Rückblick Indien

Hier riecht die Luft immer etwas süßer, sei es von Räucherstäbchen oder dem süßlich-rauchige Geruch, der übrig bleibt, wenn Müll verbrannt wird.

Wenn es im Straßenverkehr Regeln gibt, dann halten sich in Indien noch weniger Leute dran, wie in Thailand. Hier wird einfach auf der verkehrten Spur gefahren, rechts und links überholt, viel gehupt (auf manchen LKWs steht hinten sogar geschrieben: „please horn“, also „bitte hupen“) und die Straßenschwellen, die dafür sorgen sollen, dass es etwas langsamer zugeht werden entweder ignoriert und einfach überfahren oder bringen Fahrer zu einem spontanen Bremsmanöver und anschließendem Gasgeben. Ich bin auch froh, dass meine Wirbelsäule dieses ganze Geruckel heil überstanden hat. Nicht nur die Bodenwellen, sondern auch die riesigen Löcher im Straßenbelag und für meine Halswirbel war besonders das spontane Bremsen auf Grund von Autos, LKWs, Fahrrädern, Rikshas, Tuktuks oder Motorrädern, die plötzlich auf deine Spur wechseln, anspruchsvoll. Für die meisten Unfälle sorgen hier übrigens die Kühe auf den Autobahnen. Motorräder transportieren hier genau wie in Thailand ganze Familie oder Wocheneinkäufe für einen kleinen Laden am Straßenrand. Was mich etwas irritiert hat, war die Schrift, die in jeden Seitenspiegel eingraviert war, in dem ich mitgefahren bin: Objects in the mirror are closer than thex appear. Objekte im Spiegel sind näher, als sie zu sein scheinen. Soll das nur heißen, dass man beim in-den-Spiegel-gucken daran denken soll, dass die anderen Autos nicht so weit weg sind? Andererseits klingt es so Ghandi-mäßig, wie eine Weisheit. Ich muss das nochmal googeln, was es damit auf sich hat. Noch etwas zum Straßenverkehr: man konnte sich wieder in keinem Taxi anschnallen, öffentliche Busse sind nur halb so schlimm wie gedacht. Ich habe nur das Prinzip des Aussteigens nicht verstanden. Es gibt wohl normale Haltestellen, aber man kann, so wie ich das verstanden habe, auch dem Busfahrer sagen, wo er anhalten soll und dann darf man raus. Die Tür öffnet man bei Hand und man kann sie von innen mit einer Schnur zuziehen, weil man zur Tür ein paar Stufen herunter muss und die Schnur kann man von einem der oberen Sitze „bedienen“. Der Zug ist im Gegensatz zum Bus ein öffentliches Verkehrsmittel, das ich in jedem Fall nicht alleine benutzen würde. Es gibt einige Leute, die mit dem Zug ins Büro fahren und die sind an Touristen gewöhnt, wollen manchmal nur etwas viel reden (stimmts Nicole ;-)), aber es fahren auch einige Familien mit, die aus kleineren Dörfern kommen und noch keine Touristen (aus der Nähe) gesehen haben und dich wirklich wie ein Tier im Zoo anstarren und beobachten: Niest sie? Gähnt sie? Liest sie? Was macht sie am PC? Wie oft geht sie aufs Klo? Isst sie etwas? Trinkt es – äh sie? Also auf einer einstündigen Zugfahrt wäre das vielleicht noch auszuhalten, aber nicht auf der vierstündigen, die wir im Süden Indiens hatten. Tuktuk fahren ist immer besonders spannend, auf dem Weg zu den Sehenswürdigkeiten in Kochi hätte sich unser Guide fast das Knie gestoßen, weil es außerhalb des Tuktuks war und hier mit 2mm Abstand zum anderen Fahrzeug rangiert wird.

Die Müll-Situation ist leider ebenfalls genauso schlimm wie in Thailand, eher noch schlimmer. Dadurch, dass man die Plastiktüten und den restlichen Müll so deutlich sieht, wäre es so einfach, ihn einzusammeln, aber es kümmert sich keiner darum. Er wird zwar schön zusammengekehrt, aber dann liegen gelassen, ab und zu verbrannt, was bedeutet, dass die giftigen Stoffe in die Atemluft gelangen. Natürlich haben diese Menschen hier andere Sorgen, aber gerade, wenn sie das Wasser aus den Flüssen verwenden, um zu kochen, sich und ihre Kleidung zu waschen und es zu trinken, wäre es wichtig, den Müll einzusammeln, um zu verhindern, dass die darin enthaltenen Giftstoffe durch den Regen in diese Wasserquelle gelangen. Als wir in Kochi am Strand waren, lag auch alles voller Müll, nicht nur Flaschen und Essensreste, sondern Schuhe, Kleidung, Plastikstücke von kleineren Booten oder Ähnlichem und wir fragten unseren Guide, warum das nicht aufgeräumt wird, hier sind echt viele Touristen am Strand und der Strand wäre sicherlich noch beliebter, wenn er sauberer wäre. Die Antwort war: Abends kommt die Flut und bringt neuen Müll und jeden Tag aufräumen ist auf Dauer zu teuer und zu aufwendig und demotivierend, weil am nächsten Tag immer genau so viel wieder da ist. Generell war es aber im Süden weniger schlimm, vielleicht auch nur, weil der Fluss den Müll weg trägt.

Zu den Hotels: die beiden auf meiner 4-Tages-Tour nach Agra und Jaipur waren in der Tour inkludiert, also ich denke, sie wären sonst nicht in meinem Budget, aber sie waren sehr schön und sauber. Am Frühstück könnten beide noch etwas arbeiten, aber immerhin war es inklusive. Im Süden waren die Hotels ja auch inkludiert und das „teure“ oder besser gesagt „auf-teuer-gemachte“ war das beste, dann das Gama Heritage in Kochi selbst, da könnte ich mir auch vorstellen, zu übernachten, wenn ich nochmal nach Kochi komme, aber es gibt auch süße Bungalows näher am Strand. Das Hotel in Verkala war zu einfach, habe ich dem Guide aber schon gesagt und fülle ich auch nochmal in dem Fragebogen so aus, den wir per Mail bekommen. Ich habe vorgeschlagen, das „teure“ Hotel gegen ein günstigeres auszutauschen und dafür für die zwei Nächte in Verkala mehr Geld zu haben, aber da in der Gegend von dem „teuren“ Hotel eigentlich keine Touristen sind, gibt es nur „teuer“ und „zu günstig“ als Alternative.

Sehenswürdigkeiten: Das Taj Mahal ist eindeutig das Beste und Schönste, das ich in Indien gesehen habe und dadurch, dass hier auch viele Inder herkommen, findet man sich nicht komplett unter Touristen wieder wie im Amber Fort etc. Alles andere auf meiner 4-Tages-Tour fand ich weniger eindrucksvoll, Ruinen gibt es überall auf der Welt und die Geschichte ist zwar spannend, aber die kann ich mir auch in einer Stunde als Hörbuch anhören. Der Blick über Jaipur vom Amber Fort aus war noch ganz schön, aber da hätte ich auch auf einen der anderen Berge steigen können. Gerade die City Hall in Jaipur kann man sich sparen, sowas von unspannend.

Guides: sie folgen dir, sie labern dich voll, sie lassen dich nicht in Ruhe, sie handeln, obwohl du keinen Funken Interesse gezeigt hast, aber wenn man beharrlich nein sagt und nie auch nur eine hundertstel Sekunde zögert, lassen sie einen (vielleicht) in Ruhe ;-). Das gehört zu einer Indienreise einfach dazu.

