King’s Cross

Ist schon eine Weile her, aber mir war auch gar nicht bewusst, dass ich euch hiervon noch keine Bilder gezeigt habe!

Ich = Harry Potter verrückt. Nicht fanatisch, aber schon sehr interessiert. Und wenn man in London ist, sollte man schon einmal am Gleis 9 3/4tel vorbeigucken.

IMG_0254 IMG_0258

Man muss nicht wirklich zwischen Gleis 9 und 10 gehen, sondern findet das hier direkt in der Haupthalle. Es gibt einen Fotografen – wie überall. Ich konnte nicht herausfinden, ob man Geld bezahlen muss oder wie man an seine Fotos kommt. Aber jetzt Mal ehrlich: wo gibt es heut zu Tage etwas umsonst?!

IMG_0259

Solange es auch Menschen gibt, die dafür Geld bezahlen, wird man auch nicht aufhören. Vielleicht bin ich auch einfach nicht Fan genug, um das nachzuvollziehen. Und einen Schal anziehen, den allein an diesem Tag schon 100e anhatten… und der vielleicht nicht einmal täglich gewaschen wird … ich weiß ja nicht. Also nur mal an der Stelle gewesen zu sein ist mir genug Fan-sein. King’s Cross allein ist ja auch schon etwas Bekanntes, wo man mal vorbeischauen kann:

IMG_0261

Ich muss nur ehrlich gestehen, meine Blicke wurden eher von diesem Gebäude auf der Gegenseite angezogen:

IMG_0263

Ich steh eben auf bunt 🙂

Das wars schon für heute. Können ja nicht immer kleine Romane werden 😉

Advertisements

MEIN Tattoo

Numero 3

Gestern habe ich ja schon erzählt, worauf ich bei Tattoos achte:

Bedeutung des Motivs

Bedeutung des Ortes des Stechens (ein paar Genitive untergebracht 😉 )

Bedeutung der anwesenden Personen

IMG_1074

Diese Tattoo ist teilweise eine Erweiterung. Hinter meinem rechten Ohr habe ich bereits ein schlichtes Kreuz, das für Glaube steht. Weiter geht es also hier mit Liebe und Hoffnung. Glaube – Liebe – Hoffnung. Diese drei Symbole habe ich als Anhänger an einer Kette geschenkt bekommen – von meinem Papa. Wird es jemals ein Tattoo geben, das mich nicht mit meinem Papa verbindet? Ich weiß es nicht. Diese Kette hat auf jeden Fall eine große Bedeutung für mich und weil ich sie wirklich aus Angst sie zu verlieren nicht mehr trage, habe ich sie so irgendwie „dabei“.

Die Liebe steht für mich also in erster Linie für die Liebe zu meinen Eltern und meinem Bruder – der Familie.

Anker und Hoffnung. Hoffnung ist für jeden anders. Ich hoffe zum Beispiel, dass es mir nie langweilig wird, dass ich immer eine Beschäftigung und neue Ziele habe. Andere wünschen sich liebe Ruhe und Beständigkeit. Für mich nur schwer nachzuvollziehen 🙂

Das Symbol für Weiblichkeit. Emanzipation und Feminismus. Aber die positive Auslegung. Ich will Männer nicht dominieren, sondern gleichgestellt sein. Frauen sind in manchen Bereichen besser als Männer und andersherum. Es scheint nur so, dass Männer für ihr besser-sein mehr gewürdigt werden, als das besser-sein der Frauen. Von Grund auf weniger Gewicht stemmen können macht uns nicht schwächer.

Gleichberechtigung (nochmal) und Toleranz. Hier geht es weniger um Mann und Frau, sondern allgemeiner um Nationen und Herkunft. Ich finde es schrecklich, dass in einer Gesellschaft von heute, die Zugang zu allen möglichen Quellen des Wissens und der Geschichte hat, immernoch so viele Vorurteile die Gedanken beherrschen. Ich spreche hier nicht von Stereotypen, wie: Engländer haben schlechte Zähne (das ist nämlich einfach so 😉 ), sondern von Aussagen, die Menschen weniger wert machen. Ich vertrete die Annahme, dass wenn jeder Mensch einmal in seinem Leben die Welt bereist, keine dieser Vorurteile mehr sein Eigen nennen kann. Sie verschwinden einfach. Man begegnet Menschen und hat die Vorurteile. Man verlässt sie und hat sie nicht mehr. So einfach ist das.

