Harry Potter – eine Enttäuschung?

Ich bin ein Harry Potter Fan.

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Wenn mich jemand spontan fragt, ob ich Fan von irgendetwas bin, würde ich nein sagen. Denn ich denke nicht täglich an Harry, Ron und Hermine und ich stelle mir nicht (mehr) vor in Hogwarts zu leben und Zauberei zu studieren. Aber es gab eine Zeit, in der ich mir sicher war, dass auch ich zu diesen Auserwählten gehören könnte.

Am Abend vor meinem ersten Schultag im Gymnasium kam mein Papa zu mir und fragte mich, ob ich aufgeregt sei: neue Schule, neue Freunde. Aber anstatt konkret auf seine Frage zu antworten, sagte ich nur: Vielleicht holt mich ja auch noch Hagrid ab.
Für Nicht-Harry-Potter Fans: Hagrid ist ein Halbriese, der Harry als Baby zu seiner Tante und deren Familie bringt, weil seine Eltern getötet wurden und ihn dort auch wieder abholt, als er alt genug ist, auf die Schule für Hexerei und Zauberei zu gehen: Hogwarts.

Ohhhh Erinnerungen werden wach ❤ !

Einige erinnern sich vielleicht auch noch an die Wetten dass … – Folge, in der einmal ein Junge im Rollstuhl als Wette angab, alle Sätze im ersten Harry Potter Band beenden zu können, wenn die letzten drei Worte weggelassen würden.
Wer  war schneller als er? Richtig. Ich. Das erste Buch habe ich sicherlich zwölf mal gelesen. Vielleicht sogar noch öfter!

Es ist also gar kein Wunder, dass ich mir ganz ganz ganz fest vorgenommen hatte, in die Warner Bros Studios zu gehen und die berühmte Harry Potter Tour mitzumachen.

Bei diesem herrlichen (und auch zeitraubenden) http://www.groupon.co.uk fand ich dann eines Tages einen Voucher (Gutschein) für eine Tour bei Dunkelheit (ab 18:30 Uhr), schon alles in Weihnachtsdekoration und der Typ, der die Special Effects gemacht hat, soll da sein und etwas erzählen. Klingt doch perfekt! Normaler Preis, aber ein bisschen extra. 49 Pfund hat mich der Spaß gekostet, das sind 67€!

Als Tip bekam ich dann noch, dass St Albans nicht weit entfernt liegen würde. Eine niedliche Stadt, die einen Besuch wert sein soll. Also zuerst dorthin, umschauen (Blogbeitrag kommt hoffentlich bald) und dann noch den wunderschönen Sonnenuntergang jagen:

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Bevor es dann komplett zu den Studios ging.

Ich war natürlich viel zu früh, weil ich unbedingt mega pünktlich sein wollte. Und Warten zieht sich eeeeeewig wenn man richtig gespannt auf etwas ist!

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Habe versucht zu schlafen, weil ich von dem Tag und den vorherigen Tagen richtig geschafft war und die Autofahrerei nicht gewöhnt bin, habe ja in Deutschland kein Auto. Aber das hat nicht funktioniert. Essen wollte ich auch nicht 1,5 Stunden lang, also ging es schon einmal rein:

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Es gibt sogar einen Starbucks:

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Und ein riesiger Weihnachtsbaum stand auch „im Weg“.

Die Preise im Café sind vertretbar, aber ich hatte ja schon im Auto gegessen, also direkt weiter in den Souvenirshop:

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Super authentisch eingerichtet, aber horrende Preise – schlimmer als erwartet. Wäre der Preis in € wäre das schon teuer, aber er ist in Pfund! Das heißt man nimmt diese Zahl nochmal mal 1,35 und dann hat man den Europreis. Nochmal ein Drittel des Preises oben drauf! Echt Wahnsinn! Hatte mir davor ja schon überlegt einen Zauberstab zu kaufen. Für Fasching oder Halloween kann man sowas schon mal brauchen, aber für über 35€? Nein. Der Zeitumkehrer