Städte: Kochi hat mir am Besten gefallen, ein kleines Städtchen am Meer, genug touristisch, um die Vorteile zu genießen (Souvenire, kleine Läden, europäische Restaurants, …), aber nicht so sehr, dass man keine Einheimische mehr antreffen kann. Jaipur hat auch noch ein paar schöne Ecken, ist aber zu hektisch für mich. Agra und Delhi fande ich nicht so wahnsinnig toll, also Delhi sogar eher schrecklich.

Touren: Ich hätte noch eine Stadttour in Delhi buchen sollen und die 4-Tages-Tour muss man wirklich nicht über das Reisebüro buchen, da gibt es hier 1000e Angebote und dadurch sind die dann auch viel günstiger! Und es gibt genug Angebote, dass man das auch spontan für den nächsten Tag buchen kann, außer man will natürlich zu einem bestimmten Unternehmen. Die zweite Tour im Süden Indiens war super! Wirklich sehr gut durchdacht, für jeden Fitnessstand machbar (meiner ist ja auf einem niedrigen Level und ich habe es geschafft). Das Anstrengende ist, dass du dein Gepäck tragen musst (ein Trolli ist eher unpraktisch), wenn man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und eben ab und an wechseln muss. Es war eine saugute Erfahrung (in Begleitung) mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, was in anderen Ländern komplett normal und selbstverständlich ist, ist es hier aber nicht. Nicht für mich zumindest. Das wäre mir zu riskant für meine Sachen und für mich direkt auch. Die Inder werden generell schon etwas schneller sauer, wenn du mit ihnen handelst oder etwas Angebotenes ablehnst. Das kannst du aber nicht umgehen: wenn sie dich in ihren Laden „einladen“ und du lehnst ab, kann es schon einmal sein, dass er auf indisch über dich herzieht (was du ja nicht verstehst) und wenn du reingehst, aber nichts kaufst, ist er natürlich auch nicht glücklich.

Was ich mir sonst noch so während meiner Indienrundreise notiert habe: wenn man hier Wasser trinkt, ist es wirklich wichtig (noch wichtiger als in Thailand), dass die Flasche original verschlossen ist und man sollte hier auch keine Eiswürfel im Trinken bestellen, weil man nie genau weiß, aus welchem Wasser die gemacht wurden. Hier sollte man eben nicht einfach Leitungswasser trinken, auch wenn man das zu Hause vielleicht sonst immer tut.

Gut fand ich, dass ich eine gekaufte Schoki sofort aufessen „musste“, weil sie sonst schmilzt ;-).

Braun geworden bin ich auch eindeutig mehr. Gerade bei den Armen habe ich mir oft die Sonnencreme gespart (hatte nur einmal minimal Sonnenbrand, war am nächsten Tag schon wieder komplett weg) und meine Gesichtsfarbe ist auch schon deutlich weniger weiß.

Zusammengefasst:

Ich komme nochmal! Ganz sicher! Ich will Goa sehen, auf einen Markt gehen, ganz in den Norden und noch mehr in den Süden, aber das goldene Dreieck (Delhi-Jaipur-Agra) spare ich mir beim nächsten Mal, habe ich alles einmal gesehen und das reicht. Das Taj Mahal war wirklich super, aber das ändert sich auch nicht, wird nur etwas gelber mit der Zeit und dieses Gefühl des ersten-Mal-davor-Stehens kann man eh nicht wiederholen. Ich denke, wenn ich nochmal komme, buche ich direkt einen Flug ganz in den Norden, mache dort einiges an Trekking im Himalaya und fliege dann zum Entspannen nach Goa und dann noch in den Süden für die Fotos. Klingt nach mindestens vier Wochen, aber vielleicht habe ich da ja eine Begleitung?! (Ernst gemeinte) Freiwillige vor!

Wenn jetzt jemand von euch nach Indien geht: bucht eine Tour zu Jaipur und Agra, informiert euch davor gut darüber, lasst euch nicht von irgendwelchen Guides belabern, staunt über das Taj Mahal und geht auf jeden Fall auch nach Kerela in den Süden Indiens, vor allem, wenn euch Venedig gefällt, weil sich diese zwei Orte mit diesen Kanälen und den vielen Booten wirklich sehr ähnlich sind. Für mich steht Venedig auf jeden Fall auf dem Reiseprogramm, denn dort war ich noch nicht und ich stehe ja auf Boote …

Nehmt nicht viele Klamotten mit, hier ist alles so günstig und schön und man kann immer noch handeln. Es gibt echten Silberschmuck en masse und auch Goldschmuck, wenn man ihn mag und etwas mehr Geld ausgeben will (Goldpreis ist ja weltweit, nur die Herstellung und Steine sind günstiger). Hört euch auch am besten ein bisschen indisches Englisch auf youtube an oder noch besser: bucht telefonisch und sprecht direkt mit dem Guide, denn er ist derjenige, der euch die ganzen Fakten erzählt (wenn ihr einen wollt) und wenn ihr ihn nicht versteht, macht das keinen Sinn. Ich habe mir wirklich schwer getan, obwohl ich nach den Komplimenten in Thailand dachte, ich käme gut zurecht.

Der Süden ist auch nicht so gefährlich für Frauen, wie Delhi oder Jaipur. Also ich bin ja zum Beispiel abends vom Restaurant 15 Minuten zum Hotel gelaufen und da hat auch keiner angeboten mich zu begleiten, weil es eben okay ist. Versuche nur, keinen Blickkontakt zu Ladenbesitzern zu haben, denn dann „musst“ schon fast „take a look“ machen, also mal schauen, was sie so haben. Und ihr wisst alle, was passiert, wenn ich in einen Laden gehe: Ich kaufe. Und weil es hier so günstig ist und wenn ihr auch auf bunt und speziell steht, dann kauft ihr hier auch!

Generell kamen mir die Menschen sehr freundlich vor, gerade die im Süden. Im Norden weiß ich einfach nicht, wie ich mich Männern gegenüber verhalten soll und ob das Geld leihen zum Beispiel wirklich nett gewesen sein sollte oder ob er sich doch mehr erhofft hat, was auch immer dieses mehr hätte sein sollen. Und nehmt euch USD mit und tauscht die am Flughafen in Rupien! Indien ist sehr günstig, also selbst wenn man jeden Abend gut Essen geht, kann man hier als eine Person nicht mehr als 1500Rupien am Tag ausgeben (für Essen, trinken und Snacks) und da ist man wirklich in den besseren Restaurants. Als normaler Backpacker kommt man auch locker mit 500Rupien pro Tag aus, was Lebensmittel angeht und man kann ja auch mal nur Früchte und Gemüse kaufen und im Hotel ordentlich waschen natürlich.

