Der Dauer-Kracher

Nach den ganzen politischen Beiträgen will ich das hier Ende Juni mit einem Rezept-Post nochmal etwas auflockern.

Pizzabrötchen machen satt, lassen sich schnell vorbereiten und sind auch noch super lecker!

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Aufbacksemmeln halten sich lang und sind günstig – also eine super Grundlage.

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Von den Blätterteig-Schneck’schen neulich hatte ich noch Schmand mit Kräutersalz übrig. Außerdem eine halbe Dose Mais vom letzten Veggie Chili und Karotten und meine Kräuter liebe ich ja eh … Käse gehört hier auf jeden Fall auch dazu und ja … das wars schon. Ab in den Ofen, 180°C bis sie die Farbe haben, die euch anmacht 🙂

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Wenn man etwas in den Ofen schiebt, das man erst abends oder am nächsten Tag essen kann/darf/soll, machen sich diese Brötchen gut, denn sie füllen den Magen und brauchen nicht viel Platz im Ofen und kaum Zeit für die Vorbereitung.

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Was sich für mich ändern könnte

Eventuell muss ich mich entscheiden komplett nach England zu ziehen, also mich hier zu registrieren. Ich weiß nicht, ob ich die doppelte Staatsbürgerschaft haben könnte – und ob ich das will?

Vielleicht hätten sie gern, dass wenn ich mich nicht hier registriere, mich in Deutschland krankenversichere und nicht in England ärtzlich versorgt werde (außer ist ein Notfall, dann gibt es ja noch die Menschenrechte).

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich wirklich ausreisen muss.Wenn doch … würde mein Steve mitkommen? Nicht nach Deutschland wahrscheinlich, aber es gibt ja noch viele andere Länder.

Vielleicht erfinden sie aber ein neues Steuersystem. Wenn man kein gebürtiger Engländer ist, zahlt man mehr Steuern.

Vielleicht darf man nur hier bleiben, wenn man einen Job hat. Natürlich nur einen, den nicht lieber ein Engländer machen würde.

Vielleicht werde ich an der Grenze jetzt immer genauer kontrolliert. Vielleicht muss ich einen Zettel dabei haben, der besagt, dass ich hier einen Job habe. Oder mein Ausreiseticket vorzeigen, wie in Australien.

Vielleicht ändert sich aber auch gar nichts merklich. So wie wenn in Deutschland mal wieder die SPD am Zug ist und man im Alltag nicht merkt, dass ein Machtwechsel stattgefunden hat.

Warum ‚remain‘ für mich absolut klar war

  1. Nicht alle Veränderungen sind gut.
  2. Veränderungen brauchen Zeit und heut zu Tage wäre schnelles Handeln von längst überfälligen Handlungen sinnvoller.
  3. Es gibt gerade keine Politiker, denen man genug vertrauen kann, dass sie das nicht in den Satz setzen.
  4. Es war klar, dass es eng ausgeht. Das bedeutet, die Hälfte der Menschen ist generell gegen das, was vorgeschlagen wird. Natürlich wäre das genauso, wenn remain gewonnen hätte, aber: man würde einfach weiterhin den EU Regeln folgen, anstatt neue zu machen und zu hoffen, dass auch die remain-Wähler sich daran gewöhnen.
  5. Keiner kennt alle Fakten. Aber uns geht es jetzt gut, wir sind ein stabiles Land. Warum das riskieren, um etwas Neues auszuprobieren?
  6. Immigration wird nicht weniger. Jetzt wo wir raus sind, werden nochmal extra viele versuchen, hereinzukommen, bevor die Tore dicht gemacht werden.
  7. England sollte nicht anfangen, Menschen andere EU-Länder auszusortieren, denn dann sortieren auch andere Länder die Engländer aus, die dort (seit Jahren) leben. Man sollte doch keine Menschen aus ihrem alltäglichen Leben reißen.
  8. Gemeinschaft ist besser, wenn sie größer ist.
  9. Wenn die EU zusammenkracht, kracht es in ganz Europa. Scheißegal, ob man in der EU ist oder nicht.
  10. Die EU hat so viel Einfluss. Indem England raus ist, hat sie nur Einfluss abgegeben. Und eigentlich wollen sie doch mehr Einfluss haben. Dafür das alles. Angeblich.
  11. Ungewissheit macht Menschen nervös. Man merkt es jetzt schon. Jeder fragt sich, was kommt. Und die, die für Leave gevotet haben, hoffen, dass sie das Richtige getan haben. Die Remainer schütteln nur den Kopf und fragen sich: warum?!
  12. Unklare oder nicht vorhandene Regeln machen alles kompliziert. Welche Regeln werden also übergangsweise genommen? Die, die schon da waren. Die EU Regeln. Also ändert sich nichts.
  13. Europäische Länder werden es leichter haben, innerhalb der EU zu handeln. Und leichter ist besser. Auch Länder außerhalb der EU werden extra Veträge mit England abschließen müssen. Machen sie das? Sicherlich nicht alle, wenn es doch einfacher ist mit einem Vertrag mit allen EU-Ländern handeln zu können.
  14. Falls es so ausgehen sollte, dass man ein Visum benötigt, um als Europäer einzureisen – bricht dann der Tourismus ein, weil es eh schon komplizierter ist auf die englische Insel zu kommen, anstatt einfach mit dem Auto nach Frankreich zu fahren?
  15. Es wird nicht nur komplizierter nach England einzureisen oder zu immigrieren, sondern ebenso für die Engländer auszureisen und zu emmigrieren. Als sie noch in der EU waren, war das alles vertraglich geregelt. Auch hierfür brauchen wir jetzt erst neue Richtlinien.

