Sprachbarrieren? Not for me!

Ich liebte es, wenn mir Leute sagen, dass ich keinen deutschen Akzent habe. Oder fast keinen.

Wenn sie mich fragten, ob ich aus Australien, Neuseeland oder Südafrika kommen würde – also Englisch als Muttersprache hätte.

Ich mag es auch, wenn die Deutschen mich verwirrt fragen, wo ich denn so gut deutsch gelernt hätte, weil für sie mein englisch so gut klingt.

Vor Kurzem fragte mich ein älteres englisches Ehepaar, woher ich denn so gut deutsch könnte. Sie hörten mich, wie ich bei den deutschen Tourgruppen aushalf. Und als ich sagte, dass ich Deutsche wäre, gab es nur ungläubige Blicke und Fragen wie: aber du bist in England aufgewachsen? Nein. Aber dann ist ein Elternteil englisch? Nein. Dann hast du Verwandte hier, die du oft besuchst? Nein.

Warum klingt mein englisch so „echt“? Keine Ahnung. Ich bin gut im Kopieren. Das sag ich jetzt immer allen. Ich höre etwas und versuche es genauso nachzusagen. Deswegen klang ich früher nach einer Woche Verwandtenbesuch in Dortmund viel nordischer und nach einer Woche Verwandtenbesuch in Garching bei München viel bayerischer. Im Englischen nennt sich das adapt … ich mags 🙂 Möglichst viele Sprachen flüssig (und ohne Akzent) sprechen ist ja eines meiner Lebensziele! Es ist ein unbefriedigendes Ziel, denn „möglichst viele“ wird ja nie richtig erfüllt. Aber wer will schon Ziele, die einfach und schnell zu erfüllen sind? Dann wären es ja keine richtigen Ziele, auf die man hinarbeitet.

In Australien werde ich mein französisch aufpolieren! Ich werde mich im Hotel hier noch enger mit einer Kollegin anfreunden, die in Frankreich mit italienischen Eltern aufgewachsen ist – hoffentlich skypen wir dann ab und ab – auf französisch! Ich bin mir sicher, dass das machbar ist. Aber natürlich deutlich härter, als englisch.

  1. Die Aussprache ist schwieriger.
  2. Ich habe keinen französischen boyfriend.
  3. Ich wohne (noch) nicht in Frankreich. Steht für den Winter 2017/18 an.
  4. Mein französisch aus Schulzeiten ist nicht wirklich verwendbar. Wir sprachen über Politik und Umwelt und allen unnötigen Kram. Aber das war in Englisch ja nicht anders und ich komme trotzdem zurecht.

Mir Komplimente zu meinen Sprachkenntnissen zu machen, scheint auch eine Flirttaktik zu sein: ein Stammkunde (klingt sehr nach Puff, ich meine aber nur Bar) sitzt am Tresen und hinter ihm am Tisch sitzen der Tourguide und der Busfahrer einer deutschen Tourgruppe. Der Fahrer ist meistens englisch, der Guide meistens deutsch. Also sprechen sie englisch und mein Stammkunde fragt mich nach einer Weile nach Papier und Stift und lässt mir diesen Zettel zukommen:

20160711_112906.jpg

Kurze Zeit vorher fragte mich der Busfahrer, ob ich denn jetzt Deutsche oder Englische wäre und als ich ihn raten ließ sagte er: vom Akzent her würde er Englisch sagen… Wahrheit oder Flirttechnik?

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