Wenn ich mich zwischen hassen und lieben entscheiden müsste, würde ich auf jeden Fall sagen, dass ich Indien liebe! Hass ist das ganz gewiss nicht. Ich will auch das Schloss von Versaille nicht unbedingt nochmal sehen, also das hat nichts speziell mit Indien zu tun, dass ich diese Sehenswürdigkeiten kein zweites Mal brauche. Ich würde aber nicht sagen, dass ich mein Leben lang glücklich wäre, wenn ich immer nur nach Indien reisen könnte. Hier gibt es viele unterschiedliche Ecken und man braucht sicherlich sehr viele Jahre, um hier wirklich alles zu verstehen und genießen zu können, aber mein diese Zeit nehme ich mir nicht. Dazu interessiert mich Australien viel zu sehr. Dort sehe ich ja „nur“ den Teil von Adelaide nach Brisbane. Keine Fraser Islands, kein Tasmanien, kein Perth mit den schönen Stränden und „wenigen“ Touristen, keinen roten Berg. Also wenn ich wiederkomme, miete ich mir einen Canper hier. Ich suche wieder Freiwillige! Wer will? Städte wie Sydney etc. würde ich dann aber auslassen, ist nicht so praktisch mit dem Camper und es soll dann mehr um Natur und das australische Feeling gehen, weniger um Kultur. Ein Abstecher nach Neuseeland wäre natürlich auch noch drin, wobei ich da glaube ich auch schon sehr viel gesehen haben werde – in fünf Wochen bin ich auch da schon wieder weg. Oh Mann, die Zeit rast.

Aber jetzt heißt es erst einmal: Hallo geliebtes Australien!

Letzter Tag in Indien

Da ihr das hier schon lesen könnt, bedeutet das, dass ich in Kuala Lumpur Internet ohne Code-aufs-Handy-senden habe!

Ich habe mal wieder nicht sooooo gut geschlafen, obwohl es kühl war, ich allein im Zimmer schlief und es außen sogar ruhig war. Ich fürchte, ich bin nicht mehr ans lange Schlafen gewöhnt… Nachdem ich mit der Nicole ausgemacht hatte, dass wir uns vormittags treffen, um zu versuchen, mein „Deutschland-Gepäck“ in ihrer Tasche unterzubringen und sie aber eine derjenigen war, die die letzte Nacht durchgemacht hatten, war ich mir sicher, dass sie noch nicht wach war, also schaltete ich den TV an und nach kurzer Zeit wieder aus – alles indisch und/oder schlecht und/oder langweilig. Ich sortierte dann mal wieder meine Sachen, schrieb Briefe und schrieb den WordPress-Beitrag vom Vortag. Weil ich dann nichts mehr mit mir anzufangen wusste, ging ich zur Rezeption, um das Internet dort zu nutzen und traf auf dem Weg schon Nicole, also brachte ich ihr meine Sachen, die sie netterweise mit nach Deutschland nimmt und als dann auch Ruth da war, gingen wir zusammen Frühstücken/Mittagessen in einem Café, das unser Guide uns noch empfohlen hat. Dort war es auch echt cool, sehr speziell auch, weil das Café gleichzeitig eine Gallerie war. Wir wurden dann schnell bedient, ich entschied mich für eine Spinat-Quiche (so groß wie ein Kuchenstück) mit Knoblauchbrot (ca. 2cm dick und sah total hart aus, war aber sehr weich und saulecker, genau wie die Quiche), einen kalten Kaffee (dachte eher das wird ein Kaffee mit Eiskugel, aber es waren nur Eiswürfel) und einem Hühnchensandwich (war nicht so toll, da fehlen immer Gewürze) mit Chips (selbstgemacht, aber nicht so gut). Wir haben uns dann auch noch echt gut unterhalten und ich wollte Ruth noch mit zum Hotel bringen, damit sie sich in jedem Fall nicht (allein) verlaufen kann und wir uns richtig verabschieden können. Ihr Flug dauert ewig und sie muss zwei Mal umsteigen und bei jedem Mal fünf Stunden am Flughafen warten! Da freue ich mich doch, dass ich gleich nur einmal umsteigen muss und „nur“ 2,5 Stunden Aufenthalt habe! Nachdem Ruth vom Taxi abgeholt wurde, gingen Nicole und ich Richtung Strand/Läden/Leben und nahmen uns dann ein Tuktuk zur Synagoge. So der Plan. Wir gerieten aber an einen gerissenen Tuktuk-Fahrer, der uns für 50Rupien fahren wollte, als wir dann nach 30 fragten, sagte er 20, wenn wir unterwegs in einen Laden schauen, weil wenn wir dort zwei Minuten schauen würden, würde er einen Liter Benzin bekommen und deswegen müssten wir weniger zahlen. Okay, wir wollten ja eh noch in Läden schauen, also warum nicht in den, der uns eine kostenlose Fahrt im Tuktuk beschert? Nicole verriet mir auf der Fahrt, dass sie befürchtet ausgeraubt zu werden, von wegen „geht in den Laden, dann zahlt ihr nicht für die Fahrt“. Daran hatte ich gar nicht gedacht! Ich fand dort noch zwei Geschenke (wird mal wieder nicht verraten für wen) und auch Nicole kaufte etwas, also ein voller Erfolg für den Verkäufer und den Tuktukfahrer. Auf der Weiterfahrt erzählte er uns, dass die Synagoge erst um 15h wieder aufmacht und es war gerade erst zwei, aber er konnte uns direkt helfen: Ich kenne da einen Laden, der hat eine Klimaanlage! Okay, klar. Auch hier kauften sowohl Nicole, als auch ich etwas und als Dankeschön bekamen wir sogar noch einen Tee am Ende. Für mich sprang eine Hose heraus, pink (!!!!!) und auch wieder weiter und der Schritt tief. Nicole kaufte zwei Tuniken und auch diese Hose (beziehungsweise ich kaufte sie auch, sie war eher dran), aber in weiß. Ich sah mir auch nochmal Schmuck an, aber der war nicht besonders schön und wenn er schön war, dann war er zu teuer. Und ich habe ja schon so viel Geld für Schmuck ausgegeben! Wir wurden dann vom Tuktukfahrer knapp vor die Synagoge gebracht (wir mussten gar nichts mehr bezahlen, weil wir so gut eingekauft hatten), man kann nicht näher hin, dort ist eine Art Fußgängerzone und natürlich ein Laden neben dem anderen. Wir sahen uns dann ein paar an und ich kaufte nochmal ein Geschenk (für meine Mama :-), hier wird es mal verraten) und um punkt 15h standen wir vor der Synagoge. Man sollte sich erst ein „Museum“ ansehen, das nur 5Rupien kostet und man sieht auch schnell wieso: acht Bilder, das wars. Darunter stehen ein paar Infos dazu, denn sie stellen Szenen dar, die an der/in der/um die Synagoge passiert sind, wann auch immer. Dafür lud mich Nicole ein, danke für die 5ct ;-). Danach ging es in die richtige Synagoge, in der man wieder mal nicht fotografieren durfte. Die Bodenfliesen waren interessant (weißer Hintergrund mit blauen Zeichnungen darauf) und es hingen überall Kronleuchter und sonstige Gläser zur Beleuchtung. Da es um 15h natürlich hell ist, waren diese leider aus. Wir kamen dann irgendwie in die Mitte einer französischen Reisegruppe und hörten uns an, was deren Guide über die Synagoge zu erzählen hatte, natürlich auf französisch. Danach wollte ich zurück zum Hotel und da wir inzwischen einiges gekauft hatten, wollte ich eine Waage organisieren, weil Nicole meinte, dass das Übergepäck wohl recht teuer wäre. Im Hotel checkten wir aber dann, wie schwer ihr Gepäck sein darf und die angegebenen 30kg reichen in jedem Fall aus! Ich packte meine Sachen für das Handgepäck und skypte nochmal mit meiner Oma und Mama, meinem Freund und meiner Steffi. Danke, war schön und hat gut getan! Dann ging es auch schon los zum Flughafen. Oh Mann, Australien ruft! Der Taxifahrer war asiatisch pünktlich und innerhalb 1,5 Stunden war ich am Flughafen. Ich wollte den indischen Verkehr filmen, um euch ein Video online zu stellen, aber es war viel zu „ruhig“, also gibt es nichts Spannendes zu sehen. Es war einfach schon zu spät am Tag und Kochi ist eben nicht Delhi. Sogar gehupt wurde weniger, danke der Lichthupe. Gepäckaufgabe hat auch funktioniert, ich hab nur den Typen am Schalter gar nicht verstanden. Er wollte wissen, was ich in meinem aufgegebenen Gepäck habe: Haushaltsgegenstände, Flüssigkeiten, … Naja, ich habe keinen Mixer dabei auf meiner Weltreise, aber einen Fön, zählt das schon als Haushaltsgegenstand?! Und natürlich habe ich Flüssigkeiten in meinem aufgegebenen Gepäck! Ich fand die Fragen so seltsam, deswegen konnte ich sie mir auch nicht zusammenreimen, als ich sie die ersten drei Mal nicht verstand. Dann kaufte ich erstmal ein, was auch gut war, denn nach der Pass- und Gepäckkontrolle konnte ich nur noch mit Rupien bezahlen und hatte natürlich keine mehr, weil ich sie habe wechseln lassen (was ich erst vergessen hatte und dann nochmal zurück musste, meinen Pass abgeben, aber dann brauchte ich die Passnummer zum Geld wechseln, also zurück, Passnummer aufschreiben, zurück zum Geldwechsler und dann wieder zur Pass- und Gepäckkontrolle) und US Dollar und Australische Dollar werden nicht akzeptiert. Wie doof ist das denn?! Ich habe nur 50Rupien übrig, weil ich die nicht tauschen konnte, warum auch immer. Gut, dass ich beim Schoko, Pepsi, Snickers, Bananensnack und Cashewkerne Kaufen meine kleinen Scheine ausgegeben habe. Übrigens hat da mal wieder das „Schicksal“ zugeschlagen: Ich habe die ersten drei Dinge an einem Stand gekauft und wollte bezahlen, aber er konnte mir nicht rausgeben, also hatte ich 5Rupien zu wenig Wechselgeld (kann man eigentlich nicht machen, dann müsste er mir 10 geben, ist ja nicht mein Fehler, wenn er nicht wechseln kann; ich fragte ihn auch, ob er neu sei, weil er mir auch keine Plastiktüte geben konnte und er bejahte – super), dann kaufte ich die letzten beiden Sachen in einem anderen Laden und auch diese Frau konnte nicht herausgeben (ich gab ihr 500 für 360 zu zahlende Rupien), gab mir aber dann 150 heraus, statt 140. Nach der Kontrolle gab es dann nur Snacks, aber ich hätte schon gern einen Chickenburger oder so etwas gegessen, anstatt Schoko und Cashews, aber wie gesagt werden Dollar nicht akzeptiert, angeblich DAS Zahlungsmittel der Welt. Jetzt sitze ich hier und schreibe meinen Tagesbericht und das Licht fällt einfach aus, echt gruslig, man sollte ja denken, da springt sofort ein Notfallgenerator ein, aber der ließ sich 30 Sekunden Zeit. Gerade flackerte es nochmal, funktionierte aber dann wieder. Übrigens gibt es hier ganze 10 Minuten kostenloses Internet, allerdings wieder nur mit Code als SMS aufs Handy und wie ihr ja wisst: Caro hat kein Handy dabei. Also kein Code. Also kein Internet. Das Boarding müsste dann demnächst mal anfangen und hier sitzen (noch) nicht so viele Leute und ich hatte tatsächlich wieder das Glück, dass direkt neben mir keiner saß! Zu essen gab es noch eine Kleinigkeit, dann schaute ich „E-Mail für dich“ und schlief dann ein Stündchen. In Kuala Lumpur am Flughafen habe ich total schöne bemalte Leinwände gefunden und zwei wunderschöne Schals. Die Leinwand ist zwar nicht so groß und natürlich auch nicht schwer, aber kann leicht kaputt gehen und ich wollte nicht so bald wieder etwas nach Hause schicken. Wegen dem Schal bin ich echt am überlegen, der kostet aber 26,30€, fühlt sich super an, hat eine gute Größe, schönes Muster und ist eher warm. Erfahrt ihr dann morgen, was aus dem Schal wurde!

