Ernährungs-Update

Wie läuft es eigentlich grad?

Gut!

Warum?

Weil wir sehr viel frisches Obst und Gemüse kaufen, ich wenig Milchprodukte brauche, um glücklich zu sein und es endlich auch Bio-Eier in unserem Aldi um die Ecke gibt.

Ich will noch nicht vegan sein. Und weil das für mich eine ziemliche Lebensumstellung bedeutet, muss ich mir dessen einfach komplett sicher sein und wirklich genug Willenskraft dafür haben. Ich kenne alle Gründe, warum vegan sein cool ist und normal sein sollte und ich arbeite auch darauf hin. Ich freue mich, irgendwann tierlos zu essen und zu leben, aber es ist eben einfach noch nicht soweit und das ist auch ok so. Ein Schritt nach dem anderen.

Morgens gibt es erst einmal einen Vitaminkick: Smoothie.

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(das war übrigens das Outfit für mein Bewerbungsgespräch 😉 )

Freshly made out of fruits. Normalerweise eine Pflaume, eine Birne, ein Apfel und wenn noch Platz ist eine Banane. Oft kommt der Saft einer halben Limette dazu und ein bisschen frischer Ingwer. „Oft“, weil ich es manchmal einfach vergesse 😀 Aufgefüllt wird mit O-Saft oder ungesüßter Soyamilch.

Das Trinken dauert dann meistens eine Weile, manchmal habe ich sogar nachmittags noch Reste übrig. Trinken ist einfach nicht so meins, fällt mir unheimlich schwer. Ich kriege es hin, meinen Kaffee zu trinken, weil der kalt einfach schrecklich schmeckt, meistens auch in recht kurzer Zeit, aber alles andere: schwer. Weil es keinen richtigen Wertstoffhof gibt, halte ich mich auch zurück mit dem Plastikflaschen kaufen – es gibt nämlich in England kein Pfand, da sind sie etwas rückschrittig finde ich – und das Leitungswasser schmeckt nur mit einem Sprutzer (jep, mit u 😉 ist etwas mehr als ein Spritzer) von irgendetwas anderem. Seit Kurzem besitze ich Kamillentee-Beutel und versuche einen halben Liter davon täglich zu trinken um meinen Wasserhaushalt aufzustocken, aber es fällt mir einfach echt schwer. Trinken bedeutet für mich einfach auch immer: oft aufs Klo gehen. Und Klo gehen ist nervig. Es kostet Zeit und man unterbricht immer, woran man gerade arbeitet und wenn man in der Stadt unterwegs ist, sucht man ständig nach Klos und manche sind einfach eklig. Ich verspreche Besserung.

Mein Steve kam in letzter Zeit oft in der Mittagspause nach Hause und es gab Wraps oder selbstgemachte Pizzabrötchen, also etwas brotiges. Das hält bei mir dann auch echt lange vor, weil ich ansonsten wenige Kohlenhydrate esse und mein Körper deswegen davon eine Weile zehren kann.

Abends habe ich in der Anfangszeit nur Salat gegessen, da gibt es zum Beispiel bei Marc&Spencer, kurz: M&S (in England an jeder Ecke, haben auch Tankstellen) abgepackte Salate mit richtig geil Nüssen etc. und die sind nicht einmal teuer. Zwei Stück für 3 Pfund, also je 2 Euro. Plastikgabeln gibt es auch immer am Ausgang, also man kann sich die durchaus unterwegs holen, anstatt an einem Bäcker zu halten.

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Ich mache mir auch regelmäßig eine richtig geile Gemüsesuppe in meinem Thermomix und packe die dann in den Kühlschrank und wärme mir einfach nur mein eines Schälchen auf, wenn ich es brauche.

