniert das ja auch: es gibt einfach einen Mittelpreis und das pendelt sich dann schon ein. Naja, scheint dort ja auch kompliziert zu funktionieren. Vielleicht ist das auch nur in größeren Städten so oder sogar nur in London oder nur in diesem kleinen Cafe, das ich mir ausgesucht hatte:

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Nicht überrascht hat mich, dass ich so viele Plätze schon kannte. Ich war ja schon einmal hier. Das ist schon eine Weile her, aber der Big Ben sieht ja nicht anders aus, also vor zehn Jahren und meine Augen sind (dank Brille) auch noch gleich gut. Ich konnte mich dann aber zum Beispiel auch an eine Bootsfahrt erinnern, die ich nicht mehr bewusst im Kopf hatte. Die witzigste Aussage von dem Moderator war, als wir an einem Gebäude vorbeifuhren, das nur aus Fenstern bestand: das ist die Meisterprüfung für angehende Fensterputzer! … Was man noch alles so im Gehirn gespeichert hat …

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Diese Menschen findet man auch überall! Egal wie viele es gibt, es werden immer noch mehr kommen und alle scheinen ganz gut zu verdienen! Als ich aus der Waterloo train station kam, wurde ich auch direkt von leckeren Düften (ein Essensmarkt)

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und Musik (street art Künstler) begrüßt. So stell ich mir das vor! Hallo London!

Weil ich dann vom Covent Garden wieder einfach durch die Gegend lief, entstanden noch ein paar Fotos, die man so einfach nicht planen kann:

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Ich stehe in der Stadt auf schwarz-weiß! Gefallen sie euch genauso?

Zufälligerweise kam ich dann nach einigem Herumirren wieder an der Waterloo train station an und weil ich genug gelaufen bin (daran muss ich mich erst wieder gewöhnen!), keine weiteren Pläne mehr hatte (weil ich ja ohne Pläne losgegangen bin) und hungrig und müde war, ging es zurück nach Windsor! Die Heimfahrt nutzte ich direkt dafür, ein paar Notizen zum heutigen Tag zu machen, damit ich nichts vergesse, weil ich schon dachte, dass ich nicht direkt dazu komme, den Beitrag zu verfassen. Also: es ging nichts verloren, trotz zeitlicher Verzögerung!

To do für’s nächste mal: Pläne und Alternativpläne machen. Deutsch sein.

Wünsche für die Zeit hier: ein Musical (vielleicht König der Löwen?)

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besuchen und an der Warner Bros. Studio Tour teilnehmen (auch wenn sie teuer ist!), denn das ist ein Muss für eingefleischte Harry Potter Fans wie mich! Ohja, das bin ich! Beweis: am Tag vor meinem ersten Schultag im Gymnasium fragte mich mein lieber Papa, ob ich denn nervös sei und meine Antwort (legendär 🙂 ): Nein, vielleicht holt mich ja noch der Hagrid ab! Zur Erklärung: Hagrid ist ein Halbriese (halb Mensch, halb Riese) aus den Harry Potter Büchern, der Harry (Hauptperson) als er elf war abholte und nach Hogwarts (die Schule für Hexerei und Zauberei) brachte 🙂 Jep, dafür wäre ich auch zu begeistern gewesen! Bei dieser Tour muss ich dann wohl wirklich akzeptieren lernen, dass es sich dabei nur um Fiktion handelt. Eigentlich traurig, wenn ich so darüber nachdenke …. 😦

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3 Gedanken zu “London was calling!

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