Zugfahrt und Kochi

Wir wurden mal wieder von Tuktuks abgeholt und da jeder außer ich die Nacht durchgemacht hat, waren alle etwas verschlafen, auch ich weil nach dem Skypen musste ja noch mein Rucksack gepackt werden und deswegen wurde es zwei Uhr, bis ich ins Bett kam.

Nach 3,5 Stunden Schlaf war ich eindeutig die Erholteste, auch wenn ich mich nicht so fühle und deswegen bin ich auch die Einzige von unserer Gruppe, die nur noch aus drei Mädels, mir und unserem Guide besteht, weil die anderen alle dort bleiben wollten, die im Zug sitzt und nicht schläft. Das war nämlich der Plan für heute: Zug fahren, für etwa vier Stunden und dann sind wir wieder in dem Hotel, in dem wir in der ersten Nacht waren, da war es ja ganz schön und auf jeden Fall sauberer, als im letzten Hotel. Ich freue mich schon darauf! Es gibt wohl einen Strand in der Nähe, aber den habe ich noch nicht gesehen, weil ich ja, wie die meisten anderen auch, erst abends angekommen bin und wenn man eher gekommen wäre, wäre man zusammen mit dem Guide am Strand spazieren und danach Essen gegangen. Nicole und Amber waren aber die Einzigen am ersten Abend, die anderen kamen alle mit mir. Ich nutze jetzt die Zugfahrt, meine WordPress-Beiträge zu schreiben und meine Fotos zu sortieren, damit ich sie auf einen Stick ziehen und mit nach Hause schicken kann. Ich hoffe, dass Nicole noch Platz hat in ihrer Reisetasche, weil sie auch ordentlich shoppen war. Aber falls nicht, muss ich es eben doch schicken oder eine Weile herumtragen. Die anderen Länder werden ja jetzt in jedem Fall teurer, deswegen habe ich hier nochmal zugeschlagen. Der Euro ist gerade sehr stark und nur zum Vergleich: für einen US Dollar bekommt man 60Rupien und für einen Euro 85! Für meine 500€ habe ich gestern bei der Wechselstube 660 Dollar und ein paar Rupien bekommen! Echt praktisch für mich und meine Reise!

Die Zugfahrt verläuft bis jetzt recht unspektakulär: meine Tourmitglieder + Guide schlafen, es laufen natürlich viele Menschen herum, die etwas verkaufen wollen, die meisten Tee oder Kaffee, und der Zug wird immer voller. Die ganze Zugfahrt geht von 7-11:15, also etwas mehr als vier Stunden. Die Zeit bekomme ich auf jeden Fall rum. Hatte ja abends nie Zeit Bilder zu sortieren oder für Facebook zu bearbeiten, dazu komme ich jetzt ein bisschen.

Man braucht hier übrigens keinen Mülleimer – es gibt ja keine Scheiben in den Fenstern.