Englische Veränderungen

Es wird sich einiges verändern. Keine Frage. Aber was?

Ich denke, sie werden versuchen sich von Nicht-gebürtigen-Engländern zu trennen (oder keine neuen hereinlassen), die Vergünstigungen bekommen oder zum Beispiel Kindergeld erhalten, für Kinder, die zwar in der EU, aber nicht in England leben. Das kann ich auch irgendwie nachvollziehen, dass sich Engländer darüber beschweren. Wir haben zum Beispiel einen super netten Polen, der in der Küche arbeitet und dessen Frau und seine zwei Kinder noch in Polen leben – er bekommt aber Kindergeld für diese beiden Kinder. Es macht in soweit Sinn, dass er sie ja mit versorgen muss, aber es wäre einfacher (für alle Parteien), wenn er sie nach England holt. Dann ist klar, dass sie vom Staat unterstützt werden ‚müssen‘ und man würde praktisch in die eigene Zukunft investieren. Ich weiß aber nicht, inwieweit ihm da von der Regierung Steine in den Weg gelegt werden oder ob er das aus guten Gründen nicht möchte. Die Polen hier haben in etwa das Ansehen, wie unsere Türken vor einigen Jahren. Sie sind da, irgendwie anders und machen die Arbeiten, die eigentlich sonst keiner machen will – ohne sich zu beschweren! Sollten wir nicht eher dankbar dafür sein?

Sie wollen nur noch die reinlassen, die dem Land weiterhelfen – ähnlich wie Australien ein Punktesystem einführen. Bringt das was? Nein. Denn jemand muss diese Punkte festlegen und man muss sie stetig verändern, weil sich die Grundsituation stetig ändert. Australien ist nicht nur ein Land, sondern fast ein eigenständiger Kontinent, da verhält es sich anders, finde ich. Außerdem zogen so viele nach Australien, weil sie einfach einen neuen Start wollten und riskierten damit ihr Geld und dachten mit einer Tauchschule klappt das schon. Wenn es eben nicht klappt, was noch öfter vorkommt, als man sich das denkt, ist Australien trotzdem finanziell für diese Leute verantwortlich.

Die Immigration war eines der größten Zugpferde der Leave-Kampagnen. Und ich finde, dass sie ein sinnloser Punkt war. Anstatt einfach aus der EU auszutreten, hätte sich England für eine Veränderung der bestehenden EU-Regeln einsetzen sollen. Oder für eine generelle Verbesserung in den östlichen Ländern, um generell die Immigration zu verringern.

Die EU macht ja auch nur ständig neue Regeln, weil Ländern versuchen Schlupflöcher zu finden und deswegen diese kleineren Bereiche auch noch beregelt werden müssen. Würden wirklich alle an einem Strang ziehen, wäre das die perfekte Lösung für Europa und die Welt. Ein England, das als Insel und mit dem Pfund als Währung eh schon weniger inkludiert ist, als andere europäische Länder, hat sich hiermit eindeutig selbst ins Bein geschossen. Noch mehr Seperation, anstatt den Einfluss zu erhöhen.

Rassistische Briten?

Brexit humanity lost

Die Menschen mit rassistischen Gedanken trauen sich jetzt aus ihren Löchern zu kommen, weil sie das Ergebnis falsch interpretieren. Ich finde schon, dass die remain-Wähler generell Ausländern (zu denen ich mich als Deutsche auch zähle) gegenüber freundlicher und offener gestimmt sind, aber die leave-Wähler sind deswegen noch lange keine Rassisten! Sie sorgen sich in erster Linie um die Wirtschaft, dass ihre Kinder später keinen Job mehr haben, weil die EU ihnen vorschreibt, dass sie polnische Arbeiter aufnehmen müssen. Ohne zu kontrollieren, ob sie denn nützlich für das Land sind. Man kann sich eben nicht nur die Rosinen rauspicken. Wenn man Polen aufnimmt und dafür sorgt, dass das Land Polen stabiler wird, weil sie Geld zu ihren Kindern nach Hause schicken können, weil sie in England teilweise das zehnfache verdienen, zu dem was sie in Polen verdienen könnten, dann macht das ganz Europa stabiler. Lässt man sie nicht rein, macht das Polen instabiler und somit ganz Europa. Also ist keinem geholfen, indem man sich nur die Arbeiter ins Land holt, die wahrscheinlich auch in Polen genüged Geld verdienen würden, weil sie eine bessere Ausbildung hatten. Vielmehr sollte die EU (gemeinsam mit England und den anderen nicht-EU-Ländern dafür sorgen, dass die medizinische Versorgung, die Bildung und Altersvorsorge in Polen etc. gut genug ist, um die Leute nicht in die anderen Ländern zu schicken. Denn genau das tun wir hiermit. Als würden die Polen wirklich eine andere Sprache lernen und außerhalb ihrer Kultur leben wollen, weil sie es wollen. Bullshit. Sie müssen. Frauen fliegen nach England um ihre Kinder hier zu gebären, weil die Versorgung in Polen zu schlecht ist. Dann ist es doch keine Lösung zu sagen: jetzt müssen wir sie nicht mehr aufnehmen. Die Lösung wäre: macht die medizinische Versorgung in Polen gut genug, damit sie gar nicht erst kommen müssen! Lasst den Leuten die Wahl, ob sie wirklich auswandern wollen oder ob sie es müssen, um für ihre Familien zu sorgen!

Aber das hat nicht jeder verstanden. Oder wollte es nicht.

Zu meinen Punkten, warum wir definitiv in der EU hätten bleiben sollen, morgen mehr.