Das klingt jetzt ein bisschen so, wie wenn ich mich komplett gesund ernähre und nie nasche und nie „böse“ Sachen esse. Ganz so ist es nicht. Es müssen manchmal zum Beispiel Frosties sein. Ja, die bestehen fast nur aus Zucker, aber das brauche ich eben mal. Und wenn ich nicht eine Schale davon esse, wenn ich Lust darauf habe, dann esse ich die ganze Packung, wenn ich das zweite mal Lust darauf habe. Einfach mal nachgeben. Das Leben macht ja keinen Spaß, wenn man nur nach Verboten lebt. Ich liebe nämlich auch Obst und ohne einen frischen Salat kann ich meinen Tag fast nicht beenden – also bei mir ist ein natürlicher Ausgleich vorhanden.

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An dem Picknick neulich habt ihr auch gesehen, dass es mal eine Limo gibt – und Wein – und Tortillas. Das ist ok! Wir machen ja nicht täglich Picknicks – leider 😦

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Und wirklich selten, also so einmal alle zwei Monate, muss ich auch zu McDonalds. Obwohl ich weiß, dass es da wirklich kein gesundes Essen gibt, aber es tut eben mal gut.

Wenn ich in Deutschland Brot esse, sieht das so aus und ist gesund:

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Wenn ich in England Brot esse, sieht das so aus und ich sehe es nicht als gesund:

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Oft esse ich auch Bagels, aber die sind eben auch aus weißem Mehl und machen einfach nicht so satt, wie ein richtiges deutsches Brot. Ich muss mich einfach einmal nach deutschen Bäckereien umsehen. Ich weiß, dass es in Windsor einen Laden mit deutschen Dingen gab, die man so in England nicht erhält. Sowas muss es doch im großen Exeter auch geben!

Wenn wir unterwegs sind, gehen wir schon öfter einmal eine Kleinigkeit essen, wie zum Beispiel in Torquay. Er nutzt es dann schon aus, dass er sich etwas Fleischiges bestellen kann, ich halte mein vegetarisch sein immer ein, wenn es etwas geiles vegetarisches gibt, wie zum Beispiel diesen Burger. Wenn sich einfach nichts vegetarisches gut anhört, dann gehe ich auch schon einmal zu einem Fleischgericht über. Das passiert in etwa einmal im Monat aktuell. Ich bin da nicht stolz drauf, aber ich schäme mich auch nicht dafür. Würde jeder Mensch nur einmal im Monat Fleisch essen, wäre auch alles im Gleichgewicht. Mein Körper ist auch noch nicht so an die Fleischabstinenz gewöhnt, dass Fleisch komisch schmeckt oder komplett den Reiz verloren hat. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, wieder vermehrt Fleisch zu essen, aber komplett nie mehr in meinem Leben… das sehe ich so jetzt auch nicht.

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Das Essen in Trago Mill war allerdings auch ganz vegetarisch für mich und mal wieder fleischig für meinen Steve. Ich will ihn nicht zwingen, Vegetarier zu sein. Das funktioniert nicht. Wenn man es selbst nicht will, hält man es nicht ein. Dann hat er, einfach nur, weil ich es „verbiete“, so viel Verlangen nach Fleisch, dass er in jeder Mittagspause zu Subway und McDonalds rennt. Und das ist ja nicht nur fleischig, sondern auch ungesund. Ich mache das eher auf dem heimlichen Weg. Ich koche vegetarisch. Und manchmal mache ich ihm noch extra Fleisch. Er fühl sich also gut versorgt. Und ihm fällt gar nicht auf, dass ich das extra Fleisch immer öfter weglasse. Wenn wir Essen gehen, isst er auch Fleisch. Fast immer. Aber Zuhause immer weniger. Und wenn ihm etwas richtig gut schmeckt und es ist zufälligerweise vegetarisch oder manches Mal sogar vegan, dann betone ich das einfach und in seinem Hirn nistet sich immer mehr der Gedanke ein: vegetarisch schmeckt auch gut.

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Leider wird „Fleisch-essen“ oft mit „männlich-sein“ gleichgesetzt und ein Mann, genau wie mein Steve, will eben nicht unmännlich sein und fleischlos essen. Das ist eindeutig der schwierigere Part. Dafür habe ich auch noch keine Lösung. Vorschläge?

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