Die letzte Stunde im Zug hat sich etwas gezogen, vor allem weil die Sitze so unbequem waren: im 90° Winkel und wenig gepolstert. Nur fünf Minuten zu spät kamen wir am Bahnhof in Kochi an und Amber verabschiedete sich kurz danach. Das Taxi hat vor ihr schon ihre Sachen eingesammelt, die sie im Hotel zurückgelassen hat, bevor wir aufbrachen und brachte sie zu einem anderen Bahnhof, wenn ich das richtig verstanden habe. Das gleiche Taxi sollte auch uns zum Hotel bringen und deswegen mussten wir eine Weile warten. Hier wurden alle wieder extrem müde, kein Fahrtwind, natürlich keine Klimaanlage (wir warteten außen vor dem Bahnhof) und nur spärlicher Schatten. Unsere Getränkevorräte wurden aufgebraucht und irgendwann war dann auch das Taxi wieder da und brachte uns innerhalb 45 Minuten in das Hotel, in dem wir schon in der ersten Nacht der Tour übernachtet hatten. Dadurch, dass die Zimmer schon gebucht und bezahlt wurden, aber nur noch drei unserer ca. 11-köpfigen Gruppe zurückkamen, hatte jede von uns ein eigenes Zimmer, wirklich super, um nochmal richtig auszupacken und neu einzupacken, zu entspannen und auszuschlafen. Direkt nachdem wir ausgepackt hatten, gingen die zwei Mädels und Sajin Mittagessen, ich hatte keinen Hunger und außerdem war ich verabredet – mit meiner Oma in Skype! Natürlich mit freundlicher Unterstützung des WLANs von Andrea und Johann und der fachlichen Kenntnisse meiner Mama, die dort gerade zu Besuch ist. Es hat auch alles sehr gut geklappt, meine Oma war tatsächlich nicht einmal besonders überrascht, mich zu sehen und zu hören, aber erfreut (glaube ich ;-)). Ich konnte ihr auch direkt erzählen, dass ich meine Wäsche gerade zum Waschen gegeben habe (das war ihre erste Frage, als ich ihr von meiner Reise erzählte: Wo und wie wäscht du deine Klamotten?) und dann konnte ich auch noch berichten, dass ich eine Dusche auf dem Zimmer habe (das war nämlich ihre zweite Frage: Und wie wäscht du dich?!), aber letzteres ging glaube ich im Gespräch unter. Heute war sowieso mein Skype-Tag, denn später traf ich dort meinen liebsten Samuel, der „mich“ dann zu seinen Eltern und Großeltern trug, die sich, glücklicherweise, freuten, mich zu sehen :-). War schön, euch mal (kurz) zu sprechen! Ich bin zwar auf der Reise, aber ihr sollt natürlich auch alle gesund und munter sein! Liebe Grüße auch nochmal hierüber!

Um halb vier trafen wir uns dann alle, um ein bisschen Sightseeing zu machen, es gibt hier nicht so viele Sehenswürdigkeiten und ohne die Erklärungen unseres Guides, wäre das wohl ein ziemlich langweiliger Nachmittag geworden. Wir liefen zuerst zu einer Kirche

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und danach zu einem „Palast“, der ein Museum beherbergt, in dem man nicht fotografieren darf, wobei mich das wieder einmal nicht gestört hat, denn außer den Portraits (von denen manche nicht einmal besonders gut waren), hätte ich eh nichts fotografieren wollen. Der Weg zu diesem Palast wäre etwas zu weit gewesen und deswegen fuhren wir einem Tuktuk, danach liefen wir ein Stück und nahmen uns dann wieder ein Tuktuk zum Strand. Hier merkt man, dass Kochi bei Urlaubern anscheinend doch recht beliebt ist: viele Stände mit viele Klamotten, viel Spielzeug, viele Souvenirs. Zum Glück habe ich morgen nochmal Zeit, hier vorbei zu schauen!

Wieder am Strand setzten wir uns auf eine Bank und warteten auf den Sonnenuntergang, der leider etwas unspektakulär ausfiel:

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Ich hatte auf Grund des fehlenden Mittagessens auch wieder Hunger und dann war das rumsitzen und auf einen Sonnenuntergang warten, den man sicher nicht sehen kann, weil alles voller Wolken ist, nicht gerade meine Traumbeschäftigung. Zurück im Hotel telefonierte unser Guide dann mit seinem Freund, bei dem ich das Geld tauschen könnte und ich war etwas verwirrt, als dieser „Freund“ 50 AUD (Australische Dollar) als Gebühren einbehalten wollte, von den 595, die ich laut Internet für meine 33.000Rupien bekommen würde. Er rief dann auch noch am Flughafen bei zwei Wechselstuben an und fand heraus, dass ich dort sogar bessere Raten bekomme. Also kann ich mir das heute sparen, bei diesem Freund vorbeizuschauen. Einen Tip vom Flughafen bekam ich dann auch noch: meine USD (Amerikanische Dollar) soll ich wenn überhaupt in Australien tauschen, aber ich plane gerade, sie als Notgroschen zu behalten, denn damit kann man überall auf der Welt bezahlen, sogar in kleineren Läden, denn USD kennt jeder.

Nachdem das auch geklärt war, liefen wir um halb acht zum Abendessen in den Teapot (Tee“topf“) und warteten eine ganze Weile auf unser Essen, dafür, dass wir nur vier Leute im Restaurant waren, also nur wir vier. Das Restaurant war wirklich niedlich, überall standen natürlich Tee“töpfe“ und alles war auf alt gemacht (oder wirklich alt). Als das Essen dann kam, war es auch sehr gut! Ich hatte Fish and Chips, also ein Stück Fisch (mit ordentlich Gräten) und Pommes mit echtem Heinz-Ketchup!!! Der indische Ketchup ist nämlich einfach nur süß und eklig. Zu Trinken gabs für mich zwei Eiskaffee und als Nachtisch einen „tödlichen Schokoladenkuchen“ (deathly chocolate cake), der war sowas von lecker! Aus dunkler Schokolade und deswegen nicht süß, sogar unserem Guide hat er geschmeckt und er meinte, er mag kein süß, also war es der Kuchen wirklich nicht! Es war einfach ein krönender Abschluss und für all das leckere Zeug habe ich 7€ bezahlt! War ja klar, dass ich das nochmal ausnutzen musste, in Indien zu Abend zu essen! Morgen gibt’s ein ausgiebiges Frühstück und ein sauleckeres Mittagessen (bestimmt) und am Flughafen noch einen Snack. Da ich einmal 4,5 und einmal 7 Stunden fliege, bekomme ich sicherlich auf jedem Flug mindestens einmal etwas zu essen. Ich freu mich schon drauf, weil bis jetzt hatte ich ja immer Glück mit dem Flugzeug-Essen! Falls nicht, habe ich auch noch ein paar Kekse dabei, die ich mir eigentlich für die Zugfahrt gekauft hatte.

Es ist unglaublich, dass jetzt meine Zeit in Indien auch schon wieder so gut wie vorbei ist. Noch einmal schlafen (nur nochmal zur Erinnerung: alleine in einem großen Zimmer mit eigenem Bad!!!), noch einmal in Kochi zum Strand und wahrscheinlich in die Synagoge (da waren gestern Feierlichkeiten, deswegen konnte sie nicht besichtigt werden), etwas shoppen und einiges essen und das wars dann mit Indien. Ich freue mich unheimlich auf Australien und die vielen Tagesausflüge da! Das wird bestimmt der absolute Wahnsinn! Ich muss in jedem Fall noch meine Akkus alle wieder aufladen, damit ich fotografieren kann – ohne Ende! Natürlich bekommt ihr wieder die genauesten Infos, denn in Australien gibt es sicher viele Restaurants mit freiem Internet. Die gab es immerhin in Indien auch schon, das wusste ich davor nur nicht! Wahrscheinlich bin ich dann schon in Australien, wenn ihr den Tagesbericht von morgen lesen könnt! Wahhhhhh, Australien, mein ewiges Traumreiseziel, ich kommmmmmmme!

