Hotelgeschichten

Abgesehen von den Diskussionen rund um Brexit, tut sich bei mir nicht viel außer arbeiten. Und da gibt es ja schon immer wieder witzige oder lehrreiche Geschichten und weil mein Blog als eine Art Tagebuch dienen soll und witzige und lehrreiche Geschichten durchaus festhaltenswert sind, gibt es diese neue Kategorie. Los gehts!


Kapitel 1

Die Allergie-Lady

Es war einmal in den Zeiten von glutenfrei, vegan und ohne Lactose eine Frau, die alles in sich zu vereinen schien, was es an Allergien und Unverträglichkeiten gab. Da sie das aber noch lange nicht davon abhielt, nach Exeter in das Hotel der zuvorkommenden Carolina zu kommen, musste sich eben genannte darum kümmern, dass diese sehr erschlankte ältere Dame nicht komplett vom Fleisch fällt. Eines frühen Nachmittags fand sich die Allergie-Lady, nennen wir sie Bettina, in Carolinas Territorium, der Nelson Lounge, ein und bat um die Speisekarte. Nach einiger Zeit erhob sie ihre Hand, um mitzuteilen, dass sich gewählt hatte, was sie zu speisen wünschte.

‚Ich habe eine Nuss-Allergie.‘, sagte sie zu der freundlich lächelnden Bedienung.

‚Kein Problem‘, sagte Carolina. ‚Ich sage in der Küche Bescheid!‘

‚Ich vertrage auch nur manchmal Milchprodukte, also besser auch nichts davon.‘

‚Essen Sie denn Fleisch?‘

‚Nicht so gern, Fisch ist ok.‘

‚Wunderbar! Wir haben hier den Lachs mit Kräuterkruste?‘, schlug Carolina vor.

‚Könnte ich auch nur den Lachs haben? In einer frischen Pfanne angebraten? Nur mit Pflanzenöl, ohne Gewürze und ohne alles andere?‘

‚Auf jeden Fall, ich gebe das so weiter. Was hätten Sie denn gerne als Beilagen?‘

‚Also ich darf Brokkoli essen, aber ich mag ihn nicht so. Blumenkohl geht, haben Sie den? Und Karotten, wenn sie ganz weich gekocht sind – wegen meinen Dritten!‘, erfragte die Allergie-Lady.

‚Kartoffeln vielleicht noch? Bohnen?‘

‚Ja, das geht, aber nur …‘

‚… wenn sie ganz weich sind. Alles klar.‘, beendet Carolina den Satz für sie.

Sie fanden zusammen also tatsächlich ein angemessenes Mahl, das der Allergie-Lady mundete und sie dazu veranlasste, die gleiche Bestellung am selbigen Abend und dem folgenden Mittag aufzugeben.

Nach zahlreichen Dankesbekundungen entschied sie sich letztendlich trotz der großen Bemühungen Carolinas gegen ein entsprechendes Trinkgeld. Pech gehabt. Erfahrung gesammelt. Jemanden satt gemacht.

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