Pentagramm. Ist etwas schwieriger zu erklären. Generell steht es für Schutz. Und ich fühle mich beschützt. Aber es hat für mich noch eine persönlichere Bedeutung. Meine Mama hat sich vor einigen Jahren nach einer neuen Freizeitbeschäftigung umgesehen und das „Zahlenseminar“ gefunden. Die Treffen dieser Gruppe wurden regelmäßiger und sie hat mir jedes Mal davon berichtet und ich musste es einfach einmal selbst erleben. Die Bedeutung der Zahlen. Klar. Ich weiß wie das klingt. Wie Astrologie und Tarotkarten. Aber für mich hat es sich irgendwie bestätigt. Alles, was ich gehört habe, ergab einen Sinn. Nur ein Beispiel, das auch zeigt, dass ich das bisschen Wissen, das ich aus dem Kurs mitgenommen habe, immer noch meinen Alltag beeinflusst: die Zahl 8. Mein Steve wurde am 28.7.1988 geboren, das sind also seine Zahlen. Auffällig ist vor allem die acht, da sie mehrfach vorkommt. Diese Zahl steht im Allgemeinen für den „Spiegel“, gibt Sinn, da sie mehrere Spiegelachsen in sich trägt. (Und weil es Sinn ergibt, kann ich es mir so gut merken und hier als Beispiel nennen.) Diese Person mit den vielen 8ern muss gespiegelt werden. Sie braucht ein Gegenüber. Jemanden, der ihr sagt, was sie tun und glauben soll. Mein Steve hält sich nicht selbst für einen guten Menschen, weil ihm zu viele Leute etwas anderes eingeredet haben. Da ich von den 8ern wusste, konnte ich dem also entgegen wirken und tue genau das immer noch. Er ist ein guter Mensch.
Kurz zu meinem Geburtsdatum: 19.01.1991. Dieses Treffen bei dem ich mit meiner Mutter war, ging über das Jahr 2013, was auf uns zukommt, was die Jahreszahl an sich für eine Bedeutung hat. Und jedes Mal, wenn es um eine 1 oder eine 9 ging, horchte ich auf und versuchte die Aussagen auf mich zu projizieren. Aber es hat nicht gut genug funktioniert. Meine Mama versuchte dann ihre Interpretationskünste an mir und herauskam: ich bin egoistisch. Nein. Will ich nicht sein. Und würde ich auch nicht sagen, dass ich bin. Also buchte ich einen Termin bei der Leiterin. Nur für mich und mein Datum. Heraus kamen Dinge wie: ich komme gut allein zurecht. Ich bin glücklicher, wenn ich auch einmal etwas alleine mache. Und die 9: ist ein 3×3 und die drei steht für Veränderung. Erklärt also perfekt, warum ich nicht stehen und verweilen kann. Weil ich weiter muss. Andere Sachen sehen und machen! Diese Erkenntnis kam wirklich erst an diesem Tag. Plötzlich habe ich mein Wesen verstanden. Plötzlich wusste ich, warum ich so anders war als meine Freunde und Familie. Und das anders-sein war plötzlich ok. Und was hat das mit dem Pentagramm zu tun?! Hätte ich fast vergessen 😉 Eine Art zu interpretieren ist nicht nur die Zahl an sich anzusehen, sondern sie außerdem in ein Pentragramm einzutragen um mögliche Parallelen etc. zu erkennen und zu deuten. Bei mir gibt es mit 1ern und 9ern natürlich keine… was auch eine Bedeutung hat.

Die Spirale. Erinnert mich nochmal an die Zahlenseminar-Leiterin Claudia. Sie steht unheimlich auf Spiralen als Ketten etc., da sie auch eine tiefergehende Bedeutung haben. Für mich stehen sie für: alles bleibt in Bewegung, alles geht weiter. Genieße die schönen Zeiten, denn sie werden vorüber gehen. Sorge dich nicht zu sehr über die schlechten, denn sie gehen vorbei. Veränderung. Keine Langeweile. Meine Spirale dreht sich auch eindeutig nach außen. Es wird immer weiter und größer. Ich lerne immer mehr. Ich erfahre immer mehr. Ich weiß immer mehr.