Letzte Nacht in Verkala

Meine Nacht war nicht wirklich erholsam, weil der Ventilator nicht funktionierte, als wir am nächsten Morgen nachfragten, legte der Hotelmitarbeiter einfach nur einen Schalter am Balkon um. Wie sollte man auf die Idee kommen, am Balkon den Deckenventilator anzuschalten?

Auf jeden Fall nutzte ich den Morgen für meine Mails und sonstigen Nachrichten und als die anderen dann so gegen zehn aufwachten, gingen wir zusammen zum Frühstück und ich hatte Tomaten-Käse-Omlett, Früchtemüsli mit Jogurt und Honig, einen Wassermelonen-Smoothie und einen Eiskaffee. Alles sehr lecker und günstig, ich zahlte für alles 2,50€. Nicole war schon früher losgegangen, aber nach einem kurzen Spaziergang kam auch sie in das gleiche Restaurant und während die anderen zum Strand gingen, gaben wir ordentlich Geld aus.

Nicole geht in fast jeden Laden, um zu gucken und in jeden Laden, in den ich reingehe, kaufe ich etwas, weil dort alles so günstig und so schön und so einmalig ist. Ich habe in dem einen Laden wunderschönen Schmuck gefunden, echtes Silber. Und weil ich genau solche Ringe:

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schon ewig gesucht habe und man sowas in Deutschland aber nur als Modeschmuck finden kann, schlug ich zu, auch wenn ich dafür Einiges bezahlen musste. Ich kaufte auch zwei Geschenke, aber da beide fleißige Leser meines Blogs sind, bleiben diese Geschenke undefiniert, genauso wie die Personen. Danke Hedje nochmal für dein Schmuckgeld, ich habe davon diese beiden Ringe bezahlt:

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Danke!

Wir liefen den ganzen Weg, bis es keine Läden mehr gab und uns die Füße weh taten und auf dem Rückweg hielten wir in einer Art Café und ich aß nochmal ein Früchtemüsli mit Honig und Jogurt, trank nochmal einen Eiskaffee (wobei der nicht besonders gut war) und bestellte mir auch einen Bananenshake. Dadurch, dass die Bananen hier viel besser schmecken, weil sie reif geerntet werden können, sie brauchen ja nicht mehr transportiert zu werden, schmeckt natürlich auch ein Bananenshake tausend Mal besser, als in Deutschland, das muss ich ausnutzen!

Ich habe mir außerdem eine kleine Klangschale

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(ich bin mir noch nicht sicher, ob ich sie in der Schule einsetzen will, hat immer so ein bisschen etwas von Religionsunterricht und den gebe ich wahrscheinlich nicht) gekauft und eine Stoffschriftrolle, auf der ein berühmter Ausspruch vom Dalai Lama geschrieben steht, der etwas über Freundschaft aussagt:

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Außerdem habe ich mir ein Kleid zugelegt, da muss ich aber noch die Träger anpassen, bevor ich es tragen kann, aber der Aufdruck ist sehr schön!

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Wir waren dann relativ spät zurück im Hotel und wollten noch zur Wechselstube. Nicole hatte noch Dollar, die sie wechseln lassen wollte und ich wollte ja nochmal Geld abheben, weil ich hier ja sicher weiß, dass das funktioniert. Ich kann hier aber keine Australischen Dollar bekommen, aber ich habe mir zumindest schon einmal US Dollar gegeben, die sind einfach auf der ganzen Welt ein gültiges Zahlmittel und damit käme ich auf jeden Fall weiter, als mit Rupien, die man ja sogar nur in Indien wechseln lassen kann, nicht einmal am Flughafen in Bangkok habe ich Rupien bekommen können.

Abends wollten wir noch mit dem Guide zu einem Tempel gehen und bis wir losgehen wollten, hatten wir dann nur noch eine Stunde. Nicole wollte noch einmal ins Meer springen, was mich gar nicht reizte (Sand nass, Meer besteht nur aus Wellen → Sand ÜBERALL und auf jeden Fall duschen hinterher = zu viel Stress). Stattdessen ging ich, wenn man aus dem Hotel herausgeht rechts den Weg entlang. Sonst sind wir immer gleich links abgebogen, weil es dort zu den Restaurants und den Läden und zum Strand geht. Also rechts ist praktisch „nichts“, aber Nicole meinte, die Natur wäre schöner, also wollte ich da noch entlang gehen. Am nächsten Morgen geht es ja schon um 6:15 Richtung Bahnhof, also da kann man auf jeden Fall nichts mehr machen. Der Weg war dann auch wirklich ganz nett, viele Ruinen, ein Restaurant und ein Laden. Und die Frau stürzte sich natürlich (fast) auf mich, weil hier sonst kaum einer vorbeikommt und ich hatte irgendwie ein schlechtes Gewissen, nichts zu kaufen, also schaute ich mir ihre Sachen an. Die Stoffe waren wegen der Sonne alle total ausgeblichen, aber sie hatte schöne Ketten. Eine aus bunten Glasperlen, die ich am Handgelenk tragen kann und eine aus kleinen lila Steinchen. Für die erste wollte sie 100, für die zweite 450Rupien und irgendwann hatte ich sie auf 400, wollte mit einem 500er bezahlen und sie zeigte mir ihren Geldbeutel und sagte: No Change, also dass sie nicht wechseln kann. Super. Sie zeigte mir dann noch ein paar Ketten für 100, aber die gefielen mir gar nicht. Ich deutete dann auf eine, die 350 kosten sollte und sie meinte dann, „okay, but don’t tell anyone“ (okay, aber sag es keinem). Das lässt sich machen, hier schreibe ich ja nur davon ;-).

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Zurück im Hotel habe ich mich kurz abgeduscht, der Sand ist wirklich hartnäckig. Als wir uns dann alle versammelt hatten (einige waren angeblich beim Yoga, später hat sich herausgestellt, dass sie doch lieber zu einer Massage gegangen sind), liefen wir los, den ganzen Weg, den die Nicole und ich schon am Morgen gelaufen sind – und dann nochmal so lang. Der Tempel war jetzt nicht sooooo besonders:

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Aber es war sehr interessant, was unser Guide dazu erzählte. Es war ein Vishnu-Tempel und bevor man in den Tempel geht, bezahlt man 10Rupien und ein Mann zündet eine wirklich sehr laute Kanone, um die Götter zu wecken, um ihre Aufmerksamkeit auf die eigenen Gebete zu lenken. Als wir daneben standen, war es zwar lauter, aber du wusstest, dass gleich etwas passiert und weil der Mann Ohrenschützer trug, konnte man davon ausgehen, dass es laut wird.

Der Rückweg war komischerweise genauso lang, wie der Hinweg und ich musste noch kurz zu dem Schmuckladen, meine Ringe abholen, weil ich vorher nicht genug Geld dabei hatte, um sie zu bezahlen. Ich habe auch viel darüber nachgedacht, ob ich sie nehmen soll und ob ich wirklich alle haben will – aber ja, ich will. Das sind ja auch Prachtstücke (genau wie mein Geldbeutel, nur dass der um Einiges günstiger war)!

