Heute bin ich Autorin

Heute ist der Tag der Tage. Der Tag, an dem ich Internet habe. Der Tag, an dem ich Zeit habe. Der Tag, an dem ich endlich wieder ein paar Beiträge schreibe!

Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf diesen Tag gefreut habe, wie sehr ich ihn mir ersehnt habe. Heute ist er da! Das Internet läuft zwar nur mäßig, aber es ist gut genug, um zu schreiben. Und Zeit… ja mit der könnte man auch immer hundert andere Sachen anstellen. Aber heute ist der Tag der Tage. Heute bin ich Autorin!

Ich habe schon so lange nicht mehr geschrieben, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll!

Vielleicht hiermit: Ich bin glücklich. Und das ist nicht selbstverständlich für mich. Ich bin so ein unruhiger und wuseliger Mensch, dass ich normalerweise in meinen zukünftigen Plänen lebe, aber ich kann wirklich gerade sagen, dass mich meine gegenwärtige Situation glücklich macht!

Aber was ist denn jetzt meine gegenwärtige Situation…

Ich bin in Australien.

Mit meinem englischen Freund Steve.

Mit einem working holiday Visum, das insgesamt ein Jahr gültig ist.

Und nach zwei Wochen Jobsuche in Perth und einigen verlorenen Nerven, dem vorherrschenden Gefühl der Enttäuschung und Verzweiflung, haben wir Arbeit gefunden. Habe ich uns Arbeit gefunden.

Mein großes Ziel ist immer noch mein eigenes bed and breakfast (irgendwo auf der Welt). Ich treffe überraschend viele Menschen, die das auch gerne hätten. Der große Unterschied ist nur, dass ich Schritte dafür unternehme, um es zu erreichen. Fast alles, was ich gerade tue, bringt mich näher an dieses Ziel. Und „die anderen“ arbeiten beim Aldi um die Ecke, weil das einfacher ist. Wenn man es nicht richtig versucht, kann man ja auch nicht versagen. Aber was ist das denn für eine Denkweise?

Wenn ich es nicht versuche, kann ich es auch nicht schaffen.

Und dann kommt noch die Sache mit dem Versuchen hinzu. Eigentlich gibt es nur machen oder nicht machen. Und ich bin eben einfach der Machen-Typ. Voll und ganz. Einhundert Prozent.

Was mache ich also jetzt, wenn ich sage ich arbeite daraufhin…

Der Job auf den ich mich hier beworben habe, ist an der Rezeption eines Resorts an der Westküste Australiens. Und weil es schon hieß, dass das hier am Arsch der Welt ist (Arse of the World gibt es übrigens nicht als englischen Ausdruck, ebensowenig wie with the head through the wall… sehr enttäuschend), hatte ich als „Vorgabe“, dass sich auch ein Job für meinen Steve finden müsste. Gesucht war eigentlich eine erfahrene Rezeptionistin. Ja… ich war nicht erfahren und hatte dann auch noch Ansprüche. Aber irgendwie… Ich bekam eine Antwort per e-Mail. Und die Bitte um ein Telefonat. Und da habe ich anscheinend überzeugt. Oder es gab nicht genügend andere Bewerber oder die waren einfach noch schlechter als ich oder sie haben uns wirklich nur genommen, weil sie Steves handwerkliche Erfahrung haben wollten. Keine Ahnung, auf jeden Fall arbeiten wir jetzt hier. In Monkey Mia an der Westküste Australiens.

Ich als Rezeptionistin und er als Hausmeister und Gärtner.

img_20170204_072333_034.jpg 20161213_065326-1 

In den ersten eineinhalb Monaten arbeitete ich auch einmal wöchentlich im Restaurant aber ich hasse es einfach, wenn ich in etwas nicht perfekt bin, in dem ich super leicht perfekt sein könnte. Aber mit einer Frühstücksschicht alle zwei Wochen und einer Abendschicht in den Wochen dazwischen.. wie soll denn da eine Routine reinkommen? Theoretisch kann ich genau aufzählen, was ich wann machen muss und worauf achten etc. Aber … es gibt eben keine Routine und dann unterlaufen mir kleine Fehler und das hasse ich ohne Ende. Also macht mir das natürlich keinen Spaß und man ist irgendwie trotzdem k.o. und hat keine Lust auf etwas anderes und wartet den ganzen Tag darauf, dass die Schicht anfängt (oder aufhört). Nein, danke. Und ich war endlich mutig genug zu sagen: Bitte teilt mich nicht mehr ein. Mein Vertrag hier sagt nämlich offiziell, dass ich vier Tage die Woche in der Rezeption, und einen Tag im Restaurant arbeite, um auf genügend Stunden zu kommen. Allerdings ist einfach immer etwas los, dass ich fünf oder manchmal sogar sechs Tage die Woche in der Rezeption arbeite und auch wenn es mir wirklich Spaß macht … ich bin ein Mensch, der noch andere Sachen machen will. Ich brauche Zeit für mich, Zeit für Sport, Zeit zum französisch Lernen (hilft mir mit meinem b&b), Zeit zum Aufräumen und Kochen und Zeit für meinen Steve und Zeit am Strand…

Das neue Jahr wird wieder ruhiger, weniger Gäste und deswegen auch weniger Überstunden. Also habe ich endlich diese Zeit, die ich brauche und fühle mich schon viel befreiter und lockerer und lebendiger. Deswegen kann ich sagen: ich bin glücklich. Ohne Einschränkung. Ohne aber.

 

Und das eigentlich traurige ist, dass ich diesen Beitrag vor einem Monat geschrieben habe und letztendlich doch keine Zeit hatte, mehrere Beiträge zu verfassen und euch endlich auf dem Laufenden zu halten. Aber heute, heute bin ich wirklich Autorin. Und warum es einen Monat gedauert hat ist auch einfach zu erklären. Anstatt vier Tage Rezeption und drei Tage frei hatte ich sechs Tage Rezeption und einen Tag frei. Und den habe ich eben wirklich nur zum Ausruhen gebraucht!

Advertisements

Lass mir gern ein Kommentar hier:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s