Sonne. Wärme, Geborgenheit aber auch Reisen und Abenteuer und schöne Zeiten. Wenn ich reise, dann dahin, wo es warm ist. Das ist einfach so. Sicherlich muss ich, um die ganze Welt zu sehen, irgendwann auch an kalte Orte, aber solange es in den bereisten Ländern einen Sommer gibt, ist das die Zeit, zu der ich in dieses Land will!

Soweit zu der Motivbedeutung.

Wo. Würzburg. Warum. Weil ich hier fünf Jahre verbracht habe, um zu studieren. Ich habe Menschen getroffen, die mich nachhaltig beeinflusst haben. Gut und schlecht. Ich habe viel über mich selbst gelernt und mich weiterentwickelt. Viel erfahren und wenig gelernt. Die Uni war nicht direkt eine Zeitverschwendung. Ich habe es sehr genossen zu studieren und sagen wir … drei Kurse … haben mich auch wirklich weitergebracht. Aber im Großen und Ganzen hat mich mein Lehramtsstudium nicht vom Hocker gerissen. Vielleicht war das ein zusätzlicher Grund, warum ich keine Lehrerin mehr werden will?!
http://www.stichpunkt-studio.de/
Ort des Geschehens: Jacky’s Stichpunkt Tattoos. Super Frau, süßes Studio und professionelle Beratung. Das kann nicht jeder! Mein Tattoo besteht aus super feinen Linien und sie hat es hinbekommen! Genau so, wie ich es wollte – oder sogar besser! Mir gefällt es auf jeden Fall jedes Mal, wenn ich es im Spiegel sehe. Danke!Kaum Schmerzen, wieder diese tolle Folie (siehe gestern) und ein super Preis: 125 Euro

20160307_183315 20160307_181620 20160307_181212

Vielleicht findet ihr mein erstes Foto in diesem Beitrag sogar inzwischen auf ihrer Homepage 🙂 . Weil die feinen Linien nämlich super zeigen, wie genau sie arbeitet, habe ich ihr angeboten das Foto hochzuladen. Schaut euch doch einmal um!

Die anwesenden Personen. Jacky. Ich. Mirjam. Meine liebe Mirjam ❤ Afiah hat es leider nicht geschafft, aber durch den Ring mit den Glitzersteinen (siehe letzte Bild), war sie indirekt dabei. Dieser Tag in Würzburg war vollgepackt mit Terminen. Es war kurz vor meiner Abreise nach England – oder soll ich auswandern sagen?! Mittagessen mit Afiah, Kaffeetrinken mit meiner lieben Amelie und Abendessen mit Mirjam. Meine drei liebsten Würzburger ❤ ❤ ❤ Drei Menschen, die mich und meine Entscheidungen nachvollziehen können und mich unterstützen. Danke!

Tätowierte Menschen

… sind weder schlechter noch besser. Sie sind weder böser noch netter und auch nicht hübscher oder weniger hübsch. Sie sind nicht unbedingt Biker oder Nazis.

Es ist einfach eine Art, seinen Körper zu lieben und zur Schau zu stellen. Andere tragen dafür täglich Lippenstift. Manche bevorzugen auffällige Schuhe. Und ich stehe eben auf Tattoos (und Lippenstift und Schuhe). Wie viele andere meiner Generation ebenfalls. Ich werde also in 70 Jahren nicht die einzige schrumplige Oma mit Tattoos sein – und das ist auch gut so!

Für mich kann ein Tattoo nicht nur schön sein. Es muss eine Bedeutung haben. Diese Bedeutung muss aber nicht unbedingt in dem Motiv stecken, sie kann auch darin verankert sein, wer mit anwesend war, als du dir das Tattoo hast stechen lassen. Oder für wen du es gemacht hast. Oder wo.