Zum Essen waren wir dann im Spicy Garden. Das war das teuerste Restaurant der Tour, aber trotzdem okay. Der Eigentümer bediente uns selbst und veranschlagte gleich Mal einen Festpreis von 100Rupien für jeden Cocktail. Die Gläser waren nur halb so groß, wie ein Cocktailglas in Deutschland, aber trotzdem: einen Cocktail für zwei Euro findet man in Deutschland nicht! Alle anderen waren von diesem Angebot begeisterter als ich, aber einen Melon Cooler habe ich mir dann auch bestellt und nach dem ersten Schluck bereut. Mir schmeckt einfach kein Alkohol! Ich ließ möglichst viele Leute probieren und schon war das Glas nur noch halb voll. Zum Essen bestellte ich mir ein Rindersteak, was dann aber eher eine Frikadelle/Fleischpflanzerl/Bulette/Fleischklops/Fleischkiiiiiiichla war. Trotzdem gut, aber eben eindeutig kein Steak, beziehungsweise nur eine indische Variante davon. Ich bezahlte dann wieder eher und ging zum Hotel ohne mich zu verabschieden, weil ich die anderen nicht stören wollte, die Stimmung wurde dank der günstigen Cocktails schnell sehr gut und dann wollte ich eben einfach nicht nerven, indem sich jeder von mir verabschiedet. Als ich dann am nächsten Morgen aufwachte, fiel mir auf, dass einige ja gar nicht mit zurückfahren und natürlich nicht um 6h aufstehen, um uns zu verabschieden. Nicole meinte dann auch, dass sich einige gewundert hätten, warum ich einfach gehe und nicht zurückkomme. Ja, wie gesagt, ich habs einfach nicht geschnallt. Ich fand aber alle wirklich nett und hab deswegen einen Brief geschrieben, den ich an eine Tür gemacht habe, wo ich mir sicher war, dass die Personen dahinter nicht mit zurückfahren. Ich habe auch von allen die Mailadressen, also vielleicht schreibe ich ihnen auch nochmal dort. Naja, mehr kann ich nicht tun. Die anderen haben übrigens alle durchgemacht, das hätte ich auf jeden Fall nicht hinbekommen. Ich habe die Zeit allein im Zimmer genutzt zu skypen. Mein Schatz musste mal nicht arbeiten und ich war noch wach genug um sinnvolle Sätze zu formulieren, mein Brüderchen hatte mal Zeit für mich und meine Mama ist gerade bei Oma und Opa in Garching und der Opa war noch wach und konnte dank Internet und Laptops den Martin aus Dortmund und mich aus Indien winken sehen, während er in seinem Wohnzimmer in Garching steht. Schön, dich gesehen zu haben, Opa! Auch danke fürs Winken Johann und Andrea! Ich hoffe, ich bekomme trotz früher Stunde den Lukas zu sehen, wenn ich morgen anrufe!

Ich bin reich!!!!!!!!

Wie gestern schon erwähnt, wollte ich unbedingt mit zum Fischmarkt, da lassen sich super Bilder machen, das lasse ich mir nicht entgehen! Deswegen standen wir um 6h auf, zwei Jungs und zwei Mädels „wollten“ auch mit und Nicole und ich eben auch. Weil immer drei Leute in ein Tuktuk passen und wir mit Guide sieben gewesen wären, haben wir ein Auto bestellt, das genau so viel gekostet hat. Mit asiatischer Pünktlichkeit wurden wir dann Hotel abgeholt und zum Fischmarkt gebracht.

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Wir konnten beim Zerlegen zusehen, beim Handeln zuhören und sowieso den „Geruch“ riechen. Alle, die dabei waren, fanden, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hat, ich auch! Übrigens zahlte man 10Rupien Eintritt, 50Rupien, wenn du fotografieren wolltest (was ich natürlich wollte) und für das Taxi hat jeder 100Rupien gezahlt, also ein Ausflug für 1,60€!

Zurück im Hotel gab es endlich mal ein Buffet zum Frühstück! Indische Sachen genauso wie kontinentale, wobei sich das kontinentale auf Toast mit Butter und Marmelade sowie Omlett beschränkte. War aber alles gut, bis auf die Marmelade, das können die hier irgendwie nicht. Früchte gab es auch und deswegen konnte danach jeder behaupten, dass er/sie satt wurde. Das Frühstück war allerdings nicht inklusive und da sich das Hotel ja für etwas besser hält (!!), hat es 2,20€ gekostet, was für hier zu viel ist für ein Frühstück dieser Art. Im ersten Hotel zahlten wir 160Rupien, also 1,60€ und waren genauso satt.

Nach dem Frühstück ging es mit Tuktuk und Bus zu einem anderen Bus und nach diesem zweiten öffentlichen Bus wieder mit einem Tuktuk zum Hotel. Unser Guide hatte uns gestern angeboten, für 300Rupien von jedem ein Auto zu mieten, das uns direkt zum Hotel bringt, aber ca. genauso lang braucht und zwei wollten das auch nehmen, die waren dann etwas genervt, als der erste Bus so voll war und der zweite etwas auf sich warten ließ. Aber meine Güte, ich finde, das gehört auch zu den Erfahrungen dieser Tour, das ist eben etwas einfacher gehalten und es ist immer spannend, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren!

In diesem Hotel bleiben wir (leider) zwei Nächte. Es ist das am wenigsten schöne Hotel auf dieser Tour:

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Man sieht zwar von unserer Terrasse das Meer, läuft aber 15 Minuten, bis man am Strand ist, weil einigermaßen steile Klippen den direkten Weg zum Meer verhindern.

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Es ist trotzdem schön, wieder das Meeresrauschen zu hören und die Luft hier zu atmen, das ist einfach etwas anderes, als an den Flüssen und Kanälen der letzten Tage.

Direkt nach der Ankunft, sind zwei Mädels und ich mit unserem Guide zurück zum Bahnhof gefahren, wo unser Bus zuvor angehalten hatte, um für mich Geld abzuheben. Die anderen beiden wollten je einen 1000er wechseln (den nimmt hier irgendwie keiner an) und ein Zugticket oder Flugticket zu kaufen.