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hat es mir dann noch ziemlich angetan, aber über 44 Pfund? Kann man ja auch nicht machen. Habe dann kurz auf Amazon danach geguckt (es gibt hier kostenloses Wifi, wahrscheinlich, dass man direkt posten kann, wie „toll“ es hier ist) und der hochwertige hatte den gleichen Preis. Es gab aber auch noch einen als Schlüsselanhänger für „nur“ 8 Pfund und irgendetwas wollte ich ja auch für mich kaufen, nachdem die Tasse (eine einfache Tasse!!!) viel zu teuer war:

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Mein Bruder bekommt von hier sein Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk und den Kids habe ich ein Märchenbuch mitgebracht. Dieses Märchenbuch hat auch J.K. Rowling, die Autorin von Harry Potter, verfasst. Sie war sowieso total detailversessen. Hatte Bücher über Bücher mit Notizen zu Orten, Personen und Vorgängen. Und eben auch dieses Märchenbuch, von dem in den letzten Bänden die Rede war und das von der Bekanntheit in der Zauberwelt mit unseren Grimm’s Märchen der Muggelwelt (Welt der nicht-magischen Bevölkerung) vergleichbar ist. Da sie aber dann gar nicht nach einem „little something“ gefragt haben, das ich ihnen mitgebracht habe, steht es jetzt in meinem Bücherregal. Bei Gelegenheit wird es auch einmal gelesen. (Diese Infos hatte ich übrigens nicht von einem Schild neben diesen Büchern oder so, sondern von irgendwann anders in meinem Gehirn abgespeichert.)

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Ich habe dann kurz meine gekauften Sachen ins Auto gebracht und auch meinen Mantel dort gelassen, weil ich nicht auch noch für die Garderobe Geld zahlen wollte. Ich bin davon ausgegangen, dass wenn es eine Garderobe gibt, man seine Jacken nicht braucht. Zur Folge hatte das, dass ich mir den Außenbereich nicht in Ruhe anschauen konnte, weil ich mir einfach alles abgefroren habe. Schlecht durchdacht.

Jetzt gehts aber rein! Groupon vorlegen. Ticket bekommen, Buch bekommen und wieder anstehen.

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Hier gab es dann direkt schon etwas zu sehen: den Cupboard under the Stairs

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Diese Art Schilder gab es überall in der Ausstellung und weil mein Bruderherz ein (fast) ebenso großer Harry Potter Fan ist wie ich, habe ich für ihn alle fotografiert. Mal gucken, ob er sich die jemals ansieht. Ich werde es wahrscheinlich nicht tun 🙂

Weil der Film, der zum Anfang gezeigt wird, nicht funktionieren wollte, unterhielt uns eine Mitarbeiterin noch mit einem Quiz. Wie nennt man das nochmal, wenn es nicht wirklich gut war, sie aber ihr Bestes gegeben hat? Achja, der Schüler hat sich bemüht.

Im Film ging es hauptsächlich darum, dass Harry, Ron und Hermine (natürlich Daniel, Rupert und Emma) erklären, dass die Dreharbeiten intensiv und aufwendig waren und weil man so viel Zeit miteinander verbracht hat, sich die beteiligten Menschen anfühlen, wie Familie. Süß. Aber mehr auch nicht. Dann noch: Wir sind so stolz und freuen uns so sehr darüber, dass es diese Studiotour nun gibt. Dass man als Fan die ganzen Kleinigkeiten, die in mühevoller Arbeit hergestellt wurden, nun betrachten kann.

Beeindruckend war dann, als die Leinwand hochfuhr und sich das Hogwartstor auftat mit den Steinrittern, die im letzten Film das Schloss verteidigen:

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Direkt danach kam die Große Halle und als wir dort herauskomplimentiert wurden, damit die nächste Gruppe hinein kann, sah man Kostüme, Masken, den Feuerkelch und auch die Tür zur Kammer des Schreckens und eben alles, was irgendwie zu Harry Potter gehört. Diese ganzen Fotos gibt es aber erst morgen, sonst wird dieser Beitrag einfach zu lang. In der Großen Halle gab es auch noch ein paar Zusatzinfos von einem lebendigen Menschen vorgetragen. Danach nicht mehr. Zwischendrin waren kleine Stationen, an denen zum Beispiel gezeigt wurde, wie Schnee gemacht wird:

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Das unechte Feuer gab es auch zu bewundern und anzufassen:

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Aber ansonsten gab es oft Dinge, die sich bewegt hatten (aber meine Videos wollen hier irgendwie nicht hochladen, anscheinend das falsche Format) und Dinge, die durch deine eigene Handbewegung zum Bewegen bringen kannst (vorne seht ihr noch das Messer mit der Karotte)

