Die englische Carolina

Ich bin schon über einen Monat hier und habe noch keinen einzigen Beitrag verfasst. Es ist inzwischen schon soweit gekommen, dass mich Menschen darauf ansprechen, warum es denn noch nichts auf meinem Blog zu lesen gibt. Es gibt Menschen, die interessieren sich tatsächlich dafür! Und die darf man ja nicht enttäuschen!

Seit dem Ende meiner Aupairzeit war ich zu Hause so beschäftigt, wie wohl noch nie zuvor. Ein Haus wollte ausgeräumt werden. Ein Haus, in dem ich mein ganzes Leben verbracht habe. Zumindest den Teil, an den ich mich aktiv erinnere. Auch als ich in Würzburg gewohnt habe, war dieses Haus immer ein „Zuhause“. Man räumt also nicht nur Dinge aus dem Haus, verkauft sie auf eBay und Shopck und verschenkt sie an Freunde – man sortiert auch Erinnerungen aus. Man sieht Dinge, die man jahrelang gesucht hat. Oder vollkommen vergessen hatte. Man erinnert sich an Zeiten, die schon so lange her sind, dass sie wie aus einem anderen Leben erscheinen. Was sich hier alles getan hat! Was wir erlebt haben und erleben mussten … und das ist jetzt vorbei. Man läuft nicht mehr an der Stelle vorbei, an der der Fressnapf unseres Hundes gestanden hat. Man geht nicht mehr die Treppen hoch und runter, die man nach einem Streit wütend hochgestampft ist oder die man sich heruntergeschlichen hat, um etwas aus dem Kühlschrank zu stibitzen, während die Eltern im Wohnzimmer fern sahen. Auch den Garten gibt es nicht mehr. Die Gassi-Runde. Den „Berg“, der eigentlich nur ein Hügel ist und gleichzeitig der beste Spielplatz der Welt. Aber ein Ende ist nichts schlechtes. Es bedeutet, dass es einen neuen Anfang gibt. Natürlich ist das dann anders, aber manchmal auch leichter. Weniger Arbeit. Weniger Fahrerei.

Mitte Februar habe ich dann entschieden, dass alles bis zum 12.03.2016 erledigt sein soll. Ich will nach England. Ich will wieder zu meinem Steve. Und ich will, dass diese eintönige und aufreibende Arbeit beendet ist. Dass es geschafft ist und ich mich wieder nur um „meine“ Sachen kümmern muss. Es fühlt sich in dieser Zeit so an, wie wenn ich einen großen Teil der Verantwortung trage und dafür fühlte ich mich einfach nicht bereit. Es waren nur die Gegenstände von Mama, Papa, meinem Bruder und mir, aber oft selbst zu entscheiden, was bleiben darf, was einfach weggeschmissen wird und was ich verkaufe und für wie viel – das hat mich wirklich mehr gefordert, als alles bisher. Aber es ist geschafft. Es ist vorbei. Meine depressiven Phasen sind vorbei. Ich bin wieder ein fröhlicher, entspannter und schreibwütiger Mensch.

img-20160411-wa0000.jpg

12. März 2016

Es geht nach England. Mit einem One-way-Ticket. Klar, es ist nur England. Aber dieses One-way-Ticket hat schon eine Bedeutung. Ich wusste schon, dass ich im Juni für eine Hochzeit nach Deutschland komme. Und im August für eine weitere und meine Wiederholungsprüfungen. Aber für Juni buchte ich einen Hin- und Rückflug. Von England nach Deutschland und wieder zurück. Verrückt oder? Also für mich jedenfalls.

Weil der Steve noch einen Job in der alten Wohngegend (Windsor, Staines, …) zu erledigen hatte, blieben wir ein paar Nächte im London Heathrow Guesthouse in Wraysbury.

IMG_0500 IMG_0343

Heathrow ist ja der größte Flughafen Englands und einer der größten Europas. Das bedeutet man ist super schnell weg in fernen Ländern, aber auch automatisch in der Einflugschneise:

IMG_0341

Alle zwei Minuten brummt so ein fettes Ding über dich hinweg. Und es ist nicht nur der Lärm, sondern auch die Vibration, das Dröhnen. Unterhaltungen müssen unterbrochen werden – zweiminütlich! Kein Wunder, dass Steves Mutter von hier wegziehen wollte. Ein Wunder, dass sie es so lang ausgehalten hat! Zurück zum Hotel: wir haben das in erster Linie gewählt, weil es in der Nähe seines derzeitigen Arbeitsplatzes war, aber vor allem auch, weil mit einer Küche geworben wurde, die man benutzen könnte. Das ist sie:

IMG_0502 IMG_0503 IMG_0501

Also weniger kochen. Mehr fertig kaufen oder Essen gehen.

Die Eigentümer waren indischer Herkunft, wie fast alle Eigentümer kleinerer Hotels und Hostels hier in England, und sehr freundlich. Wir bekamen ein Upgrade für zusätzliche 40 Pfund um besseres Internet für mich und einen Kühlschrank und Wasserkocher für uns beide zur Verfügung zu haben.

20160314_133050.jpg 20160314_133058.jpg 20160314_133107.jpg

Immerhin würde ich die meiste Zeit hier bleiben, während er arbeitet. Aber das war mir sowas von recht. Einfach mal chillen. Ausschlafen. Im Internet surfen. Ich dachte auch, ich würde ein paar Blogeinträge schreiben, aber dazu fehlte damals einfach die Motivation. Nichts machen. Das war die Devise. Und das hielt ich auch 1,5 Tage aus… dann war es genug. Ich ging auf Fototour:

20160314_134114.jpg 20160314_133955.jpg IMG_0350 IMG_0414 IMG_0354 IMG_0380 IMG_0404 IMG_0484 IMG_0455

Diese Fotos wurden alle innerhalb einer Stunde aufgenommen (ich hab’s also noch drauf 😉 ). Es sind auch alle unbearbeitet (ich hab’s also voll drauf 😉 ). Ich liebe es, die einzelnen Strahlen der Sonne zu sehen und damit ihr das auch hinbekommt, hier die fotografietechnischen Daten: die f-Zahl so groß es geht (also die Blende so klein es geht, damit möglichst wenig Licht hineinfällt), die ISO so klein es geht (je kleiner desto besser, denn auch bei ISO 200 kann man schon minimales Rauschen erkennen und solang genug Licht da ist, bleibt sie bei 100) und als letztes noch die Belichtungszeit so hoch es geht. Bei mir ist das dann 1/4000stel. Wenn es dann ganz finster ist, lasst dem Foto ein bisschen mehr Zeit und wählt 1/3200stel oder 1/2500stel. Probiert euch einfach aus! So wie ich 😉 . Die meisten Fotos sind schon absichtlich so entstanden, aber manchmal hat man auch etwas falsch eingestellt von einem vorherigen Foto und knipst erneut – und es sieht super aus! Oder geht gar nicht. Kann auch vorkommen. Am Ärgerlichsten ist es wohl, wenn man irgendwann mal auf schwarz-weiß gestellt hat (geht bei meiner Canon EOS 600D direkt an der Kamera) und vergisst zurück auf Farbe zu stellen. Die Farbe kriegt man auch mit Bearbeitung nicht mehr rein. Natürlich kann man auch am PC auf schwarz-weiß stellen, aber ich habs ja gern schon immer so, wie ich es auch haben will. Bearbeiten kostet Zeit und ich will ja schöne Fotos machen, nicht schön bearbeiten. Exkurs beendet.

Blogbeitrag beendet.

Advertisements

Lass mir gern ein Kommentar hier:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s