In der größten Bank hier erklärte mein Guide einer Frau am Schalter, was wir von ihr wollen und als sie anfing den Kopf zu schütteln, wusste ich, auch wenn ich kein Wort Hindi verstehe, dass etwas nicht stimmt. Natürlich bekomme ich auch hier kein Geld. Sie sagte, wir sollten noch zu einem Mann sprechen, der wohl mehr Ahnung hat, aber auch er schüttelte nach kurzer Zeit den Kopf, redete dann eine Weile und dann verabschiedeten wir uns. Ich war schon wieder am Verzweifeln. Klar kann mir Nicole Geld leihen, hat sie auch angeboten! Und die Mama könnte ihr das auf ihr deutsches Konto überweisen, aber was mache ich dann in Australien?! Irgendwann muss das doch mal funktionieren! Mein Guide erklärte mir dann, dass der Mann meinte, dass wir bei einem UAE Exchange die Chance hätten, Geld abzuheben, weil sie in der Bank wohl nicht das richtige Gerät dazu hätten. Also fuhren wir zu diesem UAE Exchange, setzten uns zu einer Frau, die fragte nur, wie viel ich abheben will und ich konnte es noch gar nicht glauben, bis zu dieser Frage sind wir sonst nie gekommen! Ich sagte dann 40.000Rupien, 400€. Und dann rief sie wieder zu einem Mann und ich dachte schon: Also wird das doch wieder nichts. Wir sollten uns dann auch zu diesem Mann setzen und er wollte meinen Reisepass sehen, natürlich die VISA Karte und hat sie dann ganze vier Mal (!!!!!) durch seinen Automaten gezogen. Nach den ersten zwei Mal habe ich auch da wieder gedacht: das wird doch nichts. Aber dann kam ein Bon aus dem Gerät, ich sollte etwas unterschreiben und es hieß, jemand holt mein Geld. Ich konnte es gar nicht glauben! „Jemand holt mein Geld“, das heißt nach dem ganzen Ärger und den Nerven, die ich deswegen verloren habe, bekomme ich tatsächlich Geld ausbezahlt?! Nach zwei Minuten bekam ich dann einen Umschlag, in dem lauter 500Rupien-Scheine waren und mein Guide meinte, ich solle sie zählen. Tat ich dann auch, aber passt natürlich alles. Letztendlich habe ich mir doch gleich 50.000Rupien geben lassen, mehr geht am Tag von der Notfallkarte her nicht und gehe morgen nochmal hin. Besser wäre es dann natürlich, wenn ich gleich Australische Dollar bekommen könnte, aber das muss er erst nachfragen. So wie ich das verstanden habe, kann ich nur das gewechselt bekommen, was ich vorher in Rupien gewechselt habe. Also ich habe ja am Flughafen in Delhi 1500Baht in Rupien gewechselt und deswegen bekomme ich auch nur wieder Baht zurückgewechselt. So habe ich das wie gesagt verstanden. Aber er hat irgendwann kapiert, dass mir das nichts bringt und ich kann ja auch nicht die Erste sein, die durch Indien durchreist und somit vorher eine andere Währung wechselt, als sie hinterher braucht. Natürlich kann ich das dann auch am Flughafen wechseln lassen, aber dort sind die Gebühren höher und deswegen wäre es besser, wenn ich gleich Australische Dollar bekommen könnte. Aber das sehen wir morgen!

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Auf jeden Fall habe ich jetzt endlich Geld! Das heißt: shoppen ist angesagt!

Ich dachte schon, dass die anderen zwei Mädels inzwischen auf mich warten, aber als wir am Bahnhof ankamen, musste ich noch auf die beiden warten, war mir aber auch lieber, wie wenn sie auf mich hätten warten müssen. Wieder „daheim“ gingen wir dann Mittagessen und weil ich wusste, dass die anderen ins „ABBA“ wollten, ein Restaurant hier angeblich in der Nähe, machten wir uns auf die Suche danach und fanden es auch nach 20 Minuten laufen. Die anderen waren sogar noch da, natürlich fertig mit essen und wollten eigentlich gleich zum Strand, um das Holi Festival nachzuspielen. Das war ja an dem Tag, an dem wir alle angereist sind und deswegen habe nicht nur ich, sondern alle anderen das Festival auch verpasst. Unser Guide hat extra etwas Farbpulver gekauft gehabt und wir wollten das auch schon eher machen, aber wir hatten immer zu viel geplant, deswegen erst heute. Bis sich alle gefunden hatten etc., hatte ich meine halbe Margeritha Pizza und meinen halben griechischen Salat (geteilt mit Amber) gegessen und bezahlt, also konnten wir auch direkt mit und die anderen mussten nicht auf uns warten. Wir waren auch echt hungrig und hätten unmöglich erst Holi „spielen“ können und im Anschluss etwas essen.

Der Weg zum Strand

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führt über ca. 70 Stufen, ist also auch wieder nicht so optimal und durch die vielen Pfützen, in denen sich dann Algen bilden und Tierchen ansammeln, ist es jetzt nicht gerade der schönste Strand, den ich gesehen habe. Alle zogen sich dann um und ich schnappte mir meine Kamera: Ich war Fotografin und bekam keine Farbe ab.

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Die Bilder muss ich dann allen noch irgendwie geben, aber das bekommen wir schon hin, hat ja eigentich jeder einen Laptop oder ein Tablet dabei. Und die anderen kannten sich ja untereinander, weil sie vorher schon zusammen gereist sind, also haben sie mehr Kontaktdaten voneinander und können das dann besser austauschen.

Danach sprangen alle ins Meer, ich auch! Aber die Wellen waren so extrem hoch, dass es super zum surfen, aber nicht gut zum „entspannen“ ist. Also blieben wir alle nicht lang, alle anderen versuchten nur ihre Farbe abzubekommen. Am Strand sonnen war angesagt. Leider ist auch der Strand nicht so toll: der Sand ist ganz und gar nicht trocken und dein Handtuch saugt sich richtig voll und wird dadurch schwer und der Sand lässt sich nicht abklopfen. Man selbst wird auch nur immer auf der Seite trocken, die man der Sonne hindreht und die, die auf dem Handtuch liegt, ist immer komplett nass. Also bin ich irgendwann wieder zum Hotel zurückgegangen. Die anderen sind alle weiter den Strand runter, um etwas (Bier etc.) zu trinken zu kaufen und so, wie ich sie am Abend vorfand, haben sie wohl auch etwas gefunden. Auf meinem Rückweg traf ich dann noch Amber (sehr nett, 26 Jahre alt, klein, blonde lange lockige Haare, hübsch, aus Kanada, Fotografin und Krankenschwester, reist regelmäßig) und Nicole getroffen. Wir haben dann alle geduscht und als wir damit fertig waren, fing es an zu regnen und nach wenigen Minuten schüttete es wieder wie aus Eimern. Ich unterhielt mich dann viel mit der Nicole und später kam auch noch Amber dazu, nachdem sie einige ihrer Klamotten auf der Terrasse gewaschen hat, und unterhielt sich auch mit uns, dann natürlich auf Englisch. Die anderen kamen wegen dem Regen nicht zum Hotel und um kurz nach sieben hörte es wieder auf und wir drei machten uns mit dem Guide auf zu dem Restaurant, das wir schon mittags ausgemacht haben, dass wir dort zu Abend essen wollen. Wir gingen davon aus, dass wir die anderen dort treffen, trafen sie dann unterwegs und natürlich wollten sie erst noch duschen gehen. Wir warteten also im Restaurant (hier ist die Spezialität Seafood, also Fisch, Krabben, Shrimps und praktisch all das, was wir heute Morgen auf dem Fischmarkt gesehen hatten). Das ist ja nicht gerade meines, vor allem nicht, wenn du dir die Krabbe lebendig aussuchst und kurze Zeit später tot und gekocht auf deinem Teller hast. Die Fische waren schon tot, aber trotzdem – nein, danke. Ich bestellte mir dann einen Burger mit Pommes und Salatbeilage, der war auch gut, aber ich war irgendwie gar nicht hungrig und weil ich trotzdem aufaß, fühlte ich mich danach nicht so besonders gut, einfach überessen, nicht richtig schlecht. Müde war ich auch unheimlich und deswegen machte ich mich vorzeitig allein auf den Rückweg zum Hotel. Das ist hier auch voll in Ordnung, hier sind lauter Bars und Clubs, Restaurants und kleine Läden, also viele Menschen überall und ich hatte meine Taschenlampe dabei. Ich habe es auch nur noch geschafft, mir meine Schuhe auszuziehen und meine Füße einigermaßen vom Sand zu befreien, bevor ich ins Bett gefallen bin. Leider war die Nacht nicht so super, weil der Ventilator nicht ging, war es super warm im Zimmer und ich wachte ständig auf. Irgendwann kam dann auch noch die Nicole und wir überlegten kurz, ob wir gleich noch fragen sollten, ob jemand den Ventilator repariert, haben uns dann aber dagegen entschieden. Grund: Müdigkeit.