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oder eben Bildschirme, die irgendetwas erzählen. Auf jeden Fall gab es keine Führung mit Guide, wie ich es mir erhofft hatte wenn die Bezeichnung „Tour“ lautet. So konnte ich klar nach meinem eigenen Tempo laufen, aber musste mir auch alle Infos erlesen. Bei der Hobbiton Tour in Neuseeland bekam man richtig coole Infos und du hattest danach den Eindruck, du weißt etwas, was viele Menschen nicht wissen.

Unverschämt finde auch immer dieses Extrageld abknüpfen. Alles kostet extra. Die Garderobe am Anfang. Das Essen in der Mitte der Ausstellung war auch ziemlich teuer. Obwohl ja der Eintritt auch schon so teuer war und ich war immerhin alleine dort! Es gibt Familien, die dorthin gehen! Vier bis fünf Leute, die Eintritt zahlen, natürlich etwas essen und dann darf sich jedes Kind auch noch etwas im Souvenirshop aussuchen. Schrecklich! Noch etwas zum Geld abzocken: Fotos zwischendrin. 20 Pfund für eines! Und ich habe ein paar Ausdrucke gesehen… die waren nicht mal scharf! Und man musste ewig dafür anstehen:

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… um dann auf diesem schicken Besen zu sitzen:

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… um ein Foto zu machen. Augen zu? Dein Problem. Hättest sie ja auflassen können.

Eine kostenlose Sache gab es. Zaubern lernen. Und gratis blamieren.

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Nach genau drei Stunden saß ich wieder im Auto und war … enttäuscht. Ich hatte mir viel mehr erhofft. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich ein Fan bin. Also verwundert es nicht, dass ich die Bonus-DVDs zu den Filmen besitze. Und genau auf diesen erklären sie genau, wie Harry zum Beispiel auf einem Besen fliegt oder wer die Kostüme schneidert und wie die Masken hergestellt werden. In der Ausstellung siehst du nur die Masken mit ein paar Pinseln außenherum.

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Wo dieser Special Effect Mensch hätte sein sollen, weiß ich auch nicht. Entweder ich war wirklich zu doof den zu finden oder er war nirgendwo oder er hat sich nicht zu erkennen gegeben. Denn man sieht ihn ja nicht in den Filmen und deswegen erkennt man ihn nicht von selbst. Es waren auch keine Plakate in der Eingangshalle, die ihn zeigen. Tja. Letztendlich hat sich der „Bonus“ eher als „Minus“ herausgestellt.

Noch eine letzte Kritik: Die Ausleuchtung der Gegenstände ist schlecht gemacht. Viel buntes Licht, sieht natürlich toll aus wenn man es wirklich nur anguckt, aber heut zu Tage macht wirklich jeder Fotos und wenn nur Teile eines Gegenstandes ausgeleuchtet sind, fotografiert die Kamera diesen Bereich entweder viel zu hell (wenn der restliche Bereich auch erkennbar sein soll) oder man erkennt den nicht-beleuchteten Teil gar nicht.

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Nach Bearbeitung geht das schon, aber wer will schon jedes Bild bearbeiten?

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Den Außenbereich mit dem Bus und dem Haus der Dursleys konnte man praktisch komplett vergessen, was wirklich schade ist. Ich erwarte bei einem Special, dass alles so gut ist wie immer und man noch einen Bonus bekommt. Nicht, dass irgendwo ein Bonus sein soll und das Normale verschlechtert ist.

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Und weil ja nicht alles schlecht war nochmal etwas Positives: man wurde hier an viele Dinge erinnert, die man nicht mehr so auf dem Schirm hatte oder die man als Kleinigkeiten abgetan hat, aber natürlich machen gerade die Kleinigkeiten diese ganze Stimmung mit aus, die diese Filme und Bücher haben.

Fazit: Bonus DVDs kaufen und anschauen. Da ist das Geld besser angelegt. Anfassen darf man eh nichts und bei den DVDs sieht man sogar Leute an den Requisiten arbeiten. Außerdem spart man sich das Hinkommen, den Eintritt, das Warten, die Menschenmassen und die ganzen Extrakosten: Essen, Souvenirs, Bus zum Zug usw.

