Reisen zu zweit

Ich habe Leute immer für dumm gehalten, wenn sie einen Urlaub mit jemandem buchen, den sie nicht lange kennen. Liebe kommt und Liebe geht und dann hat man einen tollen Urlaub gebucht und es ist vorprogrammiert, dass er scheiße wird … wenn die Liebe nicht hält. Entweder du bekommst dein Geld nicht vollständig zurück oder jemand anderes genießt deinen Urlaub, auf den du dich so gefreut hast oder du gehst mit einer Freundin und denkst die ganze Zeit: oh Mann, das wollte ich doch mit XY machen. Warum hat es bloß nicht funktioniert?!

Und jetzt mache ich das. Nicht nur einen Urlaub – reisen. Mit einem Partner, den ich noch nicht lange kenne. Und den Flug haben wir schon vor Monaten gebucht.

Ich kann nur sagen, dass ich ein sicheres Gefühl hatte. Klar, das sagen alle. Wären da nämlich Zweifel, wäre man nicht zusammen.

Außerdem wohnen wir schon zusammen, inzwischen seit fast fünf Monaten – und das zählt schon etwas!

Wir sind ein eingespieltes Team, wenn es um Haushalt, kochen, etc. geht. Jeder trägt seinen Teil dazu bei und keiner beschwert sich. Alles läuft gut.

Ich kann nicht ohne reisen. Und gerade will ich nicht ohne Steve und er will vor allem nicht ohne mich. Ich habe ihm von Anfang an gesagt: ich gehe nach Australien. Ob du mitgehst oder nicht. Ich gehe. Und ich gehe, weil ich will und eine Beziehung nicht für immer halten muss und ich nicht sagen will: wäre ich nicht mit ihm zusammen gewesen, wäre ich viel mehr gereist. Nein. Das mache ich nicht (nochmal). Ich reise, weil es mir gut tut, es mich glücklich macht und vollkommen erfüllt – wie sonst nichts auf der Welt! Und wenn mein Freund dieses Gefühl nicht teilt, nachdem wir in Australien waren, weiß ich nicht, wie das weitergehen soll. Ich habe Fernweh. Immer. Jeden einzelnen Tag. Ich bin nur glücklich, wenn ich unterwegs bin. Vielleicht ändert sich das eines Tages, aber es darf definitiv nicht erzwungen werden.

Er spricht inzwischen jeden Tag von unserer Reise. Er ist aufgeregt und freut sich und erzählt praktisch jedem, den er trifft von unseren Plänen und ist richtig stolz, dass er das wirklich macht – weil ich ihn dazu bringe. Nicht, dass er das nicht machen will, aber er hat auf gut Deutsch gesagt einfach Schiss und ist organisations-faul und das kann man eben nicht sein, wenn man Großes vorhat! Normalerweise, sagt er, ist er immer auf der anderen Seite. Leute erzählen ihm, was sie tolles gemacht und erlebt haben und wo sie schon waren und wo sie noch hingehen – und er war neidisch. Jetzt erzählt er den Leuten von unseren/meinen Plänen und macht sie neidisch. Und er liebt es! Die Leute wünschen ihm viel Spaß und er sagt: werde ich haben!

Ich glaube, ihn hat es schon gepackt. Das Reisefieber.

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