Meine Orte haben eine Bedeutung. Mein erstes Tattoo habe ich mir in Lissabon stechen lassen, der letzten Station meiner viermonatigen Reise im Jahr 2014, die mich sehr geprägt hat. Das zweite kam 2015 in Dortmund dazu: der Heimatstadt meines verstorbenen Vaters. Und das dritte (das ihr morgen zu sehen bekommt), 2016 in Würzburg. Der Stadt, in der ich fünf Jahre meines Lebens verbracht und studiert habe.

Sind euch die Jahreszahlen aufgefallen? Eines pro Jahr … mal sehen, ob ich das beibehalte 🙂

Beim ersten Tattoo war ich alleine. Ich bin alleine gereist und komme auch bei allem super allein zurecht. Meistens bedeuten mehrere Personen nur mehr zu organisieren für mich, weil ich immer mit Menschen in Kontakt komme, die selbst weniger organisationsfreudig sind – oder suche ich sie mir deswegen aus?! Beim zweiten begleitete mich mein Bruder – und ließ sich das gleiche Motiv stechen! Beim dritten hatte ich meine beste Freundin dabei, die ich schon aus Schulzeiten kenne und die mich in jeder Situation versteht und unterstützt! Außerdem war es geplant, dass meine zweitbeste Freundin dabei sein sollte, allerdings kam ihr ihre Mutter in die Quere – da kann man nichts machen 😉

Diese gerade aufgezählten Bedeutungen können niemals ihren Wert verlieren – selbst, wenn mir das Motiv irgendwann nicht mehr gefallen sollte (was ich mir gerade gar nicht vorstellen könnte) oder es nicht mehr schön aussieht oder Ähnliches.

Das Geld. Klar kostet ein Tattoo etwas. Aber Klamotten, ein Bild zum Aufhängen, ein neuer Teppich, … auch. Und trotzdem kaufen wir es. Also warum nicht für ein Tattoo bezahlen?

Erinnerungen. Ja, ich verknüpfe Erinnerungen mit meinem Körperschmuck. Und ja, ich hätte sie auch, wenn ich sie mir nicht hätte stechen lassen – aber: so werde ich täglich mehrmals daran erinnert. Und es sind ja schöne Erinnerungen. An Menschen und Orte und Dinge, die mir wichtig sind.

Schmerzen. Ja, das tut schon weh. Man sagt, die Geburt eines Babys tut auch weh. Aber sobald man es in den Armen hält – sobald man sein Tattoo im Spiegel oder an sich direkt sieht – sind sie vergessen.

Verheilung. Man muss schon etwas aufpassen, dass man sich nicht aus Versehen kratzt oder zum Beispiel einen BH trägt, der ständig über diese Stelle reibt. Baden ist auch erst einmal verboten. Genauso wie sonnen (eine zeitlang – und danach immer nur mit Sonnencreme auf den Tattoos, da sie sonst verblassen können). Schwimmbad? Lieber warten. Sonnenstudio? Besser nicht.
Dank der super Folie, die komplett an der Haut klebt und ein paar Tage drauf bleiben soll, hatte ich aber nie Blutungen oder Schorfbildung. Es ist echt super verheilt. Jedes Mal.

Tätowierer. Beißen nicht. Sind Künstler. Sehr nett und weltoffen und tolerant. Hervorragende Gesprächspartner und interessante Persönlichkeiten – komplett positiv gemeint!

Meine Tattoos stehen für mich für Einiges, deswegen wird das einfach aufgezählt:

Schönheit – Tattoos sind Kunst

Bestärkend und ermutigend

Körperbewusstsein und Selbstliebe – wie soll dich jemand lieben, wenn du dich nicht liebst?

