Auskotzen

… über die Deutschen. Ich habe mich vor ein paar Tagen wirklich geschämt, Deutsche zu sein.

Ihr wisst ja, dass wir immer mal wieder deutsche Tourgruppen bei uns beheimaten und die letzten zwei Gruppen waren einfach nur schrecklich. Gleich zu Anfang: es waren natürlich auch ein paar wirklich nette Menschen dabei, aber die hielten sich leider in Grenzen.

Touren starten immer früh Morgens, um möglichst viel zu sehen, weil die Zeit ist ja begrenzt. Also ist das auch klar, dass sie früh zum Frühstück kommen. Kein Problem! Wir lassen sie sogar 20 Minuten vorher rein! Oder stehen eine Stunde früher auf, um ihnen zu ermöglichen, eine halbe Stunde vorher mit dem Frühstück anzufangen. Aber Dankbarkeit? Wofür? Ist ja unser Job! Nein, ist es eben nicht. Sie haben für Frühstück bezahlt, aber zu den normalen Zeiten. Unter der Woche ab sieben. Nicht zwanzig vor und nicht schon halb sieben.

Dann kommt die eine Hälfte schon um zwanzig vor und die andre Hälfte beschwert sich, dass nicht alles perfekt aufgefüllt ist, wenn sie erst um sieben kommen. Es ist ja nicht so, dass wir nur herumstehen. Wir sind die ganze Zeit am Nachlegen. Kaffee, Brötchen, Schinken und Käse. Natürlich ist alles auf einmal leer und dann muss man eben warten. Habe ich auch möglichst freundlich versucht zu erklären, aber das führte dann nur dazu, dass das Hotel eine Mail bekam (zwischen Frühstück und Abfahrt des Tourbusses), in der man sich über mich beschwerte. Dass ich laut geworden und unfreundlich wäre. Abscheinend gehören diese Menschen einfach nicht zu den cleversten, denn sie schrieben die Mail in deutsch. Und das bedeutet, ich bekomme sie vorgelegt, wenn ich da bin, weil das ja viel einfacher ist, wie sie in den Google Translator einzugeben. Ich gehe also am nächsten Tag nochmal zu der entsprechenden Dame hin (nicht um mich zu entschuldigen, denn ich habe nichts falsch gemacht, sondern um mich nochmals zu erklären) und werde direkt angefahren: ich will auf meinen Mann warten, damit der auch hört, was Sie zu sagen haben. Und dann werden auch noch die Leute vom Nachbartisch angestachelt, ihre Ohren aufzusperren, um zu hören, wie unfreundlich ich zu ihr spreche. Bullshit. Da krieg ich echt das Kotzen. In ihrer Mail schreibt sie sogar: ich weiß ja, dass man als Tourmitglied Abstriche machen muss. Ja genau! Abstriche insofern, dass man Schinken und Käse bekommt, soviel man will, aber eben ab und an mal ein paar Minuten darauf warten muss!

Eine halbe Stunde nach diesem Desaster kam dann noch eine weitere deutsche Tourgruppe (diese sind nur für ein Frühstück in unserem Hotel) und jammerte, dass sie keine Spiegeleier bekommen würden, nur Rührei. Und dass es statt Orangensaft nur Apfelsaft gäbe. Hallo?! Seid ihr eigentlich mit irgendetwas zufrieden zu stellen?! Es gibt Toast, Brötchen, Marmelade, Honig, englisches Frühstück, Croissants, Jogurts, verschiedene Müslis und frisches Obst. Was denn noch?! Ich schicke also diejenigen, die unbedingt Spiegeleier wollen, in den normalen Frühstücksraum und da gibt es Orangensaft aus einem Saftspender. Den sie sich einfach nehmen, obwohl sie ja ihren eigenen Frühstücksraum haben. In den gehen sie zwar zurück, halten aber ihren O-Saft hoch und rufen: wenn jemand O-Saft will, den gibts drüben! Jup, den gibt es zwar drüben, aber der ist eigentlich nicht für euch. Einmal, weil sie einen extra Raum haben und zweitens, weil wir für die Tourgruppen ein begrenztes Buget zur Verfügung haben. Kann ja nicht sein, dass wir Verlust machen, indem wir sie hier schlafen und essen lassen. Und die Deutschen fressen uns manchmal echt die Haare vom Kopf!

Bei der Gruppe, die Montag Abend ankommt und Freitag früh abfährt kam dann noch heraus, dass mindestens die Hälfte von ihnen sich noch Brötchen schmiert und in die Taschen steckt. Sorry, dass dann Brötchen und Beläge aus sind!

Und zu guter letzte hört man auch noch vom Housekeeping, also den Putzfrauen, dass die meisten Zimmer aussehen wie ein Schweinestall. Einfach schrecklich. Einfach peinlich! Für mich und die deutsche Bevölkerung im Allgemeinen…

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2 Gedanken zu “Auskotzen

  1. Das klingt wirklich sehr nach überheblichem Benehmen. Und auch noch eine Mail schreiben. Deswegen!? Diskursisch fällt mir eine Auseinandersetzung mit den Begriffen Hochmut und Demut ein. Was sagte Guido Westerwelle, angesichts seiner schweren Krankheit? „Worüber habe ich mich eigentlich so aufgeregt?“ Diese Leute bräuchten dringend eine Leuterung. So… Bus in den Graben rutschen oder ähnliches. Und während er rutscht, der liebe Gott, der spricht: „Wollt ihr wohl eure Fressen halten!“ ^kicher^

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