(Nicht) Vermissen

Gemischte Gefühle über England.

Als ich vor einigen Tagen wieder begonnen habe Beiträge zu schreiben, habe ich auch kurz über alte drüber gelesen und dabei ganz unerwartet Herzschmerz bekommen. England. Mein England. Meine gute Zeit da! Klar habe ich hier eine gute Zeit – wetterbedingt sogar eine mega gute … aber irgendetwas in mir, hat sich eben auch ein bisschen in England verguckt und nicht nur in einen Engländer. Das ist wirklich ein so schönes, grünes, freundliches Land und ich durfte ein Teil davon sein! Mein erstes nicht mehr Deutschland-zu Hause Land. Ich bin ausgewandert und weiter gewandert. Das war mein Loslassen, mein Wegkommen, meine Chance! Und ich habe sie genutzt und meine Mama hat das große ganze Bild Mal wieder vor mir gesehen: sobald ich einmal weg bin, komme ich nicht wieder. Deutschland macht mich nicht glücklich. Deutschland ist nicht mehr mein Land. Deutschland ist toll, aber England ist toller und Australien noch besser und Neuseeland wird der Hammer!

Ich hatte in England auch ein super Kollegen-Team, das mir die Arbeit versüßt hat und Steve und ich hatten ein Auto, mit dem wir Tagesausflüge unternehmen konnten. Das geht jetzt hier (noch) nicht. Selbst wenn wir ein Auto hätten… diese Entfernungen sind einfach der Wahnsinn!

Das nächste Kino: vier Stunden im Auto.

Das nächste Restaurant in dem man nicht alle Menschen schon einmal gesehen hat, die darin sitzen: vier Stunden im Auto.

Ein Kleidungsladen: vier Stunden im Auto.

Ein Museum: theoretisch eine halbe Stunde entfernt, aber das ist eben nur eines. Und wenn man das gesehen hat… ja. Haben wir noch nicht, aber steht demnächst auf dem Plan.

Also ihr merkt schon. Hier ist nicht so viel los. Und trotzdem haben wir noch nichts gesehen. Und sind trotzdem glücklich. Monkey Mia ist einer der schönsten Fleckchen Erde, die ich bis jetzt gefunden habe. Und ich darf hier sogar arbeiten! Mit einem mega Lohn, tollen Kollegen und ich lerne auch noch einiges dazu und habe volle Unterstützung für mein Studium und mein b&b von Leuten, die mich kaum kennen. In diesem Moment kommt immer noch so eine wahnsinnige Enttäuschung hoch. Unterstützung von Menschen, die einem wichtig sind. Hilfe, von Freunden. Nicht immer selbstverständlich. Oder doch, eigentlich schon. Hilfe und Unterstützung von Freunden ist selbstverständlich. Erhält man das nämlich nicht, sind es einfach keine Freunde. So einfach ist das. So einfach sagt sich das und man behält diese Menschen doch um sich.

Ich nicht mehr. Ich habe mich verabschiedet und losgelassen und interessiere mich nur noch in sehr geringem Maße dafür, was aus diesen Menschen wird. Leider ist deren Weg schon so absehbar, dass wenn ich in zehn Jahren frag, was passiert ist, nicht viel zu hören bekommen werde. Mein Leben ist praktisch auch absehbar: nur noch reisen. Aber im Reisen selbst ist so viel Abwechslung enthalten, dass man nie von einem gewöhnlichen Leben sprechen kann. Selbst wenn jeder Mensch nur noch reist – dann hätte jeder ein abwechslungsreiches, lehrreiches, mega geniales Leben! Aus meiner Sichtweise…

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