Körper und Seele vereint

Stolz und Selbstbewusstsein

Beständigkeit – ist ja sonst nicht gerade eine Eigenschaft von mir 😉

Motivation zum Sport – Tattoos an schlaffen Körpern sehen einfach nicht gut aus

Wem erzähle ich von meinen Tattoo-Plänen? Ich frage meine Freunde vorher um Rat. Meistens lasse ich mir aber nicht reinreden, sondern sammel lieber die „Wooooow – super Idee“ und „sieht saucool aus, steht dir bestimmt!“ ein. Ich mache mir ja immer so viele Gedanken vorher, dass die Idee dann wirklich ausgereift ist und es eigentlich nichts mehr zu verbessern gibt – aus meiner Sicht. Und weil meine Tattoos auch immer eine wichtige Bedeutungen haben, traut sich keiner das Tattoo zu kritisieren – sonst wird indirekt auch die Bedeutung kritisiert. Meiner Mama zeige ich immer erst das Resultat – ein paar Tage später – verheilt und nicht mehr rot umrandet. Klar, dann ist es zu spät. Aber das ist ja der Sinn davon… denn eine Mama will einfach nicht, dass ein Kind eine Entscheidung fürs Leben trifft, die sie nicht mehr ändern kann. Kann ich verstehen – aber deswegen treffe ich sie trotzdem. Jedes Mal aufs Neue. Hab dich lieb, Mama ❤

Worüber ich mir immer Gedanken mache, abgesehen von was, wo und mit wem: die Körperstelle. Körper verändern sich. Wenn ich meine Mama ansehe, entdecke ich die „Schwachstellen“, die wahrscheinlich auch ich einmal haben werde – denn mal ehrlich: egal wie sehr wir versuchen, auf unsere Körper zu achten und manche Bereiche nicht so werden zu lassen wie bei unseren Eltern (Bierbauch, Orangenhaut etc.) – wir werden so. Das sind eben die Gene. Arbeitet trotzdem dagegen! Aber plant das einfach mit ein, wenn ihr euch tätowieren lasst. Denn die tätowierte Körperstelle wird betont und wollen wir unschöne Stellen betonen? Nein!

Noch ein Grund eine gute Körperstelle auszuwählen: Linien verlaufen mit der Zeit, weil die Haut einfach altert. Das ist ein normaler Prozess. Das ist ok. Und das wissen wir vorher. Also bitte wählt eine Stelle ohne Dehnungsstreifen (bedenkt auch, dass noch welche kommen könnten) und Narben. Körper verändern sich ihr Leben lang. Nicht nur durch Gewichtab- oder -zunahme oder Schwangerschaft.

Und die größte Angst der Eltern: sichtbare Tattoos an Armen oder Händen, im Gesicht oder Hals. Muss man sich einfach genau überlegen. Stört ein Tattoo meine Karriere, weil ich bespielsweise in einem Büro arbeite und seriös wirken muss? Das soll nicht heißen, dass Menschen mit sichtbaren Tattoos nicht seriös sein können. Aber Menschen verbinden einfach Tattoos mit bestimmten Stereotypen und deswegen kann ein tätowierter Bankangestellter Schwierigkeiten in seinem Job haben, die ein Anderer nicht hat. Ich hatte irgendwann für mich beschlossen, dass ein Job, den ich nicht kriege, weil ich ein braves ordentliches organisiertes Mädchen mit Tattoos bin, schlicht und einfach nicht der richtige Job für mich ist. So eine Art Schicksalswink.

Ob ich an das Schicksal glaube? Ja. Denn es ist schon zu viel passiert, das nicht anders zu erklären ist. Mein Schicksal ist aber je nach Laune durchaus mit „Papa lenkt mich“ oder „das hat Gott so eingefädelt“ gleichzusetzen.

Toby Carvery

… eine englische Berühmtheit.

Wenn man ein Restaurant so bezeichnen kann.

In Deutschland gibt es den Sonntagsbraten. Den gibt es in England auch. Das Ganze nennt sich dann Roast Dinner und bei Toby’s gibt es das als Buffet. Man betritt das Restaurant, wird an einen Tisch begleitet und bestellt Getränke und schnappt sich dann einen Teller, bekommt das Fleisch von einem Koch abgeschnitten und bedient sich dann selbst an Bohnen, Möhren, Kartoffeln und Erbsen. Yorkshire Puddings gibt es auch. Das ist ein fluffiges Etwas ohne viel Geschmack. Praktisch wie eine Scheibe Toast oder so. Weil ich ja in 99% meiner Zeit Vegetarierin bin, seht ihr hier die vegetarische Variante. Einfach nur ohne Fleisch.

