Menschen mit 25 …

… haben schon zehn Jahre gearbeitet

… leiten eine kleine Firma – oder auch eine große

… haben zwei Studiengänge beendet

… sind verheiratet, haben ein Haus und drei Kinder

… haben keinen Schulabschluss und nie richtig gearbeitet

Ich habe also ein Vierteljahrhundert gelebt und so weiter noch nichts erreicht. Okay, ich habe ein abgeschlossenes Studium – aber in dem dafür vorgesehenen Beruf will ich nicht arbeiten. Ist es deswegen komplett umsonst gewesen? Nein. Ich habe trotzdem viel gelernt. Über das Lernen an sich. Darüber, dass Menschen neidisch auf eine lockere Einstellung Noten gegenüber sein können und dass man einige super Freunde finden kann.

Auf meiner Jobsuche in England merkte ich einfach immer wieder, dass es NICHTS gibt, was ich mir für immer vorstellen kann. Wenn ich mich für einen Job bewerbe, ist das immer unter der Prämisse, dass ich das nur ein halbes Jahr mache. Sonst fände ich gar keine Motivation überhaupt damit anzufangen. Ich will nicht stecken bleiben – ich bin noch so voller Bewegungsdrang! Ich muss einfach an verschiedenen Orten sein. Den Ort erobern und dann weiterziehen. Alles sehen und dann Neues sehen – irgendwoanders. Sobald ich Routine habe, wird es mir zu langweilig. Andere denken: achja, jetzt flutscht es. Jetzt wird das Arbeiten angenehm, weil man weniger nachdenken muss, was man macht. STOP! Genau das will ich eben nicht. Ich will gefordert werden – täglich. Und zwar auf unterschiedliche Art und Weise. Es funktioniert also nicht, wenn ich jeden Tag einen anderen komplizierten Marketing-Kunden hätte. Das ist zu „gleich“.

Mir wird zu schnell langweilig. Und dann ist der Wunsch des „weg-weg-weg“ so groß, dass ich ihm einfach nachgeben muss. Klar werde ich so keine große Karriere beginnen, aber wer will das schon? Für mich bedeutet Karriere keine-Zeit-haben. Man arbeitet den ganzen Tag. Anfangs, um sich alles anzueignen, was man für die Karriere braucht. Und ein paar Jahre später: um auf dem neusten Stand zu bleiben. Und dann: weil man so wichtig und gut ausgebildet ist, dass ohne einen nichts mehr läuft. Und dann geht man in Rente und steht still. Hat keine Verantwortung mehr und ist nur jemand, der irgendwann mal in der Firma wichtig war. Nicht für mich. Das wird nicht mein Leben sein.

Ich muss für mich arbeiten. Für mein persönliches Glück, meine Ziele und unter meinen Voraussetzungen. Das wird bestimmt etwas schwieriger und ich habe mehr Verantwortung, aber immerhin arbeite ich für mich und nicht für jemand anderen. Nicht für eines anderen Glück.

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3 Gedanken zu “Menschen mit 25 …

  1. Mir geht es anders: ich will endlich mit der Karriere anfangen, kann mir auch gut vorstellen, das den Rest meines Lebens zu machen, aber…und das ist der große Haken an der Sache: ich langweile mich unglaublich schnell an einem Ort. Ich meine, das kann gut davon kommen, dass ich in den letzten 5 Jahren in 6 Ländern gelebt habe, 10 Mal umgezogen bin, und es gerade irgendwie einfach nicht kenne – aber ich merke sogar hier in New York, dass ich die Stadt zwar liebe, aber schon wieder Hummeln im Hintern habe. Vielleicht wird es anders, wenn ich irgendwann eine eigene Wohnung mit eigenen Möbeln habe, und in einer Stadt lebe, und mit Freundschaften, die kein Ablaufdatum haben, weil dann einer von uns wieder wegzieht…manchmal nervt es mich gerade einfach nur. Vor allem, weil es mich irgendwie ausbremst :/

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    • Aber dann würde ich sagen uns geht es doch ähnlich. Wenn Karriere für dich Erfolg bedeutet… ich will auch Erfolg haben. Ich würde gerne einen Bestseller schreiben… Und möglichst vielen Menschen helfen mit meinem Beruf… was auch immer das dann sein wird.
      Ich will nur nicht in einer Firma an einem Ort feststecken und mir den Hintern abarbeiten um jemand anderem dabei zu helfen noch mehr Geld zu verdienen.

      Dein Wunsch ist umsetzbar. Es gibt doch so viele Firmen oder Hotelketten etc. die auf der ganzen Welt zu finden sind. Wenn du z.B. in die Richtung gehst, dass du Verbesserungen im Ablauf erkennst und ausmerzt in allen Abteilungen .. Und sobald das getan ist ziehst du zur nächsten Firma, ins nächste Hotel. Ich weiß ja nicht was du gelernt oder studiert hast, aber Ortswechsel und Karriere sind schon miteinander vereinbar.

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      • Das ist mir durchaus bewusst, aber es gibt ja noch andere Aspekte als nur die Karriere, die man beim ständigen Orts- und bei mir sogar Landeswechsel berücksichtigen muss (oder die mir auf jeden Fall so wichtig sind, dass ich sie berücksichtigen will…). Und das alles zusammen ist dann nicht mehr so leicht vereinbar 😉

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