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5 Gedanken zu “Harry Potter – eine Enttäuschung?

  1. Komisch, dass es dir so gar nicht gefallen hat…ich war vor kurzem auch da, allerdings habe ich den normalen Preis über die Website gekauft (ohne Buch): 33 Pfund. Von London aus muss man zwar eine Weile Zug fahren, aber wir durften sogar gratis mit dem Shuttle Bus mit.
    An sich standen bei uns auch überall Menschen rum, die einem gerne mehr über die ausgestellten Gegenstände erklärt haben, also auch da kann ich deine Erfahrung so gar nicht nachvollziehen…vielleicht waren die an dem Tag alle bei dem Typen, den du nicht finden konntest? Und der Film hat auch funktioniert bei uns. Und ich konnte mit meiner Kamera auch gute Fotos machen, also das Problem hatte ich irgendwie auch nicht. Und auf das mit der Jacke wird man an der Garderobe hingewiesen 😉

    Übrigens wurde ich darauf hingewiesen, dass man Fotos von der Ausstellung nur für den privaten Gebrauch nutzen darf – ein Blog gehört da nicht dazu, da man den auch gewerblich nutzen kann. An deiner Stelle würde ich da aufpassen, da das eine Urheberrechtsverletzung ist, es sei denn, du hast die ausdrückliche schriftliche Erlaubnis.

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    • Achso und das mit den Fotos war mir auch zu teuer und die Besen haben wir ausgelassen. Aber die im Hogwartsexpress haben wir machen lassen und dann einfach nicht gekauft. Da das Fenster ein Bildschirm ist und es aussieht als sitzt man wirklich im Zug, war die Fotografin auch gerne bereit, mehrere Fotos mit meiner Kamera zu machen und hat sogar angeboten, noch mal von vorne zu starten, um sicher ein gutes Foto dabei zu haben…

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      • Hm also bei uns War auch schon Weihnachtsspecial, wobei ich sagen muss, das einzig coole War der Weihnachtsbaum 😀 man konnte noch gucken wie die den Schnee gemacht haben und so, aber das fand ich langweilig…aber es war auch nicht sooo voll als wir da waren. Also schon echt viele Leute, aber es War nicht ausgebucht. Vielleicht War es deswegen besser? Ich weiß es nicht…aber ich fand es auf jeden Fall gut 🙂 bis auf das Butterbier, hast du das probiert? Das War ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte 😀

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    • Also der Shuttlebus hätte auf jeden Fall etwas gekostet. Nicht viel, 2 Pfund oder so, aber man kann damit ja nur zu den Harry Potter Studios, also könnte man den auch kostenlos machen, finde ich. Man darf ja auch kostenlos parken.
      Bei mir standen auch vereinzelt Leute herum, aber insgesamt nicht mehr als fünf. Ich habe ja auch nur gemeint, dass ich mir unter Tour einen Guide vorstelle, der einen durch die Ausstellung führt. Es geht hier ja auf diesem Blog auch nur um meine persönlich Ansicht und ich war damit nicht zufrieden. Als ich auf der Website ein Ticket buchen wollte, waren es dort auch 49 Pfund. Hattest anscheinend Glück mit den 33 Pfund 😉
      Der Film funktionierte dann auch, nur eben mit extra Wartezeit und damit die nächste Gruppe eine leere Große Halle betrachten konnte, mussten wir da denke ich schneller raus als normal.
      Hast du eine Digitalkamera, die die ganze Zeit geblitzt hat? Ich mag nämlich keine Blitzbilder und hab deswegen extra zwei Objektive mit einer großen Blende, um in schlechter beleuchteten Innenräumen zu fotografieren, aber die waren nicht gut genug hierfür. War einfach viel zu dunkel. Vielleicht kommt tagsüber noch durch rigendwelche Fenster Licht hinein, aber ich war ja bei dem „Weihnachtsspecial“ nachts.
      Ich habe nur gesehen, dass die Garderobe etwas kostet und deswegen meine Jacke im Auto gelassen, also nicht extra nachgefragt, ob es vielleicht einen Außenbereich gibt.
      Und ich würde meinen Blog als privat bezeichnen, weil ich damit kein Geld verdiene. Danke für den Tip trotzdem!

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