Der Weg zur Arbeit

Die Deutschen sind ja normalerweise pünktlich. Die deutsche Bahn nicht. Die Engländer haben es etwas weniger mit der Pünktlichkeit. Die englische Bahn schon eher. Die letzten paar Tage war der Zug zwar wenige Minuten zu spät, aber dafür gab es auch einen guten Grund: Baustelle. Ansonsten kann man sich ganz gut darauf verlassen und richtig cool ist auch, dass man für sein Fahrrad nicht extra zahlen muss. Seit dem 1. Mai gibt es die Regelung, dass man es anmelden muss, wenn man sein Fahrrad im Zug transportieren will, aber weil ich immer nur eine Station fahre, hieß es, dass ich es einfach so mitnehmen kann. Es wird verlangt, dass das zwei Stunden vorher erledigt werden soll – und manchmal weiß ich ja noch gar nicht, welchen Zug ich erwische.

Irgendwie hat es sich eingebürgert, dass ich die Frühstück-Schicht habe. Ist auch ok. Denn es fahren Züge. Montag bis Samstag um halb sieben. Am Bahnhof sein um halb sieben bedeutet für mich, dass ich um 5:45h aufstehen muss. Fast jeden Morgen. Und das ist echt hart gewesen in der Anfangszeit. Aber inzwischen ist es drin und an meinen freien Tagen hole ich nachmittags einfach die paar Stunden nach, die mir die Nächte davor durch die Lappen gegangen sind.

Ich sehe morgens, wenn ich mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahre, die Sonne aufgehen:

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Und das ist immer wieder ein super Start in den Tag 🙂

Weniger super ist es, wenn die Fahrradkette beschlossen hat, nicht draufzubleiben:

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Aber das kam bis jetzt nur einmal vor.

Weil sich Exeter im Südwesten Englands befindet und die Engländer nicht so kreativ in der Namensgebung sind, heißen die Züge hier Southwest Trains. Man zahlt hier natürlich ganz normal für sein Ticket, aber wird viel seltener im Zug kontrolliert. Warum? Weil man sein Ticket benutzen muss, um den Bahhof zu verlassen. Meistens nur in den größeren Bahnhöfen, aber trotzdem sehr nützlich. Manchmal funktionieren die Tickets aber nicht und deswegen steht immer mindestens ein Schaffner an diesen automatischen Türen. Und ob das dann wirklich eine Personaleinsparung ist – ich weiß ja nicht.

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Günstig ist es auf jeden Fall: zumindest für meine kurze Strecke. Einfach 2,20 Pfund, zu Stoßzeiten 2,30. Und Hin-und-zurück sogar nur 2,70, bzw. 2,90. Ich kaufe also meistens hin und zurück, auch wenn ich noch nicht sicher weiß, ob ich den Zug zurück überhaupt erwische. Wenn ich mir dessen nicht sicher bin, nehme ich immer mein Fahrrad mit in den Zug, damit ich notfalls heimfahren könnte. Das dauert in etwa eine halbe Stunde und die Strecke ist wirklich hügelig – also nicht gerade erfreulich, wenn man acht Stunden im Hotel durch die Gegend gerannt und vielleicht extra früh aufgestanden ist. Der Zug fährt leider nur einmal die Stunde zurück und nachmittags nicht einmal jede Stunde rein. Es gibt auch Busse, aber in die darf ich mein Fahrrad nicht mitnehmen und hin und zurück im Bus kommt mich teurer, als mit dem Zug. Außerdem ist der Zug natürlich schneller und der Bahnhof liegt direkt gegenüber meines Hotels. Nachmittags fahre ich manchmal einfach eine Stunde eher rein, falls zu der benötigten Stunde kein Zug fährt. Die Innenstadt ist ganz in der Nähe und irgendetwas braucht man immer: neue Feinstrümpfe für die Arbeit, neue Salate von Mark&Spencer, Geld abheben …

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