20160327_161439.jpg

Warum berichte ich hiervon eigentlich? Weil ich eine Zeitlang für Toby’s in Exeter gearbeitet habe. Nicht besonders lange. Und nicht besonders erfolgreich. Mich hat gereizt, dass man gutes Trinkgeld bekommt und dass mir in Aussicht gestellt wurde, dass ich nach erfolgreichem Einlernen an die Rezeption im zugehörigen Hotel (Innkeeper’s Lodge) dürfte. Ich habe noch nie an der Bar gearbeitet, deswegen hatte ich davor am meisten Bammel und genau damit fing es natürlich an. Es hieß, wenn ich nicht weiß, was für Getränke es gibt, könne ich sie nicht verkaufen. Klingt logisch. Geplant war dann, dass ich danach bedienen darf (denn HIER gibt es die Kohle, das Trinkgeld). Die Bar arbeitet den Bedienungen nur zu und das Trinkgeld bleibt in deren Taschen – etwas mies.

20160324_092810.jpg 20160324_093308.jpg

Und ich arbeite und arbeite und arbeite. Bin richtig gut hinter der Bar. Und komme nicht zum Bedienen. Natürlich bin ich direkt und frage nach. „Heute nicht“, „es sind gerade genug Bedienungen da“, „die beiden sind Stamm-Bedienungen, die gehen nicht hinter die Bar“… und ich bleibe nicht hinter der Bar! Deswegen war das ein kurzes Intermezzo und nach einigen „Drohungen“, dass ich aufhören würde, wenn ich nicht auch Mal bedienen darf, musste ich meine Drohung wahrmachen und bin wieder arbeitslos.

Leider habe ich seitdem auch keinen Kontakt mehr zu den Mädels, die ich dort kennenlernen durfte. Sie antworten nicht auf meine Nachrichten. Ich will ja niemandem etwas unterstellen, aber wenn das vom Management kam dann ist das echt frech. Ist ja nicht so, dass ich etwas angestellt oder gestohlen hätte oder so.

Ach ich mochte meine Schürze….

(Ex-) Freundschaften

Die Zeit vergeht und man verändert sich. Und andere Menschen verändern sich auch. Und dann passt man nicht mehr zueinander und trennt sich. Das ist ja nicht nur in Beziehungen so, sondern auch in Freundschaften. Gerade Freundschaften, die sich zur Schulzeit bilden, zählen für mich zu den „schwierigeren“. Man wählt sich ja nicht auf Grund von gleichen Hobbies oder Ähnlichem aus, sondern man ist eben zusammen in einer Klasse und sitzt zusammen in der Schule. Man versteht sich, weil man sich täglich sieht. Man hat Kontakt in der Freizeit, weil die Schulkameraden die Menschen sind, die man sicherlich wieder sieht und die einem die Hausaufgaben geben können, wenn man krank ist oder sie abschreiben lässt, wenn man sie vergessen hat.

Warum sollte man also mit diesen Menschen einfach so befreundet bleiben? Weil man irgendwann mal zusammen in der Schule war? Aber was ist, wenn man so unterschiedlich geworden ist, dass man die Handlungen und Entscheidungen des Anderen nicht mehr nachvollziehen kann? Wenn es anstrengend ist, sich mit dem jeweils anderen zu unterhalten? Man gräbt nur jedes Mal wieder alte Geschichten und Erinnerungen aus, weil das das Einzige ist, was einen verbindet. Nach der Schule hat vielleicht jeder studiert. Aber jeder etwas anderes. In einer anderen Stadt. Dort lernt man neue Leute kennen, mit denen man wirklich etwas gemeinsam hat. Die einen verstehen, wenn man erzählt, dass man noch die zwei Hausarbeiten in X und Y schreiben muss. Die Schulfreunde wissen vielleicht, was Hausarbeiten sind, aber nicht wie aufwendig sie in meinem Studium sind. Oder wie pingelig der Dozent damit ist. Oder wie unorganisiert die Bibliothek ist. Das sind alles Sachen, die ich meinen Studienkollegen nicht erzählen muss.

Mir gehts so mit meinem Reisen. Meine Schulfreunde reisen nicht. Zumindest nicht so exzentrisch wie ich. Sie lieben es nicht so wie ich. Wie sollen sie also meine Liebe nachvollziehen können? Wie soll ich jemandem logisch erklären, warum ich verreise – wieder – obwohl ich kein Geld habe? Obwohl ich Geld sparen sollte. Obwohl mein Studium nicht beendet ist. Obwohl ich einen Freund daheim habe?

