In England leben

Da sowohl England als auch Deutschland in der EU sind, ist es ziemlich einfach nach England „auszuwandern“. Man fliegt einfach rüber.

Wenn man krank wird, geht man zum Arzt. Das geht mit der deutschen Versicherungskarte, die normalerweise gleich auch eine EHI Card ist. Also eine European Health Insurence Card, eine europäische Versicherungskarte. Praktisch! Vorsorge-Untersuchungen gibt es damit allerdings nicht. England hat auch ein gutes Gesundheitswesen. Ein großes Manko ist nur, dass man beim Zahnarzt kaum oder keine finanzielle Unterstützung bekommt. Deswegen bestätigt sich das Klischee, dass die Engländern schlechte Zähne haben fast täglich. Bauarbeiter mit keinen Schneidezähnen. Erwachsene Menschen, die man kaum versteht, weil die Zähne so schief stehen… da sollte die Regierung mal noch nachrüsten.

Beschließt man dann, sich einen Job zu suchen, schaut man sich am besten bei http://www.indeed.co.uk um oder lädt sich direkt die indeed App herunter. Die gibt es auch für Deutschland, aber zumindest ich hatte noch nie etwas von dieser App gehört. Bei einigen „einfacheren“ Jobs kann man auch einfach einen Lebenslauf (in England: CV, curriculum vitae) in der App erstellen und diesen abschicken. Fotos sind hier streng verboten. Ebenso wie eine Altersangabe (solange man über 18 ist). Morgen gibt es eine genauere Aufschlüsselung wie ein CV aussehen kann/soll. Hat man einen Job gefunden, arbeitet man zur Probe, das nennt sich trial shift. Und wird man dann eingestellt benötigt der Arbeitgeber eine NHS Nummer (die man ohne Probleme nachreichen kann). Was ist denn das schon wieder?! NHS ist der National Health Service. In England sucht sich nämlich nicht jeder eine Krankenversicherung, sondern man ist einfach versichert. Der Arbeitgeber hat einen Teil zu zahlen und es geht etwas von deinem Lohn direkt zum NHS. Macht auch einiges einfacher. Das funktioniert auch für mich so. Hier anrufen:

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Termin ausmachen, eine Referanznummer bekommen und dann zum Termin erscheinen. Man braucht nur einen Personalausweis ODER einen Reisepass. Sogar ein Führerschein würde reichen, solange es ein offizielles Dokument ist, auf dem der eigene Name steht und ein Bild abgedruckt ist, das dich erkennen lässt. Ich wurde dann nur ein bisschen ausgefragt, ob ich schon einmal für länger als einen Monat in England war und wo ich zu dieser Zeit gewohnt habe. Eine deutsche Adresse wollten sie auch. Alles machbar. Unterschreiben. Nochmal unterschreiben. Auf Post warten. Diese Nummer gilt auch ein Leben lang. Selbst wenn ich nach Deutschland zurückkehren sollte und wieder nach England ziehe: gleiche Nummer.

Es gibt in England kein Einwohnermeldeamt. Der englischen Regierung ist es egal, ob man in Windsor oder Exeter wohnt. Das macht vieles einfacher. Auch ich muss mich nicht registrieren. Aber man kann es. Manche Arbeitgeber wollen das so.

Dann braucht man  natürlich auch eine Wohnung. Die findet man auf http://www.zoopla.co.uk oder auf http://www.rightmove.co.uk … los gehts!

Weniger wichtig, aber dennoch wichtig: ein Handyvertrag. Ich habe meinen bei Carphone Warehouse gefunden. Die haben wirklich die besten Angebote, die ich bisher gesehen habe. Allerdings ist es etwas schwieriger, wenn man noch nicht lange hier wohnt. Wenn man ein pay monthly Abo haben will, müssen sie die Kreditwürdigkeit prüfen und das geht eben nur, wenn man schon eine Weile im Vereinigten Königreich gewohnt hat. Also gibt es eben nur einen pay as you go. Und das ist kein besonders guter Name für das, was man bekommt. Man zahlt nämlich nicht wirklich für das, was man braucht. Sondern man lädt zehn Pfund auf und hat dann automatisch etwas gebucht, das 30 Tage gültig ist und womit man 500MB, 150 Minuten und unbegrenzte SMS bekommt. Nach den 30 Tagen läuft es nur weiter, wenn man neue 10Pfund auflädt.

Ein Bankkonto. Bank aussuchen. Termin ausmachen. Personalausweis mitbringen. Ein paar Fragen beantworten. Ein paar Sachen unterschreiben. Viele Zettel mitnehmen. Fertig. Ich hatte fünf Leute unabhängig gefragt, zu welcher Bank ich gehen sollte und alle sagten wie aus der Pistole geschossen: Lloyds. Ok. Dann eben Lloyds. Bis jetzt passt auch alles. Hab sogar einen coolen PIN bekommen 🙂 So langsam häufen sich nämlich viele Kennwörter und PINs an – da ist es gut, wenn mal einer leicht zu merken ist. Mit dieser Bankkarte kann ich auch endlich contactless bezahlen, das geht ruckzuck. Man muss nur beim ersten Mal altmodisch die Karte einstecken und den PIN eingeben. Bei den Malen danach hält man (bei einem Betrag unter 30 Pfund) einfach seine Karte an diese kleine Maschine an der Kasse und BOOOOOM – das wars.

Straßenverkehr. Jup, in England fährt man links. Das bedeutet das Lenkrad ist rechts im Auto. Daran hatte ich mich schnell gewöhnt. Aber natürlich muss man auch mit dem Fahrrad links fahren. Das fühlt sich komisch an. Und als Fußgänger läuft man auch links, damit der „Gegenverkehr“, der links läuft, passieren kann ohne Kollision. Die meisten Schilder etc. sind selbsterklärend. Aber generell zum Straßenverkehr in England gibt es mal einen extra Beitrag. Gibt zu viel zu berichten 🙂

Ich habe mir auch gedacht, dass es einen Beitrag zu den englischen Supermärkten geben wird. Wo kauft man was ein und wo ist es günstig und teuer. Für einen kurzen Urlaub in England ist das doch eine wichtige Info oder?

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