Sie verstehen es nicht, weil ihre Welt anders aussieht. Und ich verstehe ihre Welt nicht. Das lief jahrelang so und man lädt sich doch zu den Geburtstagen ein und redet dann über alte Zeiten. Man versucht sich auf dem Laufenden zu halten, vergisst aber ständig die genaue Bezeichnung des Studiengangs der einen Freundin. Oder kann sich nicht merken, wie lang dieses medizinische Praktikum jetzt nochmal ging. Weil es nicht meine Welt ist. Weil es deren Welt ist. Und wir irgendwann aufgehört haben, täglich nebeneinander in der Schule zu sitzen und über den Alltag der Anderen alles zu wissen.

Manches endet.

Und das ist gut so!

Stellt euch mal vor, alle Menschen, mit denen ihr jemals befreundet wart, wären noch eure Freunde! Wie solltet ihr alle mit Infos über euer Leben versorgen? Wie solltet ihr euch alle Infos über deren Leben merken können? Wie solltet ihr das wirklich wollen?

Sobald das Leben zu anders zu dem der „Freunde“ wird, erzählt man sich weniger. Weil der andere das nicht nachvollziehen kann. Man müsste zu viel außenrum erklären und das ist anstrengend und nervig. Also lässt man es. Dann kann man aber nur noch über ganz allgemeine Dinge reden und das ist dann nicht befriedigend. Das macht Freundschaft nicht aus. Nicht für mich. Ich habe lieber wenige wirklich gute Freunde, die alles wissen. Bei denen ich nur ein Stichwort fallen lassen muss und sie wissen worum es geht. Die meiner Meinung sind. Meistens. Oder die wissen, wie sie ihre Meinung äußern können. Nämlich nicht verurteilend. Sie müssen nicht das gleiche Leben führen wie ich – dann hätte ich wohl gar keine Freunde. Aber sie müssen es verstehen wollen. Sie sollen verstehen, dass die Entscheidungen, die ich treffe, wohlüberlegt sind, weil ich immer über alles nachdenke. Sie sollen mich unterstützen, pushen, fördern. Niemals herunterziehen. Nur auf den Boden zurückholen, wenn ich wirklich dabei bin einen Fehler zu machen. Nicht bei Kleinigkeiten herumdiskutieren und meine Entscheidungen einfach einmal akzeptieren. Sich in mich hineinversetzen und sich fragen: ist es das Richtige für sie? Das bedeutet noch lange nicht, dass sie das genauso machen würden. Und genau hier an diesem Punkt endeten vor ein paar Wochen ein paar Freundschaften.

Eigentlich ist es bescheuert eine Freundschaft offiziell zu beenden, aber einfach den Kontakt aufgeben ist ja auch kindisch. Und einfach nicht zu antworten geht auch nicht. Also versucht man zu erklären, dass das nicht mehr das ist, was es mal war. Dass es zu kompliziert und zu anstrengend geworden ist.

Außerdem kommt noch hinzu, dass ich ein mitteilsamer Mensch bin und mir irgendwann ausgenutzt vorkomme, wenn ich nichts von dem Anderen mitbekomme. Wenn auf ein „Wie gehts“ von mir ein halber Roman kommt und von der Gegenseite nur ein „gut“.

Ich habe ja manchmal eine Art Geistesblitz, eine perfekte Formulierung, die perfekte Ansammlung Wörter und das war in diesem Moment so. Und wo bringt man das am besten unter? Richtig – im Whatsapp Status.

screenshot_2016-03-24-19-46-38.png

Entweder lauft ihr mit oder ich bin schon zu weit weg.

Ich entwickel mich weiter. Täglich. Ich sammle neue Erfahrungen und bilde mich weiter. Nicht unbedingt in Allgemeinbildung oder so, aber darin, wie ich mit Menschen umgehe. Wie Menschen reagieren, wie sie sich emotional verhalten und warum. Zum Beispiel. Ich stehe nicht still. Ich hasse es, stundenlang nur fern zu sehen. Oder herumzuliegen. Wenn ich eine stressige Woche hatte, geht das mal. Einen Tag. Oder besser nur einen halben.